Sunday, December 29, 2019

Von Kleinstlebewesen und Badeverboten - Peter Hofmann ist jetzt bei Real Scientists DE!

Eine gute Nachricht zum Ende des Jahres: Real Scientists DE ist zurück aus der (wie wir finden sehr verdienten) Winterpause. Zum Wiedereinstieg nach einer Woche ohne Wissenschafts-Tweets freuen wir uns ganz außerordentlich, euch allen Peter Hofmann (@Ecogradients) vorzustellen. Peter ist Doktorand am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), sowie dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv).

Besonders freuen wir uns darauf, von Peter etwas mehr über über Phytoplankton zu erfahren. Was das ist und wie die Forschung dazu aussieht, erklärt er euch am besten selbst:

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Das kann ich so ohne Weiteres gar nicht beantworten. Vermutlich bin ich immer dem Pfad gefolgt, der zu jeder gegebenen Zeit Antworten auf die größtmögliche Ansammlung von Fragen versprochen hat.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Die Ökologie ist nach wie vor ein vielschichtiges Feld, das wichtigen Fragen um das Zusammenleben von Artengemeinschaften nachgeht. In Verbindung mit neuen Technologien erhalten wir dafür immer besser aufgelöste Datensätze, die ein mächtiges Werkzeug zur Beantwortung dieser Fragen darstellen.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Ich forsche im Labor an der Fähigkeit von Phytoplankton- also Lebewesen im Wasser, die ihre Energie aus Licht ziehen - sich innerhalb kurzer Zeiträume an veränderte Umweltbedingungen "anzupassen" und inwieweit diese Flexibilität die Struktur ihrer Artengemeinschaft beeinflussen kann.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Neben der faszinierenden Welt dieser Kleinstlebewesen an sich? Nun, Phytoplankton bildet in vielen aquatischen Lebensräumen die Basis der Nahrungskette. Veränderungen in der Zusammensetzung dieser Gemeinschaft haben also durchaus Auswirkungen auf ihre Konsumenten und deren Räuber. Daneben werden seit einiger Zeit vermehrt toxische Algenblüten, also eine Dominanz schädlicher Cyanobakterien, im Phytoplankton beobachtet. Beide Entwicklungen können direkte Auswirkungen auf den Mensch haben (Badeverbote in Seen beispielsweise).

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Die Forschung (Laborarbeit, Auswertung, Verfassen) nimmt definitiv den Großteil meiner Arbeitszeit ein. Zusätzlich wirke ich in einer Doktorandengruppe zum Schreiben von Publikationen mit und nehme an einer weiteren Gruppe teil, die ihre didaktischen Fähigkeiten stärken will.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Aktuell leite ich für Freunde regelmäßig Rollenspielrunden (Dungeons & Dragons, Cthulhu).

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Zeit mit Freunden oder der Familie zu verbringen. Am Ende ist mir dann auch nicht so wichtig, was genau wir eigentlich machen.

Bitte begrüßt Peter ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, December 15, 2019

Chemie, Wisskomm und Quokkas - Lars Fischer ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns sehr, euch unseren neuen Kurator Lars Fischer (@Fischblog) vorstellen zu dürfen! Lars Fischer ist Redakteur bei »spektrum.de« und »Spektrum - die Woche«, betreut die Blogplattform »SciLogs« und betreibt mit »Spektrum«-Redakteur Mike Beckers den Youtube-Kanal »Wir Werden Alle Sterben«. Seine wichtigsten Themen sind Chemie und Materialforschung, Infektionskrankheiten, Naturkatastrophen und Quokkas.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Ich bin gelernter Chemielaborant und habe dann studiert.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Ich bin in den Journalismus irgendwie reingerutscht.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Ich schreibe und redigiere Artikel über diverse Wissenschaftsthemen, betreue freie Autorinnen und Autoren, mache technischen Kleinkram auf der Website und manage das Blogportal @SciLogs.de.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Weil Journalismus und Medien die wichtigste Quelle für Wissenschaftsinformationen sind und man wissen sollte, wie aus einem Forschungsergebnis ein Text wird.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich halte Vorträge über verschiedene Wissenschaftsthemen wund bin gelegentlich als Referent bei Veranstaltungen.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Viel lesen, gelegentlich Games.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Wenn ich zu Hause bin, sitze ich gern mit Tee und Buch in meinem Lesesessel oder koche. Ansonsten treffe ich Freunde in Heidelberg oder fahre auch ma weiter weg.

Bitte begrüßt Lars ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, December 8, 2019

Man ist, was man isst? - Stina Börchers ist jetzt bei Real Scientists DE!

Mit großer Vorfreude möchten wir euch unsere neue Kuratorin Stina Börchers (@stinabiologista) vorstellen! Stina ist Masterstudentin in den Neurowissenschaften, und ab Anfang nächsten Jahres ist sie Doktorandin.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet? 
Soll ich ganz von vorn anfangen? Das Interesse an meiner Umwelt (v.A. Tieren und Insekten) und dem Experimentieren war schon immer da. Props an meine Eltern fuer den Chemie- und Elektrobaukasten! Besonders inspiriert haben mich in meiner Kindheit Sendung mit der Maus, Wissen macht Ah! und Löwenzahn. Meine Eltern hatten mit Wissenschaft nichts am Hut, haben mich aber trotzdem immer unterstuetzt. Auf dem Gymnasium habe ich dann einen Schwerpunkt auf die Naturwissenschaften gesetzt. Was genau ich studieren wollte, wusste ich die meiste Zeit noch nicht. In der Oberstufe hatte ich dann eine tolle Biologielehrerin, Frau Schwabe, die mir den entscheidenden kleinen Schubs in Richtung Biologiestudium gab. Den Bachelor habe ich dann 2017 im Schwerpunkt Neurobiologie gemacht, worauf im direkten Anschluss mein Master in den Neurowissenschaften folgte. Der neigt sich nun auch dem Ende entgegen…

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
In der Grundschule durfte ich irgendwann mal ein Referat ueber unser Gehirn halten. Ich war ganz stolz, den ich durfte mir aus der Arztpraxis in der mein Nachbar gearbeitet hatte ein Gehirnmodell ausleihen. Die Masse, die laut meiner damaligen Worte aussieht wie ein “gekautes Kaumgummi” hat mich schon da total fasziniert. Eine Mappe mit einer Art Aufsatz musste ich damals auch anfertigen – die habe ich bis heute noch aufgehoben, samt meiner 1A Gehirnzeichnungen von damals.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Derzeit arbeite ich in einer Gruppe die sich mit der Neurobiologie von Adipositas und damit komorbiden Angststörungen beschäftigt. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf dem Gehirn, sondern auch der Verbindung unseres Verdauungssystems mit diesem. Wir arbeiten hauptsächlich mit Ratten als Tiermodell, manchmal auch Mäusen. Typischer Weise setzen sich unsere Projekte aus Verhaltensversuchen mit eventuellen pharmakologischen Manipulationen, Genexpressionsanalysen im Gehirn und anderen Geweben und immunhistochemischer Anfärbungen (da machen wir tolle bunte Bilder von Neuronen) zusammen. Hier und da kommt dann auch mal was neues dazu. Ich beschäftige mich fuer meine Masterarbeit mit Angststörungen.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Gegenfrage: Warum nicht? Krankhaftes Uebergewicht tritt in der heutigen Zeit immer häufiger auf und der Leidensdruck von Betroffenen ist gross. Nicht selten wird Uebergewicht auch von anderen Krankheiten wie Diabetes oder Herzkrankheiten begleitet. Aber auch psychische Krankheiten wie Depressionen und Angststörungen gehen oft mit Adipositas einher. Wir wollen verstehen, warum es erst zu diesem Punkt kommt – gibt es eventuell strukturelle und funktionelle Unterschiede in den Gehirnen von Erkrankten und Gesunden? Besteht eine Fehlkommunikation zwischen Verdauungssystem und Gehirn? Wo können wir mit welchen Substanzen Linderung verschaffen und dadurch Gewicht reduzieren? Einfach nur ”weniger essen” und “mehr Bewegung” ist eben nicht immer die Lösung. Dazu finde ich es super wichtig, dass die Öffentlichkeit Bescheid weiss wofuer Forschungsgelder verwendet werden.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich nutze seit einigen Jahren in meiner Freizeit Instagram als Tool zur Wissenschaftskommunikation (mein Profil: @stinabiologista). Dabei nehme ich jeden mit auf eine Reise durch meinen Alltag im Studium und Labor und stelle hier und da ein paar Themen vor die mich interessieren. Ich war am Anfang  und auch jetzt noch ziemlich erstaunt wie viele Leute sich auf dieser Plattform nicht nur fuer Fitness und Lifestyle interessieren!

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Wuerde jetzt das Gleiche wie bei 9 bennennen, zusatzlich zeichne ich aber auch wahnsinnig gerne digital. Komischer Weise kommen dabei immer wissenschaftliche Motive, wie zum Beispiel der Neuronen-Mistelzweig heraus…

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Mein idealer freier Tag besteht aus einem laaaaangen Spaziergang, einem Kaffe und ganz viel Zeit mit meinen Liebsten. Dazu einen Horror- oder SciFifilm. Oder 25474883 Episoden Star Trek im Bett. Ein Bad zu nehmen wäre noch ein tolles Plus, dank nicht vorhandener Badewanne aber leider gerade nicht moeglich.

Bitte begrüßt Stina vganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, December 1, 2019

Gute Nacht - Lars Dittrich ist jetzt (wieder) bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns sehr, euch einen alten Bekannten vorzustellen: Lars Dittrich (@dittrich_lars) war Anfang 2017 als einer unserer ersten Kuratoren schon einmal bei Real Scientists DE zu Gast. Den Blogpost von damals findet ihr hier. Was sich bei ihm seitdem alles getan hat, wird er euch diese Woche erzählen!

Bitte begrüßt Lars ganz herzlich bei Real Scientists DE!