Sunday, October 15, 2017

Das große Protein-Puzzle - Matthias Stahl ist jetzt bei Real Scientists DE!

Mit großer Vorfreude stellen wir euch unseren neuen Kurator Matthias Stahl (@bioschema) vor! Matthias hat an der TU München Biochemie studiert und promoviert dort aktuell am Lehrstuhl für Organische Chemie II. Auf der Arbeit steht er im Maschinenraum von Bakterien, Viren und menschlichen Zellen: Die Welt der Proteine hat es ihm angetan.
Wenn er gerade nicht am Massenspektrometer sitzt, erklärt er Laien, wie man multiresistenten Keimen die Laserschwerter abnehmen kann. Wir sind gespannt, was er sich diese Woche noch alles einfallen lässt!

Hier ist Matthias in seinen eigenen Worten:

Meine Eltern schenkten mir einmal zu Weihnachten einen Chemiekasten. Es war die Explosion auf den ersten Blick. Ich experimentierte teils nächtelang. Doch so spannend diese Erfahrung am Anfang auch war, irgendwann stellte ich fest, dass wir Menschen ja auch zu einem beträchtlichen Teil aus Chemie bestehen. An Menschen konnte ich nun schlecht experimentieren, deswegen fing ich mit Bakterien an, die ich aus dem Spüllappen meiner Mutter isolierte. Aus Wald- und Wiesenpflanzen konnte ich Antibiotika extrahieren und deren Wirkung auf die Bakterien, die in Einmachgläsern meiner Oma wuchsen, beobachten.


Antibiotika interessierten mich also schon fast immer, deswegen arbeite ich heute noch damit. Besser gesagt arbeite ich mit den Bakterien, die einen Weg gefunden haben, den Antibiotika auszuweichen. Das ist ein Hauptgrund dafür, warum wir in Deutschland mehrere Tausend Tote im Jahr haben, die sterben, weil es keine wirksame Antibiotika gibt. In meiner Forschergruppe versuchen wir Wege zu finden, um die Bakterien abermals auszutricksen.

Vor etwa vier Jahren begann ich meine Promotion mit dem Fokus auf ein einzelnes Protein in Bakterien, das wir versuchten zu verstehen. Proteine sind gewissermaßen die Arbeiter in einer Bakterienzelle. Sie sorgen dafür, dass chemische Reaktionen ablaufen oder angehalten werden. Heute jedoch sieht die Laborwelt ganz anders aus. Mittlerweile schauen wir so gut wie alle Proteine der Zelle gleichzeitig an. Ds ist das Feld der Proteomik. So kann man größere Zusammenhänge verstehen und genau beobachten, wie die Zelle zum Beispiel auf die Gabe eines Antibiotikums reagiert. Man hat also jede Menge Daten. Meine Arbeit dreht sich dann auch zu einem Großteil darum, diese Daten zu verstehen. So konnten wir kürzlich die Wirkweise eines neuartigen Antibiotikums beobachten, dass die Bakterien nicht tötet, wie es Antibiotika tun, sondern sie lediglich entwaffnet. Warum das sinnvoll sein kann, darum wird es diese Woche auch gehen.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Nun ja, die Öffentlichkeit steht vor der Herausforderung immer weniger wirksame Medikamente gegen bakterielle Infektionen zu haben. Das ist aber nicht der Hauptgrund. Vielmehr genieße ich den Fachwörter-freien Dialog mit Nicht-Wissenschaftlern. Es ist mir mehr als einmal passiert, dass mich jemand in der Pause eines Science Slams auf eine ganz neue Idee gebracht hat.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?

Ich bin Science Slammer und werde ab November auch an Schulen einzelne Unterrichtsstunden zu meinem Forschungsthema gestalten.

Ich habe zwei Hobbys, die sich in einem steten Rhythmus abwechseln. Mein Tag ist gewöhnlich voller Evidenzen und Wissen, deshalb schreibe ich ab und zu Kurzgeschichten, damit meine Fantasie nicht ganz so beleidigt ist. Wird das eintönig, hole ich meinen Raspberry Pi raus und baue irgendwelche elektronischen Schaltungen auf. Meistens ist man davon aber sehr schnell frustriert, dann wird wieder geschrieben.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Meine Frau und ich werden von meinen Kindern geweckt und dann backe ich mit meiner ältesten Tochter Brötchen. Die Kinder haben dann meistens die besten und spontansten Ideen für einen abenteuerlichen Tag. So kann mich der morgendliche Hefeteig nicht wieder an die Biochemie der Gärung erinnern...


Bitte begrüßt Matthias ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, October 8, 2017

Astronomie für alle - Markus Pössel ist jetzt bei Real Scientists DE!


Diese Woche freuen wir uns sehr, euch unseren neuen Kurator Markus Pössel vorstellen zu dürfen! Markus hat in Hamburg Physik studiert und am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Potsdam promoviert. Nach einem einjährigen Zwischenstop in New York als Senior Science Advisor des ersten World Science Festivals verschlug es ihn 2009 nach Heidelberg, wo er das Haus der Astronomie am Max-Planck-Institut für Astronomie leitet. Sein Herz schlägt nicht nur für Gravitationswellen, sondern vor allem auch für die Kommunikation von Wissenschaft: Unter anderem hat er das Online-Portal Einstein Online ins Leben gerufen, bloggt auf Relativ Einfach der Spektrum SciLogs und schreibt für die Zeitschrift Sterne und Weltraum.

Hier ist Markus in seinen eigenen Worten:


Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Ich habe schon als Kind viele Sachbücher zu Physik und Astronomie gelesen. Insbesondere Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie, aber auch die Teilchenphysik fand ich von Anfang an sehr spannend. Und wie so oft haben auch gute Lehrer eine wichtige Rolle gespielt: Richard Geißler, der mich in der 8. oder 9. Klasse für Mathe und Physik begeisterte, und Dr. Dr. Olaf Störmer in der Oberstufe – damals, also etwa 1989, erfuhr ich, soweit ich das erinnere, auch das erste Mal von Gravitationswellen. Über die hatte Störmer nämlich eine seiner beiden Doktorarbeiten geschrieben.


Ich bin in mein aktuelles Feld, also das was im englischen "Science Outreach" heißt, breite Schnittstellen zur Physikdidaktik hat und im deutschen mit "wissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit" nur sehr ungenau beschrieben wird, eher so hineingerutscht. Meine Doktorarbeit habe ich zu einem Thema aus der Quantengravitation am Albert-Einstein-Institut angefertigt, dem Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik. Als ich mit meiner Promotion fertig war, stand das Einstein-Jahr 2005 vor der Tür – und das Institut suchte jemanden, der bei den Vorbereitungen helfen konnte. Ich hatte vorher schon einiges in Richtung Outreach gemacht, von öffentlichen Vorträgen bis zu Kurzartikeln in "Spektrum der Wissenschaft" – das hatte mir immer schon großen Spaß gemacht, und vor dem Einstein-Jahr bin ich dann ganz in diese Richtung umgeschwenkt.

Als Outreach-Scientist (wie gesagt, es gibt kein richtiges deutsches Wort) mache ich wissenschaftliche Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Dazu gehören zwar auch klassische PR-Tätigkeiten, etwa das Abfassen von Pressemitteilungen, und als Leiter des Hauses der Astronomie natürlich auch Organisatorisches. Aber ein Großteil der Arbeit sind tatsächlich Variationen über Wissenschaft – vereinfachte Modelle finden, fachdidaktische Forschung, Elementarisierung, Lehre. Derzeit habe ich gerade drei Praktikanten, die versuchen, mit einfachem mathematischen Werkzeug aus den Originaldaten die Masse des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße zu bestimmen.


Motivation: warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Das Schöne an der Astronomie ist ja: die meisten Menschen interessieren sich von vornherein für Exoplaneten, Schwarze Löcher oder den Urknall! Was konkrete Elementarisierungen angeht: Die halte ich in den Zeiten von Fake News für wichtiger denn je, weil sie eine Brücke zwischen Popularisierungen (wie man sie z.B. in Zeitungen und Publikumszeitschriften) und der Fachliteratur schlagen. Mit einer guten Elementarisierung kann man ein wissenschaftliches Ergebnis zumindest einigermaßen selbst nachprüfen.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Nein, das was bei Vollzeit-Forschern externe Aufgaben wären, ist bei mir alles Teil des Jobs!

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Gemütlich lesen! Aber wahrscheinlich lande ich dann nach einiger Zeit doch am Computer. Mache daran aber nur diejenigen Dinge, die mir wirklich Spaß machen!


Bitte begrüßt Markus ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, October 1, 2017

Ein offenes Ohr für Ameisen - Volker Nehring ist jetzt bei Real Scientists DE!


Mit großer Vorfreude stellen wir euch unseren neuen Kurator Volker Nehring (@VolkerNehring) vor! Volker hat in Münster und Freiburg Biologie studiert und an der Universität Kopenhagen promoviert. 2012 zog es ihn zurück an die Universität Freiburg, wo er sich seither am Zoologischen Institut der Interaktion zwischen Arten oder zwischen Individuen der selben Art widmet - zum Beispiel in Form von Ko-Evolution oder (chemischer) Kommunikation. Dabei kreucht es gerne mal: Volkers Versuchsteilnehmer sind meistens Insekten. Die Hauptfrage ist immer, wie in der Evolution die heute zu beobachtenden Anpassungen der interagierenden Parteien entstanden sind und wie schnell sie sich ändern können.

Hier ist Volker in seinen eigenen Worten:

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Ich habe relativ früh (spätestens im Hauptstudium) gewusst, dass ich das machen will. Ich fand es einfach klasse, Sachen rauszufinden. So jedenfalls die Legende, die ich mir da bilde.

Zur Biologie bin ich sehr früh gekommen, vielleicht sogar schon im Kindergartenalter. Ich habe einfach immer schon alles gesammelt, was kreucht und fleucht. Irgendwann habe ich dann Gerald Durell's Buch “Naturführer für die ganze Familie” geschenkt bekommen und bin das Ganze dann auch relativ systematisch (für einen Acht- oder Zwölfjährigen) angegangen. Dann viel Fabre (absolut empfehlenswert!) gelesen. Rückblickend war mein Schaffen dann aber doch zu konfus, als dass wirklich mal brauchbare Daten rausgekommen wären. Da hätte ein bisschen richtige wissenschaftliche Anleitung wahrscheinlich Wunder gewirkt. Ich habe mich dann im Grundstudium in Münster von Nico Michiels (jetzt in Tübingen) für die Kombination von Verhaltens- und Evolutionsbiologie begeistern lassen. In seiner Vorlesung ging es – wie könnte es anders sein – um Sexuelle Selektion.
Heute denke ich, dass die Biologie nur Zufall war und es genausogut Physik oder Chemie hätten sein können.

In der Forschung beschäftige ich mit drei Themengebieten: 1) Der Kommunikation innerhalb und zwischen Arten, vorzugsweise chemische Kommunikation bei Ameisen, 2) Koevolution ganz allgemein, aber meistens zwischen bestimmten Milben und bestimmten Käfern, und 3) Altern bei sozialen Insekten. Das ist alles total interessant, aber ich verrate erst nächste Woche, warum. Im Alltag sitze ich den ganzen Tag vor dem Bildschirm und drücke irgendwelche Knöpfe. Manchmal rede ich auch mit Leuten.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Das finde ich eine wahnsinnig schwierige Frage, vielleicht ist das ein gutes Thema für Twitter, oder ein ganz schlechtes. Meine Antwort schwankt je nach Laune zwischen „sollen sie gar nicht, dürfen sie“ und „weil meine Arbeit dazu beiträgt, irgendwann Krebs oder Haarausfall zu heilen“. Keine der Antworten ist gut und ich würde das gerne irgendwann differenzierter erklären:). Kern der Sache ist aber wohl, dass man ziemlich schnell alt aussieht, wenn keiner versucht, die Welt zu verstehen.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Hmm, ich bin bei der Deutschen Zoologischen Gesellschaft einer von drei Sprechern für den Fachbereich Evolutionsbiologie. Die Hauptaufgabe ist es, das wissenschaftliche Programm auf den Jahrestagungen zuorganisieren und Ansprechpartner für  alles Mögliche zu sein.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Theoretischer Ausdauersport und Analysen von Sachen, die gerade wirklich nicht wichtig sind und weder die Wohnung sauberkriegen noch dazu beitragen, dass das Paper fertig wird.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Ich schlafe bis um zehn, kleines Frühstück auf dem Balkon, Kaffee, 1-3 Stündchen laufen oder Radfahren oder Langlauf, wenn ich/wir wiederkommen wachen die Kinder auf und ziehen sich selbstständig an, grooßes Mittagessen, Mittagsschlaf während die Kinder ruhig in der Ecke sitzen
und lesen, Kaffee, paar Stunden Spielplatz oder Wald mit Kindern, ich kann nicht widerstehen und gucke aufs Handy, wo ich eine Email a la “The Editor is now happy to accept your paper for publication..” finde. Sektchen. Hängematte & Lesen (optional mit Kind (wichtig: Singular)). Abendessen, Kinder ins Bett, ich/wir gehen aus und komme(n) irgendwann gegen Morgen nach Hause (an anderen Tagen irgendwas nicht für die Öffentlichkeit Bestimmtes mit meiner Frau). Die Kinder schlafen natürlich ganz lange und wachen nachts nie auf. So oder so ähnlich könnte ich mir das vorstellen, Ihr seht, auch Wissenschaftler haben Phantasie.


Bitte begrüßt Volker ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, September 24, 2017

Gehirn, Körper, Raves - Maria Niedernhuber ist jetzt bei Real Scientists DE!

Wir freuen uns sehr, Maria Niedernhuber (@maria_ndrnhals neue Kuratorin vorstellen zu dürfen! Maria ist Doktorandin im Fachbereich Kognitive Neurowissenschaft an der Uni Cambridge. Sie arbeitet an sensorischen Vorhersagen in gesunden Personen und chronischen Schmerzpatienten, insbesonderen an Störungen körperlicher Wahrnehmungen im komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS). 

Falls euch das nichts sagt: CRPS ist eine Schmerzerkrankung, unter der die Patienten häufig sehr lange leiden müssen, bis eine korrekte Diagnose gestellt wird. Auch sonst wird dieses Syndrom noch nicht gut genug verstanden. Wir freuen uns also darauf, diese Woche mehr von Maria darüber zu erfahren, ebenso wie über ihr Leben und ihren Einsatz für chronisch kranke ForscherInnen und auch für den Einsatz der Kunst in der Wissenschaft.

Hier ist mehr über Maria in ihren eigenen Worten:

Ich wollte Wissenschaftlerin werden und war einfach sehr, sehr stur. Ich habe ursprünglich mein Abitur abgebrochen, da ich mit meinem Gymnasium nicht über den Nachteilsausgleich für eine chronische Krankheit verhandeln konnte, und mein Abitur als Externe geschrieben (d.h. man kommt nur zu den Prüfungen. Es steht nicht in meinem Lebenslauf :p aber jetzt ist das ja auch schon lang her). Im Bachelor in Tübingen war ich immer noch sehr unfit und aus diesen (und daraus hervorgehenden) Gründen sah es nie so richtig aus, als würde ich fertig studieren. Es hat lange gedauert, bis ich einen Job an einem Labor gefunden habe. Ich bin dann für einen Master ans University College London und nach einem kurzen Intermezzo in Oxford nach Cambridge. Hier bin ich sehr glücklich und mir geht es gut. Im Nachhinein bin ich in der Wissenschaft gelandet, weil ich einfach dickköpfig bin. 

In meiner aktuellen Forschung geht es um Wahrnehmungsstörungen in chronischen Schmerzpatienten aus einer prädiktiven neuronalen Warte. Ich war zum einen an sehr grundlegenden Fragen interessiert (- ich habe mich in Kognitionswissenschaft teilweise aufgrund des Soon et al. (2008) Papers [Referenz siehe unten; JF] eingeschrieben, weil ich das so faszinierend fand, und würde heute die Frage nach der Willensfreiheit aber nicht mehr anfassen). Andererseits wollte ich etwas tun, womit recht angewandt Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten geholfen werden kann (nicht aber, weil ich selber eine habe). 

Ich erforsche hierarchische neuronale Vorhersagen im Tast-und Hörsinn in gesunden Personen, um Störungen taktiler Vorhersagen im komplexen regionalen Schmerzsyndrom anzuschauen. Die meiste Zeit verbringe ich im Labor vorm Computer mit Datenanalyse, Datensammeln, dem Verfassen von irgendwelchen Drafts oder Adminkram. 

Wir haben auch ein Neuro/Kunst-Projekt, in dem wir mit dem AXNS Künstlerkollektiv und der Künstlerin Madi Boyd Störungen des Bewusstseins im komplexen regionalen Schmerzsyndrom darstellen. 

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Erstens: Die meisten Menschen haben Bewusstsein und keiner weiß, warum. Die Öffentlichkeit will bestimmt wissen, warum. Zweitens: Die Öffentlichkeit denkt üblicherweise, dass chronische Schmerzpatienten einfach nur chronische Schmerzen haben. Für viele ist es eine Überraschung, dass chronische Schmerzpatienten auch Störungen der Körperwahrnehmung haben. Deshalb stresst es viele Schmerzpatienten, über solche Wahrnehmungen zu reden. Manche denken, sie werden für verrückt gehalten, wenn sie z.B. ihre Hand als riesig groß wahrnehmen. Je mehr Wissenschaftskommunikation wir in der wissenschaftlichen Gemeinschaft betreiben, umso mehr sind solche Symptome von Patienten und der Allgemeinheit bekannt und akzeptiert. 

Ich habe das Netzwerk "Chronisch Akademisch" @chron_ac co-gegründet. Es ist ein Netzwerk für behinderte und chronisch kranke Akademiker_innen. Wir sind so eine Art Online-Stammtisch, der sich gegenseitig Rat gibt, aber auch versucht, wissenschaftspolitisch positive Veränderung zu schaffen. 

Ich gehe gern auf 12h Raves in London. Wer mitwill, kann mich gerne antweeten. Sonst spiele ich Bossa-Nova Gitarre. 

Wie sieht dein idealer freier Tag aus? 
Ich gammle mit meinem Freunden im Café am Kanal in London (idealerweise ohne Regen oder Raubüberfall). So sieht mein üblicher freier Tag aber nicht aus. Die meiste Zeit prokrastiniere ich (Kühlschrank auf - nichts drin, Kühlschrank zu, staubwischen, twitter, facebook, email etc.).

Bitte heißt Maria ganz herzlich bei Real Scientists DE willkommen!
*Referenz: Soon, C. S., Brass, M., Heinze, H. J., & Haynes, J. D. (2008). Unconscious determinants of free decisions in the human brain. Nature neuroscience, 11(5), 543-545.

Sunday, September 17, 2017

Wissenschaft mit Dugong - Inga Marie Ramcke ist jetzt bei Real Scientists DE!

Wir freuen uns sehr, euch unsere neue Kuratorin Inga Marie Ramcke (@IngaMarieRamcke) vorstellen zu dürfen! Inga ist reiselustig und wissenschaftsversessen - während des Studiums an der früheren Hochschule für Wirtschaft und Politik in Hamburg gab es Abstecher nach Québec und Singapur, danach verschlug es sie zwischenzeitlich nach Rotterdam und Winchester. Richtig gefunkt hat es dann an der Europa-Universität Flensburg: Dort fing sie an, Umweltbildungsprogramme für Kindergärten und Schulen zu entwickeln und promoviert inzwischen zum Einsatz von Handpuppen in der Nachhaltigkeitsbildung von Kindern. Inga ist Kinderbuchautorin und hat sich der Wissenschaftskommunikation - meistens mit Handpuppe - verschrieben, unter anderem bei Plötzlich Wissen!. Die selbstgebaute Dugong-Handpuppe hat sogar ihren eigenen Twitter-Account (@DugongDilhan)!

(Textinhalte adaptiert von http://www.ploetzlichwissen.de/inga/)


Hier ist Inga in ihren eigenen Worten:


Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Irgendwie ging kein Weg dran vorbei "irgendwas mit Wissenschaft" zu machen, denn  ich habe schon so einiges anderes ausprobiert. Vorher war es immer wieder "irgendwas mit Medien", um es im saloppen Medienjargon auszudrücken. Aber das war für mich inhaltlich meistens unbefriedigend. So kam es, dass ich mich in verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen ausprobiert habe, bis ich jetzt dort bin, wo ich mich inhaltlich am wohlsten fühle. Es ist die Schnittstelle zwischen Lernforschung, fachlichen Inhalten und ein bisschen Kunst, den die Handpuppen so mit sich bringen. Als sehr neugieriger und wissbegieriger Mensch kommt mir das sehr gelegen.


Ich schreibe zum einen Kinderbücher, bei denen der Inhalt recht akribisch aus der wissenschaftlichen Literatur recherchiert ist. Sozusagen Fakten mit Fiktion gepaart (bei mir können Tiere sprechen und Tagebuch schreiben…). Das hat sich aus meinem eigenen Anspruch, gute Arbeit für die "paperunerfahrene" Zielgruppe zu machen,  die natürlich auch ein Recht auf korrekte Infos hat, ergeben. Leuchtende Kinderaugen halten mich eindeutig bei der Stange. Meine Dugong-Handpuppe will immer Knutschen ;) . Das können Kinder fast am besten. Der Bereich Wissenschaftskommunikation hat sich im letzten Jahr über mein Kinderbuchautorendasein hinausgeschraubt. Über Science Slams habe ich wundervolle Kollegen mit gleichen Einstellungen, Arbeitsweisen und Zielen kennengelernt. Deshalb gibt es jetzt ordentliche und gleichzeitig charmante Kommunikation für die Öffentlichkeit mit Julia Schnetzer und André Lampe. Die beiden und auch Reinhard Remford von "Methodisch Inkorrekt"-Podcast sind unglaublich wunderbare Sparrings-Partner in der Wissenschaftskommunikation und ich hoffe, wir können noch viel gemeinsam gestalten. Tolle Kollegen und eine wunderbare Zielgruppe halten mich eindeutig bei der Sache. Das macht auch unheimlich viel Spaß. Was will man mehr?!?

Meine Arbeit ist vor allem sehr abwechslungsreich und dadurch jeden Tag anders. Ich bin tageweise als Autorin auf Lesereise oder mit "Plötzlich Wissen!" auf Deutschlandtour. Da werden Informationen aus erster Hand (literally, da ich mit Handpuppen arbeite… ;) ) weitergegeben. Und es gibt unglaublich viele neue Gesichter zu bestaunen und Geschichten zu erzählen. Dann ist ein sehr großer Teil der Arbeit die Recherche. Das mag ich besonders gern, da mein Themenbereich so vielfältig ist. Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Handpuppen bei der Doktorarbeit involviert für mich auch den Besuch von Theatern und Museen, hat also viel mit Kunst zu tun. Das inspiriert gleichzeitig alle anderen Bereiche und erfreut mich, wenn ich dann am Schreibtisch sitze und mich durch Datenbanken forste und lese, lese, lese. Im Bereich Promotion habe ich schon viel praktisch gearbeitet und stecke nun in der Recherche zu Lerntheorien und Methodenfindung, um erstmal den theoretischen Unterbau glatt zu ziehen und dann wieder in die Praxis zu gehen und Möglichkeiten zu erforschen. Ich halte Kontakt zu anderen Wissenschaftlern aus allen möglichen Bereichen und auch zu vielen Künstlerkollegen, die entweder selbst Autoren oder Handpuppenspieler sind. Da gibt es Atelierbesuche und Teetrinken und Skypen. Und dann wieder Lesen, Lesen, Lesen. Und natürlich viel Schreiben und Zusammenfassen. Und im Bereich Autor dann auch Kontakte zu meiner Agentur, die sich um meine Texte kümmert, so dass meine Geschichten, die aus der Forschung der werten Kollegen erst mit Details gefüllt werden können, am Ende auch als Buch erscheinen. Es hat viel mit Disziplin zu tun, das alles mehr oder weniger nacheinander abzuarbeiten. Aber es bringt mir irre viel Spaß. Und auf den Bühnen bin ich ja in jedem Fall in Begleitung von mindestens einer Handpuppe. Auch die wollen gebaut und "gewartet" werden. Da spielt also sogar noch das handwerkliche Arbeiten mit hinein.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Hauptsächlich interessiere ich mich ja persönlich für meine Arbeit und die Forschung. Das liegt daran, dass ich in meiner Arbeit mit Handpuppen in der Umweltbildung bemerkt habe, dass sich die Kinder auch nach Jahren (einige Klassen habe ich immer wieder gesehen) an die Details und Geschichten erinnern konnten und sich sehr für die Charaktere interessiert haben, mit denen ich unterrichtete. Da gab es zum Beispiel Fritz die Kaulquappe und der hat Unmengen Geschichten aus dem Teich auf Lager und kommt mit vielen Tieren in Kontakt. Wenn Kinder im Grundschulalter auch nach einem Jahr Pause noch Details aus den ökologischen Zusammenhängen parat haben und motiviert und interessiert nachfragen und zusammen mit ihrem neuen Freund, der Kaulquappe, weiterforschen wollen, dann finde ich, dass ist etwas, was uns vor die Füße gelegt und zum Weitermachen serviert wird. Als externe Doktorandin stehe ich da immer wieder vor Herausforderungen und Finanzierungsengpässen, weshalb ich auch die unterschiedlichen Arbeitsbereiche habe, um mich querfinanzieren zu können. Das dauert alles länger als geplant. Aber ich glaube daran, dass über Humor, Handpuppen und Storytelling in dieser immer komplexer erscheinenden Welt nachhaltige Bildung in wunderbarer Variante möglich wird. Und wie genau das mit dem charmanten Medium Handpuppe geht, dafür interessiert sich die Öffentlichkeit sicher auch. Denn die "Sesamstraße" und "Ollis wilde Welt"  kennen sicher einige von euch. Die Formate bringen Spaß und Infos. Also Bildung über Handpuppen, aber der Fernseher trennt die Menschen. Stellt euch vor, was möglich ist, wenn die Handpuppen aus ihrem Leben als Tier oder Forscher erzählen und interaktiv sind. Das geht direkt ins Herz und ist witzig. Geschickt gemacht, kann die Öffentlichkeit davon nur profitieren und vor allem auch Spaß bei der Bildung haben. Humor und Bildung sind für mich ein unschlagbares Team und können sowohl als purer Text als auch mit Handpuppen viel bewirken.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?Ich helfe ehrenamtlich beim Landesjugendring in Hamburg mit und mache dort Stadtführungen zum Schwerpunkt "Swing in Hamburg" während der Zeit des Nationalsozialismus. Was in diesem speziellen Themenbereich angefangen hat, hat sich mittlerweile zu einem Bereich meiner selbstständigen Tätigkeit erweitert, so dass ihr, sofern ihr mal in Hamburg vorbeikommt, gern mit mir durch die Gegend ziehen könnt. Ich mache auch "normale" Führungen.


Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich tanze sehr viel und dabei geht es um Swing-Tänze, also hauptsächlich Lindy Hop, Balboa und Charleston. Und ich würde auch den Besuch von jeglichen privaten und öffentlichen Uni-Bibliotheken dieser Welt dazuzählen. Da ist es manchmal schwieriger raus- als reinzukommen...

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Eine schöne Mischung zwischen Ruhe und Action ist gut. Ich mag kulturelle Veranstaltungen und Natur. Und natürlich meine Freunde. Wenn das alles in einen Tag passt, ohne in Stress zu geraten und mit gutem Essen gekrönt wird, ist es ein idealer freier Tag.


Bitte begrüßt Inga ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, September 10, 2017

Her mit der Kohle - Nicolas Wöhrl ist jetzt bei Real Scientists DE!

Begrüßt mit uns unseren neuen Kurator Nicolas Wöhrl (@icewalker1974)! Als Kind des Ruhrgebiets liegt Nicolas die Kohle im Blut: Er forscht am Center for Nanointegration University-Duisburg (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen an der Synthese und Charakterisierung (nano)strukturierter Kohlenstoffschichten.
Wenn er sich nicht gerade mit kristallinen Strukturen (Diamant-Einkristalle, nanokristalline  Diamantschichten), niedrig-dimensionalen Strukturen (Graphen, Carbon Nanowalls) oder  amorphen Kohlenstoffschichten (a-C, a-C:H) beschäftigt, widmet sich Nicolas der Wissenschaftskommunikation. Zusammen mit Reinhard Remfort  betreibt er einen der erfolgreichsten deutschen Wissenschaftspodcasts „Methodisch Inkorrekt!“, in dem alle zwei Wochen wissenschaftliche Publikationen und Experimente, skurrile China-Gadgets und Musik mit meist wissenschaftlichem Bezug vorgestellt werden. Nicolas ist außerdem Mitbegründer des kuratierten Verzeichnisses von Wissens-Podcasts wissenschaftspodcasts.de und war bereits einige Mal in Funk und Fernsehen zu bewundern, zum Beispiel bei 1, 2 oder 3, Galileo, im WDR Rundfunk oder im Livestream-Kanal von Rocket Beans TV.

Hier ist Nicolas in seinen eigenen Worten: 

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Die Faszination war früh da. Mein Vater ist auch Physiker und er konnte mir meine neugierigen, kindlichen Fragen beantworten. So wollte ich auch sein.



Das Gebiet, in dem ich arbeite, ist eine spannende Mischung aus reiner Grundlagenforschung und anwendungsbezogener Forschung. Die Materialien die wir entwickeln haben großes Potential für beispielsweise Werkzeuge, elektrische Bauteile und der Energietechnik. Die Tatsache, dass unser Forschungsfeld gesellschaftliche Relevanz haben kann ist sehr attraktiv. Die wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen formen unsere Zukunft schon heute.


Die Arbeit ist vor allem vielseitig und abwechslungsreich. Es gibt nicht den einen Arbeitsplatz an dem ich zu finden bin. Ich wechsle zwischen Büro, Laboren, Seminarräumen und Hörsälen. Dazu trifft man auf Konferenzen andere internationale Experten auf dem Gebiet und tauscht sich aus. Jeder Teilbereich ist dabei reizvoll. Es wird gebastelt, geschrieben, gerechnet, geplant, entwickelt, verworfen und geträumt... Das spannendste ist vielleicht, dass die Arbeit in der Forschung ständig in Bewegung ist. Du weißt noch nicht konkret an was Du in 5 Jahren arbeitest. Das empfinde ich als großen Luxus. 




Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?

Ich würde die Frage anders formulieren. Die Öffentlichkeit sollte sich nicht per se für meine Forschung interessieren. Ich sollte mir aber Mühe geben, der Öffentlichkeit meine Themen so zu vermitteln, dass sie diese interessant findet. Das hat mehrere Gründe. Zum einen, weil der Steuerzahler diese Forschung finanziert und daher auch ein Recht hat zu erfahren was wir mit diesem Geld machen. Zum anderen aber weil in der Forschung so faszinierende Geschichten erzählt werden. Wo kommen die Ideen her? Wo sind die Grenzen der technischen Entwicklung? Wie sieht unser Weltbild aus und wo sind seine Grenzen? Welche interessanten Persönlichkeiten sind in Forschung und Wissenschaft? Diese Geschichten sind spannend und sollten erzählt werden.


Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich kommuniziere Wissenschaft gemeinsam mit meinem Freund Reinhard Remfort in unserem Podcast „methodisch inkorrekt“. Alle zwei Wochen erzählen wir dort etwas über aktuelle Forschung. Für uns ist es ganz toll zu sehen wie viele Menschen sich dafür interessieren. 



Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Podcasting (methodisch inkorrekt), Triathlon, Klettern, Schlagzeug



Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Sport und viel Zeit mit den neugierigsten Forschern in meinem Leben: meinen Kindern

 


Bitte begrüßt Nicolas ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, September 3, 2017

Antarktische Temperaturen - Amélie Kirchgäßner ist jetzt bei Real Scientists DE!


Wir freuen uns sehr euch unsere neue Kuratorin Amélie Kirchgäßner (@PolarAmelie) vorstellen zu dürfen! Amélie stammt aus Freiburg, hat in Hamburg Meteorologie studiert und kehrte dann für ihre Promotion zum Einfluss von Klimaveränderungen auf das Wachstum von Buchen in die Heimat zurück. Anschließend ging es wieder nach Hamburg, wo sie sich wie schon vor der Promotion mit dem Klimasystem der Arktis befasste, bevor sie nach Cambridge auswanderte und nicht nur das Land, sondern auch die Hemisphäre wechselte: Beim British Antarctic Survey erforscht sie nun seit 12 Jahren das Wetter und Klima in der Antarktis.

Hier ist Amélie in ihren eigenen Worten:

Ich habe mich in der Schule sehr für Physik interessiert, bin aber auch sehr gerne draußen unterwegs und in der Natur. Von daher lag eine der Geowissenschaften, also quasi Physik im Alltag, oder in der erlebbaren Umwelt, für mich nahe.

In dem Institut, an dem ich mein Studium absolviert habe, wurde auch viel Forschung in der Arktis betrieben. Eine Studentin aus einem höheren Jahrgang hatte Gelegenheit an einer Forschungsfahrt mit der Polarstern teilzunehmen. Ich dachte mir, das will ich auch. Die Polargebiete sind faszinierend, wunderschön, und wissenschaftlich äußerst interessant. Experimentell zu arbeiten, d.h. Messungen zu machen, kann an sich schon eine Herausforderung darstellen. Das ist noch mehr der Fall, wenn man in den Polargebieten arbeitet. So hart das manchmal sein kann, die Leute, mit denen ich arbeite, sind fantastisch, und so macht es dann eben doch Spaß. Ich empfinde es als enormes Privileg, dass mich meine Arbeit in die Polargebiete führt.

Ganz generell gesagt, erforsche ich das Wetter und Klima der Polargebiete. Zum einen interessieren mich Wolken und deren Eigenschaften. Ob sie eher aus Eis oder Wasser bestehen, wieviel oder wie wenig Strahlung sie durchlassen, ob sie über Eis/Schnee oder offenem Wasser sind, hängt oft nicht nur voneinander ab, sondern beeinflusst auch, welche Wirkung sie auf Wetter und/oder Klima haben.
Zum anderen erforsche ich, welche Rolle Föhnwinde in der besonders starken Erwärmung im Bereich der Antarktischen Halbinsel spielen. Meine Arbeit, in beiden Bereichen, beruht auf der Kombination von Flugzeugmessungen und bodennahen Messungen (z.B. Wetterstationen) mit Computermodellen.


Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Zum einen hat die Öffentlichkeit natürlich generell ein Recht zu erfahren, was mit Steuergeldern passiert. Zum anderen sollte sie sich für meine Arbeit speziell interessieren, damit sie an der Debatte darum, wie wir mit unserem Planeten umgehen, oder umgehen sollten, gut bzw. besser informiert teilnehmen kann.
Oder einfach aus purer Wissbegierde.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich engagiere mich als STEM Ambassador, das bedeutet, dass ich mich an Events beteilige, die Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaften begeistern möchten.
Da ich gerne und viel Fahrrad fahre, bin ich so etwas wie Fahrradbeauftragte am BAS.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Oh, das hängt davon ab. Lesen, kreuzworträtseln, im Garten rumwerkeln, ausschlafen, "laufen gehen", radeln oder paddeln.


Bitte begrüßt Amélie ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, August 27, 2017

Totes Holz und Artenvielfalt: Nadja Simons ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns sehr, euch Nadja Simons (@Tritotanus) als neue Kuratorin vorzustellen. Nadja beschäftigt sich mit Artenvielfalt und dem Zusammenspiel von Tier- und Pflanzenarten in Ökosystemen. Sie hat in Oldenburg und Gießen Biologie und insbesondere Ökologie studiert und an der TU München zum Einfluss von Landnutzung auf Anthropoden promoviert. Seither forscht sie als Postdoc am Lehrstuhl für Terrestrische Ökologie an der TU in einem Projekt zu Ökosystemdienstleistungen von Totholz in bewirtschafteten Wäldern.


Hier ist Nadja in ihren eigenen Worten:

Schon während meines Freiwilligen Ökologischen Jahres auf Wangerooge kam ich in Kontakt mit Biologen und hatte Gelegenheit, bei mehreren Forschungsprojekten mitzuhelfen. Am Ende meines Bachelorstudiums in Biologie hatte ich die Gelegenheit, nach Panama auf die Forschungsinsel Barro Colorado Island zu fahren. Die Vielfalt an Forschungsthemen und die Begeisterung der Wissenschaftler für ihre Forschung hat mich sofort angesteckt. Mein weiterer Weg in die Wissenschaft war dann ziemlich geradlinig. Sowohl am Ende meiner Masterarbeit, als auch nach meiner Doktorarbeit hatte ich das Glück, direkt eine neue Stelle an der Uni zu bekommen.  

Zu Beginn meines Biologie-Studiums hatte ich noch keine Ahnung, welche Richtung ich einschlagen wollte. Ich fand die Praktika im Labor genauso spannend wie die Kurse zur Verhaltensbiologie oder die Vorlesungen zur Zoologie und Botanik. Im letzten Semester habe ich einen Kurs zur Biologie und Ökologie von Wildbienen belegt und war sofort fasziniert von der großen Vielfalt an Lebensweisen und Überlebensstrategien. Während meiner Bachelorarbeit merkte ich, dass mir die Arbeit in der Natur am meisten Spaß macht und ich beschloss, mein Studium in Richtung Ökologie zu vertiefen. Auf der Suche nach einem passenden Masterstudiengang fiel mir auf, dass Ökologie an allen Unis zwischen Tierökologie und Pflanzenökologie getrennt war und es nur zwei Unis gab, an denen man beide Bereiche sinnvoll zusammen belegen konnte. Das hat mich sehr überrascht, denn die Interaktionen zwischen Tieren und Pflanzen hatten mich immer besonders interessiert. Am Ende meines Masterstudiums suchte ich nach einem Thema für meine Masterarbeit, bei dem ich sowohl eine tierökologische als auch eine pflanzenökologische Fragestellung bearbeiten konnte und hatte das Glück zwei Betreuer zu finden, die bereit waren, zusammen meine Arbeit zum Einfluss von erhöhtem CO2 auf Pflanzengemeinschaften und Bestäuber zu betreuen. Während der letzten Wochen meiner Masterarbeit stieß ich eher durch Zufall auf eine Stellenausschreibung für eine Doktorarbeit zum Einfluss menschlicher Landnutzung auf Insektengemeinschaften. Ich fand das Thema interessant, aber was mich vor allem überzeugt hat, die Stelle am Ende anzunehmen, war die Tatsache dass ich in einem der größten ökologischen Forschungsprojekte in Deutschland arbeiten konnte. Die Zusammenarbeit mit Wissenschaftler anderer Fachbereiche war dann auch ein ausschlaggebender Faktor für meine Entscheidung, nach der Doktorarbeit in einem neuen Projekt nochmal ein ganz anderes Thema zu bearbeiten.


Seit Mitte 2015 arbeite ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin (Postdoc) in einem interdisziplinären Projekt, das im Rahmen des Förderprogramms „Forschung zur Umsetzung der nationalen Strategie zur Förderung biologischen Vielfalt“ gefördert wird. In der 2011 von der Bundesregierung veröffentlichten „nationalen Strategie zur Förderung biologischer Vielfalt“ wurde als eine Maßnahme vorgeschlagen, das Vorkommen von Totholz nicht nur in Nationalparks und anderen Schutzgebieten, sondern auch in bewirtschafteten Wäldern zu erhöhen. Obwohl bekannt ist, dass es viele Arten (vor allem Insekten und Vögel) gibt, die auf Totholz als Lebensraum angewiesen sind, gab es bisher kaum großangelegte wissenschaftliche Studien dazu, wieviel Totholz für den Erhalt biologischer Vielfalt nötig ist. Dies zu untersuchen, ist ein Aspekt unseres Projektes. Außerdem beschäftigen wir uns mit der Frage, welche zusätzlichen Effekte eine Anreicherung von Totholz auf verschiedene Prozesse im Ökosystem hat, wie Totholz in der Gesellschaft wahrgenommen wird und welche ökonomischen Konsequenzen eine Anreicherung von Totholz im Wirtschaftswald hat. Diese vielfältigen Fragestellungen werden von insgesamt 5 Lehrstühlen bearbeitet. Meine Aufgabe im Projekt ist es, den Einfluss von Totholz auf Ökosystemfunktionen zu untersuchen und die unterschiedlichen Ergebnisse der einzelnen Projektpartner zum Ende des Projektes zusammenzutragen und im Rahmen möglicher Umsetzungs-Szenarien zu vergleichen. Neben meiner Arbeit im Projekt bin ich an unserem Lehrstuhl auch die Lehre eingebunden, das heißt ich halte Vorlesungen, bin bei Praktika und Exkursionen dabei und betreue Bachelor-und Masterarbeiten.


Wir Menschen nutzen die Natur um uns herum täglich und auf viele verschiedene Arten. Dass wir dabei in empfindliche ökologische Systeme eingreifen und dabei oft nicht nachhaltig handeln, ist vielen Menschen bewusst. In der Politik und vielen anderen Bereichen der Gesellschaft wird deshalb nach Lösungen gesucht, wie wir natürliche Ressourcen schonender nutzen können. Damit diese Lösungen auch Aussicht auf Erfolg haben, ist es wichtig zu verstehen, wie sich unsere aktuelle Nutzung auf Ökosysteme und die Artenvielfalt auswirkt.   



Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Während meiner Doktorarbeit war ich für ein Jahr Sprecherin aller Doktoranden an unserem Forschungsdepartment. Die Einblicke in die Hochschulpolitik und Verwaltung waren auf jeden Fall sehr interessant.

Während meiner Freizeit versuche ich mich (meist mit mittelmäßigem Erfolg) als Hobbygärtner auf unserem Balkon. Jede zweite Woche bin ich bei einem deutschsprachigen Stammtisch für Expats, d.h. Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern die aus privaten oder beruflichen Gründen nach Deutschland gekommen sind.


Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
An meinem idealen freien Tag bin ich zusammen mit meinem Mann im Urlaub irgendwo wo es schön warm ist. Nach einem ausgiebigen Frühstück geht es auf Erkundungstour, am liebsten mit einer Wanderung auf einen Berg oder Vulkan. Den perfekten Abschluss des Tages bildet dann ein Abendessen mit lokalen Spezialitäten und ein Spaziergang am Strand im Sonnenuntergang.


Bitte begrüßt Nadja ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, August 20, 2017

Buddeln in der Geschichte - Mirko Gutjahr ist jetzt bei Real Scientists DE!

Mit großer Vorfreude stellen wir euch unseren neuen Kurator Mirko Gutjahr (@DerBuddler) vor!  Mirko hat in Freiburg Archäologie und Geschichte studiert, bevor es ihn nach Sachsen-Anhalt verschlug, wo seither ein Schwerpunkt seiner Arbeit auf Martin Luther liegt. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Stiftung Luthergedenkstätten widmet er sich aber nicht nur der Forschung, sondern ist auch als Kurator für verschiedene Ausstellungen verantwortlich. Das macht Mirko also zu unserem ersten "echten" Kurator! Der Buddelei und der Geschichte widmen sich auch seine beiden Podcasts, Angegraben und Das geheime Kabinett.

Hier ist Mirko in seinen eigenen Worten:

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Bereits als Kind habe ich mit für Archäologie und Geschichte interessiert und alles verschlungen, was ich dazu an Literatur fand. Und ja, zugegeben, war auch Indiana Jones nicht ganz unschuldig an meinem ersten Interesse am Fach Archäologie (so wie manche Astronomen und Physiker durch Star Trek zu ihren Fachbereichen gekommen sind). Tatsächlich wurde mir aber schnell klar, dass die echte Archäologie um vieles spannender ist, als Hollywood glauben macht – es geht um eine der spannendsten Themen überhaupt: unsere eigene Vergangenheit.


Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Bereits in meinem Studium hatte ich festgestellt, dass die Archäologie eine wichtige Quelle nicht nur für die Epochen der Menschheitsgeschichte ohne schriftliche Aufzeichnungen, sondern auch für diese, in denen bereits schriftliche Überlieferungen existieren. In meiner Magisterarbeit griffen dann passender Weise auch historische, bauhistorische sowie archäologische Quellen bei der Beschreibung eines Stadtquartiers im frühneuzeitlichen Konstanz ineinander. Als sich 2006 die Gelegenheit ergab, in Halle bei einer Ausstellung über frühneuzeitliche Funde aus den Wohnstätten Martin Luthers mitzuwirken, ergriff ich die Gelegenheit beim Schopf und bewarb mich. Nach fast 8 Jahren in Halle mit starkem Fokus auf die Frühe Neuzeit und Luther, bin ich 2014 an die Stiftung Luthergedenkstätten gewechselt, wo ich mitgeholfen habe, das Museum Luthers Elternhaus in Mansfeld einzurichten und die letzten drei Jahre mit der Nationalen Sonderausstellung „Luther! 95 Schätze – 95 Menschen“ in Wittenberg als Kurator verbracht habe.

Derzeit bin ich beruflich etwas vom archäologischen Themenkomplex abgekommen und verbringe mehr Zeit mit historischen Fragestellungen zu Martin Luther und seiner Zeit, neben praktischen kuratorischen und didaktischen Aufgaben im Museum. Dennoch war und ist es mir wichtig, dass in unseren Ausstellungen das Thema Archäologie nicht zu kurz kommt.  Die Zusammenschau historischer und archäologischer Quellen ist auch das Thema meiner immer noch im Entstehen befindlichen Dissertation „Die Lutherstadt Mansfeld im 15. und 16. Jahrhundert“. Darüber hinaus arbeite ich (außerdienstlich) an meinem zweiten Lieblingsthema: archäologische Funde aus dem Bereich Magie und Volksglauben.

In der Presse machen natürlich immer die „spektakulären“ Funde die Runde. Die Kernerarbeit der Archäologen, die Auswertung großer Daten- und Fundmengen wäre aber eigentlich genauso wert, vorgestellt zu werden, denn sie verraten uns mindestens ebenso viel die Vergangenheit. Darüber hinaus verdient das Thema „Historische Archäologie“, also die archäologische Erforschung von Zeiten mit reicher Schriftüberlieferung sicher auch eine größere Aufmerksamkeit, lassen sich doch in diesen Vergangenheiten Verhaltensmuster und Denkweisen begegnen, deren Folgen (positiv wie auch negativ) wir bis heute wahrnehmen können.

Zu meinen Aufgaben im Museum gehört natürlich auch Wissens-/und Wissenschaftskommunikation im weitesten Sinne: Bei Fachführungen sowie Fachvorträgen ergibt sich immer wieder die spannende Möglichkeit, mit den Besuchern der Ausstellungen direkt in Kontakt zu treten.

Ich betreibe in meiner Freizeit zwei Podcasts zu archäologischen („Angegraben“) und historischen Themen („Das geheime Kabinett“), letzterer allerdings mit etwas Augenzwinkern. Ach und dann schreibe ich derzeit noch an einem populärwissenschaftlichen Buch über die Frage, wie wir Archäologen denn das finden, was wir finden („Die Spur der Scherben“ erscheint 2018 bei Rowohlt).

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Siehe oben. Wenn ich aber mal aus der dumpfen Stube hinaus will, drängt es mich auch in die Natur, sei es per Rad oder in Wanderschuhen. Gerade die Umgebung von Wittenberg bietet sich mit seiner schönen Landschaft ideal dafür an.


Bitte begrüßt Mirko ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, August 13, 2017

Die Wissenschaft vom Spracherwerb - Laura de Ruiter ist jetzt bei Real Scientists DE!


Wir freuen uns, euch unsere neue Kuratorin Laura de Ruiter (@LEdeRuiter) vorstellen zu dürfen! Laura ist ziemlich herumgekommen: Sie hat unter anderem in Potsdam und Edinburgh studiert und in Nijmegen in Psycholinguistik promoviert. Aktuell arbeitet sie als Postdoc an der Universität Manchester und erforscht Erst- und Zweitspracherwerb, mit einem besonderen Fokus darauf, wie sich das Verständnis komplexer Sätze im Kindesalter entwickelt.

Hier ist Laura in ihren eigenen Worten:

Mein Weg in die Wissenschaft war nicht ganz gerade. Wie so manch eine/r, habe ich im Studium mehrmals meine Haupt- und Nebenfächer sowie die Universitäten gewechselt. Dabei waren: Vergleichende Sprachwissenschaft, Keltologie, Allgemeine und Theoretische Linguistik, Publizistik und Japanologie… Letztendlich bin ich einfach: eine Linguistin. Nach Magister (in Potsdam) und Master (in Edinburgh, Schottland) habe ich am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik (in Nijmegen, Niederlande) promoviert.
Etwas ungewöhnlich ist, dass ich während meines ersten Postdocs die Wissenschaft verlassen habe – ich bin ins Wissenschaftsmanagement gewechselt. Mein wissenschaftlicher Chef wurde Rektor, und hat mich gefragt, ob ich ihn im Rektorat unterstützen wollte. So habe ich ein paar Jahre zunächst im Rektorat der Uni Bielefeld, und später als Projektmanagerin beim TestDaF-Institut (Test für Deutsch als Fremdsprache) in Bochum gearbeitet.
Das war eine wirklich lehrreiche und interessante Zeit, aber: mir hat die Wissenschaft gefehlt! Nach 3 Jahren ging’s zurück, nach Bielefeld und in die Sprachwissenschaft. Und trotz all der Unsicherheit im Jobmarkt und dem “2 body problem” habe ich die Entscheidung bis jetzt nie bereut.



Mein Feld ist der Spracherwerb – das heißt, wie Kinder ihre erste und mögliche weitere Sprachen lernen. Gelandet bin ich in dem Feld eher durch Zufall: Ich wollte unbedingt in Edinburgh studieren, und “Developmental Linguistics” hat mich am meisten angesprochen. Das Jahr dort hat mich enorm geprägt und meine Faszination dafür geweckt, wie wir alle so etwas unglaublich Kompliziertes wie Sprache lernen. Wir kommen auf die Welt, und können so gut wie gar nichts. Und ein paar Jahre später können wir durch Koordination unserer Lunge und unseres Mundes die Luft in Schwingung versetzen und damit Laute produzieren, die das Trommelfell anderer Menschen anstoßen, die dann wiederum die Laute dekodieren und daraus irgendwie ein Bild dessen zusammenstellen, was wir im Kopf hatten. Wir können über Dinge reden und Dinge verstehen, die sich nicht im Hier und Jetzt befinden – Vergangenes, Zukünftiges, Theoretisches. Sprachen unterscheiden sich enorm in ihrer Aussprache und Grammatik. Doch lernen Kinder Sprache relativ mühelos, ob es nun Deutsch, Arabisch, oder Bengali ist. Wie schwierig das eigentlich ist, merken wir erst, wenn wir versuchen, eine Fremdsprache zu lernen…

Ich untersuche sowohl wie Kinder in unterschiedlichen Altersstufen Sprache produzieren, als auch wie sie Sprache verstehen. Ich möchte erfahren, was z.B. ein 3,5-jähriges Kind versteht, und wie sich das von dem unterscheidet, was ein 5- oder 7-jähriges Kind versteht. In meinem aktuellen Projekt benutze ich Experimente, um rauszufinden, wie Kinder komplexe Sätze wie “Bevor er den Rasen mäht, trinkt er eine Tasse Tee” oder “Er springt in das Becken, weil ihm wirklich warm ist” verstehen. Wissen sie, was zuerst passiert? Was beeinflusst, wie sie den Satz verstehen? Hängt es z.B. davon ab, wie gut das Arbeitsgedächtnis ist? Oder wie häufig bestimmte Satztypen in der Sprache vorkommen? Was die Arbeit mit Kindern zu einer Herausforderung macht, aber auch gleichzeitig motivierend ist: Es muss den Kindern immer Spaß machen. Alles muss ein Spiel sein, es darf nicht zu lange dauern, und doch muss ich rausfinden können, was ich rausfinden möchte.

Sprache ist – so weit wir wissen – etwas, das nur Menschen haben. Es ist das wichtigste Kommunikationsmittel. Sprache ist die Grundlage für alles weitere Lernen. Deshalb ist es wichtig, dass wir verstehen, wie Sprache und Spracherwerb funktionieren, was wiederum die Voraussetzung dafür ist, dass wir Kinder in dieser Entwicklung unterstützen können. 



Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich vertrete alle WissenschaftlerInnen mit befristeten Verträgen in unserer Sektion. Das ist vielleicht auf den ersten Blick nicht spannend, aber angesichts der zunehmenden Präkarisierung in der Wissenschaft finde ich es wichtig, unsere Interessen in der Universität zu vertreten.



Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich laufe gerne, vom 10k bis zum Marathon. Beim Laufen höre ich gerne Hörbücher oder Podcasts über Geschichte und Politik. Wenn es die Umstände (Zeit, Infrastruktur) erlauben, dann mache ich auch Triathlon. Tiere und Tierschutz/Tierrechte sind außerdem ein wichtiges Thema für mich, und ich habe mich in der Vergangenheit in verschiedenen Tierschutzprojekten engagiert. Und: Ich lerne gerne Sprachen! Japanisch ist und bleibt eine meiner “Lieblingssprachen”, und ich habe mich gerade für einen Russischkurs an der Uni angemeldet.


Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Obwohl ich eher ein Morgenmensch bin (spät abends kann ich etwas ungenießbar werden…), schlafe ich gerne aus. Wenn ich 9 oder 10 Stunden schlafen kann, bin ich glücklich. Dann ausgebreitet frühstücken, und dabei Radio (gerne eine Doku oder ein politisches Programm) hören. Später dann vielleicht ein Lauf, und danach auf dem Sofa sitzen/liegen, und mich von einer zufälligen Wikipedia-Seite zur nächsten klicken, oder eine neue Sprachlern-App ausprobieren. Wenn mein Mann und ich gerade mal am selben Ort sind, dann liebe ich es, am Abend gemeinsam mit ihm zu kochen und zu essen, und danach zusammen einen Film anzugucken.


Bitte begrüßt Laura ganz herzlich bei Real Scientists DE!





Sunday, August 6, 2017

Schau mir auf den Kortex, Kleines - Jens Foell tweetet für Real Scientists DE!

Diese Woche haben wir entweder etwas Besonderes oder etwas besonders Langweiliges für euch: Dr. Jens Foell (@fMRI_guy), Mitbegründer von Real Scientists DE und langjähriger Mod für das originale, englischsprachige Real Scientists, tweetet über seine Arbeit und sein Leben.

Jens gibt eine Präsentation im Rahmen von TEDxFSU

Jens hat an der Uni Tübingen Psychologie studiert und danach am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit geforscht, was in einen Doktorgrad der Neuropsychologie von der Uni Heidelberg mündete. Derzeit lebt er seit einigen Jahren in Florida und arbeitet an der Florida State University weiter im Bereich der Neuropsychologie und des Neuroimaging.

Hier ist Jens in seinen eigenen Worten:

Eine Methode zieht sich wie ein roter Faden durch meine Forschung: die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT/fMRI), mit welcher sich Hirnaktivität sichtbar machen lässt (daher auch mein Twitter-Name @fMRI_guy). Mit diesem Instrument habe ich in Mannheim untersucht, wie sich eine simple Therapieform auf die kortikale Organisation von Phantomschmerzpatienten auswirkt. In Florida versuche ich vor allem herauszufinden, wie Aggression/Impulsivität und Angst im Gehirn funktionieren.

Nach Florida hat es mich vor allem gezogen, weil ich Erfahrungen in einem anderen Land und in einem anderen Themenbereich sammeln wollte. Zudem hat sich herausgestellt, dass der Bereich der Wissenschaftskommunikation in den USA besser ausgebaut und oft zugänglicher ist, als das in Deutschland der Fall ist.

Jens als Gast bei This Week In Science


Interessiert hat mich die Kommunikation von Forschungsergebnissen an die Öffentlichkeit schon immer, und ich habe an der Mannheimer Abendakademie immer gerne Kurse zum kritischen Denken und der wissenschaftlichen Methode gehalten. Seit ich vor ein paar Jahren Twitter für mich entdeckt habe, bin ich dabei noch aktiver geworden und freue mich immer über die Gelegenheit, meine Forschung und die von anderen näher an die Gruppe zu bringen, die ja schließlich auch die ganze Arbeit bezahlt: nämlich die interessierte Bevölkerung. Die Krönung meiner Versuche, die Distanz zwischen Forschung und Öffentlichkeit zu verringern, ist ganz klar der @realsci_DE Account. Es ist für mich eine große Freude, den Account zu leiten und diese Woche selbst als Kurator zu fungieren :)

Meine Forschungsarbeit selbst macht mir ebenfalls einen Riesenspaß. Ich bin in der glücklichen Lage, an mehreren Themen gleichzeitig arbeiten zu können und dabei mehr und mehr über die Forschungsmethoden zu lernen, die dafür relevant sind. Manchmal geht es dabei um grundsätzliche neurale Prozesse, die notwendig sind, langfristig mehr über das Gehirn zu lernen. Ein andermal geht es darum, handfeste Ergebnisse zu erzielen, z.B. in der Schmerztherapie oder der Entwicklung von Prothesen.

Ich freue mich sehr darauf, euch mehr von meiner Arbeit zu erzählen. Wir sehen uns online!

Bitte begrüßt Jens ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, July 30, 2017

Das Sozialleben von Bakterien - Charlotte Wermser ist jetzt bei Real Scientists DE!


Wir freuen uns sehr, euch heute Charlotte Wermser (@CWermser) als neue Kuratorin vorstellen zu dürfen! Charlotte ist Doktorandin am Institut für molekulare Infektionsbiologie in Würzburg. Sie studierte Biomedizin an der Universität Würzburg mit Forschungsaufenthalten in Ljubljana/Slowenien und Braunschweig. In ihrer Arbeit erforscht sie komplexe Gemeinschaften von Bakterien, sogenannte Biofilme - natürlich immer mit dem hehren Ziel, dass mit den Erkenntnissen eines Tages Infektionen behandelt werden können. 



Es wird also faszinierende Einblicke in die Welt der Zellen und Bakterien geben, und wir sind schon sehr gespannt. Hier ist Charlotte in ihren eigenen Worten:


Das Interesse an der Wissenschaft hat bei mir mein hervorragender Biolehrer während eines Austauschjahres in den USA geweckt. Ich habe dann ein Studium gesucht, das den Schwerpunkt auf der medizinischen Forschung hat – daher habe ich mich für „Biomedizin“ an der Uni Würzburg entschieden. Im Studienplan waren auch einige längere Laborpraktika vorgesehen und ich habe gemerkt, dass mir die Laborarbeit einfach total Spaß macht und mich richtig fesselt. Als ich nach meiner Masterarbeit eine Stelle als Doktorandin angeboten bekommen habe, habe ich nicht lange gezögert. Ich wusste, dass ich die Erfahrung machen wollte mich in ein Projekt über Jahre hereinzufuchsen.

Mir hat an der Mikrobiologie gefallen, dass man in den meisten Fällen schnell Ergebnisse sieht – die Bakterienkultur wird morgens angesetzt und nach ein paar Stunden hat man genug Material für seine Experimente. Bakterien sind vom Aufbau der Zelle natürlich viel simpler als menschliche Zellen. Deshalb können wir Fragestellungen bearbeiten, die sich an anderen Zellen (noch oder so) nicht erforschen lassen. Wir arbeiten viel damit Zellen genetisch zu verändern um mehr über die Funktion von einzelnen Genen zu erfahren, das ist noch immer einer meiner liebsten Arbeitsschritte, weil es fast etwas Handwerkliches hat. 


Ich beschäftige mich mit dem Sozialleben von Bakterien. Die schwimmen nämlich meist nicht für sich alleine rum, sondern bilden „Biofilme“ – ziemlich komplexe, organisierte Gemeinschaften. Die sind unheimlich spannend zu erforschen, weil sich die Bakterien da drin fast so verhalten wie ein multizellulärer Organismus. In Biofilmen findet man eine Miniaturwelt mit Verteidigungsstrategien, Abfallentsorgung, Bauunternehmen etc.. Aber Biofilme sind nicht nur faszinierend und oft schön anzugucken, sondern auch ein Problem für die Medizin und Industrie. Es wird immer klarer, dass wir für die Behandlung von Infektionen nicht nur einzelne Bakterien bekämpfen müssen, sondern auch spezielle Strategien gegen Biofilme brauchen. Ich schnüffele also im Sozialleben der Bakterien herum um Möglichkeiten zu finden wie diese Strategien aussehen könnten.

Die Mikrobiologie hat das Glück, dass Begriffe wie „Mikrobiom“ oder „Antibiotikaresistenz“ eh in aller (oder zumindest vieler) Munde sind. Von ersterem wird viel medizinischer Fortschritt erwartet in den nächsten Jahren und mit letzterem werden wir uns wohl noch ziemlich herumplagen. Biofilme bergen die Gefahr das Problem der Antibiotikaresistenz noch zu verschlimmern und nehmen daher an Relevanz zu. Andererseits können sie richtig eingesetzt auch nützlich sein, etwa in der Abwasserreinigung oder Bodensanierung. Aber die Mikrobiologie hat eben noch ganz andere spannende Bereiche zu bieten und wird da oft unterschätzt. Ohne Grundlagenforschung in der Mikrobiologie, hätten wir beispielsweise CRISPR/Cas, den Hoffnungsträger der Gentherapie, nicht entdeckt.

Ich habe viele Jahre Basketball gespielt, aber zu Beginn der Doktorarbeit aus Zeitmangel und wegen einer Verletzung aufgehört. Wenn ich einen großen orangen Ball sehe, juckt es mich trotzdem noch immer in den Fingern. Seit letztem Jahr bin ich als Science Slammerin aktiv. Der erste Slam war eine große Herausforderung und der Zeitaufwand ist noch immer groß, aber ich bin ein bisschen süchtig danach geworden. Schaut euch einfach mal einen Slam an, wenn es sich ergibt, vielleicht packt euch das Fieber ja auch!

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Erst einmal ausschlafen (hat hier schon irgendjemand gesagt, dass er/sie ganz früh aufstehen möchte?) und gemütlich frühstücken. Tagsüber dann irgendetwas draußen machen, z.B. wandern, eine Radtour oder einfach nur in der Sonne liegen. Abends würde ich gemeinsam mit Freunden kochen und dann bis in die Nacht Brettspiele spielen (Mein Tipp: Union Pacific, sehr abwechslungsreich und nicht nur etwas für Amerika- oder Eisenbahnfans. Für Fans von Kartenspielen empfehle ich „Dead Man’s Draw“, eine mehr als gelungene Adaptation einer iOS App) 





Bitte heißt Charlotte ganz herzlich bei Real Scientists DE willkommen!

Sunday, July 23, 2017

Einblick in die Palliativmedizin - Annette Nijjar ist jetzt bei Real Scientists DE!

Wir freuen uns außerordentlich, euch heute Annette Kristina Nijjar (@annij12) als neue Kuratorin vorstellen zu dürfen! Annette ist Ärztin in der Palliativmedizin an der University of Minnesota in Minneapolis (in Annettes eigenen Worten: "wie es ein Freund mal so schön gesagt hat: 'Da sieht man mal, dass es auch am Arsch der Welt richtig schön sein kann'").
Annette ist nicht die erste Medizinerin hier bei Real Scientists DE, aber die erste Kuratorin aus dem Bereich Palliativmedizin und Medizinethik. Wir freuen uns sehr darauf zu hören, was sie uns aus diesem Feld zu berichten hat.



Erfahrt mehr über Annette hier in ihren eigenen Worten:

Für mich war es schon immer schwierig zu entscheiden, was mich jetzt eigentlich mehr interessiert als (fast) alles andere. Besonders in den Bereichen der Geistes- und Naturwissenschaften. Für eine ganze Weile sah es so aus, als würden ich bei den Geisteswissenschaften landen, aber dann habe ich gemerkt, dass ich dann doch nicht ohne Naturwissenschaften kann. Dieses Gefühl etwas wirklich verstanden zu haben, Schritt für Schritt nachvollziehen zu können, und es dann am besten noch in ein größeres System einzufügen, macht Lust auf mehr. Und mein kleines Abiturientenhirn dachte sich dann, dass Medizin doch prima wäre, weil irgendwie alles drin steckt. 

Ich habe in der Inneren Medizin angefangen. Allerdings hat mir dort immer etwas gefehlt. Ich hatte oft das Gefühl, bestimmten Werten, Erwartungen des Systems usw hinterherzurennen. Absurd war, dass ich die Patienten dabei oft eher als Störfaktor wahrgenommen habe. DIe Palliativmedizin ist einer der wenigen Bereiche in der Medizin, wo wir den Luxus haben, uns Zeit mit den Patienten und ihren Familien zu nehmen. Wir konzentrieren uns auf das, was dem Patienten selbst wichtig ist, auf seine Ziele und Hoffnungen. Und das ist unglaublich befriedigend. Ich bin zum Beispiel jedesmal total happy, wenn ich einen Eisbecher als durchaus gesunde Mahlzeit empfehlen darf, und sich Erwachsene dann triumphierend darüber freuen.  

Ich habe das Glück, in einem super Team arbeiten zu dürfen. Wir treffen uns jeden morgen und besprechen alle unsere Fälle. Danach verbringen wir viel Zeit mit unseren Patienten - und leider auch sehr viel mit Dokumentation am Computer. Wir betreuen Patienten mit schweren, oft lebensbedrohlichen Erkrankungen. Die drei Bereiche, die wir abdecken, sind die Symptomkontrolle (Schmerzen, Übelkeit, Juckreiz usw), psychologische Unterstützung und Vorausplanung der Behandlung. 

Krankheit, Sterben und Tod gehen jeden etwas an. Gerade in einer Zeit, in der Gesellschaften altern, ist es hilfreich, sich gelegentlich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Und oft kann ein relativ kurzes Gespräch einen echten Unterschied machen.


Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Früher wäre das ganz klar meine Geige gewesen, und Reisen. Jetzt ganz klar abgelöst von meinen zwei Kindern. Das Erstaunlichste am Elterndasein war bisher, dass man doch irgendwie in jedes Klischee tappt. Nur dass man es auf einmal versteht, was die Leute immer gemeint haben. 

Wie sieht dein idealer freier Tag aus?
Erstmal gemütlich ausschlafen, dann Frühstück mit frischen Brötchen. Und natürlich einem Haufen guten Kaffee. Dann mit den Kindern und Freunden an den See und den Tag einfach so dahinplätschern lassen, den Blättern im Wind zuschauen, gelegentlich zum Abkühlen ins Wasser...

Bitte begrüßt Annette ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, July 16, 2017

Die Furcht an sich verstehen - Jan Haaker ist jetzt bei Real Scientists DE!

Wir freuen uns sehr, euch heute Jan Haaker (@janhaaker) als neuen Kurator vorstellen zu dürfen! Jan ist Arbeitsgruppenleiter (und eigentlich Apotheker) am Institut für Systemische Neurowissenschaften, Uniklinikum Hamburg-Eppendorf. Dort untersucht er, wie Furchtreaktionen und Furchkonditionierung im Gehirn funktionieren.

Erfahrt mehr über Jan, hier in seinen eigenen Worten:

Ich war schon immer von Forschung und Forschern/innen fasziniert. Außerdem waren Chemie und Neurotransmitter immer interessant für mich. Die Entscheidung für mich Pharmazie zu studieren kam als ich Zivi war (Dank meiner beiden Chefs!). Aber ich konnte mir nicht vorstellen, Apo
theker zu werden. Im Studium war dann klar, dass ich nicht für die Apotheke gemacht bin. Dann konnte ich als Hiwi und später als Forschungspraktikant in die Wissenschaft reingucken und wusste, dass ich hier richtig bin. Ich hab dann meinen Prof. für Pharmakologie gefragt, ob man vielleicht erst einmal ausprobieren sollte, ob man promovieren kann und möchte. Er hat gesagt: “ Die Promotion ist ein Abenteuer, in das man direkt wie ins kalte Wasser rein springen muss”. Dann bin ich gesprungen.

Ich arbeite in der Grundlagenforschung von Furchtreaktionen im Menschen (wir nutzen vor allem Furchtkonditionierung). Dabei kombiniere ich Pharmakologie mit neurowissenschaftlichen Methoden (funktionelle Magnetresonanztomographie, fMRT).
Dass ich im Feld der Pharmakologie arbeite, ist ganz klar mein Interesse, welches auch schon bestimmend für mein Pharmaziestudium war.
Dass ich in den Neurowissenschaften mit dem Thema Angst und Furcht gelandet bin, ist dann teilweise Zufall. 
Im Studium habe ich als Hiwi in der pharmazeutischen Chemie gearbeitet. Durch einen Zufall war ich dann für ein Forschungspraktikum in einem neurowissenschaftlichen Labor im Ausland, welches den Einfluss von frühkindlicher Trennung auf Neurotransmitter im Tiermodell untersucht hat. Ich war total verblüfft, dass solche negativen Erfahrungen eine Auswirkungen auf die Balance der Neurochemie hat. Damit war direkt mein Interesse an negativen Emotionen im Feld der Neurowissenschaften geweckt. Zur Promotion habe ich mich dann bei zwei Laboren beworben, die beide Furcht und Angst neurowissenschaftlich untersuchen: Im Menschen am Uniklinikum Hamburg und im Tiermodell an der Uni Münster. In Hamburg konnte ich dann früher anfangen und so bin ich im Feld gelandet.
Später habe ich die Tierforscher aus Münster wieder getroffen und wir haben zusammen ein translationales Projekt in Mensch und Maus gemacht. Diese Verbindung war eine großartige Erfahrung und ich arbeite heute noch mit den Leuten zusammen.
Mich hält es im Feld, dass ich immer noch neue Sachen lernen kann. Am Anfang als Doktorand waren die psychologischen Konzepte für mich Neuland, heute sind die neuen Analysemethoden im fMRT eine Herausforderung, die Spass macht. Aber auch die erwähnte Translation ist spannend. Wir untersuchen einen sehr grundlegenden Prozess (Furchtkonditionierung), der z.B. in Meeresschnecken, Ratten, Mäusen, Affen und Menschen funktioniert. 
Ein interessanten Ansatz aus einem Tiermodell in den Menschen zu übertragen, finde ich sehr spannend!

Meine Arbeit beschäftigt sich mit der Psychopharmakologie von 2 Prozessen:
 1) wie man Furchtreaktionen von anderen Menschen lernt (durch Beobachtungslernen) und
 2) wie man Angst wieder “verlernt” (Furcht-Extinktion). 
Beides sind wichtige Prozesse: 1) Wir lernen nicht alles aus eigenen Erfahrungen, sondern auch durch die Beobachtung der Erlebnisse von anderen. Gerade das Miterleben von negativen Ereignissen (z.B. eine Person ,die vom Hund gebissen wird, oder einen Unfall hat) löst dann auch bei uns selbst in ähnlichen Situationen Furcht aus. Und das ist gut so! Wir brauchen die Furcht, um uns zu schützen. Leider wissen wir nicht, welche Neurotransmitter dabei eine Rolle spielen. Beim Lernen aus eigenen negativen Erfahrungen ist das schon eher klar, beim sozialen Beobachtungslernen gibt es keine pharmakologischen Studien (noch nicht!).
2) Die Furchtreaktionen in Situationen wieder zu reduzieren, die sicher sind, ist ebenfalls eine wichtige Eigenschaft. In einer Verhaltenstherapie ist dies ein wichtiger Inhalt: Sicherheit lernen zu Objekten, die eigentlich Furcht, Angst oder Panik auslösen. Es gibt schon pharmakologische Forschung, wie man diese Prozesse verbessert werden können. Beispielsweise habe ich mich in meiner Doktorarbeit damit beschäftigt, wie man mit Dopamin diese Lernprozesse verbessern kann. Hier gibt es aber auch noch Forschungsbedarf, um vielleicht ein Medikament zu entwickeln, welches die Psychotherapie von Angsterkrankungen verbessert, ohne nur die Symptome zu unterdrücken (wie z.B. Benzodiazepine).
Im Alltag besteht meine Arbeit als frisch gebackener Arbeitsgruppenleiter einerseits daraus, die Studien von meinem (Megamäßigen)-Post-doc mit zu planen und die Ergebnisse zu besprechen. Andererseits versuche ich, eigene Daten, Ideen und Hirngespinste in Publikationen, Anträge oder den Papierkorb zu befördern. Und dann ist natürlich auch noch ein Anteil administrativer “Kram”. Es wird also nicht langweilig!

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Ich denk eher anders herum: Was ist meine Motivation, meine Forschung der Öffentlichkeit zu präsentieren?
Meiner Meinung nach sollte man seine Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit in einer gewissen Dosis zugänglich machen. Schließlich wurden wir durch Steuergelder finanziert. 
Ich denke auch, dass die Forschung, die wir hier machen, ein gewisses Interesse für die Öffentlichkeit besitzt. Jeder von uns kennt die Situationen, in denen wir Angst haben. Es ist vielleicht deshalb interessant zu hören, wie Furcht und Angst so “funktionieren”. 

Zur Zeit bin ich Mitglied in einem wissenschaftlichen Netzwerk der DFG, welches von meiner Kollegin Tina Lonsdorf (wir teilen uns das Büro) geführt wird. Hier treffen sich Forscher aus Europa, die alle Furchtkonditionierung als Methode benutzen. Es war spannend zu sehen, wie unterschiedlich es doch praktisch gemacht wird. Gerade in der Sicht der "Replication crisis” wird es immer wichtiger, sich über Methoden auszutauschen. Nicht immer einfach, aber man lernt unheimlich viel und es lohnt sich, wenn man am Ende Probleme erkannt hat.

Ich interessiere mich für graphic-design in unterschiedlichsten Formen. Das ist vielleicht kein interessantes Hobby, aber ich habe viele Schultage damit verbracht, vor mich hin zu malen und Graphiken “zu machen”. Das ist heute noch immer so, auch wenn die Zeit dafür immer knapper wird. 

Wie sieht dein idealer freier Tag aus?
Das kann unterschiedlich sein, vielleicht früh aufstehen und bei super Wetter mit der umwerfenden Frau an meiner Seite (und ihrem Auto) an die Ostsee fahren.
In Hamburg gehört zu einen guten freien Tag mit dem Rad losfahren, eine Platte kaufen, nach Hause, Kaffee machen, Musik hören und auf dem Balkon n paar Leuten zugucken.  

Bitte heißt Jan ganz herzlich bei Real Scientist DE willkommen!

Sunday, July 9, 2017

Das Licht am Ende der Zelle - Stephanie Kainrath ist jetzt bei Real Scientists DE!

Es ist uns eine außerordentliche Freude, euch unsere neue Kuratorin Stephanie Kainrath (@OptoVaris) vorzustellen. Stephanie ist Doktorandin am Institute of Science and Technology Austria (IST Austria) in Klosterneuburg bei Wien. Stephanies Forschungsbereich ist ebenso jung wie spannend: in der Optogenetik wird Licht eingesetzt, um Zellen zu beeinflussen - ein Wissenschaftsgebiet, das Physik, Biologie  und Medizin miteinander kombiniert. Wir sind sehr gespannt auf den Einblick, den uns Stephanie diese Woche in diesen Bereich bieten wird.
Hier ist Stephanie in ihren eigenen Worten:


Ich war eigentlich schon als Kind begeisterte „Forscherin“. Das ist sicherlich unter Anderem meiner Großmutter zu verdanken, mit der ich in meiner Kindheit sehr viel Zeit verbracht habe, und die mir geduldig all meine Fragen zu Pflanzen und Tieren in Garten und Wald beantwortete. Und wenn sie das mal nicht konnte, dann haben wir gemeinsam in Lexika und Sachbüchern nachgeschlagen. Damals begann meine große Faszination für Insekten, vor Allem Schmetterlinge, deren Raupen ich gesammelt und aufgezogen habe, um die Metamorphose zu beobachten. Dieser Prozess hat mich jahrelang zutiefst fasziniert und ich habe als Kind dann versucht, herauszufinden wie das überhaupt funktioniert, lange bevor ich überhaupt wusste, was Zellen und Moleküle sind. Erklärungen durch Erwachsene und diverse Schul- und Sachbücher empfand ich als höchst unbefriedigend, weil sie immer zu vage, zu oberflächlich blieben. Im Laufe der Zeit hat sich so aber jedenfalls immer mehr herauskristallisiert, dass ich einfach wissen will „wie“ Dinge funktionieren, und zwar in einem sehr, sehr kleinen Maßstab. Dennoch – oder vielleicht auch deswegen - hab ich nach der Matura (Abi) zuerst begonnen, Physik zu studieren. Vielleicht auch nicht ganz unbeeinflusst durch meine Lieblings-Buchserie „His Dark Materials“ von Philip Pullman. Aber nach einem Jahr Physikstudium in Wien habe ich gemerkt, dass es doch nicht das richtige für mich ist – langfristig bereitete es mir zu viel philosophisches Kopfzerbrechen und lange schlaflose Nächte, mich mit den unendlichen Weiten des Universums oder der so unfassbar kleinen Welt der Quantenphysik zu beschäftigen. Daher habe ich mich einem kleinen, aber nicht subatomar-winzigen Aspekt der Naturwissenschaften zugewandt – der Molekularbiologie, und mein Studium gewechselt. Für mich war sofort klar, wenn ich etwas „biologisches“ mache, dann was in Richtung Medizin, speziell Krebsforschung hat mich interessiert, da ich einige Erkrankungen in meinem Umfeld und meiner Familie miterlebt habe und diese Krankheit besser verstehen wollte. Mittlerweile bin ich PhD Student und habe somit erfolgreich meine Lieblingsbeschäftigungen – Fragen stellen, Neues lernen, kreativ sein und Probleme lösen – zu meinem momentanen Beruf gemacht.
Im Studium habe ich sämtliche Zellsignalwege leidenschaftlich gehasst, da es nur um stupides Auswendiglernen von Abbildungen und Abkürzungen ging (ich sage nur MAP-Kinase-Kinase-Kinase und ähnlich großartige Namen). Ich wollte am Liebsten möglichst wenig damit zu tun haben, aber es kommt ja meistens anders als man denkt. 2014 entdeckte ich ein spannendes Paper, wo Forscher einen Zellsignalweg so verändert haben, dass man ihn mit Licht kontrollieren konnte. Säugetierzellen die auf Licht reagieren, so wie man es sonst nur von Pflanzen oder Bakterien kennt? Prozesse die bei Krebs eine Rolle spielen, wie Wachstum und Migration, mit Licht zu steuern und erforschen? Das ganze Prinzip hat mich zutiefst fasziniert. Und durch Zufall entdeckte ich zwei Wochen später eine Ausschreibung für eine Masterstelle für ein Kollaborationsprojekt genau jener zwei Gruppen, von denen das Paper stammte. Also habe ich mein Glück versucht, mich beworben und bin schließlich in der Arbeitsgruppe „Synthetische Physiologie“ am IST Austria gelandet.
Beim Einlesen in die Literatur zu meinem Thema bemerkte ich sofort, dass es - wenig überraschend - viel einfacher ist, sich all die Signalwege zu merken, wenn man auch die Hintergründe und Zusammenhänge dazu hat. Dazu hat im Studium in den Vorlesungen die Zeit nicht gereicht, und auch Lehrbücher waren meist nur unbefriedigende Zusammenfassungen und nicht in der Lage ein „Bigger Picture“ zu vermitteln. Erst durch Eintauchen in die Primärliteratur konnte ich wirklich wertschätzen, wie faszinierend und komplex die Kommunikation zwischen und innerhalb von Zellen ist. Gleichzeitig beschäftigte ich mich mit Fragen aus der Physik – eben der Optik, und den Wechselwirkungen zwischen Licht und biologischen Systemen. Und so hat mich der Zufall genau da hin geführt, wo ich am Besten aufgehoben bin: eine Schnittstelle zwischen Physik, Molekularbiologie und Medizin, jener drei Bereiche die mich eigentlich immer schon am Meisten interessiert haben.
Einer der Aspekte an meiner Arbeit im Allgemeinen und meinem Arbeitsplatz im speziellen, den ich am allermeisten schätze, ist die Freiheit, einfach nur „ich“ zu sein und keine Vorschriften über mein Aussehen oder meine Kleidung gemacht zu bekommen. Ich habe seit ein paar Jahren immer wieder mal eher ausgefallene Haarfarben, die sogar ein bisschen zu meinem Erkennungsmerkmal geworden sind. Aber dazu gibt es eine eigene Geschichte, die ich im Laufe der Woche noch erzählen will :-)
Ich beschäftige mich mit der Entwicklung und Anwendung von Methoden, Zellsignale durch Licht zu manipulieren, um sie besser zu verstehen. Optogenetik bedeutet im Prinzip, dass man mit Gentechnik bestimmte Komponenten in Zellen umbaut oder ersetzt, so dass diese fortan auf sichtbares Licht reagieren. Der große Vorteil von Licht ist, dass man es mit hoher zeitlicher und räumlicher Präzision anwenden kann – man denke dabei an einen Laserpointer, den man durch einen Knopfdruck ein- oder ausschalten, und sehr präzise auf ein Ziel richten kann, und stelle sich nun vor, dass man so zum Beispiel in einem komplexen Gewebe nur eine einzelne Zelle für einen kurzen Moment aktiviert, und den Effekt auf die umliegenden Zellen beobachtet. Mit konventionellen (pharmakologischen) Methoden ist das nicht möglich. In den Neurowissenschaften kann man so zum Beispiel einzelne Nervenzellen so umbauen, dass man sie mit Licht aktivieren oder inhibieren kann, was unter Anderem dabei hilft die Aufgaben bestimmter Areale im Gehirn zu erforschen, und wie diese miteinander vernetzt sind. Der Bereich der Optogenetik, in den meine Arbeit fällt,  wird manchmal mit dem Zusatz „Non-neuronal“ bezeichnet, um sich von diesem großen (und bekannteren) Feld abzugrenzen. Wir beschäftigen uns nicht mit der Kommunikation zwischen Nervenzellen, sondern allen möglichen anderen Zelltypen, oder aber auch innerhalb der Zelle selbst.
Besonders interessant ist das natürlich unter dem Aspekt dass Krebszellen grundsätzlich dieselben Signalwege wie gesunde Zellen verwenden. Degenerative Erkrankungen resultieren auch oft aus einem Ungleichgewicht zwischen verschiedenen Zellsignalen. Zu verstehen, wie diese komplexen Kommunikationsnetzwerke zwischen Zellen und ihrer Umwelt, und innerhalb der Zelle selbst, funktionieren, kann uns also auch dabei helfen die molekularen Ursachen von Krankheiten besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu finden. Ein kürzlich abgeschlossenes Projekt dass ich während meines Masterpraktikums begonnen habe, habe ich hier in einem Interview noch ein wenig genauer erklärt.
Kurz gesagt: Meine Arbeit ist in einem sehr neuen, hochaktuellen Forschungsfeld, das unheimlich viele interessante und interdisziplinäre Berührungspunkte hat, und gleichzeitig einen guten Einblick in die Grundlagen der Zellbiologie bietet. Genau das hoffe ich während meiner Zeit als Kurator für Real Scientists DE auf Twitter auch zu vermitteln :-) Mir persönlich ist es sehr wichtig, dass die Leute verstehen, was im Forschungsalltag ganz allgemein so vor sich geht. Ich merke das vor Allem bei der Kommunikation mit meiner Familie und Bekannten, die fast ausschließlich aus nicht-wissenschaftlichen, nicht-medizinischen Berufen kommen. Abgesehen davon, dass es für sie schwer vorstellbar ist, was ich im Alltag so mache, ist es manchmal auch schwer zu verstehen „warum“. Wobei ich ja durch meinen Bezug zur Krebsforschung (Buzzword!) auch da ein bisschen einen Vorteil habe. Aber mein Feld hat ja auch Berührungspunkte mit Entwicklungsbiologie und anderen Disziplinen der Grundlagenforschung. Und all diese Arbeit, deren „Sinn“ oder „Ziel“ oft nicht so direkt ersichtlich ist, wird ja Großteils von Steuergeldern finanziert. Mir ist es enorm wichtig, dass die Leute verstehen, warum wir diese Arbeit machen und warum sie wichtig ist, und dass wir nicht einfach in unserem „Elfenbeinturm“ Steuergeld verbrennen.
Was Wissenschaftskommunikation betrifft, beschäftige ich mich mal hier, mal da, mit verschiedenen Ansätzen, Formaten und Medien. Zum Beispiel habe ich vor zwei Jahren beim von Florian Freistätter (Astrodicticum Simplex) ausgerufenen Scienceblogs-Schreibwettbewerb mitgemacht (Link). Letztes Jahr habe ich mich zum ersten Mal an Wissenschaftskommunikation mit Kindern versucht, als ich beim „Sommercampus“ vor Kindern im Volkschulalter als „Rolemodel in Science“ dienen durfte. Wir haben am Institut auch so eine interne, interdisziplinäre Seminarreihe, bei der ich letzten Herbst mein Projekt vor einem gemischten Publikum vorgestellt habe und versucht habe, es auch Nicht-Biologen verständlich zu machen. Und zuletzt habe ich eben meinen Twitter-Account gestartet, um wieder ein bisschen aktiver Wissenschaftskommunikation zu betreiben. Einen Blog zu starten und regelmäßig zu schreiben ist eine Idee, die mir immer wieder mal im Kopf herum spukt. Mein persönliches Ziel in dieser Woche ist es auch definitiv, ein bisschen Feedback einzuholen was an meiner Arbeit und meinem Feld die Leute (vor Allem Nicht-Wissenschaftler) interessieren könnte, und worüber ich vielleicht in Zukunft in so einem Format schreiben könnte. Die größte Herausforderung für mich ist dabei, dass mein Studium fast komplett auf Englisch war, und ich auch im Arbeitsalltag nur Englisch spreche. Wissenschaftskommunikation auf Deutsch ist daher nochmal eine eigene Hürde für mich, aber ich freue mich auf die Herausforderung!
An unserem Institut habe ich dieses Jahr das „Young Scientist Symposium“ mitorganisiert. Da wir ein Multi-Disziplinäres Institut sind (derzeit sind Computerwissenschaften, Mathematik, Physik, Neurowissenschaften und Biologie hier vertreten), stehen wir dabei jedes Jahr vor der interessanten Herausforderung,  zunächst ein Thema zu finden, das alle Disziplinen anspricht, und dann Sprecher zu finden, die nicht nur zum Thema passen,  sondern im Idealfall auch ihre Forschungsinhalte so vermitteln können, dass die Leute aus den anderen Feldern es auch verstehen. Es war eine spannende Erfahrung, das Symposium auf die Beine zu stellen! Da ich mich auch hobbymäßig mit Graphic Design beschäftige, übernehme ich auch gerne das Posterdesign für derartige Veranstaltungen hier am Campus, zuletzt für ein Charity Konzert.
Ich erfülle ein sehr österreichisches Klischee, indem ich wahnsinnig gerne Wintersport betreibe - ich liebe Skifahren, Snowboarden und Eislaufen. Seit letztem Herbst habe ich nun auch wieder angefangen zu rudern (nachdem ich vor 10 Jahren Verletzungsbedingt aufgehört hatte). Eine wirklich tolle Sportart, die durch ihren Rhythmus und Eleganz des Bewegungsablaufes besticht. Mir hilft es besser als jeder andere Sport, einfach mal „abzuschalten“ und den Kopf von Sorgen und Alltag freizubekommen, gerade weil man sich sehr auf Technik, Körperhaltung und Rhythmus konzentrieren muss. Und im Gegensatz zu Laufen oder Radfahren ist es auch bei wirklich heißen Temperaturen am Wasser durchaus erträglich. Momentan versuchen wir im Verein eine Damen-8er Mannschaft aufzustellen, und ich versuche mindestens 2, besser 3 mal wöchentlich beim Training zu sein.
Sonstige Freizeitbeschäftigungen, denen ich gerne nachgehe, sind lesen oder zocken, auf Konzerte gehen, oder mich selbst kreativ austoben, durch zeichnen, schreiben oder schneidern/nähen (oder mir die Haare bunt färben, haha). Auch meine Pflanzen sehe ich als ein Hobby an – sie sind für mich ein bisschen ein „Haustier-Ersatz“.
Wie sieht dein idealer freier Tag aus?
Je nach Tagesverfassung bin ich manchmal so erledigt dass ich froh bin wenn ich ausschlafen kann, und auf dem Sofa oder vor dem PC den ganzen Tag vergammeln kann - ich kann durchaus mal einen Tag lang „Nichts“ (sinnvolles) machen und bin sehr glücklich damit. An anderen Tagen habe ich den Drang,  unheimlich produktiv zu sein – dann stehe ich früh auf, gehe Rudern, Laufen oder Radfahren, brunche auf meinem Balkon, verbringe den Nachmittag mit irgendeinem meiner zahlreichen anderen Hobbies und Abends unternehme ich etwas mit Freunden oder Familie, oder verbringe einfach nur einen gemütlichen Abend mit meinem Freund.

Bitte heißt Stephanie ganz herzlich bei Real Scientist DE willkommen!