Sunday, May 19, 2019

Manni Bananenflanke, ich Kopf, Tor! Simon Meier-Vieracker ist jetzt bei Real Scientists DE!

Mit großer Vorfreude möchten wir euch unseren neuen Kurator Simon Meier-Vieracker (@fussballinguist) vorstellen! Simon hat in Duisburg-Essen und Florenz Kommunikationswissenschaft und Philosophie studiert. Für die Promotion ist er Fach (Sprachwissenschaft) und Land (Schweiz) gewechselt und hat in dieser Zeit auch viel Zeit auf dem Rennrad verbracht. Anschließend ging er für eine PostDoc-Stelle nach Berlin und vertritt zur Zeit eine Professur für Angewandte Linguistik in Dresden. Weil es in Berlin keine Berge und mit den zwei Kindern auch weniger Zeit gibt, steht das Rennrad nunmehr im Keller. Immerin ist Rad- und andere Sportberichterstattung zu einem seiner bevorzugten Forschungsgegenstände avanciert.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet? 
Nachdem ich in meiner Magisterarbeit gefühlt überhaupt das erste Mal so richtig wissenschaftlich gearbeitet hatte, dacht ich mir: Das kann jetzt nicht alles gewesen sein. Also habe ich eine Promotion angefangen, nach längerem Leerlauf auch eine Assistentenstelle gefunden und dann ging es – zum Glück – immer weiter.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Ursprünglich wollte ich mal Journalist werden und habe mich nach Studiengängen der Kommunikationswissenschaft umgesehen. Studiert habe ich dann in Essen, wo interpersonale Kommunikation im Fokus stand, Gesprächsanalyse und solche Sachen. Und das hat mich schon immer fasziniert und tut es jetzt noch: Die Frage, wie wir kommunizieren und was man über den Menschen und über Gesellschaften überhaupt erfährt, wenn man sich Kommunikation anschaut.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Ich darf gerade eine Professur für Angewandte Linguistik vertreten, deren Forschung und Lehre auf eben diesen gemeinsamen Nenner zu bringen ist: Unser Gegenstand ist Sprache in Funktion, zur Kommunikation in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen, etwa der Politik, den (Sozialen) Medien oder auch der Wissenschaft. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf digitalen Methoden wie auch auf digitalen Gegenständen, eben z.B. Diskursen in Sozialen Medien.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Wenn man sich einmal überlegt, wie sehr die Digitalisierung, also vor allem die nunmehr verfügbaren digitalen Medien die Art, wie wir und die Gesellschaft Kommunikation organisieren, verändert haben, kann man sich eigentlich nur staunend die Augen reiben. Ich glaube, dass gerade die Linguistik hier was zu sagen hat, da die Digitalisierung riesige Mengen an Texten verfügbar macht, die es früher weder in dem Umfang noch in der Art gab. Und die Linguistik hat auch interessante Methoden zu bieten, mit diesen Texten umzugehen. Dabei sind es gerade auch unser aller ganz alltägliche Kommunikationsweisen, die in der Linguistik untersucht werden, und insofern geht es eigentlich alle an.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich habe zwei Kinder, die sorgen für jede Menge interessante zusätzliche Tätigkeiten.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Eigentlich singe ich in einem engagierten Laienchor, aber wegen der Vertretungsprofessur und der damit verbundenen Pendelei muss ich da gerade pausieren.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Als ich noch in der Schweiz gelebt habe und keine Kinder hatte, war ich sehr gerne in den Bergen, wandernd oder auf dem Rennrad. In Berlin gibt es keine Berge und mit Kindern hätte ich eh wenig Zeit, also eher kein Rennrad. Deshalb: Spielplatz, Garten oder an den See, zwischendurch ein Eis essen und abends  eine Pizza beim Italiener um die Ecke.

Bitte begrüßt Simon ganz herzlich bei Real Scientists DE?

Sunday, May 12, 2019

Geschichten für (wirklich) alle - Tanja Kollodzieyski ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns sehr, euch Tanja Kollodzieyski (@rollifraeulein) als unsere neue Kuratorin vorstellen zu dürfen! Tanja lebt und arbeitet in Bochum. Sie glaubt fest an eine vielfältige Welt und an die Magie von Geschichten, deswegen hat sie einen Master in allgemeiner Literaturwissenschaft und Germanistik. Online arbeitet sie mit Menschen und sozialen Netzwerken. Offline hält sie Vorträge über Inklusion und intersektionalen Feminismus. Als Rollifräulein bloggt sie auf thabs.de über Vielfalt in Büchern und Serien.

Bild: Andi Weiland
Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Sagen wir mal so: Wenn man mit einer Behinderung in einem Dorf aufwächst, hat man nicht ganz so viele Möglichkeiten, was die Berufswahl angeht. Ein Studium hat sich also geradezu angeboten.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Schon als Kind habe ich mich für Bücher und andere Medien mit Geschichten interessiert, allerdings habe ich mich in den Geschichten kaum wiedergefunden, weil es kaum Figuren mit Behinderungen gab. Während des Studiums ist mir dann immer mehr bewusst geworden, dass sich daran bis heute kaum etwas geändert hat. Also habe ich mich im späteren Teil des Studiums immer mehr auf die Frage fokussiert, warum das so ist und wie wir als Gesellschaft daran etwas ändern können.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Nach meinem Master-Abschluss besteht meine Hauptarbeit in der Aufklärung und Kommunikation über Inklusion allgemein und vor allem in der Kultur. Diese Arbeit geschieht auf ganz verschiedenen Wegen: ich schreibe Artikel, halte Vorträge, poste auf den sozialen Medien zum Thema und engagiere mich ehrenamtlich bei kulturellen Projekten.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Ich halte es für wichtig, dass wir uns mit Geschichten umgeben, die die Vielfalt in unserer Gesellschaft widerspiegeln. Das gibt marginalisierten Kindern und erwachsenen Menschen nicht nur mehr Sichtbarkeit und damit auch Selbstvertrauen, sondern es kann auch dabei helfen Vorurteile und Barrieren im Kopf abzubauen.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich arbeite noch zusätzlich als Social-Media-Managerin und Online-Redakteurin.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Seit sechs Wochen leite ich selbst einen Kurationsaccount auf Twitter: bei @54Kontraste twittern 54 Menschen mit Behinderungen über ihr Leben.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Auf jeden Fall: Lange schlafen! Danach gerne ins Museum oder ins Kino und Abends einen Spaziergang zum Sterne schauen :).

Bitte begrüßt Tanja ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, May 5, 2019

Von Silben zum Sinn - Jana Hasenäcker ist jetzt bei Real Scientists DE!

Mit großer Vorfreude möchten wir euch unsere neue Kuratorin Jana Hasenäcker (@JanaHasenacker) vorstellen! Jana hat an der Humboldt-Universität Berlin Linguistik studiert, danach in der Gruppe „REaD (Reading Education and Development)“ am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung zum Leseerwerb im Grundschulalter geforscht und 2016 an der Freien Universität Berlin mit dem Thema „Learning to read complex words: morphological processing in reading acquisition“ promoviert. Im Anschluss hat sie noch ein halbes Jahr bei REaD gearbeitet um ihre Langzeitstudie zu Ende zu führen und ist im Herbst 2017 mit einem DFG-Forschungsstipendium an die International School for Advanced Studies (SISSA) in Triest, Italien gegangen. Seit Ablauf ihres DFG-Stipendiums arbeitet sie dort als PostDoc im ERC-Projekt „The reading brain as a statistical learning machine“.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Als Kind wollte ich Affenforscherin werden - wie Jane Goodall. Aber eigentlich habe ich mich für Sprachen immer viel mehr interessiert als für Tiere. So war nach der Schule für mich klar, dass ich „was mit Sprachen“ machen wollte, aber bloß nicht mit Literatur. Damit bin ich in der Linguistik gelandet und habe es von Anfang an geliebt. Besonders Psycholinguistik fand ich schon im Bachelor super und habe dann auch im Master meinen Schwerpunkt entsprechend gelegt und ergänzend Veranstaltungen in der Psychologie besucht. Als studentische Hilfskraft habe ich dann den Forschungsalltag besser kennengelernt. Und ab da war klar: das will ich gerne weitermachen!

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
An der Psycholinguistik mag ich, dass Sprache in Kombination mit Denken und dem Gehirn betrachtet wird, also nicht nur theoretisch beschrieben, sondern benutzerorientiert untersucht wird. Außerdem mag ich, dass meine Arbeit recht vielfältig ist: ich kann mich mit Sprache beschäftigen, zu meinem Alltag gehören aber auch Programmieren und statistische Auswertungen. Die Leseforschung als Teilbereich der Psycholinguistik mag ich besonders, weil sie anwendungsorientierter als andere Bereiche ist: wie können wir Kindern oder auch Erwachsenen helfen, leichter und besser zu lesen? Außerdem habe ich Lesen immer schon geliebt, also kommt noch dieser sehr persönliche Aspekt hinzu.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
In meiner Forschung beschäftige ich mich damit, wie Menschen lesen und wie wir es lernen. Grob gesagt versuche ich herauszufinden, welche kognitiven Prozesse im Gehirn stattfinden, wenn wir versuchen, visuelle Symbole (also Buchstaben) mit Bedeutungen zu verbinden. Dafür führe ich hauptsächliche behaviorale Experimente durch, d.h. ich lasse Erwachsene und Kinder Leseaufgaben am Computer lösen und messe Reaktionszeiten und Fehlerraten. Die Reaktionszeiten und Fehlerraten werte ich dann statistisch aus um so herauszufinden, ob bestimmte Wörter leichter oder schwerer zu lesen sind als andere. Zum Beispiel gibt es im Deutschen viele morphologisch komplexe Wörter wie „Bücherwurm“. Werden solche Wörter in ihre einzelnen Teile („Bücher“ und „Wurm“) aufgeteilt beim Lesen? Wie ändert sich das über die Entwicklung? Welche anderen Fähigkeiten, etwa Wortschatz oder visuelle Aufmerksamkeit, tragen zu Unterschieden in der Entwicklung bei?

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Es ist fast unmöglich an unserer heutigen Welt uneingeschränkt teilzuhaben ohne über Lesefähigkeiten zu verfügen. Lesen ist allgegenwärtig und bestimmt viele Bereiche unseres Lebens - nicht nur in Bezug auf schulischen Erfolg, sondern auch in alltäglicheren Angelegenheiten, wie das Lesen der Speisekarte im Restaurant. Vielen Erwachsenen fällt das Lesen leicht, es passiert fast automatisch. Aber für Kinder kann Lesenlernen schwierig und frustrierend sein. Warum das so ist und wie wir damit helfen können, ist nicht nur aus Forscherperspektive wichtig und interessant, sondern auch für Lehrer_Innen und Eltern.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Zur Zeit nicht. Ich überlege allerdings, eine R-Ladies Trieste Gruppe ins Leben zu rufen. R-Ladies ist ein weltweites Netzwerk von lokalen Gruppen, in denen sich Frauen selbstorganisiert in der Verwendung der Programmierumgebung R unterstützen und weiterbilden.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Während des Studiums habe ich Lacrosse gespielt, was fast keiner kennt. Jetzt in Triest ist Klettern mein Hobby Nummer 1. Hier gibt es in nächster Nähe unglaublich viele, extrem schöne Kletterspots - teilweise nur 10 min von meiner Arbeit entfernt und mit Blick aufs Meer.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Mein idealer freier Tag beginnt ganz gemütlich mit Kaffee und einem Buch im Bett. Dann bei gutem Wetter ein paar Stündchen draußen klettern. Am Abend ein leckeres Essen mit Freunden.

Bitte begrüßt Jana ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Monday, April 29, 2019

Zu den Sternen - Fe Krauß is jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns sehr, euch unseren neuen Kuratorin Fe Krauß (@FeKrauss) vorstellen zu dürfen!

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Im 5. Semester war ich dann in der Vorlesung "Galaxien & Kosmologie" von Prof. Jörn Wilms. Die Vorlesung war so super, das ich wusste, das ich an dem Institut meine Bachelorarbeit schreiben will. Das ging zum Glück auch, und war eine gute Erfahrung, so das ich da als HiWi (Hilfswissenschaftler) weiterarbeitete und auch meine Masterarbeit dort geschrieben habe. Zu meiner großen Überraschung hab ich von Jörn dann eine Doktorandenstelle angeboten bekommen. Ich hatte keinen echten "Plan" was ich nach dem Studium machen wollte, und das wissenschaftliche Arbeit machte viel Spaß, deswegen sagt ich zu. Danach war es für mich schon immer ein Wunsch, einmal im Ausland zu leben und etwas anderes zu erfahren, deswegen war ein Postdoc eine einfache Entscheidung. 

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Ich hab mich schon als Kind & Jugendliche mit verschiedenen wissenschaftlichen Themen befasst, Astronomie, Archäologie, etc. Meine erste Astronomie Vorlesung & astronomisches Praktikum während dem Studium hat mich motiviert weiterzustudieren. Das wissenschaftliche Arbeiten hat mir dann viel besser gefallen als das Studium. Ich bleibe (im Moment) in der Wissenschaft, wegen der großen Flexibilität, den interessanten Herausforderungen und den Möglichkeiten an verschiedenen Orten zu wohnen und zu arbeiten! 

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Ich beschäftige mich mit Themen der Hochenergie-Astrophysik. Das sind hauptsächlich Gebieten in denen enorme Bedingungen herrschen, die wir auf der Erde nicht reproduzieren können. Dabei geht es zum Beispiel um extreme Magnetfelder, Gravitation oder auch Beschleunigungen.

Dabei ist mein Thema hauptsächlich schwarze Löcher. Mich interessieren sowohl "kleine" schwarze Löcher, die etwa 10 mal so massereich sind wie unsere Sonne, aber auch sehr massive schwarze Löcher, die etwa eine Million bis 10 Milliarden an Sonnenmassen haben. Wir versuchen zu verstehen wie diese schwarze Löcher Material sammeln und verschlucken. Interessant ist außerdem das in der Umgebung oft Material nicht im schwarzen Loch verschwindet, sondern mit hohen Geschwindigkeiten das Gebiet verlässt. Wir nennen diese Phänomen "Jets". 

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
In der Astronomie im Allgemeinen werden die "großen" Fragen beantwortet (oder es zumindest versucht): Wo kommen wir her? Was ist das Universum? Sind wir allein im Universum?

Es geht also um die Neugier der Menschen und den Wunsch die Natur und das All zu verstehen. Astronomie hat dabei schon sehr lange Menschen fasziniert, und wir lernen stets mehr über das Universum.

Im Detail sind schwarze Löcher wichtig um zu verstehen wie sie Galaxien beeinflussen, z.B. auch unsere Galaxie, die Milchstraße. Jets in Galaxien können die Sternbildung stark unterdrücken. Außerdem sind massereich schwarze Löcher besonders interessant für die Kosmologie. Ein kleiner Teil dieser schwarzen Löcher produziert sehr viel Helligkeit, was bedeutet wir können sie bis viel größere Entfernungen und damit auch viel weiter zurück in der Vergangenheit sehen. Damit untersuchen wir die Galaxienentwicklung im frühen Universum: Hat sich die Milchstraße ähnlich entwickelt? 

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Nein. 

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich beschäftige mich gerne mit Ägyptologie und probiere da ab und zu Texte aus den Museen zu übersetzen, aber das nicht wirklich gut oder aktiv. Ab und zu lerne ich etwas Sumerisch (Keilschrift). Ansonsten ist Kunst & Musik der kreative Ausgleich für mich, ich spiele (mittelmäßig) Klavier, und male gerne (Bleistift und auch Acryl). 

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Erstmal ausschlafen! Morgens dauert es bis ich richtig wach und aktiv bin. Dann bin ich meistens entweder in der Natur (spazieren, am Strand Buch lesen) oder in einem Museum zu finden, hängt natürlich vom Wetter ab. Abends meistens noch eine Folge auf Netflix schauen und dann noch skypen mit meinem Freund (in den USA).


Bitte begrüßt Fe ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, April 21, 2019

Sexualwissenschaft - Victoria Hartmann ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns sehr, euch unseren neuen Kuratorin Victoria Hartmann (@DoctorVictoria) vorstellen zu dürfen!

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Soweit ich mich erinnern kann, habe ich mich für Sexualwissenschaften interessiert. Es ist eine Leidenschaft.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Von meinem ersten Psychologieunterricht an der Universität war ich fasziniert vom sexuellen Verhalten. Ich war getrieben, die Sexualität zu verstehen und wie wir Menschen uns darüber fühlen. Ich bin immer noch fasziniert und der Reichtum meiner Karriere hält mich treu und konzentriert.


Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
In meinem Job kann ich einige interessante Dinge tun. Ich forsche nicht nur über unsere sexuelle Geschichte, sondern lerne auch verschiedene Disziplinen wie Anthologie und Neurowissenschaften kennen. Ich kuriere auch uralte sexuelle Artefakte und arbeite daran, die sexuelle Herkunft von Menschen zu erhalten.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Die Sexualwissenschaft ist faszinierend und betrifft uns alle!

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Manchmal besuche ich Pornokonferenzen und interviewe erwachsene Filmkünstler über ihre Arbeit. Ich moderiere auch eine Sex-Science-Show mit einem Kollegen auf YouTube und Patreon namens "Baking Naked".

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ja! Ich spiele Schlagzeug, fliege und studiere in meiner Freizeit Physik, Kosmologie und Quantenmechanik. In letzter Zeit verbringe ich einige Zeit mit meinem neuen Welpen Falkor.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Aus Las Vegas raus und mit meinem Mann zu warmen Quellen in der kalifornischen Wüste.

Bitte begrüßt Victoria ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, April 14, 2019

Der Kampf gegen Fehlinformationen - Nadia Brashier ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns sehr, euch unseren neuen Kuratorin Nadia Brashier (@nadiabrashier) vorstellen zu dürfen! Nadia ist derzeit ein Postdoc an der Harvard University, wo sie durch ein Stipendium von der National Science Foundation unterstützt wird. Im letzten Jahr erhielt sie ihr Doktorad in Psychologie und Neurowissenschaften von der Duke University. Sie verwendet Verhaltens- und Neuroimaging-Ansätze, um Urteilsvermögen, Problemlösung, Gedächtnis und Altern zu untersuchen.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Ich habe meine erste Neurowissenschaftsklasse als Teenager durch das Talentidentifizierungsprogramm der Duke University (TIP) absolviert. Ich las Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte, besuchte einen fMRI-Scanner und war sehr beeindruckt. Meine Mutter hat immer noch einen Aufsatz, den ich damals geschrieben habe, in dem ich Pläne beschrieb, zu Duke University zurückzukehren und eine Ausbildung zum Neurowissenschaftler zu machen (was ich sieben Jahre später auch tat).

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Ich habe einmal gehört, dass Sie Ihren Job behalten sollten, wenn Sie bei der Arbeit die Zeit vergessen. Ich werde dafür bezahlt, neues Wissen über die Welt zu generieren und meine eigene Neugier zu befriedigen. Was mich am meisten interessiert, ist, warum wir den Dingen glauben, die wir tun, vom Aberglauben bis hin zu falschen Schlagzeilen.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Jeden Tag stoßen wir auf falsche Behauptungen, manche sind albern (z.B. verwenden wir 10% unseres Gehirns) und andere fast gefährlich (z. B. Impfstoffe verursachen Autismus). Anstatt sorgfältig zu prüfen, ob Informationen aus einer glaubwürdigen Quelle stammen, greifen die Menschen auf Heuristiken zurück. Meine Forschung charakterisiert diese "Abkürzungen" (z.B. die Schlussfolgerung, dass wiederholte Informationen wahr sind, illusorische Wahrheit) über die gesamte Lebensdauer eines Menschen.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Viele machen sich Sorgen, dass wir jetzt in einer Welt nach der Wahrheit leben, in der Meinungen die Fakten überwiegen. Nach den US-Wahlen im Jahr 2016 haben Google nach gefälschten Nachrichten gesucht. Die Öffentlichkeit ist eindeutig besorgt über Fehlinformationen, die schlimme Folgen haben - das Zögern von Impfstoffen verursacht Masernausbrüche; Mythen über Nashornhörner, die Krebs heilen, führten zu Wilderei; und Whatsapps Gerüchte über „Kinderlifter“ (mutmaßliche Entführer) mündeten in geradezu gewalttätigen Taten. Die kognitive Wissenschaft kann uns helfen, Missverständnisse zu verstehen, zu verhindern und zu korrigieren.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich unterstuetze junge erste Generation Studenten durch das First Generation Harvard Alumni Mentor Program.  Ich arbeite auch freiwillig beim Haymarket People's Fund, der Antirassistenorganisationen in Boston, New England.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich lese viel Fiktion und gelegentliche Memoiren. Einige meiner letzten Favoriten sind Sing, Unburied, Sing von Jesmyn Ward und Educated von Tara Westover.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
An einem idealen Tag würde ich zu einem Hip-Hop-Konzert gehen. Ich bin in der Nähe von Atlanta aufgewachsen und liebe Künstler wie Future und Gunna.

Bitte begrüßt Nadia ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, April 7, 2019

Insulinausschüttung unterm Mikroskop - Andreas Müller ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns sehr, euch unseren neuen Kurator Andreas Müller (@Andi_Microscopy) vorstellen zu dürfen! Andreas ist in Radeberg nahe Dresden aufgewachsen und hat in Dresden Biologie studiert. Nach seiner Diplomarbeit 2009 in der Parasitologie fing er als MTA im Labor von Prof. Michele Solimena am Uniklinikum Dresden an, einem Labor mit Schwerpunkt in der Zellbiologie der Betazelle, die Insulin produziert und somit den Blutzuckerspiegel des Körpers reguliert. Er war anfangs auf Elektronenmikroskopie spezialisiert und hat für seine anschließende Doktorarbeit diese mit Lichtmikroskopie kombiniert und untersucht, wie sich verschiedene Pools von Insulin in den Betazellen verhalten. Für seine Doktorarbeit erhielt er 2017 den Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Elektronenmikroskopie (DGE). Seit Ende 2016 arbeitet Andreas als Postdoc am Paul Langerhans Institut Dresden und beschäftigt sich neben Elektronenmikroskopie vermehrt mit lichtmikroskopischen Methoden, wobei er herauszufinden versucht, wie Insulin in den Betazellen transportiert wird und ob die Insulinausschüttung durch Manipulation des Transportes verändern werden kann.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Ich habe Biologie studiert. Als Kind haben mich zuerst Pflanzen und dann Spinnen und Insekten interessiert. Im Studium war ich erst eher auf Botanik fokussiert und habe dann für meine Diplomarbeit auf Zoologie umgeschwenkt. Da habe ich viel Elektronenmikroskopie gemacht und das hat mir auch nach dem Diplom eine TA-Stelle in der molekularen Diabetologie eingebracht, die dann in eine Doktorarbeit übergegangen ist.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Innerhalb der Diabetesforschung ist meine Arbeitsgruppe ein bisschen exotisch, weil wir einen zellbiologischen Hintergrund haben. Das finde ich ziemlich spannend, weil viele Aspekte der Insulinausschüttung und des Versagens der Betazellen bei Diabetes noch nicht wirklich gut verstanden sind. Daher gibt es eine Menge Grundlagenforschung zu tun und viel zu entdecken.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Meine Arbeit dreht sich darum herauszufinden, wie Betazellen, die Insulin produzieren, das eigentlich machen und so genau regulieren können. Ich bin sehr auf Mikroskopiemethoden spezialisiert. Ich habe mit Elektronenmikroskopie angefangen und mache in letzter Zeit sehr viele Lebendzellaufnahmen. Es gibt ziemlich viele Diskussionen darüber, wie das Insulin, das in den Betazellen in tausenden kleinen Vesikeln gespeichert ist, innerhalb der Zelle transportiert und schließlich ausgeschüttet wird. Ich versuche diese Prozesse zu visualisieren und auch zu manipulieren. Dabei geht es erstmal darum zu sehen, wie der Normalzustand aussieht. Aber letztlich können wir auch die Zellen stressen um zu schauen, was bei beginnendem Diabetes passieren könnte.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Ich finde Grundlagenforschung sehr wichtig und denke auch, dass in der Öffentlichkeit kommuniziert werden sollte, dass wir dafür ergebnisoffen arbeiten müssen. Und zum Verständnis von Krankheiten ist es notwendig, genau zu wissen, welche zellulären Prozesse ablaufen und welchen Einfluss Medikamente darauf haben. Ich möchte auch ein bisschen was von der Begeisterung und Faszination teilen, die ich für Mikroskopie und Zellbiologie habe.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich bin Mitglied bei prelights, einer Seite, auf der Wissenschaftler neue, interessante Preprints highlighten.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich fotografiere gern und hatte auch mit Freunden eine kleine Galerie in Dresden. Durch die Arbeit ist das aber etwas eingeschlafen. Außerdem liebe ich Musik und sammle Vinyl.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Mein Sohn liebt es in den Zoo zu gehen. Da bestehen die freien Tage in der Regel aus einem Zoobesuch und Eis essen.

Bitte begrüßt Andreas ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, March 31, 2019

Lass uns über Chemie reden - Laura Howes ist jetzt bei Real Scientists DE!

Mit großer Vorfreude möchten wir euch unsere neue Kuratorin Laura Howes (@L_Howes) vorstellen! Eine Britin in Deutschland: Laura hat in Oxford Chemie studiert, danach aber eine Karriere in der Wissenschaftskommunikation und dem Wissenschaftsjournalismus eingeschlagen. Seit 2013 wohnt Laura in Heidelberg und arbeitet heute als Wissenschaftsjournalistin für Chemical & Engineering News, einer Zeitschrift für Mitglieder der Amerikanischen Gesellschaft für Chemie.


Wie bist du in der Wissenschaft gelandet? 
Ich bin in England aufgewachsen mit Eltern, die in technologischen und wissenschaftlichen Jobs gearbeitet haben und in der Schule waren die naturwissenschaftlichen Fächer immer meine Lieblingsfächer. Mit diesem Hintergrund und diesen Interessen war es für mich logisch, Chemie zu studieren. Damals hatte ich keinen Karriereplan - ich wusste nur, dass es viele Möglichkeiten für jemand mit einem Chemiediplom gibt.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Nach meinem Diplom wollte ich nicht mehr im Labor arbeiten, die Wissenschaft und die Chemie mochte ich aber noch. Heute arbeite ich nicht mehr als Wissenschaftlerin, aber in der direkten Nachbarschaft der Wissenschaft, und ich hoffe, auf diesem Weg nicht nur in Kontakt mit Wissenschaft zu bleiben, sondern auch Wissenschaft und die Wissenschaftskultur zu verbessern. Vielleicht bin ich ein Idealist!

  
Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Journalist*innen sollten den Leuten die Information geben, die sie brauchen, um Entscheidungen über wichtige Dingen zu treffen. Für unsere Leser, die in der Chemie arbeiten, ist anderes wichtig als z.B. für einen Kassierer. Der Großteil meines Jobs besteht darin, Artikel von Chemiker*innen zu lesen und andere über diese Artikel und wissenschaftlichen Themen zu befragen. Anschließend spreche ich mit meinen Kolleg*innen, und wenn wir uns über die Story einig sind, schreibe ich los.
 

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Arbeit interessieren?

Ich habe ein gemischtes Jobprofil mit einem sogenannten "alternativen Wissenschaftsjob" und kann daher den Redaktionsprozess der Wissenschaftsnachrichten erklären.
Wenn ihr mein schlechtes Deutsch entschuldigt, kann ich auch die Schwierigkeiten und Freuden teilen, die ich als Migrantin in Deutschland erlebe. 

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?

Ich bin zweiter Vorstand eines Vereins für Bioinformatiker*innen und interessierten Leuten in Heidelberg und Umgebung: HeidelbergUnseminars in Bioinformatics.
Obwohl ich zunächst Chemie studiert habe, habe ich von 2011 bis 2017 neben meinem Job zusätzlich ein Bachelorstudium in Kunstgeschichte absolviert. 

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?

Nur das Übliche – skifahren, joggen, bouldern, Musik spielen. Ah ja, ich bin auch Hobbybrauerin. 

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?

Ein angenehmer Tag mit Freunden und auch etwas Kulturelles, wie z.B. eine Ausstellung oder ein Konzert am Abend.

Bitte begrüßt Laura ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, March 24, 2019

Die Koordination von Atomen - Janine George ist jetzt bei Real Scientists DE!

Wir freuen uns sehr, euch unsere neue Kuratorin Janine George (@MolecularXtal) vorstellen zu dürfen! Janine hat ihr Bachelor- und Master-Studium an der RWTH Aachen absolviert. Zwischen Bachelor und Master war sie Gaststudentin für wissenschaftliches Rechnen am Forschungszentrum Jülich. Von 2013 bis 2017 promovierte sie an der RWTH Aachen im Bereich der computergestützten Festkörperchemie. Seit 2018 ist sie Postdoktorandin an der Université catholique de Louvain in Louvain-la-Neuve, Belgien. Dort beschäftigt sie sich der Berechnung von Materialeigenschaften und deren Beziehung zur Kristallstruktur.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Einen Einfluss darauf hatte sicher die Serie „Unsichtbar“ („Out of sight“). Dort kannte sich ein junger Schüler sehr gut mit Chemie aus und konnte so eine Chemikalie herstellen, die unsichtbar machte. Ich erinnere mich noch gut, wie ich als Viertklässlerin bei der Besichtigung der weiterführenden Schule fragte, wann der Chemieunterricht anfängt. Leider musste ich noch bis zur 8. Klasse warten. Ich war tatsächlich ziemlich enttäuscht darüber, dass ich noch so lange warten musste. Dann kamen normaler Chemieunterricht, Chemieleistungskurs, Teilnahme an der nationalen Auswahl der Chemieolympiade, mein Chemiestudium und die Promotion. In der Zeit gab es eigentlich selten Zweifel daran, dass ich Wissenschaft machen möchte. Mir macht es unglaublichen Spaß, wissenschaftliche Probleme zu lösen. Und gerade bei neuen Problemstellungen fällt es mir oft sehr schwer aufzuhören. Wissenschaft ist für mich wie ein großes Geduldsspiel.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
In meinem Studium habe ich mich auf Festkörperchemie und Computerchemie spezialisiert. Das faszinierte mich am meisten. Das war dann auch Thema meiner Promotion. Dort habe ich voraussetzungsfreie (ab initio) Rechenmethoden verwendet, die nur Naturkonstanten und keine Messwerte verwenden, um unter anderem die Bewegung von Atomen in Kristallen bei verschiedenen Temperaturen zu beschreiben und zu untersuchen. Diese Bewegung ist unter anderem für die Bestimmung der Kristallstruktur eines Materials von Bedeutung und meine Berechnungen haben in diesem Zusammenhang bereits geholfen. Die Fähigkeiten, die ich während meiner Promotion und auch schon davor erlernt habe, helfen mir auch jetzt noch, auch wenn sich der Fokus meiner Forschung ein wenig verschoben hat. Jetzt suche ich nämlich auf Grundlage dieser voraussetzungsfreien Rechenmethoden nach neuen Materialien für bestimmte Anwendungen (z.B. in Solarzellen, Batterien). Um das erfolgreich machen zu können, müssen deutlich mehr Materialien berechnet werden. Dazu ist viel Automatisierung nötig. Neben der Aussicht, neue spannende Materialien an sich zu finden, macht mir auch dieser eher technische Teil der Automatisierung und Datenanalyse großen Spaß.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Jetzt wird es ein wenig abstrakt. Im Moment beschäftige ich mich hauptsächlich mit sogenannten Koordinationsumgebungen in Kristallstrukturen, die dazu benutzt werden nächste Umgebungen von Atomen in Kristallen zu beschreiben. In folgendem Beispiel wäre X linear von zwei Sauerstoffatomen umgeben: O--X--O. Bereits 1919 übertrug Paul Pfeiffer dieses Konzept von Koordinationsverbindungen auf Kristallstrukturen. Linus Pauling nutzte diese Koordinationsumgebungen und die von ihm aufgestellten Regeln zu Stabilität von Kristallen, um Kristallstrukturen vorherzusagen. Die Regeln, die Pauling 1929 dazu aufstellte, werden bis heute in abgewandelter Form verwendet. Neben der Stabilität sind diese Koordinationsumgebungen auch z.B. mit elektrischen oder optischen Eigenschaften in Kristallstrukturen verknüpft.

Zunächst haben meine Kollegen einen sehr robusten Algorithmus entwickelt, diese Koordinationsumgebungen für Tausende von Kristallstrukturen zu bestimmen. Die früheren Algorithmen waren immer sehr empfindlich gegenüber kleinen Positionsveränderungen der Atome. Dann bestimmten diese Statistiken der Koordinationsumgebungen für alle Metallionen in Oxiden aus einem großen Datensatz von ca. 10.000 Kristallstrukturen. Solche Statistiken gab es nämlich bis zu diesem Zeitpunkt nicht. Mit Hilfe dieser Statistiken kann nun jeder beurteilen, ob die Koordinationsumgebunden, die er in bestimmten Kristallstrukturen von Oxiden vorfindet, gewöhnlich oder eher ungewöhnlich sind. So etwas kann auf Fehler in Kristallstrukturbestimmungen hindeuten.

Ich beschäftige mich nun etwas genauer damit, wie diese Koordinationsumgebungen mit der Stabilität und anderen Eigenschaften verknüpft sind. So sollen vorhandene Regeln auf Basis der Koordinationsumgebungen zur Stabilität von Kristallen verbessert werden. Im Moment betreibe ich daher recht viel Datenanalyse. Wir werden auch versuchen, die Koordinationsumgebungen mit anderen Eigenschaften von Materialien zu verknüpfen, sodass zukünftig andere Struktur-Eigenschafts-Beziehungen ermittelt werden können. Das soll dann die Suche nach Materialien, die für Anwendungen interessante Eigenschaften haben, erleichtern.

Nebenbei beschäftige ich mich auch immer mit dem Einfluss bestimmten chemischer Bindungen auf bestimmte Eigenschaften des Materials wie z.B. der Stabilität. Das kann mittlerweile problemlos mittels voraussetzungsfreier Verfahren berechnet werden.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Die anorganischen Materialien, die wir in unserer Forschung untersuchen, sind essentiell für unser modernes Leben und es besteht die Erwartung, dass diese zur Lösung vieler aktueller Probleme beitragen können: Beispielsweise können thermoelektrische Materialien, die Wärme in Elektrizität umwandeln, dazu genutzt werden, um die Energieeffizienz von Produktionsanlagen, Flugzeugen oder Autos zu verbessern.  Wir hoffen durch ein besseres Verständnis der Beziehung zwischen Struktur und Eigenschaft von Materialien dazu beitragen zu können, dass solche Materialien schneller gefunden werden können und so auch schneller zum Einsatz kommen können.

Neben diesen möglichen Anwendungen sind auch die zu entdeckenden Prinzipien an sich interessant für die Öffentlichkeit: Es besteht häufig ein großes öffentliches Interesse an Teilchenphysik. Aber ist es nicht auch interessant, was einen Kristall eigentlich stabil macht?

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
2007 bin ich in den Förderverein Chemieolympiade eingetreten. Dieser Verein fördert einige Schulwettbewerbe zum Thema Chemie in ganz Deutschland. Darunter sind die „Internationale Chemieolympiade“, „Chemie- die stimmt“, und verschiedene Experimentalwettbewerbe. In den Anfangsjahren meiner Vereinstätigkeit war ich dort deutlich aktiver: Ich habe zum Beispiel sogenannte Schnupperpraktika vermittelt und Wettbewerbsteilnehmer/innen auf Veranstaltungen betreut. Über Jahre habe ich dort sehr engagierte Menschen kennen gelernt. Ich besuche noch heute jedes Jahr den Workshop und versuche den Vereinsmitgliedern meine Forschung nahe zu bringen.

Daneben war ich über einige Jahre hinweg als Patin für Schüler/innen der Internatsschule Schloss Hansenberg tätig. Das sollte den Schülern/Schülerinnen den Übergang zwischen Schule und Studium erleichtern. Das half mir noch einen Bezug zu meinem ehemaligen Internat zu erhalten. Letztes Jahr habe ich dort auch einen Vortrag zu meiner aktuellen Forschung gehalten.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich beschäftige mich gerne mit dem Leben anderer Menschen – meistens in Form von Biographien oder Dokumentationen. Sicherlich zu den Favoriten unter den Autobiographien zählt Patti Smith’s „Just Kids“. Patti Smith ist als die „Godmother of Punk“ bekannt geworden. Kürzlich habe ich auch die Biographie von Dorothy Hodgkin – einer Kristallographin und Nobelpreisträgerin - gelesen – ich wünschte, dass ich dieses Werk bereits viel früher entdeckt hätte. Allerdings fehlt eine deutsche Übersetzung, sodass es für mich als Jugendliche sicherlich schwer zugänglich gewesen wäre. Besonders fasziniert hat mich auch das Buch „Daily Rituals – How Artists Work“, in dem der Autor die Tagesabläufe berühmter Künstler beschreibt. Vor wenigen Tagen ist eine Fortsetzung erschienen, die sich nun auf den Tagesablauf von Frauen konzentriert – ich habe sie bereits gekauft. Sonst schaue ich sehr, sehr gerne Serien und laufe ab und zu.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Ausschlafen. Essen. Vielleicht ein bisschen Lesen. Definitiv mit Serien.

Bitte begrüßt Janine ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, March 17, 2019

Bloß nicht austrocknen - Kristina Corthals ist jetzt bei Real Scientists DE!


Mit großer Vorfreude möchten wir euch unsere neue Kuratorin Kristina Corthals (@K_Corthals) vorstellen! Kristina hat in Göttingen Biologie studiert und dabei offenbar ihre Liebe für Drosophila entdeckt - deren Verhaltensanpassungen an Lichtmangel widmete sie nämlich im Anschluss ihre Doktorarbeit am Department of Cellular Neurobiology, ebenfalls in Göttingen. Ende letzten Jahres schloss sie dort die Promotion erfolgreich ab und arbeitet jetzt als Postdoc in der Abteilung Functional Zoology in Lund, Schweden.
Hier ist Kristina in ihren eigenen Worten:

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?  
Schon als Kind wollte ich immer den Mechanismus hinter allem verstehen, hab Sachen auseinander gebaut um zu gucken wie sie funktionieren. Kennt ihr diese Bären, die brummen wenn man sie umdreht? Naja, meinen konnte ich jedenfalls nicht mehr richtig zusammenbauen, also hatte ich dann einen stummen Bären… Eigentlich hatte ich schon immer Lust auf etwas Wissenschaftliches, aber das hat gewechselt von Archäologie (nachdem ich „Die Mumie“ gesehen habe), Geologie, Geschichte und dann irgendwann Biologie, ich weiß aber nicht mehr, warum ich das plötzlich so sicher wusste.
Ich habe dann Biologie in Göttingen studiert und mir war fast die ganze Zeit klar, dass ich auch noch eine Doktorarbeit machen will. Das habe ich dann auch gemacht und im Dezember 2018 meine Arbeit verteidigt. Tatsächlich habe ich während der Doktorarbeit zwar viel geflucht, aber war mir trotzdem immer sicher, dass ich wenigstens ein Jahr als Postdoc arbeiten will und auch, dass ich gerne ins Ausland ziehen möchte dafür. Zum Glück habe ich dann relativ schnell eine Stelle an der Universität in Lund gefunden und arbeite da seit Anfang Februar.
 
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Das Feld in dem ich arbeite nennt sich „Neuroethologie“ und versucht die neuronalen Grundlagen von verschiedenen Verhalten zu verstehen. Typische Modelle für neuroethologische Arbeiten sind z.B. die Echolokation von Fledermäusen, das Navigationsverhalten von Insekten und (Zug-)Vögeln und die verschiedenen Sinnessysteme von ungefähr jedem vorstellbaren Tier. Ich mag besonders, dass man dabei versucht nicht nur zu verstehen wie ein Verhalten funktioniert, sondern auch was für einen Sinn es z.B. in dem natürlichen Habitat macht. Viele Neuroethologen machen auch Feldforschung um „ihre“ Tiere im natürlichen Verhalten zu beobachten und zu verstehen.
Ich finde super interessant, wie die verschiedenen Sinne und deren Verarbeitung im Gehirn dazu führen, wie die Umwelt wahrgenommen wird. Für meinen Postdoc habe ich vom visuellen System zur Feuchtigkeitswahrnehmung gewechselt und bin sehr gespannt, was wir herausfinden werden.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Im Grunde versuche ich zu verstehen, wie Feuchtigkeitswahrnehmung bei Insekten auf einer neuronalen Ebene funktioniert. Für Insekten ist es furchtbar wichtig die richtige Feuchtigkeit zu erkennen, denn wenn es zu trocken ist, dann können sie aufgrund ihrer sehr geringen Körpermasse schnell austrocknen (nicht so gut). Aber wenn es zu feucht ist, dann könnte das kondensierte Wasser ihre Flügel oder andere Teile des Körpers verkleben (auch nicht so gut).
Mein Chef hat letztes Jahr drei Rezeptoren bei Drosophila gefunden, die das Verhalten regeln. Allerdings sind noch viele Fragen offen und an die wagen sich jetzt das Team aus Anders, dem Chef, und Elton und mir, den Postdocs. Wir sind also ein ganz neues Labor und bauen uns einen Grundstock aus Methoden auf, die wir verwenden wollen, um der ganzen Sache auf den Grund zu gehen.
 
Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Also erst mal wäre es unheimlich spannend zu verstehen, wie genau Luftfeuchtigkeit wahrgenommen und verarbeitet wird. Es scheint ein relativ wichtiger Umweltfaktor zu sein und den Mechanismus dahinter zu verstehen, bringt und wieder etwas mehr wissen darüber, wie Tiere ihre Umwelt wahrnehmen.
Ist der Mechanismus einmal bekannt, dann könnte man versuchen ihn auf Roboter zu übertragen, vielleicht sogar welche die so klein sind wie Insekten? Das könnte dabei helfen die gängigen Luftfeuchtigkeitsmessungen zu verfeinern oder auch die Messung von Feuchtigkeit in Hauswänden zu verbessern.
 
Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Wie alle die an der Uni arbeiten, betreue ich immer mal wieder Studenten in Praktika. Ab Mai bekommen wir 3 Studentinnen in unser Labor, die für 6 Wochen ein Projekt mit mir zusammen bearbeiten wollen. 

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
In Schweden lernt man am einfachsten Leute kenne, indem man eine gemeinsame Aktivität findet. Deswegen habe ich angefangen einen Bollywoodtanzkurs zu machen und es macht einfach unheimlich viel Spaß!
 
Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Ausschlafen (natürlich), am liebsten irgendwo draußen sein, Wandern, Schwimmen oder Klettern zum Beispiel und zwischendrin eine große Schüssel Pasta essen.

Bitte begrüßt Kristina ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, March 10, 2019

Mensch-Maschine Interaktion - Philipp Wintersberger ist jetzt bei Real Scientists DE!

Wir freuen uns sehr, euch unseren neuen Kurator Philipp Wintersberger (@philwintersberg) vorzustellen! Philipp Wintersberger, geboren 1984 in Oberösterreich, beschäftigt sich aktuell mit der Forschung im Bereich Fahrer-Fahrzeug-Interaktion, Augmented/Virtual Reality, "Trust in Automation" und der Akzeptanz automatisierter Fahrzeug- und Verkehrssysteme. Sein Diplom wurde ihm 2015 von der Kepler Universität Linz verliehen, der Fokus hierbei lag auf Mensch-Maschine-Interaktion und Computer Vision. Nach 10-jährigem Aufenthalt in der Industrie im Bereich Softwareentwicklung/-Architektur wechselte er 2016 an das neu eröffnete Forschungszentrum CARISSMA in Ingolstadt.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Ich habe seinerzeit (vor nunmehr fast 15 Jahren) zur zeitlichen Überbrückung auf den Zivildienst ein Informatikstudium begonnen. Da ich bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung zum Programmierer hatte und in diesem Job gutes Geld verdienen konnte, lief das Studium einige Jahre „nur nebenbei“. Der Wunsch, dieses auch abzuschließen, verstärkte sich mit der Zeit und um mich neben meinem intensiven Job zu motivieren, suchte ich nach Themen für meine Abschlussarbeiten, die sich meiner Meinung nach auch „wissenschaftlich verwerten“ ließen. Daraus entstanden schnell erste Veröffentlichungen und die betreuenden Professoren nahmen mich mit auf Konferenzen wo diese präsentiert wurden. Dabei erkannte ich, wie sehr mir diese Form der Arbeit Spaß macht, und so quittierte ich nach über 10 Jahren in der Softwareentwicklung meinen Job und nahm eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter mit Promotionsoption am CARISSMA Ingolstadt an.

Diese Entscheidung war nicht so einfach zu treffen, wie sie sich hier liest - immerhin war ich zu diesem Zeitpunkt schon über 30 und hatte es mir mit meiner Frau in meiner Heimatstadt Linz „eingerichtet“. Die Möglichkeit, an einem neuen Institut mit modernster technischer Ausstattung (CARISSMA wurde 2016 eröffnet) zu forschen und dabei ein Team „von null auf“ mitzugestalten (damals war ich der erste und einzige Mitarbeiter meines Profs., den ich schon von meiner Heimatuniversität Linz kannte), war jedoch sehr reizvoll und daher nahm ich die damit einhergehenden Strapazen in Kauf – seither pendle ich jede Woche nach Ingolstadt und versuche den Job möglichst gut mit meinem Privatleben zu vereinbaren, wobei ich von meinem Institut mittels Telearbeitsplatz mit eigenem Bürotelefon Zuhause unterstützt werde.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Das hat mehrere Gründe. Zum einen war ich bereits als Kind begeistert von Fahrzeugen, Rennsport, aber auch Computern, und wie es der Zufall so wollte, war es möglich, diese Themen in meiner Bachelorarbeit miteinander zu verbinden. Zusätzlich ist automatisiertes Fahren sowohl in den Medien als auch in der Wissenschaft sehr präsent. Die in meinem Forschungsgebiet (Mensch-Maschine Interaktion) entstehenden Fragestellungen sind hochinteressant und lassen sich auch sehr gut abstrahieren: Wie soll eine zukünftige Welt aussehen, in welcher wir (Menschen) regelmäßig mit Robotern und künstlichen Intelligenzen (wie automatisierten Fahrzeugen) interagieren und auch kooperieren? Wie können wir dafür sorgen, dass uns Maschinen dabei „ermächtigen“ (unsere Fähigkeiten erweitern und Potentiale steigern) anstatt uns zu „amputieren“ (Menschen einfach nur zu ersetzen)? Meiner Meinung nach ziehen derartige Fragen die Trennlinie zwischen utopischen als auch dystopischen Zukunftsszenarien und sind von essentieller Bedeutung – das Zeitalter der Maschinen wird kommen, und es ist unsere Aufgabe, dieses bereits im Vorfeld „menschengerecht“ zu gestalten und vorzubereiten.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Im Wesentlichen besteht meine Arbeit daraus, die Interaktion zwischen Menschen und Fahrzeugen zu verbessern. Gemeinsam mit meinen Kollegen führe ich dabei Benutzerstudien (in Fahrsimulatoren, realen Fahrzeugen, manchmal aber auch nur als Fragebogen im Internet) durch, mit dem Ziel entweder Probleme zu identifizieren und besser zu verstehen, oder die Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine zu verbessern.

Zum Beispiel ist einer der häufig genannten Vorteile an automatisierten Fahrzeugen die Möglichkeit, fahrfremden Tätigkeiten nachzugehen: Neben Entertainment ist dabei produktives Arbeiten besonders relevant – etwa könnten in Zukunft LKW-Fahrer zusätzlich Speditionsaufgaben übernehmen. Trotzdem wird das Fahrzeug immer wieder auch den Input des Menschen benötigen, wie etwa um Hindernisse zu umfahren. So eine Fahrzeugübernahme findet mitunter bei Autobahngeschwindigkeiten statt und ist somit potentiell gefährlich. Stellen wir uns vor, der/die FahrerIn arbeitet gerade auf dem Laptop wenn eine Übernahmeaufforderung kommt; Um das Hindernis zu umfahren muss der Laptop weggelegt und das Lenkrad in die Hand genommen werden, gleichzeitig muss sich das Gehirn auf die neue Situation (Fahraufgabe) einstellen. Die Übernahme erfordert somit motorische und kognitive Prozesse. Diese versuchen wir nun durch den Einsatz von Technologie zu verbessern um in weiterer Folge die Sicherheit zu erhöhen. Wie wäre es zum Beispiel, wenn Content nicht am Laptop, sondern mit Augmented Reality direkt in der Windschutzscheibe angezeigt wird – dann sind im Falle einer Übernahme die Augen bereits „ausgerichtet“, und der physische Aufwand, das Gerät wegzulegen fällt weg.

Oder aber, das Fahrzeug könnte uns genau beobachten und versuchen, uns nicht während, sondern zwischen einzelnen Arbeitsaufgaben zur Übernahme aufzufordern – so wird der nötige kognitive Aufwand verringert, zwischen den einzelnen Aufgaben hin- und herzuwechseln. Was aber ist, wenn direkt vor uns ein Unfall passiert und nicht mehr genügend Zeit für eine sichere Übernahme bleibt und wir gerade auf einem Tablet oder Smartphone lesen – könnten wir nicht einfach wie in einem Computerspiel dieses einfach zu einem Lenkrad umfunktionieren um möglichst schnell reagieren zu können?

Derartige Interfaces setzen wir prototypisch in unserem Fahrsimulator um und evaluieren diese mit menschlichen Probanden. Dabei werten wir verschiedenste Parameter wie Fahrperformance, physiologische Reaktionen (z. B. Hautleitwert, Puls oder Augenbewegungen) aus, und stellen sie subjektiven Bewertungen (Fragebögen zu Technologieakzeptanz oder auch Interviews) gegenüber, um herauszufinden, wie sehr das Interface erlaubt den Status Quo zu verbessern und Probleme zu eliminieren. Die erfordert sowohl intensives wissenschaftliches Arbeiten, aber auch eine Menge Erfindergeist und macht unglaublich Spaß.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Wie bereits kurz angesprochen werden wir in Zukunft immer mehr wichtige Aufgaben an Maschinen delegieren. Neue Technologien haben riesiges Potential, müssen aber richtig eingesetzt werden, denn ihr Einsatz verändert auch uns. Etwa deuten Studien darauf hin, dass unsere Navigationsfähigkeit durch intensive Nutzung von GPS degradiert wird, während manuelle Orientierung unser Gehirn trainiert. Ein anderes Beispiel ist die permanente Nutzung von Smartphones und modernen Kommunikationsmitteln („Always-on-Mentalität“), welche unsere Konzentration hemmt und nachweislich unsere Produktivität stört. Plakativ dargestellt müssen wir Menschen uns somit entscheiden, zwischen einer Zukunft, in der Maschinen uns infantilisieren, und einer, in welcher wir Technologie nutzen um uns alle zu „Superhelden“ zu augmentieren.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Nicht wirklich. Wie oft üblich bin ich an der Hochschule auch in der Lehre aktiv, die restliche Zeit versuche ich jedoch mich möglichst intensiv mit der Forschung zu beschäftigen.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich fahre sehr gerne Fahrrad - etwa war ich letztes Jahr so verrückt und habe die knapp 300 Kilometer lange Strecke von Ingolstadt zu mir nach Hause in einer Tagesetappe absolviert. Ob Rennrad, klassisches Mountain-Bike oder auch Downhill, diesbezüglich bin ich für alles zu haben. Ansonsten bin ich derzeit wohl etwas langweilig. Ich habe aber schon eine lange Liste and Wünschen an mich selbst für die Zeit nach Fertigstellung meiner Doktorarbeit 😉

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
An meinem idealen freien Tag befinde ich mich mit meiner Frau auf Tour mit unserem Campingbus und schlafe mich erstmal genüsslich aus. Nach dem spätvormittags eingenommenen Frühstück bezwingen wir ein oder mehrere Gipfel auf unseren Rädern geben uns bergab dem Geschwindigkeitsrausch hin. Es folgt eine Abkühlung – bevorzugt im Salzwasser – und ein ausgiebig delikater Abend mit kulinarischen Köstlichkeiten und ein paar guten Tropfen. Das einzige, was unsere Situation dabei noch verbessern könnte wäre, wenn uns der Bus automatisch über Nacht zu unserer nächsten Destination kutschiert...

Bitte begrüßt Philipp ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, March 3, 2019

Wie sehen wir die Welt? - Benedict Wild ist jetzt bei Real Scientists DE!

Wir freuen uns sehr, euch unseren neuen Kurator Benedict Wild (@BenedictWild) vorzustellen! Benedict hat sein Bachelor-Studium der Psychologie in Heidelberg und Amsterdam absolviert. Von 2013 bis 2015 war er Teil des Masterstudiengangs “Neuro-Cognitive Psychology” an der Ludwig-Maximilians-Universität München und verbrachte währenddessen auch einen Sommer für ein Forschungspraktikum an der New York University.  Seit 2016 arbeitet er als Doktorand in der Abteilung Kognitive Neurowissenschaften am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen. Er beschäftigt sich damit wie das Gehirn visuelle Informationen verarbeitet, speziell Informationen über Bewegungen.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Ich hatte mein Psychologiestudium eigentlich mit dem Ziel begonnen, mich im Bereich Wirtschaftspsychologie zu spezialisieren (weil ich nicht wusste, dass das, was ich damals eigentlich interessant fand, Marketing heißt). Während meines Zivilersatzdiensts an einer Universität in Äthiopien hab ich dann schon mal in der Bibliothek vor Ort in ein paar Psychologie-Bücher reingeschnuppert — und festgestellt, dass ich den Bereich Kognitive Psychologie viel spannender fand. Glücklicherweise gab es dort auch ein Buch über Kogvitionspsychologie; und in dem Buch fand ich wiederum das Kapitel über die neuronalen Grundlage der Kognition am spannendsten. Bis ich dann endlich mit dem Studieren anfangen konnte, hatten sich meine Pläne geändert und ich wusste praktisch ab dem 1. Semester, dass ich an der Uni bleiben und das Gehirn erforschen wollte (damals ging ich auch noch davon aus, dass ich alle Fragen innerhalb von 3-4 Jahren lösen würde 😀).

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Für mich gibt es keine spannendere Frage als wie das Gehirn funktioniert. Letzten Endes sind es einfach nur physikalische Prozesse: positiv und negativ geladene Moleküle werden zwischen dem Inneren und dem Äußeren von Zellen hin- und hergeschoben. Aber dieser eine physikalische Prozess unterscheidet sich von allen anderen Prozessen, die wir kennen, darin, dass er Bewusstsein erschafft. Wir können unsere Umwelt wahrnehmen, mit ihr interagieren, komplexe Probleme lösen, uns an die Vergangenheit erinnern, uns die Zukunft ausmalen, grandiose Kunstwerke erschaffen, uns verlieben — und das alles hängt irgendwie von diesen Molekülen ab, die ab und zu durch eine Zellwand durchgehen. Ich glaube nicht, dass wir in den nächsten paar Jahrzehnten genau verstehen werden, wie das alles zusammengehört. Und so lange diese Frage unbeantwortet bleibt, kann ich mir nichts spannenderes als Neurowissenschaften vorstellen.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
ch versuche zu verstehen wie das Gehirn Informationen verarbeitet. Da das Gehirn insgesamt ziemlich kompliziert ist, beschränke ich mich auf den visuellen Kortex, also den Teil der Großhirnrinde, der für das Sehen zuständig ist. Da auch das immer noch ein sehr weites Feld ist, konzentriere ich mich noch weiter darauf, wie das Gehirn Bewegungen sieht. Das ist zum einen spannend, weil Bewegungen ein wichtiger Teil unseres alltäglichen Lebens sind (stellt euch mal kurz vor, wie es wäre keine Bewegung erkennen zu können — der Straßenverkehr wäre tödlich); zum anderen lassen sich Bewegungen relativ einfach definieren: sie haben eine Richtung und eine Geschwindigkeit und das war’s im großen und ganzen. Das macht die Forschung wenigstens ein bisschen einfacher (oder zumindest dachte ich das irgendwann einmal).

Wir wissen inzwischen, dass bereits einzelne Zellen oder kleine Gruppen von Zellen sehr komplexe Informationen verarbeiten können (zum Beispiel die Flugrichtung eines Balls erkennen, den ich fangen möchte). Um zu verstehen, wie sie das genau tun, müssen wir auch die Aktivität einzelner Zellen messen. Die gängigen nicht-invasiven Methoden (wie z.B. Elektroenzephalographie (EEG) oder funktionelle Kernspintomographie (fMRT)) messen aber immer nur die gesammelte Aktivität vieler tausend oder Millionen Zellen. Um die Aktivität einer einzelnen Zelle zu messen, muss man wirklich ins Gehirn hinein. Da das bei gesunden Menschen aus ethischen Gründen nicht möglich ist (und auch bei Patienten nur in sehr seltenen Ausnahmefällen), arbeiten wir mit Tieren. Dabei ist vorgeschrieben, dass die Tierversuche nur genehmigt werden, (a) wenn sie unterlässlich und ethisch vertretbar sind, (b) wenn keine Alternativmethoden eingesetzt werden können, (c) wenn Schmerzen, Leiden und Schäden minimiert werden und (d) wenn eine Tierart mit dem einfachst-möglichen Nervensystem verwendet wird (das heißt ein Versuch mit einer Maus wird nicht genehmigt, wenn die gleiche Fragestellung auch durch einen Versuch mit einer Fruchtfliege beantwortet werden kann). Da wir uns für sehr komplexe Prozesse interessieren, brauchen wir auch ein Tier mit einem komplexen Nervensystem, in unserem Fall sind das Rhesus Affen. Da das Gehirn selbst kein Schmerzempfinden hat, kann ich die Aktivität einzelner Zellen mit einer haardünnen Elektrode messen, während der Affe bei Bewusstsein ist und verschiedene visuelle Reize (also Bilder oder Filme) auf einem Monitor sieht. Mit dieser Methode versuche ich zu verstehen, worauf die Zellen genau reagieren (z.B. auf die Richtung einer Bewegung, oder die Geschwindigkeit, oder eine Mischung aus beidem). Wir stellen dann Hypothesen auf, welche Art von Informationen diese Zelle von anderen Zellen bekommen haben muss, um ihre spezielle Präferenz zu entwickeln. Das kann man auch am Computer simulieren, aber eben erst, wenn durch den Tierversuch überhaupt eine Idee bekommen hat, worauf die Zelle reagiert.

Neben diesen physiologischen Messungen, führen wir auch Verhaltensexperimente mit menschlichen Probanden durch. Hier versuchen wir die Grenzen auszuloten, was der menschliche Sehsinn leisten kann. Diese Studien stehen immer in engem Zusammenhang mit der Physiologie: wenn ein Mensch eine bestimmte Aufgabe unerwartet kann (oder nicht kann), stellt sich die Frage, welche Prozesse im Gehirn dazu führen. Und umgekehrt führt ein unerwartetes Ergebnis in der Physiologie oft dazu, dass man untersucht ob sich das auch auf das Verhalten auswirkt.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren? 
Ich denke, dass neurowissenschaftliche Grundlagenforschung für die Öffentlichkeit aus verschiedenen Blickwinkeln interessant ist:

Auf einer sehr grundsätzlichen, philosophischen Ebene versucht die Hirnforschung ja letztlich die elementarsten menschlichen Fragen zu beantworten: Wer bin ich? Warum bin ich so, wie ich bin? Warum bin ich anders als (oder ähnlich wie) meine Mitmenschen? Mögliche Erkenntnisse im Bezug auf diese Fragen haben natürlich auch Auswirkungen auf Politik, Recht und unsere Gesellschaft ganz allgemein.

Auf einer eher praktischen Ebene geht es darum, was Forschung (vor allem biomedizinische Forschung) darf (Stichwort Genmanipulation) und was für konkrete Anwendungen sie uns in Zukunft ermöglichen kann (Stichwort Therapiemöglichkeiten für neurologische und psychiatrische Erkrankungen). Daran arbeiten wir in der Grundlagenforschung zwar nicht direkt, aber ohne solide Grundlage(nforschung) kann es auch keine Anwendung geben.

Zuletzt ist es für den speziellen Fall Tierversuche wichtig, dass wir als Gesellschaft immer wieder neu evaluieren, wo Grenzen zu ziehen sind. Das erfordert ein sorgfältiges Abwägen des Nutzens und der Kosten von Tierversuchen und das wiederum ist nur möglich, wenn alle Beteiligten den status quo kennen (was leider nicht der Fall ist). Ich würde mich freuen, dazu in dieser Woche ein bisschen beitragen zu können.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?

Da ich Wissenschaftskommunikation sehr wichtig finde (sonst wäre ich ja nicht hier ;-), mache ich seit ca. 1 Jahr auch regelmäßig bei “Skype-a-Scientist” mit. Dabei werden Wissenschaftler mit Lehrern zusammengebracht (so eine Art Wissenschaftskommunikations-Tinder :) und unterhalten sich dann für eine Unterrichtsstunde per Video-Chat mit der Klasse des Lehrers.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich war früher Gelegenheits-Jogger und habe dann zu Beginn meiner Promotion angefangen, das ein bisschen ernsthafter zu betreiben. Inzwischen bereite ich mich auf meinen sechsten Marathon vor, laufe 6-7 mal die Woche und träume davon, evtl. in Zukunft noch ein bisschen weiter als 42,195km zu laufen. Auf dem Foto laufe ich gerade an ein paar Freunden bei Kilometer 23 des Berlin Marathons 2018 vorbei :) Zum Ende meiner Real Scientists Woche gibt’s dazu noch was ganz konkretes, also seid gespannt und bleibt dabei!

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Wie ihr euch nach der vorherigen Frage schon denken könnt, geht ein guter Tag für mich mit Laufen los. Ich bin überzeugter und begeisterter Morgenläufer, im Sommer gerne auch schon vor 6:00 Uhr. Wenn ich dann nicht zur Arbeit muss, lass ich mir danach auch gerne Zeit für Dehnen und “Ausschwitzen”, bevor ich unter die Dusche hüpfe. Eine Sache, die ich am Laufen liebe ist, dass man sich danach guten Gewissens etwas gönnen kann :-D. Daher geht mein Tag dann mit einem ausgiebigen Frühstück/Brunch mit Freunden in einem Cafe weiter. Abends treffe ich mich sehr gerne mit Leuten für einen Spieleabend. Dummerweise mag ich am liebsten die Spiele, die auch mal 3 - 4 Stunden dauern können (Monopoly, Risiko, etc.). Und die will außer mir in meinem Freundeskreis anscheinend niemand spielen :-D Aber meistens finden wir dann doch noch einen guten Kompromiss mit dem alle leben können (und meine Hoffnung stirbt zuletzt).

Bitte begrüßt Benedict ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, February 24, 2019

Die biologische Uhr - Erik Maronde is jetzt bei Real Scientists DE!

Wir freuen uns sehr, euch unseren neuen Kurator Erik Maronde (@ErikMaronde) vorzustellen! Erik hat in Biologie/Chemie an der Universität Bremen promoviert und ist jetzt wissenschaftlicher Mitarbeiter am Goethe Universität.

Wie bist du im Wissenschaft gelandet?
Ich wollte nie etwas anderes werden als Naturwissenschaftler. Und da(s) bin ich wohl.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Mein aktuelles Feld ist die Chronobiologie. Meine ersten PostDoc-Stellen haben das für mich entschieden. Ich arbeite aber auch über zelluläre Signaltransduktion, sowie Verhalten und Morphologie von Mäusen und habe mal in einer echten Firma als Abteilungsleiter gearbeitet.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Faktoren welche unsere biologische Uhr verstellen haben viele weitere Funktionen und hohe klinische Bedeutung. Ich interessiere mich für alle Aspekte der biologischen Uhr.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Grundlagenforschung wie ich sie mitbetreiben darf stellt sich langfristig immer wieder als interessant oder wichtig heraus, weil sie nicht direkt zielgerichtet, sondern Fragen- bzw. Neugier orientiert ist.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Interessant nicht, aber ich bin Gutachter, Editor, Sicherheitsbeauftragter (Arbeit, Chemikalien, Gentechnik, IT, etc.).

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Keine interessanten, nein. Nur langweilige.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus?
Mit dem Rad durch die Gegend fahren und interessante Tiere und Pflanzen fotographieren.

Bitte begrüßt Erik ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, February 17, 2019

Von der Wissenschaft zum Journalismus - Michaela Maya-Mrschtik ist jetzt wieder bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns unheimlich, euch eine neue alte Kuratorin präsentieren zu dürfen: Michaela Maya-Mrschtik (@MiMrMa) hat uns im April 2017 schon einmal beehrt. Was sich seitdem bei ihr getan hat, wird sie uns diese Woche erzählen.

Wie bist du im Wissenschaftsjournalismus gelandet?
Als ich das letzte Mal den Real-Scientists-Account kuratiert habe, war ich gerade mit meinem Redaktionspraktikum bei Spektrum fertig und hatte eine Stelle als Content Manager angenommen. In der Position war ich dann etwas länger als ein Jahr. Letztes Frühjahr konnte ich mich auf eine Redaktionsstelle bewerben - das war genau das, was ich gerne machen wollte! Zum Glück habe ich sie auch bekommen. Mittlerweile arbeite ich seit fast einem Jahr als Redakteurin für Medizinthemen bei Gehirn&Geist.

Warum Wissenschaftsjournalismus?
Jeder Tag ist ein Tag, an dem ich etwas Neues lernen kann. Das macht viel Spaß, ist aber auch sehr anspruchsvoll - eine tolle Mischung. Nach dem PhD war mir klar, dass ich nicht mehr im Labor arbeiten will, dass ich aber dennoch nicht ganz aus der Wissenschaft aussteigen will. Der Job im Wissenschaftsjournalismus hat mir das ermöglicht. Ich bleibe informiert, lese viel und kann spannende Forschung mit vielen Menschen teilen.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Als Redakteurin schreibe ich selbst nicht mehr viel. Ich bearbeite vor allem Rohfassungen von Artikeln, die Journalist*innen oder auch Forscher*innen geschrieben haben, und mache sie so publikationsreif. Ich bin ein bisschen so wie jemand, der in einem kleinen Kämmerchen einen Rohdiamanten zum Brillanten schleift (oder das zumindest versucht, haha). Meine Arbeit passiert großteils im "Verborgenen": ihr seht sie nicht, denn ihr lest nur das Endergebnis. Es ist zwar keine besonders ruhmreiche Tätigkeit, aber ich finde sie ist wichtig und durchaus erfüllend.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit dafür interessieren, was ihr Journalisten so treibt?
Gerade jetzt finde ich es wichtig, darüber zu reden, wie (Wissenschafts-)Journalismus funktioniert und wie Journalist*innen arbeiten, beziehungsweise arbeiten sollten. Das Misstrauen in meine Kolleg*innen und mich ist gefühlt hoch, und in mancher Hinsicht auch verständlich. Ich hoffe, ich kann euch diese Woche zeigen, dass viele Journalist*innen gewissenhaft arbeiten, und dass es viele Fallstricke gibt, die wir bei unserer Arbeit beachten müssen. Das gilt ganz besonders für mein Spezialgebiet, die Medizin.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Zur Weiterbildung mache ich gerade ein Journalismus-Fernstudium - da ich als Wissenschaftlerin quereingestiegen bin, will ich meinen Nachholbedarf in dem Bereich so ausgleichen.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Zählen die zwei Kätzchen? Die halten mich auf jeden Fall auf Trab! Sonst das Übliche: Kochen, Lesen, Reisen, bei Gelegenheit auch gerne Fotografieren. Hin und wieder stricke ich auch, aber die Katzen erlauben das nicht mehr so oft.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus?
Jetzt gerade sehne ich mich nach etwas Entspannung: Ein Tag am Meer mit gutem Essen und gutem Wetter, oder alternativ ein Tag, an dem ich mit den Katzen spiele und ein gutes Buch lese, und dabei Pizza und Pancakes esse.

Bitte begrüßt Michaela ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Tuesday, February 12, 2019

Recht und Innovation - Michèle Finck ist jetzt bei Real Scientists DE!

Wir freuen uns sehr, euch Michèle Finck (@finck_m) als unsere neue Kuratorin vorstellen zu dürfen! Michèle hat in Luxemburg Jura und in London und Paris Englisches und Französisches Recht studiert. Nach Ausflügen an das Europäische Hochschulinstitut und die New York University schloss sie 2015 in Oxford ihre Promotion in Europarecht ab. Aktuell arbeitet Michèle als Senior Researcher am Münchner Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb unter anderem zu den Themen datengetriebene Wirtschaft, Europarecht, Blockchain und Sharing Economy. Ihrer internationalen Laufbahn ist sie jedoch treu geblieben - neben ihrer Stelle in München ist sie als Research Fellow am University College London und als Academic Fellow am Centre on Regulation in Europe in Brüssel unterwegs.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Das wollte ich eigentlich seit Beginn meines Studiums.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Super spannend und praxisrelevant, tolle Kollegen.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Ich forsche zur wechselseitigen Beziehung zwischen Recht und Innovation, vor allem datengetriebenen Märkten. Vier große Fragen beschäftigen mich besonders: 1) Datenschutz, 2) wie Innovation Recht herausfordert, 3) wie Recht Innovation formt, 4) Grundrechtsschutz und Digitalisierung.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Die regulatorischen Fragen, die im Moment im Bezug auf datengetriebene Märkte besprochen werden, haben einen überaus großen Einfluss auf unser Leben und das der nächsten Generation(en). Insbesondere die Frage wie Daten, insbesondere personenbezogene Daten, rechtlich eingestuft werden ist sehr wichtig. Hier entscheidet sich, wer wie viel Kontrolle über Daten hat, wie die Gewinne der datengetriebenen Wirtschaft verteilt werden, und wie Grundrechte in Zukunft geschützt werden können.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Lange Spaziergänge und Yoga. Essen und Kochen. Die Berge! Wander im Sommer, Skifahren und Schneeschuhwandern im Winter.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Zuerst in die Natur (am besten unter der Sonne) und dann etwas Gutes kochen oder Essen gehen.

Bitte begrüßt Michèle ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, February 3, 2019

Lern- und Gehirn-Prozesse - Katharina V. Wellstein ist jetzt bei Real Scientists DE!

Mit großer Vorfreude möchten wir euch unsere neue Kuratorin Katharina V. Wellstein (@kv_wellstein) vorstellen! Katharina schloss ihr Masterstudium der Psychologie an der Universität Zürich im September 2017 an. Im Januar 2018 begann sie ihr Doktoratsstudium an der Translational Neuromodeling Unit (Universität Zürich und ETH Zürich). Während ihres Doktorats beschäftigt sie sich hauptsächlich mit folgenden Themen: (1) Die Lern- und Inferenzprozesse, welche der Entwicklung und Aufrechterhaltung von Verfolgungswahn und Psychose zugrunde liegen. (2) Die Interaktion zwischen Körper und Gehirn, spezifisch, wie das Gehirn Körpersignale verarbeitet (Interozeption) und in welchem Zusammenhang diese Interaktion mit der psychischer Gesundheit steht. Diesen Fragen versucht Sie sich mit Hilfe von Bayesianischen Lernmodellen und „Predictive Coding“ Ansätzen zu nähern.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Eine Kombination von Gründen, v.a. natürliche Neugier:

In meinem ersten Jahr an der Uni habe ich mit Psychologie im Hauptfach und Volkswirtschaft in Nebenfach begonnen, das war 2009 also kurz nach der Finanzkrise 2008, die Kombination kam daher, dass es mich interessierte wie sich Menschen am Aktienmarkt verhalten. Leider war ich zu zurückhalten, um mich in der Wirtschaft mit Studenten zusammen zu tun und hab so die Prüfungen nicht geschafft. Habe aber die Erkenntnis mitgenommen, dass Mathematik eine tolle Sprache ist.
Ein neues Nebenfach musste her, das war Geschichte mit Schwerpunkt Afrikanische Geschichte. Warum? Weil ich nichts über Afrikanische Geschichte wusste. Im Gegensatz zu vielen Psychologievorlesungen und Seminaren lernte ich in der Geschichte aktiv Konstrukte und Theorien zu hinterfragen. Ich merkte, dass mir das Spass macht: Neues entdecken und das eigene Weltbild immer wieder über den Haufen zu werfen.
Ich dachte aber damals noch, dass ich es in der Wissenschaft eh nie schaffen würde, weil ich zu wenig fleissig, zu wenig klug, etc. bin.

Dann besuchte ich mal ein Seminar zu Afrikanischen Kleinbauern mit einem Prof, der Mathematiker, Chemiker und Psychologe war. Ich konnte dort Mathematik mit Psychologie und historischen Methoden verbinden und ich war gut darin. Das gab mir dann den Anstoss es doch zu versuchen. Ich bewarb mich als Forschungspraktikantin an der Translational Neuromodeling Unit, weil die Forschungsgruppe Psychologie mit Mathe zu verbinden schienen.

Ein ganz wichtiger Grund will ich aber noch anfügen: Mein Mann kommt aus einem Teil der Welt, wo die Möglichkeiten nicht so gross sind, wie die welche ich hier in der Schweiz habe. Das zeigte mir, was ich hier eigentlich für Chancen habe, meine Chance nicht zu nutzen sah für mich nicht mehr wie der „sichere Weg“ aus, sondern wie eine ungenutzte Chance. Er hat mich immer unterstützt und meinte dann auch, man lebe nur einmal (ja, tatsächlich YOLO, aber in echt jetzt), ich solle mit meinem Leben das machen, was mir Spass macht und nicht das was am sichersten ist. Das hat sehr geholfen. And now, here I am.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Nach meinem Abschluss an der Uni war ich 2 Jahre an der Translational Neuromodeling Unit als Research Assistant tätig gewesen. Ich hatte dort auch meine Masterarbeit zu sozialem lernen und Verfolgungswahn in der Allgemeinbevölkerung geschrieben, was toll war, denn der Prof gab mir das Vertrauen meine Fragestellung und Hypothesen sehr frei zu wählen. Ich plante meine eigene Studie, führte sie durch, hatte mein eigenes „Baby“. Mir wurde dort dann auch ein Doktorat angeboten. Ich hatte dann aber das Gefühl, ich müsse mich noch etwas umschauen, habe mich an der NYU auf einen Sozialpsychologie-PhD beworben und in Krems bei dem Prof, bei dem ich das Seminar hatte mit den Kleinbauern und der Mathematik. Die NYU sagte ab und ich merkte dann, dass trotz meiner Liebe für die Sozialpsychologie, die Translational Neuromodeling Unit ein so toller Arbeitgeber, das Team so gut und unterstützend, die Forschung so spannend ist, dass ich dort bleiben will. Das Gehirn ist ja auch ganz interessant, die Mathe, welche mich so fasziniert gehört da zum Inventar und wenn ich etwas gelernt habe, ist es, dass interdisziplinäre Forschung ganz mein Ding ist. Es war der Mix aus einem guten Team und interessanter Forschungsfragen, welche mir die Entscheidung schlussendlich leicht machte und mich da hält wo ich bin.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Ich bin jetzt seit einem Jahr PhD Studentin und habe verschiedene Projekte, welche bereits laufend sind, von denen ich gerne erzähle:

  1. Das Hauptprojekt ist eine Reihe Studien zu und mit Vagusnervstimulation. Ich interessiere mich v.a. dafür, wie das Gehirn und der Körper miteinander interagieren. Die Ethik der Vorstudie dazu ist noch hängig, ich bin also im Moment bereits dabei meine Folgestudie zu planen. In diesem Projekt bin ich für die Ethik, die Vorbereitungen des Labs und der Studie zuständig. Die Fragestellung und Hypothesen arbeite ich zusammen mit meiner Betreuerin aus. Das macht Spass, weil es wieder ein Projekt ist (wie in meiner Masterarbeit), bei dem ich von Anfang an dabei und voll involviert bin.
  2. Bereits als Research Assistant, war ich Teil der Schizophreniestudie, welche am Institut läuft. Da Schizophrenie eine sehr heterogene Gruppe von Menschen beschreibt, suchen wir in dieser Studie nach Subgruppen, die unterschiedlich auf Medikamente ansprechen. Ich helfe dort v.a. bei der Datenerhebung und bin dabei meine Fragestellungen zu formulieren, welche zu meinem Hauptprojekt passt.
  3. Meine Masterarbeit nimmt immer noch Arbeit in Anspruch. Im letzten Jahr habe ich die Resultate als Paper aufgeschrieben. Das sind meine ersten Paper als Erstautorin, war also ein Lernprozess. Nun bin ich damit beschäftigt die Daten und den Analysecode (in Matlab) so zu schreiben und abzulegen, dass er auch für jemanden verständlich ist, der/die die Studie nicht kennt. Das ist viel Arbeit, da es viele Daten sind. Es hilft mir aber dabei meine Matlab-Programmierkenntnisse zu verbessern.
  4. Als Research Assistant habe ich bei vielen Studien mitgearbeitet. Die ist sehr TNU inklusiv, was Co-Authorenschaften von RAs und Masterstudenten angeht. In meiner Funktion als RA hatte ich jeweils die ganzen Daten aufgenommen, die Studie koordiniert und die Datenablage gesichert, das wird von der TNU als substanzieller Beitrag betrachtet. Das berechtigte mich deshalb auf vielen (noch kommenden) Papers Co-Authorin zu sein. Allerdings verlangt das auch, dass ich im ganzen Schreibprozess aktiv involviert bin. Das ist auch wieder viel Arbeit. Für 2 Papers habe ich bereits Arbeit investiert, welche nun publiziert sind. Im einen Paper, das ich mitgeschrieben und die Daten erhoben habe geht es um die Interkation zwischen Gehirn und Herz. Das andere ist ein Opinionpaper zu layered fMRI. Für Paper in diesen und anderen Projekten, die noch folgen werden, werde ich das Angebot Co-Authorin zu sein wieder erhalten, je nachdem wie viel Arbeit ich in dem Moment haben werde, werde ich ablehnen oder annehmen, die Authorenschaft ist nicht geschenkt, deshalb muss ich mir das jeweils gut überlegen. Ich habe aber bereits viel über das Paperschreiben lernen können, das alleine ist wertvoll.
Dann mache ich auch noch einiges auf der organisatorischen Seite:

  • Ich organisiere z.B. den wöchentlichen Interoception Journal Club bei uns am Institut, da besprechen alle von uns, welche sich für Gehirn-Körper-Interaktionen interessierten verschiedenes: Von Artikeln, welche wir gerade lesen zu mathematische Modellvorschlägen, Ideen für Experimente zu inhaltlichen oder methodischen Konzepten, wie im Moment gerade die Grundlagen der Psychophysik.
  • Dann haben wir jedes Jahr den Computational Psychiatry Course, den organisiere ich mit, bin da für die Website, Facebook und Twitter zuständig, sowie die Interaktion mit Studenten und Speakern. Den Kurs werde ich wohl auf @RealSci_DE kurz bewerben 😉, ist aber auch sehr spannend und für jeden etwas, der gerne Mathematik mit Psychologie und/oder Neurowissenschaft verbinden will!
  • Dann kommen noch die eine oder andere Kleinigkeit dazu, aber das ist wohl überall so.
  • Und natürlich habe ich Vorlesungen, ich muss 12 Kreditpunkte machen. Im Moment sollte ich auf eine Prüfung lernen, ich lerne aber nicht gerne auswendig, nervt mich ziemlich. Zum Glück ist das die letzte Auswendiglern-Prüfung.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Wenn man hört, dass wir «Computational Psychiatry» machen, löst das bei vielen die Frage aus, ob das nicht eine sehr reduktionistische Herangehensweise an menschliches Leiden sei?

Ich habe grosses Verständnis für diese Frage, ich würde sie auch stellen. Mathematik klingt oft nach kalter unpersönlicher Analyse und dem Gegenteil von Menschlichkeit. Dass das Gegenteil der Fall ist würde ich gerne zeigen und auch, dass Mathematik mehr kann, als man im Gymnasium ahnt.

In meiner Gruppe wollen wir die Lern- und Gehirn-Prozesse verstehen und beschreiben können, welche zu psychiatrischen Symptomen führen und dazu beitragen, dass diese sich selbst aufrechterhalten. Wie wird jemand Paranaoid? Wie wird es klinisch relevant? Welche darunter liegenden Prozesse führen dazu, dass eine Psychose sich so manifestiert, wie sie es tut und welche Prozesse tragen zu derer Beibehaltung bei? Um diese Prozesse mathematisch zu beschreiben, muss man sehr genau sein. D.h. man muss sich z.B. überlegen ob zwei Einflussfaktoren in einem Prozess voneinander Abhängig sind (wenn der eine nicht da ist, kann der andere auch nicht da sein), d.h. multiplikativ verknüpft sind oder ob sich die Einflussfaktoren summieren (d.h. additiv verknüpft sind). Das nur als einfaches Beispiel. Mathematik zwingt uns Forscher also dazu sehr genau hinzuschauen.

Zusätzlich lässt die mathematische Modellierung einen anderen Blick auf Psychologie und insbesondere Psychiatrische Erkrankungen zu. Dadurch, dass wir uns auf Lernprozesse konzentrieren, gehen wir davon aus, dass das was zu einem psychiatrischen Symptom führt in sich stimmig und normal ist. Sonst würde der mathematische Prozess gar nicht erst aufgehen. Der Fokus liegt also eher darauf, in welchen Aspekten wir uns alle ähnlich sind und was mit dem Bekannten oder Verwandten, der eine Psychose hat vielleicht anders gelaufen ist, in seinem System aber keineswegs unsinnig sondern sehr sinnvoll ist. Dadurch macht Computational Psychiatry für mich Psychiatrische Erkrankungen greifbarer und so auch menschlicher. Z.B. haben die meisten von euch wahrscheinlich schon einmal gemeint ihr Handy klingeln zu hören oder in der Tasche vibrieren zu spüren, nur um herauszufinden, dass das eine Illusion war. Das ist nichts anderes als eine Halluzination. Der entscheidende Unterschied zu jemandem, welche/r eine klinisch relevante Halluzination erlebt, ist wahrscheinlich dass wir uns dann jeweils sagen können, dass diese Illusion, eben genau nur eine Illusion war und nicht weiter wichtig für unsere leben.

Es ist mir wichtig, dass Menschen mit Psychiatrischen Erkrankungen nicht als «seltsam» und bedrohlich wahrgenommen werden, sondern, dass die Symptome in ihrem eigenen Sinne «normal» sind und die Menschen sich von einem Gesunden nicht nur unterscheiden.

Plus: Wissenschaft ist toll, ich erzähle gerne mehr darüber und mache so ein Fenster in eine fantastische Welt auf.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich arbeite als Coach und Kursleiterin für Rhetorik, Kommunikation und Präsentationstechnik. Das mache ich seit 2 Jahren und zwar als Nachfolgerin meines Vaters, der Hochschuldidaktiker war. Ich habe nun 3 seiner Kunden übernommen (angehende Pfarrer, angehende Krankenpfleger und mittleres Management), das sind jeweils ca. 1 Woche pro Semester. Mehr mag ich im Moment nicht. Aber ich kann interessanterweise in der Rhetorik vieles von den Modellen und Theorien, mit welchen ich mich an der TNU beschäftige wiederfinden. Ich habe nun einen „Blog“ auf LinkedIn gestartet, wo ich das mache, diesen bewerbe ich jeweils über meinen „Rhetorik-Twitterkanal“ (@masteryourtalk, falls es euch interessiert), der aber noch keine wirklichen Followers hat… also mal schauen. Jedenfalls macht es mir Spass, Kurse zu geben, es ist eine gute Ergänzung zum Doktorat aber auch ein guter Ausgleich, weil  ich da sofort etwas bewirken kann und sofort Rückmeldung bekomme.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Seit ich 10 Jahre alt bin spiele ich Theater. Jetzt immer noch mit einem grossen Teil des alten Kerns, der Theatergruppe. Wir machen das zum Spass und nicht um der Leistung willen. Jeden Freitagabend. Das ist schön.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
In der Work-Life-Balance bin ich leider sehr schlecht. Ich arbeite definitiv zu viel und nehme mir kaum einen ganzen freien Tag. Das ist schlecht ich weiss, bin aber hier ehrlich. So ist es, das liegt v.a. an mir, ich mag Arbeit zu sehr.

Idealerweise aber: Am Morgen ins Fitnessstudio, dann nach Hause, mit meinem Mann kochen, einen schönen Spaziergang in der Natur machen oder sogar in die Berge gehen, am Abend meine Freunde treffen und dann weiter mit meinem Mann tanzen gehen.


Bitte begrüßt Katharina ganz herzlich bei Real Scientists DE!