Sunday, January 19, 2020

Wolken sind toll! Wiebke Frey ist jetzt bei Real Scientists DE!

Wir freuen uns heute sehr, euch Wiebke Frey (@wiebiwetter) vorzustellen, die ihr auf Twitter auch unter ihrem Projekt-Account @STEP_msca finden könnt. Wiebke ist Meteorologin und Wissenschaftlerin am Leibniz Institut für Troposphärenforschung (TROPOS).
Das Klima ist zur Zeit wahrscheinlich die wichtigste und brisanteste Reibungsstelle zwischen Forschung und Gesellschaft und wir freuen uns sehr über die Gelegenheit, von Wiebkes Arbeit und Leben als Meterologin und Forscherin zu hören. Natürlich haben wir sie auch gleich mit unseren üblichen Fragen überhäuft:


Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Puh, das ist 'einfach so passiert'! Am Ende der Schulzeit wollte ich "was mit Physik" machen, aber keine reine Physik. Da kam der Tipp von meinem Schwager, doch Meteorologie zu studieren. Nach dem Diplom wollte ich gerne noch einen Doktor machen, dann gerne als PostDoc ins Ausland. Und schon war's passiert! 

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Wolken sind toll, und/oder Wolken sind toll! (Abgesehen davon sind Wolken auch spannende und interessante Gebilde und genaugenommen wissen wir viel weniger über Wolken als man im Allgemeinen manchmal so denkt...)

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
In meinem Projekt erforsche ich Mischprozesse, die am Rand der Wolken passieren, also das Mischen von wolkiger mit wolkenfreier Luft. Warum? Weil der Prozess bisher schlecht verstanden ist und eine der großen Unsicherheitsquellen in z.B. Klimamodellen ist. Für meine Forschung benutze ich eine Mischung aus Messungen im Labor (wir haben einen turbulenten Windkanal) und numerische Modelle (numerische Strömungsdynamik und Wettervorhersagemodel). Und vergleiche meine Ergebnisse mit Messdaten einer Feldkampagne (also Messungen aus der 'richtigen' Atmosphäre).

Motivation: warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Wir leben (und atmen) alle in der Atmosphäre, und ein wenig Verständnis für die Welt um uns herum und in der wir leben hat noch nie geschadet, oder? Oft wollen die Leute wissen, ob es wolkig ist/wird - ok, vielleicht mehr ob es regnet... Und bevor es regnet, brauchen wir erstmal eine (Regen-) Wolke. Und wenn es wieder heißt: "Es war aber Regen vorhergesagt!" (und im Ort 10km weiter hat es auch geregnet...) vermute ich, es würden sich viele Meteorologen freuen, wenn die Allgemeinheit versteht, dass Regen mit am Schwersten vorherzusagen ist!
Außerdem: Die Öffentlichkeit bezahlt meine Arbeit!

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich bin Associate Editor eines Fachjournals. Die "Wissenschaftler-Währung" sind ja quasi publizierte Artikel. Nicht nur der ganze Begutachtungsprozess läuft dabei über Freiwillige ab, auch die Editoren sind es freiwillig. Als Editor bekommt man einen guten Einblick in die Forschung anderer Wissenschaftler, merkt auch, wie schwer es für "die andere Seite" ist, wenn man einen Artikel einreicht und welche Prozesse so Journal-seitig alle ablaufen. Wichtig und gut finde ich, dass der Journal, für den ich arbeite, open access ist, d.h. jeder, der möchte, kann alle Artikel dort frei lesen, ohne dafür zu bezahlen!

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich spiele Floorball, nähe mir tolle Sachen (wenn Zeit dafür ist...), wir haben einen Schrebergarten (wohnen ja schließlich in Leipzig!), viel Zeit bleibt gerade nicht, mein größtes "Hobby" ist wohl mein Sohn

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Ausschlafen! (ok, realistisch in 10 Jahren wieder vielleicht, da ist ein Kleinkind im Haus...) Lecker Frühstück (ohne Frühstück will mich keiner länger als nötig ertragen...) mit Kaffee. Vielleicht ein wenig im Garten wursteln und dann in der Sonne liegen (und Beeren von den Sträuchern naschen). Kind bespaßen  Was Leckeres essen und zum Ausklang einen Spieleabend mit Freunden!

Bitte begrüßt Wiebke ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, January 12, 2020

Verhalten, Versuchung, Verlangen - Nils Kroemer ist jetzt bei Real Scientists DE!

Es ist uns eine große Freude, euch unseren neuen Kurator Nils Kroemer (@cornu_copiae) vorzustellen. Nils ist Nachwuchsgruppenleiter an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der
Eberhard Karls Universität im schönen Tübingen. Zuvor studierte Nils Psychologie an der TU Chemnitz und promovierte in der Fachrichtung Psychologie der TU Dresden. Er wurde u.a. 2014 mit dem Werner-Straub-Preis für seine herausragende Promotion von der TU Dresden ausgezeichnet und erhielt 2017 eine Förderung zum Aufbau einer IZKF Nachwuchsgruppe von der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen. 2018 erhielt er einen Publons Peer Review Reward für sein außergewöhnliches Engagement als Gutachter wissenschaftlicher Arbeiten. Seit 2019 ist er Editor bei Appetite und Scientific Reports.

Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, Nils unsere üblichen Fragen zu stellen:
Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Ich habe mich schon immer für die Lösung von komplizierten Problemen aller Art interessiert. Die Wissenschaft schien da nur konsequent, denn an offenen Fragen großer Relevanz mangelt es nicht. Außerdem wollte ich gern einen positiven Beitrag für die Gesellschaft leisten und das sah ich am ehesten in der Wissenschaft gegeben.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?

Inhaltlich war ich nie stark festgelegt, denn ich kann mich für viele Themen begeistern, besonders wenn sie relevante Fragen für unser Leben aufwerfen. An Psychologie hat mich die Arbeit mit Daten schon immer am meisten gereizt und so bin ich für die Promotion in die neurowissenschaftliche Richtung gegangen, da ich mir tiefere Einblicke in die Steuerung von Verhalten versprochen habe. Im Rahmen der Promotion habe ich mich anschließend mit dem Thema Verlangen, gerade in Verbindung mit Abhängigkeitserkrankungen, beschäftigt. Weshalb es uns bis heute nicht gelingt, das Verlangen für bestimmte Dinge wie kalorienreiches Essen so gezielt zu beeinflussen, dass es Menschen wieder willentlich kontrollieren können, treibt mich noch genauso um wie am ersten Tag.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!

Ich sehe die zentrale Aufgabe unserer Arbeit darin, dass wir es ermöglichen müssen, zielgerichtetes Verhalten wiederherzustellen, wenn bspw. der Umgang mit bestimmten "Versuchungen" zu negativen gesundheitlichen Auswirkungen führt. Dafür setzen wir eine ganze Palette von Methoden und Datenebenen ein. Einerseits versuchen wir, Verhalten mechanistisch zu verstehen und nutzen dafür statistische und computationale Modelle. Andererseits versuchen wir, die biologische Grundlage der Mechanismen von Verhaltenssteuerung besser zu verstehen und nutzen dafür Bildgebung wie funktionelle Magnetresonanz-Tomographie oder Positronen-Emissions-Tomographie, Hirnstimulation oder pharmakologische Interventionen. Die größte Herausforderung liegt in der sinnvollen Kombination dieser verschiendenen Ebenen und Methoden, um aus der Dynamik von Verhalten tatsächlich auf grundlegende Prozesse schließen zu können.

Motivation: warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?

Wir haben das Privileg, dass sich jeder unter unseren Forschungsthemen "Motivation, Handlungen und Verlangen" etwas vorstellen kann. Außerdem kennt jeder andere Personen, die von bestimmten Störungen in ihrer Motivation oder Handlungssteuerung betroffen sind. Motivationale Symptome kennzeichnen viele psychische Erkrankungen und sind oft besonders schwer nachhaltig und effektiv zu behandeln obwohl sie häufig einen hohen Leidensdruck erzeugen. Unsere Arbeit in der translationalen Psychiatrie soll eine Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendbarkeit darstellen und somit dabei helfen den Erkenntnisfortschritt der kognitiven Neurowissenschaften in die Praxis zu übersetzen. Manchmal können falsche Annahmen aber auch einen Balast für Verhaltensänderungen darstellen. Deswegen müssen wir aktiv kommunizieren, was wissenschaftlich gesichert ist und was nicht.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?

Ich habe mehrere Jahre die Raucherambulanz der TU Dresden geleitet und selbst Rauchfrei-Seminare gehalten. Inzwischen nimmt mich das Leiten meiner Nachwuchsgruppe und mein kleiner Sohn vollständig ein.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?

Auch außerhalb der Arbeit kann ich mich für Belohnungen wie gutes Essen (zu kochen) und sportliche Aktivitäten begeistern. Aktuell bleibt auf der Zielgerade zur Habil allerdings nicht so viel Zeit übrig.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?

Gute Frage, das verändert sich häufig. Manchmal habe ich gern einfach nichts zu tun und genieße den Luxus tatsächlich freie Zeit zu haben. Manchmal packt es mich und ich will raus und mir etwas Anschauen. Aktuell versuche ich meine freie Zeit möglichst viel mit meinem kleinen Sohn zu verbringen. Er sorgt auch dafür, dass es nicht langweilig wird.

Bitte begrüßt Nils ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, January 5, 2020

Schlaf, Gedächtnis und Registered Reports — Juli Tkotz ist jetzt bei Real Scientists DE!

Wir freuen uns ganz außerordentlich, Juli Tkotz (@einGlasRotwein) als neue Kuratorin begrüßen zu dürfen. Juli ist Doktorandin im Bereich Psychologie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, im Department Klinische Psycholgie in der Arbeitsgruppe Psychologie und Neurobiologie von Schlaf und Gedächtnis. Neben ihrem deutschsprachigen Twitter-Account tweetet sie auch auf Englisch über Statistik, das Statistik-Programm R und noch andere Dinge unter @juli_tkotz.

Natürlich haben wir Juli gleich mit unseren üblichen Fragen überhäuft, mit dem folgenden Ergebnis:

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Ich wollte eigentlich irgendwas mit Design oder Kunst machen. In der Schule hatte ich aber das Glück, dass Psychologie als Unterrichtsfach angeboten wurde (sogar als Abiturfach!) - da habe ich Blut für Naturwissenschaften geleckt und wollte Psychologie auf Lehramt studieren. Quasi bei der Vergabe des Abiturzeugnisses riet mir meine Direktorin (und Psychologielehrerin) aber zu einem Vollstudium. Begründung: Wenn ich danach ins Lehramt will, kann ich mir die Kurse anrechnen lassen. Umgekehrt aber nicht. Das hat mich überzeugt und es war die richtige Entscheidung - danke, Frau Peters! Bereits im ersten Semester hat mich die Physiologie- und Neurovorlesung so begeistert (danke, Tobi!), dass ich mir eine Hilfskraftstelle im Labor gesucht habe und Forschungspraktika gemacht habe. Von da an stand der Weg in die Forschung fest.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Mein Feld hat verschiedene Aspekte: Die Psychologie gefällt mir, weil sie verschiedene Naturwissenschaften vereint: Biologie, Mathe, manchmal auch etwas Chemie und Physik. Die neurowissenschaftliche Sparte hat mir mit ihrem biologischen Schwerpunkt immer besonders gefallen - und wer findet das Gehirn denn nicht spannend?!
Meine Doktorandenstelle dreht sich nun um Schlaf und Gedächtnis. Besonders Schlaf finde ich - wie die meisten Menschen - extrem interessant, aber ganz unter uns: Nach diesem spezifischen Thema hatte ich in der Bewerbungsphase gar nicht gesucht. Was ich wollte war eine Stelle mit netten Leuten und Neuro-Schwerpunkt, wo ich meine Programmierfähigkeiten einsetzen kann, wo ich mit komplexen Datenstrukturen arbeiten kann und wo Wissenschaftskommunikation unterstützt wird. Das habe ich in meiner jetzigen Arbeitsgruppe gefunden - also bin ich jetzt Schlafforscherin.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Ich bin erst seit September 2019 Doktorandin. In einer beinahe ebenso frischen Arbeitsgruppe. Das bedeutet, dass ich mich gerade am Ende der Planungsphase meines ersten Experiments befinde, in dem es um den Einfluss von Schlaf aufs Gedächtnis geht. Wir wollen das Projekt als sogenannten Registered Report durchführen, bei dem man das wissenschaftliche Pferd ein wenig von hinten aufzäumt: Ich schreibe ERST das Paper mit Einleitung und genauem Experimentalplan. Dann reiche ich es bei einem Journal ein - und wenn das mit meinem Plan zufrieden ist, darf ich Daten erheben und erhalte das Versprechen, dass meine Ergebnisse später veröffentlicht werden. Auch dann, wenn "nichts rauskommt". Das ist super, weil es gegen den "Publication Bias" hilft, also das Problem, dass die Literatur dadurch verzerrt ist, dass "positive" Ergebnisse bevorzugt veröffentlicht werden. Der persönliche "Nachteil" für mich ist, dass ich als frische Doktorandin schon mein Manuskript schreiben muss, was andere mit deutlich mehr Erfahrung gegen Ende ihrer Promotion tun.
Mehr dazu in meinen Tweets, aber die Quintessenz ist: Gerade plane ich mein Experiment und die Datenanalyse, wühle mich durch die Literatur und schreibe mein Manuskript - das demnächst auch eingereicht werden soll.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Meiner Erfahrung nach interessieren sich Leute sowieso für Schlaf und Gedächtnis - beides betrifft schließlich jeden. Um das Thema Schlaf ranken sich auch viele Mythen wie z.B. bestimmte Schlafrhythmen, die besonders effizient sein sollen. Manche "Ratschläge" sind nicht nur wirkungslos, sondern sogar schädlich - allein deswegen finde ich es wichtig, da in den Dialog zu treten.
Zuletzt hoffe ich, dass auch das Handwerk rund um "Open Science" (z.B. die erwähnten Registered Reports) interessant ist, denn aktuell findet ein Umbruch in der Forschung statt, der im Idealfall auch dazu führt, dass Nicht-Wissenschaftler mehr mit Wissenschaft in Berührung kommen.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Als "ein Glas Rotwein" habe ich schon während des Studiums begonnen, über Wissenschaft zu schreiben (auf meinem Blog einglasrotwein.de, Facebook und Instagram) und Science Slams zu halten. Durch die neue Stelle ist es dort ein wenig stiller geworden, aber die Sache mit der Wissenschaftskommunikation läuft eigentlich immer mit. Aktuell zum Beispiel in Form der Real-Scientist-Kuration :-)

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Von allem ein bisschen. Ich bin manchmal als Singersongwriter unterwegs, zeichne gerne, gehe laufen und ins Fitnessstudio und reite Western. Programmieren mit der Sprache R ist ein Hobby, das sich aus der Wissenschaft in den Alltag geschlichen hat.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Ich bin eher eine Lärche und stehe gerne früh auf. Dann muss Kaffee her! Und Bewegung: Wandern, Klettern, Sport - irgendwas in die Richtung. Eine nerdy Unternehmung wie ein Museumsbesuch oder Science Slam sind super, aber ich bin auch mit Serien gucken oder einem Controller in der Hand zufrieden. Wichtig auch: Was Leckeres Kochen oder backen!

Bitte begrüßt Juli ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, December 29, 2019

Von Kleinstlebewesen und Badeverboten - Peter Hofmann ist jetzt bei Real Scientists DE!

Eine gute Nachricht zum Ende des Jahres: Real Scientists DE ist zurück aus der (wie wir finden sehr verdienten) Winterpause. Zum Wiedereinstieg nach einer Woche ohne Wissenschafts-Tweets freuen wir uns ganz außerordentlich, euch allen Peter Hofmann (@Ecogradients) vorzustellen. Peter ist Doktorand am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), sowie dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv).

Besonders freuen wir uns darauf, von Peter etwas mehr über über Phytoplankton zu erfahren. Was das ist und wie die Forschung dazu aussieht, erklärt er euch am besten selbst:

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Das kann ich so ohne Weiteres gar nicht beantworten. Vermutlich bin ich immer dem Pfad gefolgt, der zu jeder gegebenen Zeit Antworten auf die größtmögliche Ansammlung von Fragen versprochen hat.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Die Ökologie ist nach wie vor ein vielschichtiges Feld, das wichtigen Fragen um das Zusammenleben von Artengemeinschaften nachgeht. In Verbindung mit neuen Technologien erhalten wir dafür immer besser aufgelöste Datensätze, die ein mächtiges Werkzeug zur Beantwortung dieser Fragen darstellen.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Ich forsche im Labor an der Fähigkeit von Phytoplankton- also Lebewesen im Wasser, die ihre Energie aus Licht ziehen - sich innerhalb kurzer Zeiträume an veränderte Umweltbedingungen "anzupassen" und inwieweit diese Flexibilität die Struktur ihrer Artengemeinschaft beeinflussen kann.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Neben der faszinierenden Welt dieser Kleinstlebewesen an sich? Nun, Phytoplankton bildet in vielen aquatischen Lebensräumen die Basis der Nahrungskette. Veränderungen in der Zusammensetzung dieser Gemeinschaft haben also durchaus Auswirkungen auf ihre Konsumenten und deren Räuber. Daneben werden seit einiger Zeit vermehrt toxische Algenblüten, also eine Dominanz schädlicher Cyanobakterien, im Phytoplankton beobachtet. Beide Entwicklungen können direkte Auswirkungen auf den Mensch haben (Badeverbote in Seen beispielsweise).

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Die Forschung (Laborarbeit, Auswertung, Verfassen) nimmt definitiv den Großteil meiner Arbeitszeit ein. Zusätzlich wirke ich in einer Doktorandengruppe zum Schreiben von Publikationen mit und nehme an einer weiteren Gruppe teil, die ihre didaktischen Fähigkeiten stärken will.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Aktuell leite ich für Freunde regelmäßig Rollenspielrunden (Dungeons & Dragons, Cthulhu).

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Zeit mit Freunden oder der Familie zu verbringen. Am Ende ist mir dann auch nicht so wichtig, was genau wir eigentlich machen.

Bitte begrüßt Peter ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, December 15, 2019

Chemie, Wisskomm und Quokkas - Lars Fischer ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns sehr, euch unseren neuen Kurator Lars Fischer (@Fischblog) vorstellen zu dürfen! Lars Fischer ist Redakteur bei »spektrum.de« und »Spektrum - die Woche«, betreut die Blogplattform »SciLogs« und betreibt mit »Spektrum«-Redakteur Mike Beckers den Youtube-Kanal »Wir Werden Alle Sterben«. Seine wichtigsten Themen sind Chemie und Materialforschung, Infektionskrankheiten, Naturkatastrophen und Quokkas.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Ich bin gelernter Chemielaborant und habe dann studiert.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Ich bin in den Journalismus irgendwie reingerutscht.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Ich schreibe und redigiere Artikel über diverse Wissenschaftsthemen, betreue freie Autorinnen und Autoren, mache technischen Kleinkram auf der Website und manage das Blogportal @SciLogs.de.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Weil Journalismus und Medien die wichtigste Quelle für Wissenschaftsinformationen sind und man wissen sollte, wie aus einem Forschungsergebnis ein Text wird.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich halte Vorträge über verschiedene Wissenschaftsthemen wund bin gelegentlich als Referent bei Veranstaltungen.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Viel lesen, gelegentlich Games.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Wenn ich zu Hause bin, sitze ich gern mit Tee und Buch in meinem Lesesessel oder koche. Ansonsten treffe ich Freunde in Heidelberg oder fahre auch ma weiter weg.

Bitte begrüßt Lars ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, December 8, 2019

Man ist, was man isst? - Stina Börchers ist jetzt bei Real Scientists DE!

Mit großer Vorfreude möchten wir euch unsere neue Kuratorin Stina Börchers (@stinabiologista) vorstellen! Stina ist Masterstudentin in den Neurowissenschaften, und ab Anfang nächsten Jahres ist sie Doktorandin.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet? 
Soll ich ganz von vorn anfangen? Das Interesse an meiner Umwelt (v.A. Tieren und Insekten) und dem Experimentieren war schon immer da. Props an meine Eltern fuer den Chemie- und Elektrobaukasten! Besonders inspiriert haben mich in meiner Kindheit Sendung mit der Maus, Wissen macht Ah! und Löwenzahn. Meine Eltern hatten mit Wissenschaft nichts am Hut, haben mich aber trotzdem immer unterstuetzt. Auf dem Gymnasium habe ich dann einen Schwerpunkt auf die Naturwissenschaften gesetzt. Was genau ich studieren wollte, wusste ich die meiste Zeit noch nicht. In der Oberstufe hatte ich dann eine tolle Biologielehrerin, Frau Schwabe, die mir den entscheidenden kleinen Schubs in Richtung Biologiestudium gab. Den Bachelor habe ich dann 2017 im Schwerpunkt Neurobiologie gemacht, worauf im direkten Anschluss mein Master in den Neurowissenschaften folgte. Der neigt sich nun auch dem Ende entgegen…

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
In der Grundschule durfte ich irgendwann mal ein Referat ueber unser Gehirn halten. Ich war ganz stolz, den ich durfte mir aus der Arztpraxis in der mein Nachbar gearbeitet hatte ein Gehirnmodell ausleihen. Die Masse, die laut meiner damaligen Worte aussieht wie ein “gekautes Kaumgummi” hat mich schon da total fasziniert. Eine Mappe mit einer Art Aufsatz musste ich damals auch anfertigen – die habe ich bis heute noch aufgehoben, samt meiner 1A Gehirnzeichnungen von damals.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Derzeit arbeite ich in einer Gruppe die sich mit der Neurobiologie von Adipositas und damit komorbiden Angststörungen beschäftigt. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf dem Gehirn, sondern auch der Verbindung unseres Verdauungssystems mit diesem. Wir arbeiten hauptsächlich mit Ratten als Tiermodell, manchmal auch Mäusen. Typischer Weise setzen sich unsere Projekte aus Verhaltensversuchen mit eventuellen pharmakologischen Manipulationen, Genexpressionsanalysen im Gehirn und anderen Geweben und immunhistochemischer Anfärbungen (da machen wir tolle bunte Bilder von Neuronen) zusammen. Hier und da kommt dann auch mal was neues dazu. Ich beschäftige mich fuer meine Masterarbeit mit Angststörungen.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Gegenfrage: Warum nicht? Krankhaftes Uebergewicht tritt in der heutigen Zeit immer häufiger auf und der Leidensdruck von Betroffenen ist gross. Nicht selten wird Uebergewicht auch von anderen Krankheiten wie Diabetes oder Herzkrankheiten begleitet. Aber auch psychische Krankheiten wie Depressionen und Angststörungen gehen oft mit Adipositas einher. Wir wollen verstehen, warum es erst zu diesem Punkt kommt – gibt es eventuell strukturelle und funktionelle Unterschiede in den Gehirnen von Erkrankten und Gesunden? Besteht eine Fehlkommunikation zwischen Verdauungssystem und Gehirn? Wo können wir mit welchen Substanzen Linderung verschaffen und dadurch Gewicht reduzieren? Einfach nur ”weniger essen” und “mehr Bewegung” ist eben nicht immer die Lösung. Dazu finde ich es super wichtig, dass die Öffentlichkeit Bescheid weiss wofuer Forschungsgelder verwendet werden.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich nutze seit einigen Jahren in meiner Freizeit Instagram als Tool zur Wissenschaftskommunikation (mein Profil: @stinabiologista). Dabei nehme ich jeden mit auf eine Reise durch meinen Alltag im Studium und Labor und stelle hier und da ein paar Themen vor die mich interessieren. Ich war am Anfang  und auch jetzt noch ziemlich erstaunt wie viele Leute sich auf dieser Plattform nicht nur fuer Fitness und Lifestyle interessieren!

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Wuerde jetzt das Gleiche wie bei 9 bennennen, zusatzlich zeichne ich aber auch wahnsinnig gerne digital. Komischer Weise kommen dabei immer wissenschaftliche Motive, wie zum Beispiel der Neuronen-Mistelzweig heraus…

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Mein idealer freier Tag besteht aus einem laaaaangen Spaziergang, einem Kaffe und ganz viel Zeit mit meinen Liebsten. Dazu einen Horror- oder SciFifilm. Oder 25474883 Episoden Star Trek im Bett. Ein Bad zu nehmen wäre noch ein tolles Plus, dank nicht vorhandener Badewanne aber leider gerade nicht moeglich.

Bitte begrüßt Stina vganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, December 1, 2019

Gute Nacht - Lars Dittrich ist jetzt (wieder) bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns sehr, euch einen alten Bekannten vorzustellen: Lars Dittrich (@dittrich_lars) war Anfang 2017 als einer unserer ersten Kuratoren schon einmal bei Real Scientists DE zu Gast. Den Blogpost von damals findet ihr hier. Was sich bei ihm seitdem alles getan hat, wird er euch diese Woche erzählen!

Bitte begrüßt Lars ganz herzlich bei Real Scientists DE!