Sunday, August 2, 2020

Gesundem Essverhalten auf der Spur - Laura König ist jetzt bei Real Scientists DE!


Diese Woche freuen wir uns sehr über ein bekanntes Gesicht: unsere neue Kuratorin Laura M. König (@lauramkoenig) war vor zweieinhalb Jahren schon einmal bei uns zu Besuch und ist seit Anfang diesen Jahres festes Mitglied unseres Moderatorenteams. Laura hat an der Universität Konstanz Psychologie und Informatik studiert und wurde 2018 in Psychologie promoviert. Die letzte Woche ihrer Promotion hat Laura übrigens damals für uns festgehalten. Umso mehr freuen wir uns, dass sie pünktlich zum Antritt ihrer Juniorprofessur für Public Health Nutrition an der Universität Bayreuth erneut unseren Account übernimmt.

Was hat sich in den letzten 2,5 Jahren bei dir verändert?
Nach dem Abschluss meiner Promotion habe ich erst einmal als wissenschaftliche Mitarbeiterin weiter an der Universität Konstanz gearbeitet. Ende 2018 war ich dann für drei Monate Gastwissenschaftlerin an der University of Cambridge. Zu dieser Zeit habe ich begonnen an einem Antrag für ein Forschungsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft zu schreiben, der mir letztendlich auch bewilligt wurde. Das Stipendium hat mich im März 2020 zurück nach Cambridge geführt. Kurz darauf erhielt ich dann einen Ruf an die Universität Bayreuth, wo ich seit dem 01.08.2020 Juniorprofessorin für Public Health Nutrition bin.


Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Dass ich in der universitären Wissenschaft bleiben möchte war für mich nach der Promotion glasklar. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als über das menschliche Verhalten nachzudenken und meine Hypothesen in Studien zu überprüfen. Gerade die Ernährung ist etwas so alltägliches, aber gleichzeitig etwas unglaublich komplexes. Das macht die ernährungspsychologische Forschung für mich besonders spannend.

Spätestens mit dem Antritt der Juniorprofessur wird sich die Perspektive meiner Forschung noch einmal verändern. Die grundlegende Frage meiner Forschung bleibt natürlich die gleiche: Warum fällt es manchen Menschen so schwer und anderen ganz einfach sich gesund zu ernähren, und welche psychologischen "Stellschrauben" gibt es, die man beeinflussen kann, um eine gesunde Ernährung zu vereinfachen (davon habe ich beim letzten Mal schon erzählt)? Während sich die Psychologie aber meist mit der Sicht des Individuums beschäftigt und z.B. Persönlichkeitseigenschaften oder Einstellungen betrachtet, nimmt Public Health Nutrition noch mehr die Gesellschaft und das Gesundheitssystem in den Blick. Diese Entwicklung gefällt mir sehr gut, denn wenn man sich mit den psychologischen Grundlagen der Ernährung befasst stellt man schnell fest, dass es eben oft nicht nur an der Person liegt, sondern auch an den äußeren Gegebenheiten, in denen die Person handelt. Das sind z.B. räumliche Gegebenheiten wie die Gestaltung von Supermärkten oder der Kantine, aber auch wirtschaftliche oder rechtliche Gegebenheiten. Letztendlich müssen verschiedene Ebenen zusammenspielen, um gesunde Ernährung für alle möglich zu machen, und ich freue mich sehr, mein Wissen aus der Psychologie in dieses interdisziplinäre Forschungsfeld einbringen zu können.


Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Wie der Arbeitsalltag einer Professorin so aussieht werde ich in der kommenden Woche mit euch zusammen entdecken. Die Grundzüge meiner Arbeit bleiben natürlich die gleichen: Ich lese Paper, leite daraus Hypothesen für meine Studien ab, die ich dann zunächst plane und schließlich durchführe. Sind die Daten gesammelt, müssen sie ausgewertet und verschriftlicht bzw. auf Konferenzen präsentiert werden. Als Professorin werde ich aber vermutlich deutlich weniger Zeit im Labor verbringen und noch mehr am Schreibtisch sitzen, um selbst Paper und vor allem Forschungsanträge zu schreiben, aber auch um meinen (zukünftigen) Studierenden und Promovierenden Rückmeldung zu ihren Abschlussarbeiten und Papern zu geben. Auch ist Lehre ein wichtiger Teil meiner Tätigkeit und das Lehrdeputat einer Professorin ist höher als das einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin.


Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Jeder Mensch isst, und immer mehr Menschen machen sich Gedanken darüber, dass ihre Ernährung für sie, aber eventuell auch für unseren Planeten auf Dauer nicht gesund ist. Trotz diesem Wissen gelingt es vielen Menschen nicht, sich so gesund oder nachhaltig zu ernähren, wie sie das gerne würden. Indem ich meine eigene Forschung kommuniziere oder dabei helfe, die Forschung anderer WissenschaftlerInnen zu kommunizieren, möchte ich zu einer gesünderen und nachhaltigeren Ernährungsweise beitragen.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Die Nachwuchsförderung liegt mir sehr am Herzen. Ich bin deswegen Jungmitgliedervertreterin der Fachgruppe Gesundheitspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie und unterstütze den Aufbau einer Early Career Scientists Gruppe in der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Außerdem engagiere ich mich als stellvertretende Vorsitzende der Interessensgruppe Digital Health in der European Health Psychology Society und unterstütze so die Mitglieder bei der Vernetzung und dem wissenschaftlichen Austausch.
Außerdem liegt mir die Wissenschaftskommunikation sehr am Herzen. Seit Anfang diesen Jahres bin ich Moderatorin von Real Scientists DE. Zusätzlich schreibe ich auch selbst für den Blog des deutschsprachigen In Mind Magazins und betreue deren Twitter-Account.



Was erwartet dich in den nächsten 2,5 Jahren? 
Hoffentlich viele weitere spannende Forschungsprojekte rund um Ernährung und andere Gesundheitsverhaltensweisen mit den neuen KollegInnen in Bayreuth und internationalen WissenschaftlerInnen. Außerdem freue ich mich auf den Pespektivwechsel von der wissenschaftlichen Mitarbeiterin zur Professorin mit eigenen MitarbeiterInnen. Wer weiß - vielleicht ist schon bald schon eine Doktorandin oder ein Doktorand von mir hier zu Gast :)

Bitte begrüßt Laura ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, July 26, 2020

Hinter den Kulissen der Wissenschaftsjournale - Christian Schnell ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns sehr, euch unseren Kurator Christian Schnell (@NeuroSchnell) vorstellen zu dürfen! Christian arbeitet als Associate Editor im Neuroscience-Team von Nature Communications. Ursprünglich aus dem Sauerland, hat er in Göttingen in Neurophysiologie promoviert und dort auch einen ersten Postdoc gemacht. Anschlieβend hat er für drei Jahre in Cardiff (Wales) an der Huntington-Krankheit geforscht und getestet wie die Transplantation von neuronalen Stammzellen die Symptome der Krankheit in Tiermodellen bessern könnte. 2017 startete er in London seine Karriere als Editor mit Vertretungsstellen bei Nature Methods, Nature Neuroscience, und Nature Biomedical Engineering. Seit Januar 2019 ist er dauerhaft bei Nature Communications und betreut dort vor allem Manuskripte aus dem Bereich Neurophysiologie, Neurotechnologien, und Systems Neuroscience.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet? 
Abgesehen von Programmieren und Sport galt mein Interesse schon immer allem was krabbeln und fliegen konnte. Nach einem Ausflug in die Bioinformatik habe ich dann schnell festgestellt, dass mir der biologische Teil eindeutig mehr lag. Eine Freundin erzählte mir dann von ihren neurowissenschaftlichen Kursen und schnell war klar, dass ich das auch machen möchte. Schon im Studium habe ich dann alles über das Gehirn und Elektrophysiologie aufgesogen und das Patchen von Ciliaten gelernt.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort? 
Die Faszination übers Gehirn hat mich nie wieder losgelassen, ein anderes Gebiet kam für mich auch als Postdoc nicht in Frage. Nach fast zehn Jahren Arbeit im Labor war es Zeit für mich etwas Neues auszuprobieren. Ein ehemaliger Kollege berichtete mir über seine Arbeit als Editor und mir war schnell klar, dass mir dieser Job auch gefallen würde. Ich konnte weiterhin den Neurowissenschaften treu bleiben und meine tägliche Neugierde stillen. So kam ich dann über Umwege zu meinem heutigen Traumjob als wissenschaftlicher Editor.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit! 
Meine Hauptarbeit ist das Betreuen von Manuskripten, die Forscher beim Journal einreichen. Ich lese die Manuskripte, die in mein Themenspektrum fallen und schreibe einen kurzen Zusammenfassung mit den wichtigsten Ergebnissen und ob das Manuskript grundsätzlich für das Journal geeignet ist. Dann wird es entweder abgelehnt oder ich suche externe Gutachter (Reviewer) für das Manuskript, die die technischen und methodischen Details überprüfen können. Basierend auf diesen Gutachten entscheide ich dann zusammen mit meinen Kollegen, ob wir das Manuskript veröffentlichen möchten oder ob die Autoren noch Fehler beheben müssen. Dieser Prozess kann über mehrere Runden gehen. Einen groβen Teil meiner Zeit nimmt die Kommunikation per E-Mail oder Telefon mit Gutachtern oder Wissenschaftlern ein. Wir reisen auch zu vielen wissenschaftlichen Konferenzen und besuchen Forscher im Labor um mehr über ihre Arbeit zu lernen. Häufig geben wir auch Vorträge, z.B. darüber wie man Editor wird oder wie man am besten seine Arbeit bei uns einreicht.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren? 
Es ist erstaunlich zu sehen, wie wenig viele Menschen auβerhalb der Wissenschaften darüber wissen, wie Forschung (und deren Veröffentlichung) funktioniert. Dadurch gibt es viele Missverständnisse und ich denke, dass Aufklärung darüber sehr hilfreich sein kann, wissenschaftliche Erkenntnisse besser einzuordnen.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten? 
Ich programmiere nach wie vor sehr gerne. Früher habe ich viel fürs Labor programmiert und Daten schneller und besser auszuwerten. Momentan programmiere ich wieder viel an meinem E-Learning-System, das ich vor vielen Jahren mit einem Freund zusammen entwickelt habe und das durch COVID-19 wieder mehr nachgefragt wird.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest? 
Ich habe ein paar Jahre begeistert an Triathlons teilgenommen. Momentan (siehe nächster Punkt) ergibt sich leider selten die Gelegenheit zum Trainieren, aber das ist etwas was ich bei Gelegenheit wieder gerne aufnehmen würde.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)? 
Am idealen freien Tag wird bis um 11 Uhr geschlafen, ein langer Lauf gemacht, und sich im Garten beim Lesen entspannt. Momentan wecken mich zwei kleine Racker eher morgens um 7 Uhr (wenn es gut läuft) und sorgen dafür, dass keine Langeweile oder Gelegenheit zum Entspannen aufkommt. Was mindestens genauso spaβig ist wie der ideale freie Tag!

Bitte begrüßt Christian ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, July 19, 2020

Wie Licht unser Leben beeinflusst - Manuel Spitschan ist jetzt bei Real Scientists DE!

Mit großer Vorfreude möchten wir euch unseren neuen Kurator Manuel Spitschan (@mspitschan) vorstellen! Manuel ist University Research Lecturer an der University of Oxford. Ursprünglich aus Norddeutschland, hat er die meiste Zeit seines Lebens im englischsprachigen Ausland verbracht: Nach Stationen in St. Andrews (Undergraduate-Studium in Psychologie), Philadelphia (Promotion) und Stanford (Postdoc 1) arbeitet er seit September 2017 in Oxford. Im Rahmen eines Fellowships vom Wellcome Trust war er zwischenzeitlich am Zentrum für Chronobiologie in Basel tätig, mit dem er weiterhin zusammenarbeitet. Seine Forschung bearbeitet die Frage, wie Licht auf den Menschen wirkt – sowohl in Bezug auf das Sehen, als auch in Hinblick auf die “nichtvisuelle” Wirkung von Licht (z.B. Unterdrückung von Melatoninsekretion oder Verschiebung der inneren Uhr durch Lichtexposition).


Wie bist du in der Wissenschaft gelandet? 

Tatsächlich bin ich über eine glückliche Kette von meist zufälligen Umständen in der Wissenschaft gelandet. Mein Studium fing ich am University College Roosevelt in Middelburg an, das in Anlehnung an amerikanische Colleges eine Breite (Aus)bildung vorsieht. Im Sommer nach meinem ersten Studienjahr hatte ich das Glück, in einer neurowissenschaftlichen Gruppe mit Forschungsrichtung Schlaf in Amsterdam (Prof. Eus van Someren/Prof. Ysbrand van der Werf) ein Praktikum zu machen. Dies gefiel mir sehr gut. Ich habe dann die Uni gewechselt und mich auch für das Psychologiestudium entschieden.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort? 
Mein jetziges Forschungsthema ist die Wirkung von Licht auf ‘nichtvisuelle’ Funktionen, also die Synchronisierung unserer inneren Uhr mit dem Tag-Nacht-Wechsel von Licht, Einfluss von Licht auf unseren Hormonhaushalt und die Regulierung der Pupillengröße durch Licht. Dieses Thema ist unglaublich interdisziplinär, da viele Felder in der Bearbeitung der Forschungsfragen wichtig sind: Genaue Messung von Lichtbedingungen, Verständnis des Sehsystems, etc. Ich bin zur Zeit noch einer der wenigen, der mit einem Fuß in der “Vision Science” und mit dem anderen Fuß in der Chronobiologie steht.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit! 
Ich verbinde Methoden aus der experimentellen Psychologie, den visuellen Neurowissenschaften und der Chronobiologie, um die Frage “Wie wirkt Licht auf den Menschen?” zu beantworten. Dabei gehe ich integrativ vor und versuche, die besten Methoden zur verwenden, um diese Frage und weiterführende Fragen zu beantworten. Manche Studien führe ich unter sehr kontrollierten Bedingungen im Labor durch, andere im Feld.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Licht beeinflusst unsere innere Uhr und kann daher sowohl negative als auch positive Auswirkungen haben. Licht zur falschen Zeit (zum Beispiel am biologischen Abend oder in der Nacht) verschiebt den Zeiger unserer inneren Uhr. Dies kann zur Folge haben, dass wir im permanenten “Jetlag” leben und unsere Physiologie nicht mehr synchroniert ist, was langfristig zu Problemen führen kann. Andererseits kann uns Licht am Morgen einen Boost geben. Da wir alle eine innere Uhr haben und uns Licht aussetzen, ist dieses Forschungsthema quasi universell. Ein basiswissenschaftliches Verständnis von den biologischen Wirkungen von Licht ist daher sehr wichtig zum Beispiel für evidenzbasierte Empfehlungen, welchem Licht wir uns wann aussetzen sollten.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten? 
Seit 2018 bin ich Vorsitzender der fachwissenschaftlichen Gruppe “Color Technical Group” in der Optical Society, einer wissenschaftlichen Gesellschaft. Als Vorsitzender organisiere ich Symposien, soziale Events bei Konferenzen und insbesondere in letzter Zeit sehr gut besuchte kostenlose Webinars zu verschiedenen Themen im Themenfeld Licht und Farbe.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest? 
Seit einigen Jahren (nun leider wegen COVID-19 unterbrochen) gehe ich 2x in der Woche Gewichte heben (Powerlifting). Daran fasziniert mich, dass eine besondere, fast tunnelartige Konzentration notwendig ist, die ich in meiner wissenschaftlichen Arbeit manchmal beim sehr konzentrierten Programmieren erfahre.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)? 
Gut ausgeschlafen bei Sonnenlicht aufwachen, ein Spaziergang mit meinem Hund und dann Frühstück inkl. Milchkaffee mit der Lektüre von einem “Longread”, also einer längeren Reportage. Anschließend eine Wanderung (gerne mit Bergen) oder eine Radtour. Nach einem langen Tag draußen dann ein gesundes Abendessen mit einem Craftbeer.

Bitte begrüßt Manuel ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, July 12, 2020

Wissenschaft lesen lernen - Monica Gonzales-Marquez ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns sehr, euch unsere neue Kuratorin Monica Gonzales-Marquez (@aeryn_thrace) vorzustellen! Monica ist zur Zeit Gastwissenschaftlerin am Institut für Psychologie der RWTH Aachen. Ursprünglich hat sie Linguistik studiert, sich aber dann für eine wissenschaftliche Karriere in den Kognitionswissenschaften entschieden. Da sie Deutsch zwar gut versteht, aber sich beim Schreiben doch auf Englisch leichter tut, bekommt sie diese Woche Unterstützung von ihrer Kollegin Andrea Philipp. Aus dem gleichen Grund hat Monica unsere Fragen auf Englisch beantwortet*.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Did undergrad in linguistics but wanted evidence, not just theory, so I switched to cognitive science.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Open science is a social imperative. There are many inequities in science that must be remedied. Helping any way I can is my goal. Teaching to read science, a skill that is largely ignored by universities the world over, is one way I can do this.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Our work focuses on teaching to read science. Most students are never taught how to read papers, and it shows. We use a theory called cognitive narrative to help learners understand the relationship between the science that was done, and the science that was documented.

Motivation: warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
It is part of the German constitution that all citizens should be active participants in civic life. Science is a cornerstone of modern society, yet most citizens are functionally science illiterate. Our work is intended to help remedy this problem.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
I also work on a project called the Meta-Data Inventory whose goal is to create a global, searchable, open-access data-base of exhaustive scientific knowledge, much like we see on Star Trek. I also head the Empirical Methods in Cognitive Linguistics workshop. These workshop focus on teaching research methods in cognitive science in an intensive, hands-on, collaborative, open science setting.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?

Raising my child, cooking, walking, science fiction in all forms, and meeting different kinds of people.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus?
Packing a picnic and getting on a random bus or a train with my kid to have an adventure, destination unknown.

Bitte begrüßt Monica ganz herzlich bei Real Scientists DE!

* wer die Antworten lieber auf Deutsch lesen möchte kann sie sich z.B. hier übersetzen lassen (Anmerkung d. Moderatoren) 

Sunday, July 5, 2020

Das Leben ist (k)ein Disneyland - Sabrina Mittermeier ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns sehr, euch unsere neue Kuratorin Sabrina Mittermeier (@S_Mittermeier) vorzustellen! Sabrina Mittermeier hat an der LMU München in amerikanischer Kulturgeschichte promoviert. Ihre Monographie A Cultural History of the Disneyland Theme Parks – Middle-Class Kingdoms erscheint im Oktober 2020 bei Intellect und University of Chicago Press. Sie ist außerdem Mitherausgeberin von Fighting for the Future – Essays on Star Trek: Discovery (Liverpool University Press 2020) und des Routledge Handbook to Star Trek (2021), sowie mehrerer anderer Artikel zu Themenparks, Film und Fernsehen der amerikanischen, aber auch deutschen oder britischen Populärkultur. Außerdem ist sie Vorsitzende der German Popular Culture Studies Association (GPCA). Das sagt Sabrina über sich in ihren eigenen Worten:

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?

Ich habe mich nach dem Master für die Promotion entschieden, und habe mit Glück eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem DFG Projekt bekommen.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Die Tatsache, dass man in der Amerikanistik / Kulturwissenschaft Populärkultur wissenschaftlich untersuchen kann.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Ich beschäftigte mich vorrangig mit Populärkultur (Themenparks, Film und Fernsehen), aber auch viel zu LGBT* Geschichte und Public History. Ich unterrichte, schreibe und editiere Artikel und Bücher zu meiner Forschung und organisiere Veranstaltungen. Vor Corona (und hoffentlich auch bald wieder) bin ich auch viel beruflich gereist, zu internationalen Konferenzen und zu Archivrecherche.

Motivation: warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Weil Media Literacy wichtig ist – Film und Fernsehen vermitteln uns viel über die Welt, in die wir leben, und es ist wichtig, diese „lesen“ zu können, also z.B. erkennen zu können, wenn dort negative Stereotypen vermittelt werden. LGBT* Geschichte, mein anderer Hauptforschungsgegenstand, wird bis heute weder in deutschen Schulen noch an Universitäten wirklich unterrichtet, braucht aber dringend mehr Aufmerksamkeit.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich bin im Vorstand des Forum Queeres Archiv München e.V., betreue dort also ein LGBT*/queeres Archiv mit, und organisiere aber auch Ausstellungen, Lesungen o.ä. mit und mache historische Stadtführungen.  Ich habe außerdem mit einigen Kolleginnen die German Popular Culture Studies Association gegründet, die Wissenschaftlerinnen, die im deutschsprachigen Raum zu Populärkultur forschen, vernetzen soll


Wie sieht dein idealer freier Tag aus?
Urlaub in Walt Disney World oder New York.

Bitte begrüßt Sabrina ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, June 28, 2020

#WissKomm ist nicht nur ihr Hobby - Rebecca Winkels ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns sehr, euch unsere neue Kuratorin Rebecca Winkels (@Rewinkels) vorzustellen! Rebecca Winkels leitet die Strategische Kommunikation, sowie die Projekte "Die Debatte" und "Wissenschaftskommmunikation.de" bei Wissenschaft im Dialog. Zuvor war die studierte Biologin und Wissenschaftsjournalistin in unterschiedlichen Positionen innerhalb der Öffentlichkeitsarbeit bei der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren tätig. Derzeit promoviert sie nebenberuflich am KIT. Das sagt Rebecca über sich in ihren eigenen Worten:

Wie bist du in der Wissenschaftskommunikation gelandet?
Angefangen habe ich mit einem Bachelor in Biologie, um dann im Anschluss einen Master in Wissenschaftsjournalismus an der City University London zu absolvieren. Im Anschluss daran habe ich dann eine gewisse Zeit als Freelancerin gearbeitet, bevor ich endgültig in die Wissenschaftskommunikation gewechselt bin. Nebenbei promoviere ich am KIT in Wissenschaftskommunikation.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Ich habe relativ schnell gemerkt, dass ich nicht dauerhaft in einem Bereich forschen möchte, sondern mich Wissenschaft als solches begeistert und ich lieber in einem Bereich arbeiten möchte, indem man viele Einblicke in unterschiedliche Themenfelder erreicht. Genau das ist in meinem aktuellen Job der Fall.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Ich finde es super wichtig, dass Menschen mehr über Wissenschaft erfahren und vor allem auch verstehen, wie Wissenschaft funktioniert und wer hinter ihr steht. Besonders spannend an meinem Job ist die Themenvielfalt mit der man sich beschäftigt. Eigentlich sieht kein Tag aus wie der andere. Man kann viele neue Dinge entwickeln und anstoßen und spricht ständig mit anderen Menschen über ihre große Leidenschaft.


Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Neben meinem Job bei WiD lese ich ehrenamtlich Kindern im Tierpark vor und leite gemeinsam mit Jörg Weiss den Berliner Stammtisch Wissenschaftskommunikation.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Neben reisen, lesen und Theater interessiere ich mich insbesondere auch für Fussball und habe mein Studium mit einer Trainertätigkeit bei Holstein Kiel mitfinanziert. Von den Mädchen die ich damals trainiert haben spielen heute zwei in der ersten Liga und einige andere haben in Jugendnationalmannschaften gespielt.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus?
Vor allem findet er nicht alleine sondern mit Freunden statt. Und dann kommt es ganz drauf an, worauf wir gerade so Lust haben. Im Sommer natürlich meistens draußen, im Winter gehe ich gerne und viel ins Theater oder ins Museum, aber Abwechslung ist mir auch an freien Tagen wichtig, sodass kaum ein Tag aussieht wie der andere.

Bitte begrüßt Rebecca ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, June 21, 2020

Wie in Trance - Barbara Schmidt ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns sehr, euch unsere neue Kuratorin Barbara Schmidt (@NeuroBarbara) vorzustellen! Barbara ist eine begeisterte Neurowissenschaftlerin und forscht zu Hypnose, Entscheidungsverhalten und deren neuronalen Grundlagen an der Uni Jena. Außerdem engagiert sie sich für bessere Bedingungen für Promovierende und ist stellvertretende Jungmitgliedervertreterin in der Sprecherguppe der Fachgruppe Biologische Psychologie und Neuropsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs). Das sagt Barbara über sich in ihren eigenen Worten:

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?

Ich habe zu Beginn meines Studiums ein Praktikum gemacht bei einer Therapeutin, die unter anderem Biofeedback angeboten hat. Dort habe ich Einblicke in EEG und die Behandlung von Wachkomapatient*innen, Schlaganfallpatient*innen und Patient*innen mit diversen psychischen Störungen bekommen. Das hat mich so fasziniert, dass ich, zurück an der Universität, in einem Forschungspraktikum mein erstes eigenes EEG Experiment durchgeführt habe, das ich dann auch publiziert habe. Dieser ganze Prozess hat mich total begeistert und so habe ich beschlossen, Forscherin zu werden.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Mir wurde eine Stelle in einem DFG Projekt zum Thema Hypnose angeboten und ich fand das Thema sofort spannend. Und das obwohl ich am Anfang auch skeptisch war. Es hat einfach so unfassbar gut funktioniert und ich habe in meinen Studien die größten Effekte auf Verhalten und Gehirnaktivität gefunden, die ich jemals gesehen habe. Und das Gute ist: Es gibt noch so viel zu erforschen! Hypnose lässt sich in so vielen Gebieten einsetzen, von der Reduktion von Angst bei Patient*innen in der Intensivstation bis zur Steigerung der Gedächtnisleistung bei Studierenden.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Ich forsche hauptsächlich im EEG Labor, aber auch mehr und mehr in Settings wie in der Intensivstation, bei Sportler*innen vor akuten Wettkampfsituationen oder jetzt auch seit Corona neu in online Studien. Ich bin gespannt, ob die Hypnose auch wirkt, wenn ich als Person nicht anwesend bin und die Probanden nur meine Stimme hören.

Motivation: warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Die Hypnose bietet erstens viele Möglichkeiten, das eigene Wohlbefinden und die eigene Leistungsfähigkeit zu verbessern und zweitens liefert sie ein sehr positives Bild des Menschen. In der Hypnose geht man davon aus, dass die Person alles in sich trägt was sie braucht, sie muss nur lernen, ihre Ressourcen zu aktivieren. Das ist eine sehr positive Sichtweise, die gerade in der heutigen Zeit sehr hilfreich ist. Es macht mich traurig zu sehen, wie viel Druck sich viele Menschen machen und vor allem wie viel Angst sie haben. Die Hypnose bietet da eine ideale Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen und wieder Vertrauen in die eigenen Stärken und generell Zuversicht zu entwickeln.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ja, das kann man wohl sagen. Ich bin nämlich aktiv als Jungmitgliedervertreterin der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs), und zwar in der Fachgruppe Biologische Psychologie und Neuropsychologie, die aus über 600 deutschen Wissenschaftlern besteht. Dort habe ich zum Beispiel letzten Freitag einen digitalen Posterblitz mit 130 Teilnehmern organisiert, bei dem zehn ausgewählte Jungwissenschaftler*innen ihre aktuellen Forschungsergebnisse vorgestellt haben. Wir engagieren uns generell für bessere Bedingungen für junge Wissenschaftler und sorgen auch für Sichtbarkeit und Anerkennung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich mache viel Sport, zur Zeit Yoga, Bootcamp, BoxFit und TaeBo. Außerdem spiele ich Querflöte und Piccoloflöte im Orchester, da haben wir einmal pro Jahr ein Projekt in München, wo wir schon tolle Programme aufgeführt haben. Außerdem habe ich einen Garten, der mich sehr freut und der gerade wächst und gedeiht.


Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Ich gehe gerne wandern oder spazieren, kaufe gute Dinge auf dem Markt ein und nehme mir viel Zeit zu kochen. Außerdem treffe ich sehr gerne meine Freunde. Das habe ich jetzt in der Corona Zeit stark vermisst. Wir telefonieren zwar viel, aber das ersetzt nicht das persönliche Treffen. Das wird jetzt hoffentlich wieder besser.

Bitte begrüßt Barbara ganz herzlich bei Real Scientists DE!