Sunday, January 11, 2026

Renaissance, zeitgenössische britische Literatur und die Rolle von Piraten auf der Theaterbühne! Susanne Gruß ist jetzt bei Real Scientists DE!

 Susanne Gruß in der Vorlesung zu PiratenDiese Woche freuen wir uns auf unsere Kuratorin Susanne Gruß (@susannegruss.bsky.social)! Susanne ist Anglistin und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Renaissance und mit zeitgenössischer britischer Literatur und Kultur. Seit April 2024 ist sie Professorin für Englische Literaturwissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Davor war sie nach Vertretungen an den Universitäten Frankfurt/Main, Passau und Bonn Professorin für Englische Literatur und Kultur (mit Schwerpunkt Gender und Queer Studies) an der Universität zu Köln. Studiert (Lehramt für Gymnasium und Magister im Doppelstudium), promoviert und habilitiert hat sie an der FAU Erlangen-Nürnberg. In ihren Spezialgebieten konzentriert sie sich insbesondere auf frühneuzeitliche Kultur und Drama (v.a. Rachetragödien und Tragikomödien), Kollaboration im Theater, frühneuzeitliche Piraterie und Recht und Literatur auf der einen Seite; auf der anderen arbeitet sie zu Gender Studies und feministischer Theoriebildung, Neoviktorianismus (und kulturellen Aneignungen des 19. Jahrhunderts), den kulturellen und literarischen Implikationen der Welt der Pilze, sowie seit Kurzem auch zur Darstellung von Hexenfiguren. In beiden Forschungsfeldern interessiert sie sich für Populärkultur und Fragen von Kanonisierung und Genre.

 

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?

Wie viele der Menschen in meinem Umfeld durch eine Mischung aus Zufall, Glück und Sturheit. Als ich angefangen habe zu studieren, hatte ich noch nie darüber nachgedacht, dass „Professorin“ ein echter Beruf ist. Mein Vater war Lehrer, ich bin also in einem bildungsbürgerlichen Haushalt aufgewachsen und habe (Achtung, Klischee) schon immer gerne gelesen. Studiert habe ich dann zunächst Englisch und Deutsch auf Lehramt (mit Erweiterungsfach Geschichte), hatte aber eigentlich den vagen Plan, Journalistin zu werden. Den habe ich dann schnell wieder verworfen, und obwohl ich zu Beginn meines Studiums als Lehrerstochter nie Lehrerin werden wollte, fand ich die Schulpraktika überraschend spannend. Viel spannender allerdings waren für mich von Anfang an insbesondere die literaturwissenschaftlichen Kurse in Anglistik, und dann hatte ich riesiges Glück: mir wurde nach Abschluss des Magisters eine volle Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin zur Promotion angeboten. Wie selten das ist, ist mir erst nach einer Weile bewusst geworden. Ich habe dann parallel zur Stelle trotzdem noch mein erstes Staatsexamen gemacht (als Sicherheitsnetz), aber schnell festgestellt, dass die Kombination aus literatur- und kulturwissenschaftlicher Forschung und universitärer Lehre für mich ein Volltreffer ist. Nach Promotions- und Habilitationszeit (in der ich auch zwei Kinder bekommen habe) hatte ich dann tatsächlich das Glück, ziemlich schnell eine erste und dann eine zweite, meine jetzige Professur zu bekommen.

 

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?

Ich bin noch mit einem sehr kanonischen Verständnis von Literatur aus der Schule gekommen – große, wichtige (männliche, weiße, tote) Autoren. Dass an der Universität dieser Kanon v.a. in der Anglistik/Amerikanistik hinterfragt und aufgebrochen wurde, hat mich fasziniert. Bei einem Auslandsjahr am Trinity College in Dublin ist mir dann zum ersten Mal Literaturtheorie untergekommen, das war eine ganz neue, fordernde und spannende Herangehensweise an Literatur für mich, die inzwischen ganz selbstverständlicher Teil des Studiums ist. Außerdem wurden parallel zu meinem Studium und meiner Promotionszeit in der Anglistik im deutschsprachigen Raum die Cultural Studies als neue Subdisziplin etabliert. Nicht nur literarische Werke, sondern auch (pop)kulturelle Phänomene als Texte verstehen und analysieren zu können und damit etwas über eine Kultur und die Ideologien, die sie unterfüttern, zu lernen, finde ich nach wie vor produktiv und aufschlussreich. Aktiv zu gestalten, wie sich unser Blick auf (historische) Texte verändert, ist ein weiteres Privileg meines Jobs. Ich habe heute z.B. ein ganz anderes Bild vom Theater der Shakespeare-Zeit als noch vor 15 Jahren, weil archäologische Forschung oder das Arbeiten mit den Repertoires einzelner Theatergruppen unser Verständnis korrigieren und erweitern.

 

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!

Mich interessieren sehr häufig widerständige Figuren: In der frühen Neuzeit habe ich die Rolle von Piraten auf der Theaterbühne in den Blick genommen. Dort werden sie nicht nur für Abenteuer auf dem Meer eingesetzt, sondern auch, um Recht und politische Systeme kritisch zu hinterfragen. In der zeitgenössischen Literatur beschäftige ich mich gerade mit Hexen, die eine ähnliche Funktion haben: insbesondere Hexen in historischen Romanen werden oft dazu benutzt, ein kritisches Schlaglicht auf die Position von Frauen heute zu werfen. Dabei stelle ich mir begleitend Fragen nach der Funktion von Genres und Produktionsbedingungen: Wie wirkt sich die Struktur eines Textes darauf aus, wie wir ihn lesen? Inwiefern unterscheidet sich ein Stück, das für ein Open Air-Theater wie das Globe in London geschrieben wurde, von einem, das für eine Innenbühne konzipiert wurde?

 

Motivation: Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?

Weil die literatur- und kulturwissenschaftliche Beschäftigung mit Texten so viel mehr ist als „Spaß am Lesen und Texte verstehen haben“. Über das Verstehen von Texten lernen wir etwas über Gesellschaften sowie über kollektives und kulturelles Gedächtnis. Mit einer Freundin und Kollegin arbeite ich beispielsweise gerade an einem Projekt zur Rolle von kollaborativem Schreiben und Arbeiten in der frühen Neuzeit und darüber hinaus. Das klingt vielleicht erst einmal nicht relevant für den Alltag, aber unser Verständnis von Autorschaft ist an eine Fiktion von Einzelautorschaft geknüpft. Wenn wir Kollaboration als Regelfall kultureller Praxis positionieren, ändert sich auch unser Verständnis davon, was „ein Text“ ist und unsere Wertung davon, was wir als „guten“ oder „wichtigen“ Text ansehen.

 

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?

Ich bin (Mit)Herausgeberin von mehreren wissenschaftlichen Zeitschriften – das ist viel Arbeit, die häufig unsichtbar bleibt. Gleichzeitig behalte ich dadurch einen Überblick über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen, die mich interessieren (die Renaissance, Neoviktorianismus, Feminismus und Gender Studies).

 

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?

Weil die Arbeit an geisteswissenschaftlichen Projekten manchmal erst nach Jahren greifbare Ergebnisse bringt (in der Form von Sammelbänden, Zeitschriftensonderheften oder Aufsätzen), beschäftige ich mich gerne mit Dingen, die schnell sichtbare, materielle Ergebnisse haben. Ich häkle und stricke (nicht gut, aber mit Enthusiasmus) oder dekoriere und zeichne in ein Bullet Journal. Nichts davon mache ich besonders professionell, aber ich freue mich trotzdem über die Ergebnisse.

 

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forschende sind ja auch nur Menschen)?

Mein perfekter Tag wäre in erster Linie faul – aber mit zwei Kindern klappt das eher selten. Deshalb vielleicht ein ganz klassischer Familientag ganz ohne Haushalt und organisatorischen Balanceakt: ein bisschen im Bett lesen, ein ausgiebiges Frühstück, ein kleiner Ausflug und dann ein gemeinsamer Film. 


Bitte begrüßt Susanne ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, January 4, 2026

KI zur Bilddatenverarbeitung in der Biomedizin! Joana Grah ist jetzt bei Real Scientists DE!

Joana Grah auf dem Soapbox Science Event
Foto © Soapbox Science Berlin
 Diese Woche freuen wir uns auf unsere Kuratorin Joana Grah (@joanagrah.bsky.social)! Joana ist Mathematikerin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin und stellvertretende Fachgebietsleitung in der Bildanalyse am Zentrum für Künstliche Intelligenz in der Public Health-Forschung am Robert Koch-Institut in Berlin/Wildau. Sie hat Mathematik (BSc und MSc) an der Uni Münster studiert und an der University of Cambridge, UK, zu mathematischen Bildverarbeitungs-Tools für die Krebsforschung promoviert. Danach hat sie als Postdoc am Alan Turing Institute in London, UK, zu computergestützter personalisierter Brustkrebsvorsorge und anschließend an der Technischen Universität Graz, Österreich, zu Variationsnetzwerken für Denoising und Demosaicing geforscht. Sie war außerdem als freiberufliche Beraterin zu Digitalisierung und KI im Rahmen der Steiermark Schau am Kunsthaus Graz tätig. Danach hat sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Heine Center for Artificial Intelligence and Data Science and der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf gearbeitet. Dort entwickelte sie den KI-Campus Online-Kurs „KI für alle“, gab Programmier- und KI-Workshops für Wissenschaftler*innen an der HHU, und entwickelte den KI-Podcast „Inside HeiCAD“ und die YouTube-Serie „Heine und Lovelace fragen nach“. Seit April 2023 ist sie in Berlin am RKI.

 

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Durch viel Zufall, Glück und auf mein Bauchgefühl Hören würde ich sagen. Ich hatte nie diesen lebenslangen Traum schon als Kind Wissenschaftlerin zu werden. Ich bin in einem nicht-akademischen Haushalt aufgewachsen, war aber schon immer sehr gut in der Schule und hatte Spaß daran, neue Dinge zu lernen. Als dann die Entscheidung anstand, was ich nach dem Abi mache, bewarb ich mich für Studiengänge, die verwandt mit Schulfächern waren, die ich immer cool fand, also Sprachen und Mathe. Ich habe mich dann aus dem Bauch heraus für Mathe in Münster entschieden. Das Studium war alles andere als leicht für mich, aber je weiter ich kam, desto mehr Spaß hatte ich an den Inhalten und desto mehr merkte ich, wofür die ganzen Grundlagen eigentlich gut waren und wie befriedigend es ist, diese Dinge auf reale Problemstellungen anzuwenden. Daher spezialisierte ich mich auch auf Statistik und angewandte Mathe und schrieb meine Masterarbeit in der Bildverarbeitung. Dafür verbrachte ich ein halbes Jahr in der Arbeitsgruppe und mit der Professorin in Cambridge, bei der ich auch im Anschluss meinen PhD gemacht habe, und fühlte mich sofort wohl dort. Danach gab es dann immer tolle Angebote und Projekte, sodass ich nie das Bedürfnis hatte, mir einen Job außerhalb der Wissenschaft zu suchen. Heute bin ich überzeugt davon, dass es der perfekte Beruf für mich ist.


Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?

Mathe spielt tatsächlich in so gut wie allen anderen Forschungsfeldern - manchmal sehr offensichtlich, aber manchmal auch gut versteckt - eine Rolle. Das Tolle am Mathestudium ist, dass man sich durch die Theorie so eine Art Toolset aneignet und Methoden lernt, die man dann später in vielen verschiedenen Gebieten anwenden kann. Mein Forschungsschwerpunkt war immer die Bildverarbeitung. Das Schöne daran ist, dass auch Bilder als Daten ja in den verschiedensten Bereichen auftreten können, z.B. in der Astronomie, in der Kunstgeschichte, in den Materialwissenschaften, in der Medizin oder in den Pflanzenwissenschaften. Dadurch wird es nie langweilig. Mein Herz schlägt aber definitiv am Meisten für Anwendungen in der Biologie und Medizin, d.h. dort können Daten z.B. Mikroskopiebilder, CT-/Röntgenaufnahmen oder MRT-Bilder sein. Im letzten Jahrzehnt hat sich das Feld der Bildverarbeitung durch die Popularität von Methoden der so genannten Künstlichen Intelligenz ziemlich schnell verändert und weiterentwickelt. Gestartet bin ich in meiner Masterarbeit und Promotion mit mathematischen Bildverarbeitungsmethoden, aber dann habe ich mich immer mehr auch mit KI bzw. maschinellem Lernen beschäftigt. Es ist total spannend und ein großes Privileg, hautnah mitzubekommen, wie sich ein ganzes Forschungsfeld in Echtzeit verändert. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass KI nie wirklich “traditionelle” Methoden ablösen wird, sondern dass vernünftige, nachhaltige, faire, erklärbare und für die Gesellschaft nützliche Lösungen eine Kombination aus beidem sein werden.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Ich arbeite zur Zeit an verschiedenen Projekten, die natürlich alle als gemeinsamen Nenner Bilddaten beinhalten, und versuche entweder, ausgehend von einer biologischen oder medizinischen Fragestellung KI-Methoden zu entwickeln, oder umgekehrt die Methodik für eine bestimmte Problemstellung in der Bildverarbeitung zu verbessern oder weiter zu entwickeln und dann auf Probleme in der Biomedizin anzuwenden. Im Moment arbeite ich mit Lichtmikroskopiebildern, wo man je nach Mikroskopietechnik lebende Zellen beobachten und z.B. morphologische Unterschiede untersuchen kann oder einzelne Zellbestandteile einfärben und sichtbar machen kann. Mit Hilfe von Bildverarbeitung kann man dann beispielsweise Zellen automatisiert erkennen, klassifizieren oder segmentieren, also Objekte einzeln präzise erfassen. Eine weitere Modalität, mit der wir viel arbeiten, ist die Elektronenmikroskopie. Diese erreicht noch höhere Auflösungen als Lichtmikroskopie und kann z.B. Viren sichtbar machen. Seit Kurzem hab ich auch ein Projekt, das in der Radiologie angesiedelt ist. Dort versuche ich, Krebs in Computertomographie (CT)-Bildern des Abdomens automatisiert zu erkennen.

Motivation: Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Ich glaube, alleine das Buzzword “KI” erregt schon automatisch sehr viel Aufmerksamkeit. Das ist nicht immer gut, weil ich nicht immer mit der Darstellung von KI in der Öffentlichkeit einverstanden bin. Ich finde, es gibt zu viel Hype sowohl was die Möglichkeiten und Chancen von KI betrifft - es gibt immer noch keine AGI (artificial general intelligence), also KI, die diverse menschliche Fähigkeiten übersteigt und nicht nur eine bestimmte Aufgabe besser und schneller lösen kann - als auch bezüglich ihrer Risiken, während die wirklichen Herausforderungen, mit denen wir uns intensiv beschäftigen sollten, in der Regulierung und den gesellschaftlichen Konsequenzen von KI liegen. Es gibt viele Themen, die in meinen Augen zu wenig diskutiert werden, z.B. die unverhältnismäßig große Macht von großen Konzernen, die damit einhergehende ungleiche Verteilung von Ressourcen wie GPUs (Grafikkarten), die für große Modelle benötigt werden, die Ausbeutung von Natur und Menschen, die psychosozialen Konsequenzen, und viele mehr. Daher ist es umso wichtiger, aufzuklären und gute Wissenschaftskommunikation zu betreiben.

Am ZKI-PH betrachten wir das Thema KI für Public Health ganzheitlich, passend zum “One Health”-Ansatz. Es gibt neben der Bildanalyse Arbeitsgruppen zum Thema Phylogenomik, zur Klima- und Gesellschaftsanalytik und zur Visualisierung, und die Erklärbarkeit von Methoden und Kommunikation nach außen bildet einen Schwerpunkt. In meinen aktuellen Projekten können zum einen durch die automatisierte Analyse am Computer viel Zeit, Kosten und Personalressourcen gespart werden. Zum anderen unterstützen die Analysen und Ergebnisse die biomedizinische Forschung, indem z.B. die Wirksamkeit von Medikamenten verifiziert werden kann oder einzelne Beobachtungen wie etwa zu morphologischen Veränderungen generalisiert werden können.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
In meiner Freizeit betreibe ich seit 5 Jahren mit einem fantastischen Team die Plattform “Her Maths Story”. Wir haben eine Website (https://hermathsstory.eu) und sind auf fünf Plattformen in den sozialen Medien unterwegs (Bluesky, Mastodon, LinkedIn, Instagram und Facebook). Alle zwei Wochen veröffentlichen wir eine neue Story, die von einer Frau in der Mathematik erzählt wird. Dabei teilen sie ihren persönlichen Weg in die Mathematik, ihre Erfahrungen als Frau in einem leider immer noch von Männern dominierten Forschungsfeld und erzählen davon, was sie beruflich machen. Unser Ziel ist es, Frauen in der Mathematik sichtbarer zu machen und dadurch Menschen zu erreichen, die sich in ähnlichen Situationen weniger alleine fühlen und vielleicht sogar motiviert werden, eine Karriere in der Mathematik anzustreben oder weiterzuführen.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich tanze schon seit ich 4 Jahre alt bin und für mich ist das einfach immer ein toller Ausgleich zum Alltag, bei dem ich mich sportlich, mental und sozial betätigen kann. Das beinhaltet alles von Contemporary, Dancehall oder Modern Dance Stunden über Social Dancing wie Salsa bis hin zu Tanzen in einem Berliner Club.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forschende sind ja auch nur Menschen)?
Ich kann ausschlafen und ausgiebig Brunchen, danach gehe ich (aktuell im Schnee!) mit meinem Partner und unserem Hund im Grunewald spazieren, um dann Zuhause gemeinsam Zeit zu verbringen und den Tag mit einer Yoga- oder Tanzstunde ausklingen zu lassen.


Bitte begrüßt Joana ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, December 7, 2025

Die Entwicklung sozialer Kognition bei Kindern! Laura Schlingloff-Nemecz ist jetzt bei Real Scientists DE!

Portraitbild von Laura Schlingloff-Nemecz

Diese Woche freuen wir uns auf unsere Kuratorin Laura Schlingloff-Nemecz (@laurasn.bsky.social)! Laura ist Kognitionswissenschaftlerin und Entwicklungspsychologin. Nach einem BA in Philosophie an der FU Berlin mit Auslandsjahr an der U Chicago studierte sie im Master an der Berlin School of Mind and Brain. Danach promovierte sie an der CEU in Budapest und Wien (PhD in Cognitive Science). Seit Sommer 2024 arbeitet sie als Postdoc im iSearch Lab an der TU München. Sie erforscht die soziale Kognition von Kindern.

 

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?

Ich bin gerade Postdoc in einem befristeten Arbeitsvertrag, der noch etwa 2 Jahre geht. Es hat sich nie angefühlt, als würde ich bewusst eine wissenschaftliche Karriere planen - dafür war und bin ich zu pessimistisch (bzw. realistisch). Irgendwie hat sich aber bei jedem Schritt immer eine gute Gelegenheit ergeben, was viel zu tun hatte mit Glück und mit Unterstützung durch großartige Mentor*innen. Ich bin aber natürlich nicht willkürlich hier reingerutscht. Lesen, tüfteln, diskutieren, Neues herausfinden hat mir schon immer unheimlich Spaß gemacht, und ich empfinde es als riesiges Glück, dass ich meine Zeit damit verbringen kann und dafür bezahlt werde. Es spielt sicher auch eine Rolle, dass in meiner Familie einige in der Wissenschaft gearbeitet haben (academic nepo baby…) - da war immer eine Begeisterung für Forschung, die mich geprägt hat.

 

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?

Gegen Ende der Schulzeit haben mich Philosophie und Psychologie interessiert, ich habe aber auch total gern mit Kindern gearbeitet, zum Beispiel als Nachhilfelehrerin, Praktikantin im Kindergarten und als Au Pair. Über ein paar Umwege habe ich es geschafft, diese verschiedenen Bereiche unter einen Hut zu bringen: Ich erforsche die kognitive Entwicklung von Kindern, insbesondere die soziale Kognition. 

In dem Feld haben sich in den letzten Jahren einige spannende Dinge getan, und einige etablierte Annahmen (zum Beispiel, dass in den Köpfen von Babys noch nicht allzu viel passiert, bevor sie eine Sprache lernen) wurden über den Haufen geworfen. Fragen nach den Ursprüngen unseres Denkens sind wahnsinnig knifflig, sowohl theoretisch als auch im Hinblick auf ihre empirische Überprüfbarkeit (woher weiß man, was ein kleines Kind denkt - und was ist überhaupt eigentlich Denken?), haben aber auch weitreichende Folgen für andere Bereiche der Kognitionswissenschaft und darüber hinaus. Außerdem macht es aber auch einfach sehr viel Spaß, mit Kindern zu arbeiten: Manchmal scheint ihr Geist wirklich ganz anders zu ticken als unserer, andere Male bin ich überrascht, wie schlau und kreativ schon die ganz Kleinen sein können.

 

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!

In meiner Dissertation habe ich mich damit beschäftigt, wie Babys und Kinder die Verhaltensweisen anderer begreifen und welche Rückschlüsse sie aus solchen Beobachtungen ziehen - zum Beispiel darüber, welche Ziele jemand verfolgt oder welche Charaktereigenschaften er hat. Gerade interessiert mich sehr, wie Kinder aktiv Informationen über andere in Erfahrung bringen. Die Forschungsgruppe iSearch, in der ich jetzt arbeite, erforscht Themen wie das aktive Lernen, die Exploration und Neugier von Kindern. Ich möchte wissen, ob und wie diese Tendenzen und Fähigkeiten auch in der sozialen Kognition eine Rolle spielen, zum Beispiel wenn man neue Interaktionspartner*innen kennenlernt. Um diesen Fragen nachzugehen, führe ich Verhaltensexperimente durch, bei denen Kinder zum Beispiel an einem Spiel teilnehmen oder sich Videos anschauen, und ich dann ihre Antworten oder Reaktionen untersuche. 

 

Motivation: Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?

Ein Verständnis von den Ursprüngen und der Entwicklung unserer Kognition kann uns helfen, besser zu verstehen, warum wir Menschen so sind, wie wir sind - neugierig, sozial, (manchmal) intelligent, (manchmal) altruistisch. Ich fände es außerdem toll, wenn Leute zu schätzen wissen, was für eine unheimlich spannende und wichtige Zeit die Kindheit ist. Dieses Thema verdient Beachtung, nicht nur von Eltern und Pädagog*innen.

 

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?

Ich habe selber eine 3-jährige Tochter, daher sind gerade nicht so viele Kapazitäten für zusätzliches da. Als Teil meines Jobs, also eigentlich nicht extern, arbeite ich mit dem Deutschen Museum in München zusammen: Dort dürfen wir Testungen für unsere Studien durchführen, aber ich wirke auch bei verschiedenen Outreach-Projekten mit, die sich an Familien mit Kindern richten.

 

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?

Siehe oben re: Tochter: Ich möchte nach der Arbeit so viel Zeit wie möglich mit ihr und meiner Frau verbringen, deshalb sind persönliche Hobbies zurzeit tendenziell nicht ganz oben auf der Prioritätenliste. Ich bin gern kreativ, z.B. in der Küche, mit Handarbeiten oder Musik - das ist ein guter Ausgleich zum eher verkopften Arbeitsalltag. 

 

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forschende sind ja auch nur Menschen)?

Ein gemütlicher Brunch mit meiner Familie, dann gemeinsam raus in die Natur: zum Beispiel eine Wanderung in den Bergen. Zum Abendessen ein kompliziertes Gericht kochen (dafür ist leider meistens viel zu wenig Zeit), und abends, wenn das Kind schläft, mit Frau und Freund*innen in eine Kneipe. 



Bitte begrüßt Laura ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, November 30, 2025

Sprachwissenschaft und KI, im Kontext der Arbeitsgeschichte! Hagen Blix ist jetzt bei Real Scientists DE!

Hagen Blix Portraitfoto
Diese Woche freuen wir uns auf unseren Kurator Hagen Blix (@hagenblix.bsky.social)! Hagen ist Kognitionswissenschaftler und Linguist in New York. In seiner Dissertation ging es vor allem um Syntax, und die Frage was die kleinsten Bausteine der Sprache sind, aber in den letzten Jahren hat er vor allem an künstlicher Intelligenz und deren politischer Ökonomie gearbeitet. Mit Ingeborg Glimmer hat er gerade das Buch Why We Fear AI veröffentlicht.

 

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?

Mich hat eigentlich immer schon interessiert "was die Welt im Innersten zusammenhält". Und wahrscheinlich hatte ich viel Glück, dass mir die Neugierde darüber, wie Dinge funktionieren, mit denen ja die meisten Kinder der Welt erstmal begegnen, weder abhandengekommen, noch ausgetrieben worden ist.


Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?

Ich bin eigentlich Kognitions- und Sprachwissenschaftler, und in den letzten Jahren hat mich interessiert, was das Verhältnis zwischen Kognition und künstlicher Intelligenz ist. Zum einen sind das ganz direkte Fragen davon, was Sprachmodelle eigentlich machen, welche Teile von Sprache sie modellieren, was für Informationen in diesen Modellen eigentlich drin stecken. Da kann man Erkenntnisse aus der Kognitionswissenschaft nutzen und damit die KI selbst untersuchen.

Als Sprachwissenschaftler hat man bis dato tendenziell eher Nischenforschung betrieben - aber in dem Moment wo Natural Language Processing oder Computerlinguistik ein Teil des ganzen KI-Komplexes werden, steht man plötzlich auch vor gesellschaftlichen Fragen. Was heißt da überhaupt "Intelligenz", hat das hier mit Fragen von Kognition zu tun, oder ist das eher eine Frage davon, wie unsere Gesellschaft organisiert ist? Was für Effekte hat das, wenn wir jetzt die Produktion von Sprache teilautomatisieren können? Und da fangen Felder wie z.B. Science and Technology Studies eine Rolle zu spielen.

Und weil ich glaube, dass die Geschichte zeigt, dass Wissenschaftler die gesellschaftlichen Effekte ihrer Forschung ernst nehmen müssen, bin ich gerade an diesem Spannungsfeld interessiert, daran, was man die politische Ökonomie von KI nennen könnte.


Erzähle uns etwas über deine Arbeit!

Gemeinsam mit Ingeborg Glimmer habe ich gerade ein Buch geschrieben, Why We Fear AI. Da gehen wir solchen gesellschaftlichen Fragen zur KI nach. Warum sagen selbst Leute, die die KI programmieren, dass sie nicht verstehen, warum oder wie sie funktioniert? Wenn ein Sprachmodell eine Textsammlung modelliert, was wird da eigentlich als "normaler Text" festgeschrieben? Welche Kriterien bestimmen eigentlich, wo in der Gesellschaft oder an Arbeitsplätzen Informationsverarbeitung stattfindet? Hat das nur was mit Effizienz zu tun, oder auch mit Löhnen, oder sogar Macht?

Ein zentrales Argument in unserem Buch ist, dass man KI im Kontext der Geschichte von Arbeitskämpfen verstehen muss. Da geht es zum Beispiel darum, ob gewisse Fähigkeiten Mitarbeitenden oder einer Technologie wie KI zugeschrieben werden können, und darum, wer Kontrolle über bestimmtes Wissen hat, wer das beeinflussen kann, usw. Und mindestens seit dem Aufkommen des Taylorismus hat man das auch mit den Instrumenten der Wissenschaft zu beeinflussen versucht. Da verschränken sich dann Management und Vermessung der (Arbeits-)Welt, und der Taylorismus schlägt damals schon vor man müsse alles Wissen davon, wie Arbeitsprozesse funktionieren, zusammenhängen, und in welche Teile sie zerfallen, im Management konzentrieren. Da geht's natürlich darum, einzelne Leute ersetzbar zu machen, Kontrolle auszuüben, und Löhne zu reduzieren. 

Für Wissenschaftler ist das eigentlich harter Tobak, weil es darum geht, Wissenschaft zu verwenden, um Wissen unzugänglich, oder zumindest unnütz für Individuen zu machen. Und wenn KI in dieser Tradition steht, wirft das einiges an Fragen auf, zu den Rollen von Wissen und Wissenschaft in der Gesellschaft, die wir alle demokratisch diskutieren müssen.


Motivation: Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?

Rein als Linguist würde ich sagen, weil Sprache ein faszinierender Teil dessen ist, was uns als Mensch ausmacht. Als jemand der in den letzten Jahren zu diesen eher gesellschaftlichen Fragen gearbeitet hat, die ich gerade beschrieben habe: Weil wir dringend gesellschaftliche Reflektionen und Debatten brauchen; sonst machen das ein paar Leute in Venture Capital Bereich, und ein paar Silicon Valley Milliardäre unter sich aus.


Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?

Dies und das, aber nichts, was gerade interessant für andere wäre.


Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?

Ich lese gerne, spiele auch gerne mal Computerspiele (gerade zum zweiten Mal Disco Elysium). Vielleicht das eigenartigste Hobby: Meine Frau und ich übersetzen gerade Wittgensteins Traktatus neu ins Englische.


Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forschende sind ja auch nur Menschen)?

Ein paar Stunden in einem der botanischen Gärten in New York spazieren, für ein, zwei Stunden ein gutes Buch lesen, und abends mit Freunden ein Bierchen trinken.



Bitte begrüßt Hagen ganz herzlich bei Real Scientists DE!

 

Sunday, November 23, 2025

Von Evolutionsbiologie und Ameisenpsychologie - Volker Nehring ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns auf Volker Nehring. Volker (@volkernehring.bsky.social) ist Evolutionsbiologe und untersucht Koevolution von Parasiten und Wirten, Evolution von Sozialverhalten und chemische Kommunikation bei Arthropoden. Bisher hat er sich hauptsächlich mit Totengräberkäfern und ihren phoretischen Milben sowie Blattschneiderameisen und ihren Sozialparasiten beschäftigt. Eigentlich interessiert ihn aber alles.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Ich glaube ich habe nie etwas anderes gemacht als geforscht, habe mich schon immer für Naturwissenschaften interessiert. Ich fand es immer faszinieren, Dinge zu sehen oder herauszufinden, von man oberflächlich betrachtet nichts ahnt.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Vermutlich ist für Kinder der Zugang zur Wissenschaft über Viehzeug wesentlich seichter als wenn man sich mit theoretischer Physik beschäftigt. Letztendlich war es eine Kette von “ah, klingt interessant, will ich mal ausprobieren”-Events. Zum Beispiel gab es in meinem Studium 
soziale Insekten nur am Rande und ich habe dann mal bei jemanden, der mit ihnen arbeitet, ein Praktikum machen wollen. Später bin ich dann für die Doktorarbeit ins gleiche Labor gegangen. Ich habe mich auch früh für Evolutionsbiologie interessiert, spätestens ausgelöst durch die früheren Dawkins-Bücher.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Ich bin gewissermaßen Ameisenpsychologe. Was denken die Ameisen und wieso sind es so viele? Mich interessiert Variation zwischen Individuen im Allgemeinen (warum sind wir nicht alle gleich?) und Verhaltensvariation im Speziellen. Wie sehr werden Handlungen durch Unterschiede in der Wahrnehmung beeinflusst und wie sehr durch Entscheidungsregeln?

Motivation: Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Weil sie interessant ist? Aber wer weiß, vielleicht fällt auch zufällig 
mal ein Mittel gegen Haarausfall ab.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich habe mich immer in wissenschaftlichen Gesellschaften engagiert. Früher bei der Deutschen Zoologischen Gesellschaft, jetzt bei den sozialen Insektenleuten Mitteleuropas (IUSSI). Zur Zeit planen wir einen internationalen Kongress in Freiburg. In wie fern die Organisation interessant ist weiß ich nicht, aber zusätzlich ist die Aufgabe auf jeden Fall. Ansonsten bin ich noch Editor bei Plos One und bei uns im 
Institut für die Sammlung zuständig (auch die Schausammlung – kommt uns gerne besuchen!).

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich brauche Bewegung, also Sport. Unter anderem laufe ich, aber Laufen finde ich wirklich nicht interessant. Als die Kinder größer wurden haben sie mich zum Fußball zurückgebracht.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus? 
Inzwischen bin ich froh, wenn mal nichts passieren muss und ich wie eine Qualle durch den Tag treiben kann (Michaela würde sagen, dass Ihr das nicht gefällt).
 
Bitte begrüßt Volker ganz herzlich auf dem Kanal!


Sunday, November 16, 2025

Stoffwechsel und Ernährung auf molekularer Ebene - Alexander Bartelt ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns auf Alexander Bartelt. Alex (@barteltlab.bsky.social) ist Professor für Translationale Ernährungsmedizin an der Technischen Universität München.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Mich begeistern die Wunder der Natur und ich wollte schon immer den Nobel-Preis gewinnen.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Ich wollte gerne ein Thema erforschen, dass die Menschen im Alltag betrifft – Stoffwechsel und Ernährung sind mega wichtig für die Gesundheit, denn die führende Todesursache in Deutschland sind kardiometabolische Erkrankungen. Es gibt hier noch viel zu tun, sowohl was Grundlagen als auch Aufklärung und Therapien angeht.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Als Prof an der Uni mit Forschungslabor verbringe die meiste Zeit des Tages mit Reden, Lesen und Schreiben: Vorlesungen und Praktika für die Studis, Vorträge zu unserer Forschung, universitäre Sitzungen, doch am liebsten bespreche ich mit den Labormitgliedern die neuesten Daten.

Motivation: Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Ernährung betrifft uns alle, doch die wenigsten wissen wirklich, was auf molekularer Ebene im Körper passiert. Viele Menschen in Deutschland kämpfen mit ihrem Übergewicht und die meisten Infos auf Social Media sind irreführend oder schlichtweg falsch. Hier sehe ich meine Rolle, wissenschaftlich fundierte Tips und Tricks unter das Volk zu bringen.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich staubsauge gerne unsere Büroräume pro bono, das hilft mir zu entspannen und entlastet unsere Reinigungskräfte.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich spiele gerne, am liebsten Kartenspiele mit meinen Freunden, Skat oder auch Euchre, aber auch Brettspiele und Puzzles machen mich glücklich.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus? 
Ausschlafen, alte Videospiele (Zelda!) spielen, ein Runde laufen, Nickerchen und dann ein Bier zum Skatabend.
 
Bitte begrüßt Alex ganz herzlich auf dem Kanal!


Wie unser Körper Insulin herstellt - Andreas Müller ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns auf Andreas Müller. Andreas ist Wissenschaftler am Paul Langerhans Institut Dresden. Er untersucht die Funktion der insulinproduzierenden Betazellen mit Licht- und Elektronenmikroskopie. Sein Ziel ist die Darstellung der Feinstruktur von Betazellen und ihre Interaktionen mit ihren Nachbarzellen.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Ich habe mich schon immer für Pflanzen und Tiere interessiert und irgendwie war es dann logisch Biologie zu studieren.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Ich bin über die Mikroskopie in die Diabetesforschung gerutscht. Ich habe mir über die Jahre eine gute Expertise erarbeitet und habe eine ziemlich einzigartige Sicht auf Betazellfunktion. Deshalb ist das Feld immernoch spannend für mich und es gibt noch viel zu tun.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Ich forsche an den Betazellen des Pankreas. Diese Zellen stellen das Hormon Insulin her, das dafür sorgt, dass unsere Zellen Glukose aus dem Blut aufnehmen können. Funktionieren die Betazellen nicht richtig, führt das zu Diabetes. Betazellen sind Teil der Langerhansschen Inseln. Das sind Kluster aus hunderten Zellen inklusive Betazellen, aber auch anderen Zelltypen. Mich interesiert auch, wie Betazellen mit anderen Zelltypen interagieren und was das mit ihrer Funktion zu tun hat.

Motivation: Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Ich hoffe, dass ich ein bisschen die Beigeisterung für die Nanometerwelt unseres Körpers wecken kann.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus? 
Rausgehen mit den Kindern. Schwimmen oder in den Zoo.

Bitte begrüßt Andreas ganz herzlich auf dem Kanal!