Diese Woche freuen wir uns auf unsere Kuratorin Simone Claar (@simoneclaar)! Simone hat in Marburg und Stellenbosch Politikwissenschaft, Geographie und Friedens- und Konfliktforschung studiert, um anschließend an der Universität Frankfurt im Bereich der Internationalen Politischen Ökonomie zu Klassenverhältnissen und Handelspolitik promoviert. Gerade ist sie Nachwuchsgruppenleiterin an der Uni Kassel und forscht zu Politik- und Finanzinstrumenten für Erneuerbare Energien im Projekt Glocalpower. Darüber hinaus fokussiert sie sich auf Fragen von grünem Kapitalismus und grünem Kolonialismus, und befasst sich damit vor allem im Kontext von Energie- und Klimapolitik bzw. Gerechtigkeit, auch mit den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) sowie mit sozial-ökologischer Transformation, die auch den Globalen Süden mitdenkt.
Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Ehrlicherweise:
keine Ahnung! Aus heutiger Sicht hat sich der Weg irgendwie so ergeben. Ich
habe Politikwissenschaft im wunderbaren Marburg studiert und viele verschiedene
Perspektiven auf unsere Gesellschaft mitgenommen. Durch meinen
Auslandsaufenthalt an der Partneruniversität Stellenbosch in Südafrika, habe
ich mich in dem Studium weiterhin mit Politik, Gesellschaft und Ökonomie
Südafrikas befasst- auch heute noch ein sehr spannendes Feld. Ich wollte mehr
dazu machen, und habe mich dann nach meinem Abschluss sowohl auf Stellen in der
Entwicklungszusammenarbeit, aber auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin
beworben. Und so habe ich meine Promotion an der Uni Frankfurt gestartet und
irgendwann auch beendet. In Kassel hat es tatsächlich dann auch eine Pause meines
Post-Docs gegeben, weil wir noch keine Rückmeldung für das Forschungsprojekt
Glocalpower hatten. Das war einer der Momente, in denen ich überlegt habe, ob
ich wirklich in der Wissenschaft bleiben will: Die Antwort war Ja! Und da bin
jetzt auch noch…
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält
dich dort?
Die Frage der Nord-Südverhältnisse inklusive Kapitalismus und Kolonialismus hat mich schon eine Weile durch Studium, Promotion und auch jetzt begleitet. Geändert hat sich bisher vor allem nur die Politikfelder, von Sozial- und Wirtschaftspolitik, über Handel- und Entwicklungspolitik zu Energie- und Klimafragen. Gerade letztere sind gesellschaftspolitisch so zentral und brauchen eine sozialwissenschaftliche Perspektive.
Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Zurzeit besteht meine Arbeit vor allem darin das @glocalpower Projekt zu einem guten Abschluss zu bringen. In den letzten Monaten habe ich mich gemeinsam mit den Kolleg:innen vor allem mit der Frage des Wissenstransfer befasst. Dazu haben wir u.a. mit Kolleg:innen in Südafrika einen gemeinsame Diskussion über die bisherigen Ergebnisse zur Energiewende in diskutiert und mit ihnen ein Positionspapier erarbeitet. Außerdem haben wir noch Veranstaltungen an der Universität Kassel u.a mit einem ghanaischen Aktivisten und Wissenschaftler u.a. zu Klimaproblematik durchgeführt. Durch die Pandemie hat sich die Arbeit in den letzten Jahren vor allem auf Schreibtisch-Forschung konzentriert. Das bedeutet, dass wir uns vor allem auf bestehende Ergebnisse und theoretische Diskussionen bezogen haben. Daher war der Feldforschungsaufenthalt in Ghana im letzten Jahr sehr wichtig, um die Fragestellungen auch mit den Menschen vor Ort zu diskutieren. Uns hat dabei vor allem der Stand der Energiewende und die Rolle von unterschiedlichen Akteuren interessiert. Ich spreche immer von uns, weil wir die Forschung gemeinsam als ein Teamprojekt verstehen, und wir alle einen Beitrag dazu geleistet haben. Aus den Daten werden gerade noch weitere Fachartikel erarbeitet. Gerade denke ich über ein Folgeprojekt nach.
Neben der Auseinandersetzung in diesem Projekt bin ich noch involviert in anderen Projektzusammenhängen am Fachbereich. Außerdem lehre ich und betreue Abschlussarbeiten. Aufgrund der Prekarität der Wissenschaftsarbeit braucht es viel Zeit für Bewerbungen, die im Wissenschaftssystem sehr aufwendig sein können.
Motivation: Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit
interessieren?
Zentrales
Themenfeld in der derzeitigen Forschung ist Energie- und Klimagerechtigkeit,
bis hin zu einer sozial-ökologischen Transformation. Die Ergebnisse aus unserer
Forschung zur Energiewende in Afrika kann Prozesse bei Übergängen zu
Erneuerbaren Energien.
Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen
Aufgaben/Tätigkeiten?
Seit
mehr als 15 Jahren engagiere ich mich für bessere Arbeitsbedingungen in der
Wissenschaft. Seit zwei Jahren bin ich stellvertretende Vorsitzende der
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen @GEWHessen, und kämpfe täglich
gemeinsam mit meinen Kolleg:innen für langfristige Perspektiven, u.a. mit
der Initiative UniKasselUnbefristet @kassel_
Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich
bin eine ganze Weile Drachenboot gefahren. Gerade ist das zeitlich nicht
umsetzbar, und trainiere gerade für einen Mini-Triathlon am Ende der
Woche.
Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Ich
mag es mich in den Tag treiben zu lassen. Und je nach Wetterlage entweder auf
dem Sofa rumzuhängen, oder ab ins Grüne. Gerne auch gemeinsam mit Familie und
Freund:innen.
Bitte begrüßt Simone ganz herzlich bei Real Scientists DE!
No comments:
Post a Comment