Sunday, May 19, 2019

Manni Bananenflanke, ich Kopf, Tor! Simon Meier-Vieracker ist jetzt bei Real Scientists DE!

Mit großer Vorfreude möchten wir euch unseren neuen Kurator Simon Meier-Vieracker (@fussballinguist) vorstellen! Simon hat in Duisburg-Essen und Florenz Kommunikationswissenschaft und Philosophie studiert. Für die Promotion ist er Fach (Sprachwissenschaft) und Land (Schweiz) gewechselt und hat in dieser Zeit auch viel Zeit auf dem Rennrad verbracht. Anschließend ging er für eine PostDoc-Stelle nach Berlin und vertritt zur Zeit eine Professur für Angewandte Linguistik in Dresden. Weil es in Berlin keine Berge und mit den zwei Kindern auch weniger Zeit gibt, steht das Rennrad nunmehr im Keller. Immerin ist Rad- und andere Sportberichterstattung zu einem seiner bevorzugten Forschungsgegenstände avanciert.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet? 
Nachdem ich in meiner Magisterarbeit gefühlt überhaupt das erste Mal so richtig wissenschaftlich gearbeitet hatte, dacht ich mir: Das kann jetzt nicht alles gewesen sein. Also habe ich eine Promotion angefangen, nach längerem Leerlauf auch eine Assistentenstelle gefunden und dann ging es – zum Glück – immer weiter.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Ursprünglich wollte ich mal Journalist werden und habe mich nach Studiengängen der Kommunikationswissenschaft umgesehen. Studiert habe ich dann in Essen, wo interpersonale Kommunikation im Fokus stand, Gesprächsanalyse und solche Sachen. Und das hat mich schon immer fasziniert und tut es jetzt noch: Die Frage, wie wir kommunizieren und was man über den Menschen und über Gesellschaften überhaupt erfährt, wenn man sich Kommunikation anschaut.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Ich darf gerade eine Professur für Angewandte Linguistik vertreten, deren Forschung und Lehre auf eben diesen gemeinsamen Nenner zu bringen ist: Unser Gegenstand ist Sprache in Funktion, zur Kommunikation in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen, etwa der Politik, den (Sozialen) Medien oder auch der Wissenschaft. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf digitalen Methoden wie auch auf digitalen Gegenständen, eben z.B. Diskursen in Sozialen Medien.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Wenn man sich einmal überlegt, wie sehr die Digitalisierung, also vor allem die nunmehr verfügbaren digitalen Medien die Art, wie wir und die Gesellschaft Kommunikation organisieren, verändert haben, kann man sich eigentlich nur staunend die Augen reiben. Ich glaube, dass gerade die Linguistik hier was zu sagen hat, da die Digitalisierung riesige Mengen an Texten verfügbar macht, die es früher weder in dem Umfang noch in der Art gab. Und die Linguistik hat auch interessante Methoden zu bieten, mit diesen Texten umzugehen. Dabei sind es gerade auch unser aller ganz alltägliche Kommunikationsweisen, die in der Linguistik untersucht werden, und insofern geht es eigentlich alle an.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich habe zwei Kinder, die sorgen für jede Menge interessante zusätzliche Tätigkeiten.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Eigentlich singe ich in einem engagierten Laienchor, aber wegen der Vertretungsprofessur und der damit verbundenen Pendelei muss ich da gerade pausieren.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Als ich noch in der Schweiz gelebt habe und keine Kinder hatte, war ich sehr gerne in den Bergen, wandernd oder auf dem Rennrad. In Berlin gibt es keine Berge und mit Kindern hätte ich eh wenig Zeit, also eher kein Rennrad. Deshalb: Spielplatz, Garten oder an den See, zwischendurch ein Eis essen und abends  eine Pizza beim Italiener um die Ecke.

Bitte begrüßt Simon ganz herzlich bei Real Scientists DE?

Sunday, May 12, 2019

Geschichten für (wirklich) alle - Tanja Kollodzieyski ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns sehr, euch Tanja Kollodzieyski (@rollifraeulein) als unsere neue Kuratorin vorstellen zu dürfen! Tanja lebt und arbeitet in Bochum. Sie glaubt fest an eine vielfältige Welt und an die Magie von Geschichten, deswegen hat sie einen Master in allgemeiner Literaturwissenschaft und Germanistik. Online arbeitet sie mit Menschen und sozialen Netzwerken. Offline hält sie Vorträge über Inklusion und intersektionalen Feminismus. Als Rollifräulein bloggt sie auf thabs.de über Vielfalt in Büchern und Serien.

Bild: Andi Weiland
Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Sagen wir mal so: Wenn man mit einer Behinderung in einem Dorf aufwächst, hat man nicht ganz so viele Möglichkeiten, was die Berufswahl angeht. Ein Studium hat sich also geradezu angeboten.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Schon als Kind habe ich mich für Bücher und andere Medien mit Geschichten interessiert, allerdings habe ich mich in den Geschichten kaum wiedergefunden, weil es kaum Figuren mit Behinderungen gab. Während des Studiums ist mir dann immer mehr bewusst geworden, dass sich daran bis heute kaum etwas geändert hat. Also habe ich mich im späteren Teil des Studiums immer mehr auf die Frage fokussiert, warum das so ist und wie wir als Gesellschaft daran etwas ändern können.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Nach meinem Master-Abschluss besteht meine Hauptarbeit in der Aufklärung und Kommunikation über Inklusion allgemein und vor allem in der Kultur. Diese Arbeit geschieht auf ganz verschiedenen Wegen: ich schreibe Artikel, halte Vorträge, poste auf den sozialen Medien zum Thema und engagiere mich ehrenamtlich bei kulturellen Projekten.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Ich halte es für wichtig, dass wir uns mit Geschichten umgeben, die die Vielfalt in unserer Gesellschaft widerspiegeln. Das gibt marginalisierten Kindern und erwachsenen Menschen nicht nur mehr Sichtbarkeit und damit auch Selbstvertrauen, sondern es kann auch dabei helfen Vorurteile und Barrieren im Kopf abzubauen.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich arbeite noch zusätzlich als Social-Media-Managerin und Online-Redakteurin.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Seit sechs Wochen leite ich selbst einen Kurationsaccount auf Twitter: bei @54Kontraste twittern 54 Menschen mit Behinderungen über ihr Leben.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Auf jeden Fall: Lange schlafen! Danach gerne ins Museum oder ins Kino und Abends einen Spaziergang zum Sterne schauen :).

Bitte begrüßt Tanja ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, May 5, 2019

Von Silben zum Sinn - Jana Hasenäcker ist jetzt bei Real Scientists DE!

Mit großer Vorfreude möchten wir euch unsere neue Kuratorin Jana Hasenäcker (@JanaHasenacker) vorstellen! Jana hat an der Humboldt-Universität Berlin Linguistik studiert, danach in der Gruppe „REaD (Reading Education and Development)“ am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung zum Leseerwerb im Grundschulalter geforscht und 2016 an der Freien Universität Berlin mit dem Thema „Learning to read complex words: morphological processing in reading acquisition“ promoviert. Im Anschluss hat sie noch ein halbes Jahr bei REaD gearbeitet um ihre Langzeitstudie zu Ende zu führen und ist im Herbst 2017 mit einem DFG-Forschungsstipendium an die International School for Advanced Studies (SISSA) in Triest, Italien gegangen. Seit Ablauf ihres DFG-Stipendiums arbeitet sie dort als PostDoc im ERC-Projekt „The reading brain as a statistical learning machine“.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Als Kind wollte ich Affenforscherin werden - wie Jane Goodall. Aber eigentlich habe ich mich für Sprachen immer viel mehr interessiert als für Tiere. So war nach der Schule für mich klar, dass ich „was mit Sprachen“ machen wollte, aber bloß nicht mit Literatur. Damit bin ich in der Linguistik gelandet und habe es von Anfang an geliebt. Besonders Psycholinguistik fand ich schon im Bachelor super und habe dann auch im Master meinen Schwerpunkt entsprechend gelegt und ergänzend Veranstaltungen in der Psychologie besucht. Als studentische Hilfskraft habe ich dann den Forschungsalltag besser kennengelernt. Und ab da war klar: das will ich gerne weitermachen!

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
An der Psycholinguistik mag ich, dass Sprache in Kombination mit Denken und dem Gehirn betrachtet wird, also nicht nur theoretisch beschrieben, sondern benutzerorientiert untersucht wird. Außerdem mag ich, dass meine Arbeit recht vielfältig ist: ich kann mich mit Sprache beschäftigen, zu meinem Alltag gehören aber auch Programmieren und statistische Auswertungen. Die Leseforschung als Teilbereich der Psycholinguistik mag ich besonders, weil sie anwendungsorientierter als andere Bereiche ist: wie können wir Kindern oder auch Erwachsenen helfen, leichter und besser zu lesen? Außerdem habe ich Lesen immer schon geliebt, also kommt noch dieser sehr persönliche Aspekt hinzu.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
In meiner Forschung beschäftige ich mich damit, wie Menschen lesen und wie wir es lernen. Grob gesagt versuche ich herauszufinden, welche kognitiven Prozesse im Gehirn stattfinden, wenn wir versuchen, visuelle Symbole (also Buchstaben) mit Bedeutungen zu verbinden. Dafür führe ich hauptsächliche behaviorale Experimente durch, d.h. ich lasse Erwachsene und Kinder Leseaufgaben am Computer lösen und messe Reaktionszeiten und Fehlerraten. Die Reaktionszeiten und Fehlerraten werte ich dann statistisch aus um so herauszufinden, ob bestimmte Wörter leichter oder schwerer zu lesen sind als andere. Zum Beispiel gibt es im Deutschen viele morphologisch komplexe Wörter wie „Bücherwurm“. Werden solche Wörter in ihre einzelnen Teile („Bücher“ und „Wurm“) aufgeteilt beim Lesen? Wie ändert sich das über die Entwicklung? Welche anderen Fähigkeiten, etwa Wortschatz oder visuelle Aufmerksamkeit, tragen zu Unterschieden in der Entwicklung bei?

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Es ist fast unmöglich an unserer heutigen Welt uneingeschränkt teilzuhaben ohne über Lesefähigkeiten zu verfügen. Lesen ist allgegenwärtig und bestimmt viele Bereiche unseres Lebens - nicht nur in Bezug auf schulischen Erfolg, sondern auch in alltäglicheren Angelegenheiten, wie das Lesen der Speisekarte im Restaurant. Vielen Erwachsenen fällt das Lesen leicht, es passiert fast automatisch. Aber für Kinder kann Lesenlernen schwierig und frustrierend sein. Warum das so ist und wie wir damit helfen können, ist nicht nur aus Forscherperspektive wichtig und interessant, sondern auch für Lehrer_Innen und Eltern.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Zur Zeit nicht. Ich überlege allerdings, eine R-Ladies Trieste Gruppe ins Leben zu rufen. R-Ladies ist ein weltweites Netzwerk von lokalen Gruppen, in denen sich Frauen selbstorganisiert in der Verwendung der Programmierumgebung R unterstützen und weiterbilden.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Während des Studiums habe ich Lacrosse gespielt, was fast keiner kennt. Jetzt in Triest ist Klettern mein Hobby Nummer 1. Hier gibt es in nächster Nähe unglaublich viele, extrem schöne Kletterspots - teilweise nur 10 min von meiner Arbeit entfernt und mit Blick aufs Meer.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Mein idealer freier Tag beginnt ganz gemütlich mit Kaffee und einem Buch im Bett. Dann bei gutem Wetter ein paar Stündchen draußen klettern. Am Abend ein leckeres Essen mit Freunden.

Bitte begrüßt Jana ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Monday, April 29, 2019

Zu den Sternen - Fe Krauß is jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns sehr, euch unseren neuen Kuratorin Fe Krauß (@FeKrauss) vorstellen zu dürfen!

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Im 5. Semester war ich dann in der Vorlesung "Galaxien & Kosmologie" von Prof. Jörn Wilms. Die Vorlesung war so super, das ich wusste, das ich an dem Institut meine Bachelorarbeit schreiben will. Das ging zum Glück auch, und war eine gute Erfahrung, so das ich da als HiWi (Hilfswissenschaftler) weiterarbeitete und auch meine Masterarbeit dort geschrieben habe. Zu meiner großen Überraschung hab ich von Jörn dann eine Doktorandenstelle angeboten bekommen. Ich hatte keinen echten "Plan" was ich nach dem Studium machen wollte, und das wissenschaftliche Arbeit machte viel Spaß, deswegen sagt ich zu. Danach war es für mich schon immer ein Wunsch, einmal im Ausland zu leben und etwas anderes zu erfahren, deswegen war ein Postdoc eine einfache Entscheidung. 

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Ich hab mich schon als Kind & Jugendliche mit verschiedenen wissenschaftlichen Themen befasst, Astronomie, Archäologie, etc. Meine erste Astronomie Vorlesung & astronomisches Praktikum während dem Studium hat mich motiviert weiterzustudieren. Das wissenschaftliche Arbeiten hat mir dann viel besser gefallen als das Studium. Ich bleibe (im Moment) in der Wissenschaft, wegen der großen Flexibilität, den interessanten Herausforderungen und den Möglichkeiten an verschiedenen Orten zu wohnen und zu arbeiten! 

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Ich beschäftige mich mit Themen der Hochenergie-Astrophysik. Das sind hauptsächlich Gebieten in denen enorme Bedingungen herrschen, die wir auf der Erde nicht reproduzieren können. Dabei geht es zum Beispiel um extreme Magnetfelder, Gravitation oder auch Beschleunigungen.

Dabei ist mein Thema hauptsächlich schwarze Löcher. Mich interessieren sowohl "kleine" schwarze Löcher, die etwa 10 mal so massereich sind wie unsere Sonne, aber auch sehr massive schwarze Löcher, die etwa eine Million bis 10 Milliarden an Sonnenmassen haben. Wir versuchen zu verstehen wie diese schwarze Löcher Material sammeln und verschlucken. Interessant ist außerdem das in der Umgebung oft Material nicht im schwarzen Loch verschwindet, sondern mit hohen Geschwindigkeiten das Gebiet verlässt. Wir nennen diese Phänomen "Jets". 

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
In der Astronomie im Allgemeinen werden die "großen" Fragen beantwortet (oder es zumindest versucht): Wo kommen wir her? Was ist das Universum? Sind wir allein im Universum?

Es geht also um die Neugier der Menschen und den Wunsch die Natur und das All zu verstehen. Astronomie hat dabei schon sehr lange Menschen fasziniert, und wir lernen stets mehr über das Universum.

Im Detail sind schwarze Löcher wichtig um zu verstehen wie sie Galaxien beeinflussen, z.B. auch unsere Galaxie, die Milchstraße. Jets in Galaxien können die Sternbildung stark unterdrücken. Außerdem sind massereich schwarze Löcher besonders interessant für die Kosmologie. Ein kleiner Teil dieser schwarzen Löcher produziert sehr viel Helligkeit, was bedeutet wir können sie bis viel größere Entfernungen und damit auch viel weiter zurück in der Vergangenheit sehen. Damit untersuchen wir die Galaxienentwicklung im frühen Universum: Hat sich die Milchstraße ähnlich entwickelt? 

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Nein. 

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich beschäftige mich gerne mit Ägyptologie und probiere da ab und zu Texte aus den Museen zu übersetzen, aber das nicht wirklich gut oder aktiv. Ab und zu lerne ich etwas Sumerisch (Keilschrift). Ansonsten ist Kunst & Musik der kreative Ausgleich für mich, ich spiele (mittelmäßig) Klavier, und male gerne (Bleistift und auch Acryl). 

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Erstmal ausschlafen! Morgens dauert es bis ich richtig wach und aktiv bin. Dann bin ich meistens entweder in der Natur (spazieren, am Strand Buch lesen) oder in einem Museum zu finden, hängt natürlich vom Wetter ab. Abends meistens noch eine Folge auf Netflix schauen und dann noch skypen mit meinem Freund (in den USA).


Bitte begrüßt Fe ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, April 21, 2019

Sexualwissenschaft - Victoria Hartmann ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns sehr, euch unseren neuen Kuratorin Victoria Hartmann (@DoctorVictoria) vorstellen zu dürfen!

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Soweit ich mich erinnern kann, habe ich mich für Sexualwissenschaften interessiert. Es ist eine Leidenschaft.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Von meinem ersten Psychologieunterricht an der Universität war ich fasziniert vom sexuellen Verhalten. Ich war getrieben, die Sexualität zu verstehen und wie wir Menschen uns darüber fühlen. Ich bin immer noch fasziniert und der Reichtum meiner Karriere hält mich treu und konzentriert.


Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
In meinem Job kann ich einige interessante Dinge tun. Ich forsche nicht nur über unsere sexuelle Geschichte, sondern lerne auch verschiedene Disziplinen wie Anthologie und Neurowissenschaften kennen. Ich kuriere auch uralte sexuelle Artefakte und arbeite daran, die sexuelle Herkunft von Menschen zu erhalten.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Die Sexualwissenschaft ist faszinierend und betrifft uns alle!

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Manchmal besuche ich Pornokonferenzen und interviewe erwachsene Filmkünstler über ihre Arbeit. Ich moderiere auch eine Sex-Science-Show mit einem Kollegen auf YouTube und Patreon namens "Baking Naked".

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ja! Ich spiele Schlagzeug, fliege und studiere in meiner Freizeit Physik, Kosmologie und Quantenmechanik. In letzter Zeit verbringe ich einige Zeit mit meinem neuen Welpen Falkor.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Aus Las Vegas raus und mit meinem Mann zu warmen Quellen in der kalifornischen Wüste.

Bitte begrüßt Victoria ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, April 14, 2019

Der Kampf gegen Fehlinformationen - Nadia Brashier ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns sehr, euch unseren neuen Kuratorin Nadia Brashier (@nadiabrashier) vorstellen zu dürfen! Nadia ist derzeit ein Postdoc an der Harvard University, wo sie durch ein Stipendium von der National Science Foundation unterstützt wird. Im letzten Jahr erhielt sie ihr Doktorad in Psychologie und Neurowissenschaften von der Duke University. Sie verwendet Verhaltens- und Neuroimaging-Ansätze, um Urteilsvermögen, Problemlösung, Gedächtnis und Altern zu untersuchen.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Ich habe meine erste Neurowissenschaftsklasse als Teenager durch das Talentidentifizierungsprogramm der Duke University (TIP) absolviert. Ich las Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte, besuchte einen fMRI-Scanner und war sehr beeindruckt. Meine Mutter hat immer noch einen Aufsatz, den ich damals geschrieben habe, in dem ich Pläne beschrieb, zu Duke University zurückzukehren und eine Ausbildung zum Neurowissenschaftler zu machen (was ich sieben Jahre später auch tat).

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Ich habe einmal gehört, dass Sie Ihren Job behalten sollten, wenn Sie bei der Arbeit die Zeit vergessen. Ich werde dafür bezahlt, neues Wissen über die Welt zu generieren und meine eigene Neugier zu befriedigen. Was mich am meisten interessiert, ist, warum wir den Dingen glauben, die wir tun, vom Aberglauben bis hin zu falschen Schlagzeilen.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Jeden Tag stoßen wir auf falsche Behauptungen, manche sind albern (z.B. verwenden wir 10% unseres Gehirns) und andere fast gefährlich (z. B. Impfstoffe verursachen Autismus). Anstatt sorgfältig zu prüfen, ob Informationen aus einer glaubwürdigen Quelle stammen, greifen die Menschen auf Heuristiken zurück. Meine Forschung charakterisiert diese "Abkürzungen" (z.B. die Schlussfolgerung, dass wiederholte Informationen wahr sind, illusorische Wahrheit) über die gesamte Lebensdauer eines Menschen.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Viele machen sich Sorgen, dass wir jetzt in einer Welt nach der Wahrheit leben, in der Meinungen die Fakten überwiegen. Nach den US-Wahlen im Jahr 2016 haben Google nach gefälschten Nachrichten gesucht. Die Öffentlichkeit ist eindeutig besorgt über Fehlinformationen, die schlimme Folgen haben - das Zögern von Impfstoffen verursacht Masernausbrüche; Mythen über Nashornhörner, die Krebs heilen, führten zu Wilderei; und Whatsapps Gerüchte über „Kinderlifter“ (mutmaßliche Entführer) mündeten in geradezu gewalttätigen Taten. Die kognitive Wissenschaft kann uns helfen, Missverständnisse zu verstehen, zu verhindern und zu korrigieren.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich unterstuetze junge erste Generation Studenten durch das First Generation Harvard Alumni Mentor Program.  Ich arbeite auch freiwillig beim Haymarket People's Fund, der Antirassistenorganisationen in Boston, New England.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich lese viel Fiktion und gelegentliche Memoiren. Einige meiner letzten Favoriten sind Sing, Unburied, Sing von Jesmyn Ward und Educated von Tara Westover.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
An einem idealen Tag würde ich zu einem Hip-Hop-Konzert gehen. Ich bin in der Nähe von Atlanta aufgewachsen und liebe Künstler wie Future und Gunna.

Bitte begrüßt Nadia ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, April 7, 2019

Insulinausschüttung unterm Mikroskop - Andreas Müller ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns sehr, euch unseren neuen Kurator Andreas Müller (@Andi_Microscopy) vorstellen zu dürfen! Andreas ist in Radeberg nahe Dresden aufgewachsen und hat in Dresden Biologie studiert. Nach seiner Diplomarbeit 2009 in der Parasitologie fing er als MTA im Labor von Prof. Michele Solimena am Uniklinikum Dresden an, einem Labor mit Schwerpunkt in der Zellbiologie der Betazelle, die Insulin produziert und somit den Blutzuckerspiegel des Körpers reguliert. Er war anfangs auf Elektronenmikroskopie spezialisiert und hat für seine anschließende Doktorarbeit diese mit Lichtmikroskopie kombiniert und untersucht, wie sich verschiedene Pools von Insulin in den Betazellen verhalten. Für seine Doktorarbeit erhielt er 2017 den Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Elektronenmikroskopie (DGE). Seit Ende 2016 arbeitet Andreas als Postdoc am Paul Langerhans Institut Dresden und beschäftigt sich neben Elektronenmikroskopie vermehrt mit lichtmikroskopischen Methoden, wobei er herauszufinden versucht, wie Insulin in den Betazellen transportiert wird und ob die Insulinausschüttung durch Manipulation des Transportes verändern werden kann.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Ich habe Biologie studiert. Als Kind haben mich zuerst Pflanzen und dann Spinnen und Insekten interessiert. Im Studium war ich erst eher auf Botanik fokussiert und habe dann für meine Diplomarbeit auf Zoologie umgeschwenkt. Da habe ich viel Elektronenmikroskopie gemacht und das hat mir auch nach dem Diplom eine TA-Stelle in der molekularen Diabetologie eingebracht, die dann in eine Doktorarbeit übergegangen ist.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Innerhalb der Diabetesforschung ist meine Arbeitsgruppe ein bisschen exotisch, weil wir einen zellbiologischen Hintergrund haben. Das finde ich ziemlich spannend, weil viele Aspekte der Insulinausschüttung und des Versagens der Betazellen bei Diabetes noch nicht wirklich gut verstanden sind. Daher gibt es eine Menge Grundlagenforschung zu tun und viel zu entdecken.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Meine Arbeit dreht sich darum herauszufinden, wie Betazellen, die Insulin produzieren, das eigentlich machen und so genau regulieren können. Ich bin sehr auf Mikroskopiemethoden spezialisiert. Ich habe mit Elektronenmikroskopie angefangen und mache in letzter Zeit sehr viele Lebendzellaufnahmen. Es gibt ziemlich viele Diskussionen darüber, wie das Insulin, das in den Betazellen in tausenden kleinen Vesikeln gespeichert ist, innerhalb der Zelle transportiert und schließlich ausgeschüttet wird. Ich versuche diese Prozesse zu visualisieren und auch zu manipulieren. Dabei geht es erstmal darum zu sehen, wie der Normalzustand aussieht. Aber letztlich können wir auch die Zellen stressen um zu schauen, was bei beginnendem Diabetes passieren könnte.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Ich finde Grundlagenforschung sehr wichtig und denke auch, dass in der Öffentlichkeit kommuniziert werden sollte, dass wir dafür ergebnisoffen arbeiten müssen. Und zum Verständnis von Krankheiten ist es notwendig, genau zu wissen, welche zellulären Prozesse ablaufen und welchen Einfluss Medikamente darauf haben. Ich möchte auch ein bisschen was von der Begeisterung und Faszination teilen, die ich für Mikroskopie und Zellbiologie habe.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich bin Mitglied bei prelights, einer Seite, auf der Wissenschaftler neue, interessante Preprints highlighten.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich fotografiere gern und hatte auch mit Freunden eine kleine Galerie in Dresden. Durch die Arbeit ist das aber etwas eingeschlafen. Außerdem liebe ich Musik und sammle Vinyl.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Mein Sohn liebt es in den Zoo zu gehen. Da bestehen die freien Tage in der Regel aus einem Zoobesuch und Eis essen.

Bitte begrüßt Andreas ganz herzlich bei Real Scientists DE!