Diese Woche freuen wir uns auf unseren Kurator Raphael Wimmer (raphaelwimmer.bsky.social)! Raphael Wimmer vertritt aktuell die Professur Mensch-Maschine-Interaktion an der Universität Regensburg und leitet die Forschungsgruppe “Physical-Digital Affordances”. Davor war er akademischer Rat (LfbA) am Lehrstuhl für Medieninformatik an der Universität Regensburg Er studierte Medieninformatik an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und promovierte dort 2015 mit einer Dissertation zum Thema “Grasp-Sensitive Surfaces”.
Seine Forschung im Bereich Mensch-Computer-Interaktion konzentriert sich auf effiziente Benutzungsschnittstellen, physisch-digitale Arbeitsprozesse, und zukünftige Interaktionsparadigmen.
Wie bist du
in der Wissenschaft gelandet?
Eine Folge von Zufällen hat mich in die Wissenschaft gespült und dort gehalten.
Eigentlich wollte ich an die Filmhochschule, wurde da aber abgelehnt. Um die
Wartezeit bis zur nächsten Bewerbungsfrist zu überbrücken, wollte ich mir ein
Studium an der LMU in München suchen. In der Warteschlange in der
Studierendenkanzlei fragte die Person vor mir, ob es schon Infos zu diesem
neuen Studiengang "Medieninformatik" gäbe. Das klang interessant,
also habe mich dafür eingeschrieben. Dann
hat es mir so gut gefallen, dass ich hängengeblieben bin. Kurz bevor ich meine
Diplomarbeit abschloss, wurde eine Promotionsstelle am Lehrstuhl frei, und weil
ich noch keine besseren Pläne hatte, habe ich mich beworben. Gegen Ende der
Promotion verschob sich mein Lebensmittelpunkt familienbedingt nach Regensburg.
Darum habe ich mal den Medieninformatik-Lehrstuhl besucht. Kurz darauf kam ein
Anruf – man habe zusätzliche Stellen für den Ausbau des Studiengangs bekommen –
ob ich Interesse hätte. Und weil dort später eine unbefristete Stelle frei
wurde, bin ich dann dort hängengeblieben.
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält
dich dort?
Ich habe mich schon immer schwer getan, mich nur für ein Feld zu entscheiden. Medieninformatik
beschäftigt sich mit der Schnittstelle zwischen Mensch und Computer - und allen
Aspekten, die damit zusammenhängen. Das Fach bietet daher inhärent eine
spannende Mischung aus technischen, kreativen, psychologischen und
soziologischen Fragestellungen. Und weil wir uns auch damit beschäftigen, wie
man benutzerfreundliche Software entwickelt und Daten effizient analysiert,
bieten sich immer spannende Kooperationen mit anderen Disziplinen.
Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Ich halte viele Lehrveranstaltungen in Bachelor- und Masterstudiengängen der
Fakultät und bin daher aktuell zu 50% damit beschäftigt: im Hörsaal, bei der
Vorbereitung von Kursen, beim
Schreiben von Gutachten oder in Sprechstunden mit Studierenden. 50% meiner
Zeit kümmere ich mich um Menschen, Dinge und Daten am Lehrstuhl, schreibe
Anträge, löse Probleme und überarbeite Papers. Die restlichen 50%
verbringe ich mit Betreuung von Doktorand:innen,
Outreach-Aktivitäten, Gremienarbeit und Social Media.
Motivation: Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit
interessieren?
Unsere Forschung beschäftigt sich u.a. damit, zukünftige Möglichkeiten der
Zusammenarbeit von Menschen und Computern zu erfinden und zu verstehen. Das
sorgt zum einen für Software, die besser zu benutzen ist und mehr Freude
bereitet. Zum anderen finde ich es wichtig, neue technologische Entwicklungen
frühzeitig zu beobachten und zu begleiten, damit wir als Gesellschaft nicht von
ihnen überrascht werden.
Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Nichts richtig spannendes, glaube ich.
Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Beruf und Hobbies überlappen sich sehr stark :)
Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forschende sind ja auch nur
Menschen)?
Nicht haben, an das man denken muss. Ausschlafen, mit der Familie Kanufahren,
ein quietschendes Gartentor ölen und ein Buch weiterlesen.
Bitte begrüßt Raphael ganz herzlich bei Real Scientists DE!

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