Hier ist Mirko in seinen eigenen Worten:
Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Bereits als Kind habe ich mit für Archäologie und Geschichte interessiert und alles verschlungen, was ich dazu an Literatur fand. Und ja, zugegeben, war auch Indiana Jones nicht ganz unschuldig an meinem ersten Interesse am Fach Archäologie (so wie manche Astronomen und Physiker durch Star Trek zu ihren Fachbereichen gekommen sind). Tatsächlich wurde mir aber schnell klar, dass die echte Archäologie um vieles spannender ist, als Hollywood glauben macht – es geht um eine der spannendsten Themen überhaupt: unsere eigene Vergangenheit.
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Bereits in meinem Studium hatte ich festgestellt, dass die Archäologie eine wichtige Quelle nicht nur für die Epochen der Menschheitsgeschichte ohne schriftliche Aufzeichnungen, sondern auch für diese, in denen bereits schriftliche Überlieferungen existieren. In meiner Magisterarbeit griffen dann passender Weise auch historische, bauhistorische sowie archäologische Quellen bei der Beschreibung eines Stadtquartiers im frühneuzeitlichen Konstanz ineinander. Als sich 2006 die Gelegenheit ergab, in Halle bei einer Ausstellung über frühneuzeitliche Funde aus den Wohnstätten Martin Luthers mitzuwirken, ergriff ich die Gelegenheit beim Schopf und bewarb mich. Nach fast 8 Jahren in Halle mit starkem Fokus auf die Frühe Neuzeit und Luther, bin ich 2014 an die Stiftung Luthergedenkstätten gewechselt, wo ich mitgeholfen habe, das Museum Luthers Elternhaus in Mansfeld einzurichten und die letzten drei Jahre mit der Nationalen Sonderausstellung „Luther! 95 Schätze – 95 Menschen“ in Wittenberg als Kurator verbracht habe.

In der Presse machen natürlich immer die „spektakulären“ Funde die Runde. Die Kernerarbeit der Archäologen, die Auswertung großer Daten- und Fundmengen wäre aber eigentlich genauso wert, vorgestellt zu werden, denn sie verraten uns mindestens ebenso viel die Vergangenheit. Darüber hinaus verdient das Thema „Historische Archäologie“, also die archäologische Erforschung von Zeiten mit reicher Schriftüberlieferung sicher auch eine größere Aufmerksamkeit, lassen sich doch in diesen Vergangenheiten Verhaltensmuster und Denkweisen begegnen, deren Folgen (positiv wie auch negativ) wir bis heute wahrnehmen können.
Zu meinen Aufgaben im Museum gehört natürlich auch Wissens-/und Wissenschaftskommunikation im weitesten Sinne: Bei Fachführungen sowie Fachvorträgen ergibt sich immer wieder die spannende Möglichkeit, mit den Besuchern der Ausstellungen direkt in Kontakt zu treten.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Siehe oben. Wenn ich aber mal aus der dumpfen Stube hinaus will, drängt es mich auch in die Natur, sei es per Rad oder in Wanderschuhen. Gerade die Umgebung von Wittenberg bietet sich mit seiner schönen Landschaft ideal dafür an.
Bitte begrüßt Mirko ganz herzlich bei Real Scientists DE!
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