Monday, February 16, 2026

Digitalisierung und Hypes - Licinia Güttel ist jetzt bei Real Scietists DE!

Diese Woche freuen wir uns auf Licinia Güttel (@liciniaguttel.bsky.social). Licinia ist Politikwissenschaftlerin und promoviert an der Universität Oxford. In ihrem Promotionsprojekt beschäftigt sie sich mit Parteipositionen und öffentlicher Meinung zum Themenbereich Digitalisierung. Außerdem hat sie zu anderen digitalpolitischen Themen geforscht, wie zu Künstlicher Intelligenz im politischen Diskurs oder zu digitalen Technologien und Wahlen. Licinia hat Politikwissenschaften an der Sciences Po und der Freien Universität Berlin studiert, und einen Masterstudiengang in „Social Science of the Internet“ an der Universität Oxford absolviert.


Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?

Ich habe zunächst einen deutsch-französischen Doppelstudiengang in Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin und der Sciences Po absolviert. Während meines Bachelorstudiums habe ich mich sehr für die Forschung interessiert, war mir aber zunächst unsicher, ob ich mir eine Promotion zutraue. Durch eine Tätigkeit als studentische Mitarbeiterin an einem Forschungsinstitut konnte ich dann hinter die Kulissen schauen. Ich habe mir vorgenommen, nach meinem Master zu promovieren, da ich auch bereits eine erste Themenidee hatte. Während meines Masters in Oxford habe ich mich dann auf Promotionsmöglichkeiten beworben, und bin dann für die Promotion dortgeblieben. Besonders bereichernd fand ich es, dass ich in meiner bisherigen wissenschaftlichen Laufbahn sowohl interdisziplinäre als auch rein politikwissenschaftliche Erfahrungen sammeln konnte.


Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?

Gesellschaftliche und politische Themen haben mich schon in meiner Jugend sehr fasziniert und bewegt. An der Politikwissenschaft schätze ich besonders die Verbindungen zwischen aktuellen Themen, Theorien, und unterschiedlichen Methoden, um Gesellschaft zu erforschen. Das Thema Digitalisierung aus sozialwissenschaftlicher Perspektive fasziniert mich, da es so vielfältig ist, und technische und vor allem viele gesellschaftliche Fragen vereint. Besonders in Berlin habe ich dann angefangen, viele Diskussionsrunden oder andere Veranstaltungen zu digitalpolitischen Themen zu besuchen. Dabei ist mir häufig aufgefallen, wie manche wirtschaftlichen oder politischen Akteure sehr große und teils überzogene Erwartungshaltungen mit Digitalisierung verbinden. Ich finde es spannend, wissenschaftlich hinter diese Hypes zu schauen. Dabei interessiert mich, ob und wie diese Themen gesellschaftlich und politisch verhandelt werden. Gleichzeitig treibt mich die Frage um, ob Digitalisierung irgendwie „anders“ als andere politische Themen, wie z.B. Umwelt- oder Europapolitik ist, und was wir anhand von neuen politischen Themen über den Parteienwettbewerb lernen können. Seitdem ich zu digitalen Themen arbeite, hat die tagespolitische Relevanz dieser Bereiche weiter zugenommen, was die Beschäftigung natürlich spannend (und gleichzeitig herausfordernd) macht.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!

Momentan beschäftige ich mich sehr viel mit den Datenanalysen meiner Doktorarbeit, sowie damit, die Ergebnisse zu verschriftlichen. Das bedeutet, dass ich viel Zeit in Statistikprogrammen verbringe, um die unterschiedlichen Daten zu analysieren. Die Daten, mit denen ich zurzeit arbeite, stammen zum Beispiel aus Wahlprogrammen verschiedener europäischer Parteien oder aus Meinungsumfragen. Gleichzeitig überarbeite ich Teile meiner Doktorarbeit und plane nächste Analysen.


Motivation: Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?

Digitalisierung ist nicht nur ein technologisches, sondern auch ein politisches und gesellschaftliches Projekt. Daher ist es wichtig, nachzuvollziehen welche Positionen politische Akteur*innen und Bürger*innen in diesem Bereich einnehmen. Ich glaube, da Digitalisierung so stark mit technischen Fragestellungen verknüpft wird, gibt es oft eine Tendenz diese Fragen als weniger politisch zu betrachten. Nicht nur, aber gerade deswegen, ist es interessant zu verfolgen, wie Parteien oder Politiker*innen diese Fragen angehen. Das gilt natürlich umso mehr, wenn wir der Macht von großen Technologie-Konzernen andere Antworten entgegensetzen wollen.


Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?

Zusammen mit anderen Doktorandinnen organisiere ich Vernetzungsangebote für Frauen in der Politikwissenschaft. In der Vergangenheit habe ich mich auch in unterschiedlichen Konstellationen zum Thema Diversität engagiert, sowie an einer Initiative zur Wissenschaftskommunikation im Bereich Wahlen und digitale Technologien gearbeitet.


Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?

Nein, tatsächlich nicht, und ihr?


Wie sieht dein idealer freier Tag aus? 

Der beinhaltet auf jeden Fall Kaffee trinken, am Wasser spazieren, neue Gerichte probieren – gerne abgerundet mit einem Eis.

 

Bitte begrüßt Licinia ganz herzlich auf dem Kanal!


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