Diese Woche freuen wir uns auf unseren Kurator Ulrich G. Hofmann (@kraweel65@norden.social)! Ulrich (Uli) ist ein deutscher Wissenschaftler und Experte auf dem Gebiet der Neurotechnik und Biomedizinischen Technik. Er studierte Technische Physik an der Technischen Universität München von 1987 bis 1993 und promovierte dort anschließend in (Bio-)Physik (1993–1996). Seine akademische Laufbahn führte ihn als Postdoktorand an die Åbo Akademi in Finnland (Fysikalisk Kemi, 1996) und als Feodor-Lynen-Stipendiat an das California Institute of Technology (Caltech) in den USA (Neurobiologie, 1997–1998).
Von 1998 bis 2012 leitete er die Gruppe für Biosignalverarbeitung und Neuroengineering am Institut für Signalverarbeitung der Universität zu Lübeck. Von 2012 -2018 war er Inhaber der Peter-Osypka-Stiftungsprofessur für Neuroelektronische Systeme am Universitätsklinikum Freiburg. Seitdem ist er dort Sektionsleiter. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Brain-Machine Interfaces, Hirnstimulation und biomedizinische Technik, wobei er insbesondere an der Entwicklung und Anwendung von Neuroimplantaten und innovativen Stimulationstechnologien forscht.
Zu diesen Stimulationstechniken gehört die IR-Stimulation von peripheren Nerven, die Nutzung von Nanopartikeln und hochsensitive Diamant-Magnetometer.
Seit seine Gruppe Hirnimplantate mit transkriptomischen Methoden als veritable Hirntraumata identifiziert hat, ist sein wissenschaftliches Credo #DONOTIMPLANT.
Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Star Wars Episode II (damals): Luke
brauchte eine neue Hand. Wie?
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält
dich dort?
„Transcendence“ mit Johnny Depp
Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Wir versuchen Wege zu finden, um -unter Umgehung der üblichen peripheren Pfade - Informationen ins Gehirn zu schreiben und auch wieder heraus zu lesen - am besten zusammen.
Dabei musste ich zur Kenntnis nehmen, dass es sich nicht um ein Ingenieurs-Problem sondern ein extrem biologisches Problem handelt.
„The Empire strikes back!“ ist ein
Motto, das mich seit Anfang verfolgt und immer wieder einholt… Gemeint ist
hier: Das Gehirn.
Motivation: Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Wenn man im Moment die einschlägigen Zeitungen öffnet, hört man allenthalben von unglaublich stark finanzierten „Startups“ wie Neuralink, Paradromics oder Blackrock, die auf dem Feld des Brain-Computer Interfacing eine Art Industrialisierung vorantreiben.
Ich freue mich dann darüber, dass Sachen, die die Community vor 20 Jahren schon in einzelnen Studien gezeigt hat, nun ihren Weg zum Patienten finden werden. Leider wissen aber die Protagonisten, dass es mit medizinischen Hilfsmitteln alleine unmöglich ist, die investierten Gelder wieder zu verdienen. Und für mich ist die einzige und bedrohliche Erklärung dafür, dass eben keine wohlabgewogenen medizinischen sondern Allerwelts-Anwendungen das tatsächliche Ziel ist. Und dafür ist das Risiko am Gehirn herumzuspielen einfach zu groß. Das sollten aber alle dann auch wissen.
Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen
Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich habe gerade im Januar als Koordinator ein EU-weites Doktoranden-Netzwerk gestartet, das von der EU gefördert wird und in dem wir eben eine Hirnstimulation ohne Hirnkontakt erforschen wollen.
Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Wenn es sich im Urlaub ergibt, tauche ich gerne. Ansonsten bin ich ein Holzwurm und baue meine eigenen Möbel und Dekorationen.
Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forschende sind ja auch nur Menschen)?
Morgens mit der Familie frühstücken,
nachmittags meine Drecheslbank quälen und abends gemütlich den (Gas-) Grill
anschmeißen.
Bitte begrüßt Ulrich ganz herzlich bei Real Scientists DE!

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