Diese Woche freuen wir uns sehr, euch unseren neuen Kurator Matthias Nau (@NauMatt) vorstellen zu dürfen! Matthias ist Kognitiver Neurowissenschaftler und promoviert derzeit am Kavli Institute for Systems Neuroscience in Trondheim. Er macht Grundlagenforschung um herauszufinden, wie unser Gehirn kognitive Karten der Umgebung bildet und wie diese unsere Wahrnehmung und unser Verhalten steuern. Nach seinem Neurobiologie-Studium in Tübingen arbeitete er dort längere Zeit am Zentrum für Integrative Neurowissenschaften und dem Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik. Hier lernte er, die funktionelle Magnetresonanz mit Eye-Tracking zu verbinden, um das menschliche Gehirn zu untersuchen. Für sein Doktorstudium zog er dann an das Bildgebungszentrum Donders Institute for Brain, Cognition & Behavior in der Niederlande und später an das Neurophysiologie-Institut Kavli Institute for Systems Neuroscience in Norwegen. Hier schreibt er derzeit seine Dissertation über unseren Sehsinn, Raumkognition und Gedächtnis. Außerdem ist er Gastmitarbeiter am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig.
Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Ich glaube, ganz am Anfang war es wie bei vielen anderen der kindlich naive Drang, die Welt verstehen zu wollen. Ich wuchs direkt neben einem größeren Wald auf und verbrachte meine Zeit hauptsächlich in der Natur, welche mich sehr faszinierte. Dadurch entstand letztendlich der Wunsch, sie zu erforschen.
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Ich habe in Tübingen Biologie studiert und im Rahmen dessen ein paar wirklich exzellente (Neuro)Physiologie-Vorlesungen erleben dürfen. Diese zeigten mir, dass man zu allererst verstehen musste, wie wir unsere Umwelt überhaupt wahrnehmen. Ich erinnere mich daran, wie ich manchmal abends von der Universität nach Hause ging und plötzlich die Welt mit völlig neuen Augen sah. Ich hatte dabei das Gefühl, mich selbst und meine gesamte Umwelt besser zu verstehen. Meine jetzige Forschungsrichtung (Kognitive Neurowissenschaften) ist zudem sehr divers und lebt vom Austausch verschiedener Disziplinen wie beispielsweise die Psychologie, Biologie, Philosophie, Computerwissenschaften oder Physik. Es gibt so viele verschiedene Perspektiven, die voneinander lernen. Da kommt erstens nie Langeweile auf und zweitens gibt es immer wieder andere spannende Fragestellungen. Zudem machen mir Datenanalyse und Schreiben schlichtweg wirklich Spaß, was definitiv hilft.
Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Mich persönlich fasziniert die Tatsache, dass das Gehirn eine Art ‘mentales Modell der Welt‘ generiert, welches unsere Erinnerungen und unser Verhalten steuert. Dieser Prozess entsteht durch die Zusammenarbeit einer großen Anzahl an Hirnarealen, welche in einer engen und oft hierarchischen funktionellen Beziehung zueinander stehen. Anfänglich sensorische Informationen, die wir z.B. mit unseren Augen wahrnehmen, werden transformiert und immer weiter abstrahiert, bis Hirnareale oben in der Hierarchie eine Karte unserer Umgebung repräsentieren. Diesen Prozess, oft als ‘cognitive mapping’ bezeichnet, untersuche ich in meiner Forschung. Ich lege dabei den Fokus auf unseren Sehsinn und auf unsere Augenbewegungen. Dabei sehe ich mir außerdem an, wie unser Gedächtnis die Art beeinflusst, wie wir die Welt wahrnehmen und mit ihr interagieren.
Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Unser Gehirn und unseren Geist zu untersuchen heißt für mich auch, das menschliche Selbstbild zu entwickeln. Unser Gehirn ist der Teil von uns, der uns zu dem macht, der wir sind. Herauszufinden, wie es funktioniert, wie es Probleme löst und welche Fehler es macht, bedeutet auch, etwas über das Menschsein zu lernen. Das finde ich unglaublich spannend und bin sicher, dass viele von euch diese Faszination teilen. Diese Grundlagenforschung erlaubt uns außerdem, letztendlich auch die Vielzahl von Erkrankungen des Nervensystems besser verstehen zu können. Unsere Raumkognitionszentren sind mitunter die ersten Bereiche, die beispielsweise im Verlauf der Alzheimererkrankung absterben, was sich bereits frühzeitig auch in einem schlechteren Ortsgedächtnis widerspiegeln kann.
Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich war der erste Doktorand unserer Gruppe hier am Kavli Institut in Norwegen und half im Laufe der letzten Jahre dabei mit, das Labor aufzubauen. Dabei gab es unzählige tolle (und manchmal natürlich auch nicht so tolle) Aufgaben, die Kreativität und Einsatz forderten. Das kann zeitweise etwas stressig werden, ist aber eine tolle Erfahrung. Außerdem war ich lange in der Doktoranden- und Post-Doc Organisation (YROCK) hier am Kavli Institut aktiv, mit welcher ich regelmäßig Gastvorträge oder Karriereseminare organisierte. Das machte total Spaß, wich in jüngster Zeit allerdings dem Schreiben der Dissertation. Zudem supervidiere ich ein paar Studenten, was ebenfalls sehr spannend ist.
Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Neben der Wissenschaft schlägt mein Herz für Musik, Tauchen und Grafikdesign. Ich könnte stundenlang am Schlagzeug sitzen, ‘progressive drumming‘ Videos schauen, dem Fangschreckenkrebs hinterherschwimmen und Bilder bzw. Grafiken bearbeiten.
Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Mein idealer freier Tag startet mit einer Fahrradtour, gefolgt von einem Sprung in den Trondheim-Fjord und endet mit einer guten Pizza.
Bitte begrüßt Matthias ganz herzlich bei Real Scientists DE!
Sunday, September 1, 2019
Sunday, August 25, 2019
Röntgenblick auf die Wissenschaft - Mike Beckers ist jetzt bei Real Scientists DE!
Mit großer Vorfreude möchten wir euch unseren neuen Kurator Mike Beckers (@mimimibe) vorstellen! Mike ist Physiker und Redakteur bei Spektrum der Wissenschaft. Er ist in Hamburg aufgewachsen, dann aber zum Studium nach Heidelberg gegangen. Dort hat er in seiner Diplomarbeit sehr kleine Dinge mit sehr kurzen Blitzen aus Röntgenstrahlung untersucht, sich dann aber für eine journalistische Laufbahn entschieden, um wieder Zeit mit größeren Dingen zu verbringen. Er kam 2011 zu dem Wissenschaftsmagazin. Dort beschäftigt er sich seither regelmäßig mit allem, was er zwischen Quantenmechanik und Kosmologie gerade spannend findet. Dabei sucht er Forscherinnen und Forscher aus dem Fachgebiet (die das naturgemäß besonders spannend finden), um dem Rest der Welt zu vermitteln, warum alle anderen das ebenfalls spannend finden sollten.
Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Schon als Kind habe ich alles, was mir untergekommen ist, zerlegt, untersucht, neu zusammengesetzt, unter Strom gesetzt oder angezündet. Für meinen Opa war ich immer der "Professor". Dass es letztlich die Physik geworden ist, habe ich zum einem Teil einem sehr engagierten Lehrer in der Oberstufe zu verdanken - und zum anderen meiner Unentschlossenheit. Ich wusste nicht, was ich mit meinen vielen Interessen anstellen sollte, und habe irgendwo gehört, mit Physik könne man später alles machen.
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Während der Diplomarbeit habe ich gemerkt, wie mir die Spezialisierung auf ein kleines Gebiet der Physik - in meinem Fall war es die Untersuchung von Proben mit Röntgenstrahlung - zunehmend Probleme machte. Ich wollte mir nicht den Rest meiner akademischen Karriere an sehr spezifischen Fragestellungen in einem kleinen Bereich die Zähne ausbeißen. Ich konnte mit Theorie nie sonderlich viel anfangen und habe das Rechnen auch bei meinen Veröffentlichungen wo möglich anderen überlassen, die mehr Spaß daran hatten und das besser konnten. In dieser Hinsicht bin ich das bastelnde Kind geblieben, das sich schnell für etwas begeistern und stunden- oder tagelang damit im Zimmer einschließen konnte, sich danach aber mit aller Energie auf etwas anderes stürzen wollte.
Deswegen habe ich dann nach meiner Diplomarbeit und einigen Monaten, die ich weiter in meiner Arbeitsgruppe angestellt war und experimentiert und Daten ausgewertet habe, keine Doktorarbeit mehr angestrebt. Danach war ich beinahe ein Jahr lang auf der Suche nach einer Aufgabe, die mich erfüllt - und habe den Wissenschaftsjournalismus entdeckt. Beim Redakteur gehört es quasi zur Arbeitsbeschreibung, sich einige Tage oder Wochen intensiv mit einer bestimmten Fragestellung auseinanderzusetzen, und anschließend (gern auch parallel) ein völlig anderes Feld zu beackern. Nichts perfekt zu verstehen - aber von allem genug, um sich gut zurechtzufinden und die Verbindung zu den anderen Dingen zu erkennen.
Dazu kommt der präzise, zugleich oft spielerische oder künstlerische Umgang mit Sprache, den ich immer geliebt habe. Ich hatte das Glück, bei Spektrum eine Praktikumsstelle zu bekommen, und das noch größere Glück, dort bleiben zu dürfen. Inzwischen seit acht Jahren ohne Unterbrechung oder ernsthaften Zweifeln daran, dass das für mich der beste Job überhaupt ist.
Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Auf meinem Schreibtisch liegen meist mehrere unterschiedliche Artikel aus diversen Fachgebieten in verschiedenen Stadien vor der Veröffentlichung. Ich bin in der Heftredaktion von Spektrum, das heißt, ich arbeite eigentlich ständig an dem jeweils nächsten Magazin, das monatlich erscheint.
Wie meine übrigen Kolleginnen und Kollegen verantworte ich in jedem Heft ein oder zwei "Hauptartikel", das sind längere Manuskripte zu großen Themen aus der Forschung, die wir sprachlich und inhaltlich bearbeiten und die (sofern es keine Übernahmen, also Übersetzungen von unserem US-Muttermagazin Scientific American sind) mit den Autorinnen und Autoren abgestimmt werden müssen. Bei uns im Heft schreiben nämlich eher weniger Journalisten, die zwar gut erzählen können, sich aber in ein Thema erst einarbeiten müssen, sondern die Leute aus der Forschung selbst, die sich am besten damit auskennen, aber oft nicht viel Erfahrung damit haben, wie man Texte so gestaltet, dass die Inhalte auch für Leute jenseits des Forschungsgebiets interessant werden. Das heißt, wir in der Redaktion übernehmen gewissermaßen viel vom journalistischen Teil. Dann bauen wir die Texte gemeinsam um, wobei wir aus der Redaktion uns entsprechend ins Thema einarbeiten müssen, um nichts Wichtiges zu übersehen.
Das ist ein langer und oft sehr intensiver Prozess. Am Anfang steht die Suche nach einem spannenden Thema, dann die nach geeigneten Menschen aus der Forschung, die darüber für uns schreiben möchten, schließlich die Arbeit am Manuskript und am Layout - das alles dauert locker ein halbes Jahr. Die Hauptartikel, die ich bearbeite, sind meist aus allen möglichen physikalischen Bereichen, aber manchmal fallen mir in der Redaktionskonferenz auch völlig andere Themen zu, von der Biologie bis zur Soziologie. Zusätzlich zu den Hauptartikeln betreuen wir kleinere Rubriken oder kürzere Meldungen, bei mir ist das beispielsweise jeden Monat die Kolumne "Schlichting!" über Phänomene der Alltagsphysik.
Gleichzeitig zur Arbeit am nächsten Heft, für das die Artikel bereits feststehen, müssen wir Themen für die Hefte der Monate danach finden, das heißt, ich schaue regelmäßig in neue Veröffentlichungen in den diversen Fachmagazinen, verfolge (nicht zuletzt über meine im Lauf der Jahre liebevoll zusammengestellte Timeline auf Twitter) gesellschaftliche und innerwissenschaftliche Debatten und informiere mich via Blogs, Nachrichtenseiten, Konferenzen und weitere Quellen über das, was gerade wichtig ist oder werden könnte. Ein wesentlicher Teil meines Jobs ist also, mich darüber zu informieren, was mich ohnehin interessiert - traumhaft!
Zusätzlich bin ich Stellvertreter unseres Redaktionsleiters. Wenn er im Urlaub ist - wie gerade in der Woche, in der ich den Account übernehme -, gehen über meinen Schreibtisch nicht nur meine eigenen Artikel, sondern zur Kontrolle auch die aller Kolleginnen und Kollegen: Wo ließe sich etwas noch klarer formulieren, wo verstehe ich etwas noch nicht richtig, wo wäre eine andere Überschrift oder ein anderes Bild vielleicht besser? Mehr Augen sehen mehr, und darum gucken in der Redaktion auf jeden Artikel viele Menschen mehrmals drauf.
Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Wir versuchen, den Menschen klarzumachen, wie faszinierend das ganze Spektrum der Wissenschaft ist und sie über das, was gerade wichtig ist, auf dem Laufenden zu halten. Ich glaube, meine Arbeit dann gut gemacht zu haben, wenn die Leute ein tieferes Verständnis auch für die Zusammenhänge und hoffentlich sogar eine Liebe zur Wissenschaft entwickeln. Wenn sowohl ein Artikel bei denen gut ankommt, die ihn lesen, als auch die stolz darauf sein können, die ihn verfasst haben. Eigentlich soll die Öffentlichkeit meine Arbeit gar nicht direkt bemerken, sondern die Forschung unserer Autorinnen und Autoren würdigen, die ich in meiner Hintergrundarbeit lediglich versuche, besser herauszuputzen.
Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Wenn ich erzähle, wo ich arbeite, ist die erste Frage oft: "Und, woran schreibst du gerade?" Dabei ist das die Ausnahme - ich bin ja eher so etwas wie ein Ghostwriter. Deswegen hat es für mich immer noch den Charakter einer willkommenen Zusatzaufgabe, wenn ich mal selbst einen Artikel schreibe, weil ich mich für ein Thema besonders begeistere. Ansonsten reizen mich Dinge, wo ich mal etwas jenseits der Arbeit an Texten ausprobieren kann: gelegentliche Moderationen von Veranstaltungen, Vorträge, Workshops (mein Highlight bisher war es, vor ein paar Jahren einige Male mehrere Tage lang mit Kindern Wissenschaftsjournalismus zu üben, vom Recherchieren bis zum Schreiben). Bei Spektrum beschäftigen wir uns außerdem seit längerer Zeit mit Videos und versuchen uns inzwischen auch auf dem Spielfeld der Podcasts, und freue mich immer, wenn ich hier etwas beitragen kann, vom Filmchen bis zum Plaudern über neue Artikel. Als Privatprojekt jenseits des Verlags, aber natürlich mit einigen inhaltlichen Verbindungen zu unserer Arbeit, produziere ich mit meinem Kollegen Lars Fischer inzwischen seit sechs Jahren in unregelmäßigen Abständen die Videoserie "Wir werden alle sterben" auf seinem YouTube-Kanal.
Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Es gibt Vieles, was ich in meiner Freizeit genieße, nur ist nichts davon wirklich außergewöhnlich: Sport, menschenleere Natur, flauschige Katzen, laute Livemusik (Metal!), Whisky, diverse Bastelarbeiten und Kochversuche, bei denen ich wieder ein wenig das experimentierende Kind werde. Über mein recht einfaches Leben wird es aber voraussichtlich weder Buch noch Film noch Vierminüter im Frühstücksfernsehen geben. Aber ich mag es sehr.
Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Ein ausgiebiges Frühstück, dann ein, zwei Stunden Herumlümmeln im Internet mit einer Katze in Kraulreichweite, dann Sport - entweder ein Lauf durch den Wald oder Krafttraining mit anschließender Sauna -, ein leckeres Abendessen, und weil ich mir einen idealen Tag wünschen kann spielen heute zufällig Iron Maiden im Club um die Ecke.
Bitte begrüßt Mike ganz herzlich bei Real Scientists DE!
Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
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| Foto: Jörg Farys/www.dieprojektoren.de |
Schon als Kind habe ich alles, was mir untergekommen ist, zerlegt, untersucht, neu zusammengesetzt, unter Strom gesetzt oder angezündet. Für meinen Opa war ich immer der "Professor". Dass es letztlich die Physik geworden ist, habe ich zum einem Teil einem sehr engagierten Lehrer in der Oberstufe zu verdanken - und zum anderen meiner Unentschlossenheit. Ich wusste nicht, was ich mit meinen vielen Interessen anstellen sollte, und habe irgendwo gehört, mit Physik könne man später alles machen.
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Während der Diplomarbeit habe ich gemerkt, wie mir die Spezialisierung auf ein kleines Gebiet der Physik - in meinem Fall war es die Untersuchung von Proben mit Röntgenstrahlung - zunehmend Probleme machte. Ich wollte mir nicht den Rest meiner akademischen Karriere an sehr spezifischen Fragestellungen in einem kleinen Bereich die Zähne ausbeißen. Ich konnte mit Theorie nie sonderlich viel anfangen und habe das Rechnen auch bei meinen Veröffentlichungen wo möglich anderen überlassen, die mehr Spaß daran hatten und das besser konnten. In dieser Hinsicht bin ich das bastelnde Kind geblieben, das sich schnell für etwas begeistern und stunden- oder tagelang damit im Zimmer einschließen konnte, sich danach aber mit aller Energie auf etwas anderes stürzen wollte.
Deswegen habe ich dann nach meiner Diplomarbeit und einigen Monaten, die ich weiter in meiner Arbeitsgruppe angestellt war und experimentiert und Daten ausgewertet habe, keine Doktorarbeit mehr angestrebt. Danach war ich beinahe ein Jahr lang auf der Suche nach einer Aufgabe, die mich erfüllt - und habe den Wissenschaftsjournalismus entdeckt. Beim Redakteur gehört es quasi zur Arbeitsbeschreibung, sich einige Tage oder Wochen intensiv mit einer bestimmten Fragestellung auseinanderzusetzen, und anschließend (gern auch parallel) ein völlig anderes Feld zu beackern. Nichts perfekt zu verstehen - aber von allem genug, um sich gut zurechtzufinden und die Verbindung zu den anderen Dingen zu erkennen.
Dazu kommt der präzise, zugleich oft spielerische oder künstlerische Umgang mit Sprache, den ich immer geliebt habe. Ich hatte das Glück, bei Spektrum eine Praktikumsstelle zu bekommen, und das noch größere Glück, dort bleiben zu dürfen. Inzwischen seit acht Jahren ohne Unterbrechung oder ernsthaften Zweifeln daran, dass das für mich der beste Job überhaupt ist.
Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Auf meinem Schreibtisch liegen meist mehrere unterschiedliche Artikel aus diversen Fachgebieten in verschiedenen Stadien vor der Veröffentlichung. Ich bin in der Heftredaktion von Spektrum, das heißt, ich arbeite eigentlich ständig an dem jeweils nächsten Magazin, das monatlich erscheint.
Wie meine übrigen Kolleginnen und Kollegen verantworte ich in jedem Heft ein oder zwei "Hauptartikel", das sind längere Manuskripte zu großen Themen aus der Forschung, die wir sprachlich und inhaltlich bearbeiten und die (sofern es keine Übernahmen, also Übersetzungen von unserem US-Muttermagazin Scientific American sind) mit den Autorinnen und Autoren abgestimmt werden müssen. Bei uns im Heft schreiben nämlich eher weniger Journalisten, die zwar gut erzählen können, sich aber in ein Thema erst einarbeiten müssen, sondern die Leute aus der Forschung selbst, die sich am besten damit auskennen, aber oft nicht viel Erfahrung damit haben, wie man Texte so gestaltet, dass die Inhalte auch für Leute jenseits des Forschungsgebiets interessant werden. Das heißt, wir in der Redaktion übernehmen gewissermaßen viel vom journalistischen Teil. Dann bauen wir die Texte gemeinsam um, wobei wir aus der Redaktion uns entsprechend ins Thema einarbeiten müssen, um nichts Wichtiges zu übersehen.
Das ist ein langer und oft sehr intensiver Prozess. Am Anfang steht die Suche nach einem spannenden Thema, dann die nach geeigneten Menschen aus der Forschung, die darüber für uns schreiben möchten, schließlich die Arbeit am Manuskript und am Layout - das alles dauert locker ein halbes Jahr. Die Hauptartikel, die ich bearbeite, sind meist aus allen möglichen physikalischen Bereichen, aber manchmal fallen mir in der Redaktionskonferenz auch völlig andere Themen zu, von der Biologie bis zur Soziologie. Zusätzlich zu den Hauptartikeln betreuen wir kleinere Rubriken oder kürzere Meldungen, bei mir ist das beispielsweise jeden Monat die Kolumne "Schlichting!" über Phänomene der Alltagsphysik.
Gleichzeitig zur Arbeit am nächsten Heft, für das die Artikel bereits feststehen, müssen wir Themen für die Hefte der Monate danach finden, das heißt, ich schaue regelmäßig in neue Veröffentlichungen in den diversen Fachmagazinen, verfolge (nicht zuletzt über meine im Lauf der Jahre liebevoll zusammengestellte Timeline auf Twitter) gesellschaftliche und innerwissenschaftliche Debatten und informiere mich via Blogs, Nachrichtenseiten, Konferenzen und weitere Quellen über das, was gerade wichtig ist oder werden könnte. Ein wesentlicher Teil meines Jobs ist also, mich darüber zu informieren, was mich ohnehin interessiert - traumhaft!
Zusätzlich bin ich Stellvertreter unseres Redaktionsleiters. Wenn er im Urlaub ist - wie gerade in der Woche, in der ich den Account übernehme -, gehen über meinen Schreibtisch nicht nur meine eigenen Artikel, sondern zur Kontrolle auch die aller Kolleginnen und Kollegen: Wo ließe sich etwas noch klarer formulieren, wo verstehe ich etwas noch nicht richtig, wo wäre eine andere Überschrift oder ein anderes Bild vielleicht besser? Mehr Augen sehen mehr, und darum gucken in der Redaktion auf jeden Artikel viele Menschen mehrmals drauf.
Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Wir versuchen, den Menschen klarzumachen, wie faszinierend das ganze Spektrum der Wissenschaft ist und sie über das, was gerade wichtig ist, auf dem Laufenden zu halten. Ich glaube, meine Arbeit dann gut gemacht zu haben, wenn die Leute ein tieferes Verständnis auch für die Zusammenhänge und hoffentlich sogar eine Liebe zur Wissenschaft entwickeln. Wenn sowohl ein Artikel bei denen gut ankommt, die ihn lesen, als auch die stolz darauf sein können, die ihn verfasst haben. Eigentlich soll die Öffentlichkeit meine Arbeit gar nicht direkt bemerken, sondern die Forschung unserer Autorinnen und Autoren würdigen, die ich in meiner Hintergrundarbeit lediglich versuche, besser herauszuputzen.
Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Wenn ich erzähle, wo ich arbeite, ist die erste Frage oft: "Und, woran schreibst du gerade?" Dabei ist das die Ausnahme - ich bin ja eher so etwas wie ein Ghostwriter. Deswegen hat es für mich immer noch den Charakter einer willkommenen Zusatzaufgabe, wenn ich mal selbst einen Artikel schreibe, weil ich mich für ein Thema besonders begeistere. Ansonsten reizen mich Dinge, wo ich mal etwas jenseits der Arbeit an Texten ausprobieren kann: gelegentliche Moderationen von Veranstaltungen, Vorträge, Workshops (mein Highlight bisher war es, vor ein paar Jahren einige Male mehrere Tage lang mit Kindern Wissenschaftsjournalismus zu üben, vom Recherchieren bis zum Schreiben). Bei Spektrum beschäftigen wir uns außerdem seit längerer Zeit mit Videos und versuchen uns inzwischen auch auf dem Spielfeld der Podcasts, und freue mich immer, wenn ich hier etwas beitragen kann, vom Filmchen bis zum Plaudern über neue Artikel. Als Privatprojekt jenseits des Verlags, aber natürlich mit einigen inhaltlichen Verbindungen zu unserer Arbeit, produziere ich mit meinem Kollegen Lars Fischer inzwischen seit sechs Jahren in unregelmäßigen Abständen die Videoserie "Wir werden alle sterben" auf seinem YouTube-Kanal.
Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Es gibt Vieles, was ich in meiner Freizeit genieße, nur ist nichts davon wirklich außergewöhnlich: Sport, menschenleere Natur, flauschige Katzen, laute Livemusik (Metal!), Whisky, diverse Bastelarbeiten und Kochversuche, bei denen ich wieder ein wenig das experimentierende Kind werde. Über mein recht einfaches Leben wird es aber voraussichtlich weder Buch noch Film noch Vierminüter im Frühstücksfernsehen geben. Aber ich mag es sehr.
Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Ein ausgiebiges Frühstück, dann ein, zwei Stunden Herumlümmeln im Internet mit einer Katze in Kraulreichweite, dann Sport - entweder ein Lauf durch den Wald oder Krafttraining mit anschließender Sauna -, ein leckeres Abendessen, und weil ich mir einen idealen Tag wünschen kann spielen heute zufällig Iron Maiden im Club um die Ecke.
Bitte begrüßt Mike ganz herzlich bei Real Scientists DE!
Sunday, August 18, 2019
Auf dem Meeresgrund und darüber - Eva Paulus ist jetzt bei Real Scientists DE!
Mit großer Vorfreude möchten wir euch unsere neue Kuratorin Eva Paulus (@Deep_sea_dirndl) vorstellen! Eva ist Masterstudentin an der Universität Groningen und untersucht dort Copepoden (Ruderflusskrebse) von Tiefsee-Hydrothermalquellen und im Flachwasser entlang der Küste von Island. Bisherige Forschungsfahrten haben sie in die Ostsee, das Wattenmeer und zuletzt in die Mitte des Atlantik geführt. Sie hat vor, im Bereich der Tiefseeforschung zu bleiben und war bereits an mehreren spannenden Forschungsprojekten beteiligt: Highlights waren unter anderem Arbeiten mit Meeresschildkröten, Viperfischen, Korallenrifferhalt und -fischarten und ein Tauchgang an einer aktiven Hydrothermalquelle. Eva ist Meeresbiologin und Taucherin und wird immer noch seekrank - es ist es definitiv wert!
Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Ich wollte schon immer Meeresbiologin werden, da ich mit meiner Mutter oft am Meer Urlaub machen durfte und dort auch viel geschnorchelt und getaucht bin!
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Weil es die einzig richtige Entscheidung für mich war, und weil es in der Forschung nie langweilig wird!
Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Meeresbiologie ist nicht immer glamourös und man darf nicht jeden Tag mit Delfinen schwimmen, man arbeitet oft einfach mit Schlamm oder Wasserproben, aber man darf oft an wirklich tollen Projekten beteiligt sein und wertvolle neue Erkenntnisse mit herausfinden.
Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Das Meer ist der wichtigste und größte Lebensraum auf unserer Erde, ohne die Lebewesen im Meer können wir auch nicht überleben.
Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich bin außerdem PADI Assistant Instructor, das heißt ich kann Tauchlehrern assistieren und hatte schon die Möglichkeit, zum Beispiel am Great Barrier Reef zu tauchen!
Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Natürlich wäre ich am liebsten an einem tropischen Strand mit Taucherbrille und vielleicht einem guten Hörbuch.
Bitte begrüßt Eva ganz herzlich bei Real Scientists DE!
Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Ich wollte schon immer Meeresbiologin werden, da ich mit meiner Mutter oft am Meer Urlaub machen durfte und dort auch viel geschnorchelt und getaucht bin!
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Weil es die einzig richtige Entscheidung für mich war, und weil es in der Forschung nie langweilig wird!
Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Meeresbiologie ist nicht immer glamourös und man darf nicht jeden Tag mit Delfinen schwimmen, man arbeitet oft einfach mit Schlamm oder Wasserproben, aber man darf oft an wirklich tollen Projekten beteiligt sein und wertvolle neue Erkenntnisse mit herausfinden.
Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Das Meer ist der wichtigste und größte Lebensraum auf unserer Erde, ohne die Lebewesen im Meer können wir auch nicht überleben.
Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich bin außerdem PADI Assistant Instructor, das heißt ich kann Tauchlehrern assistieren und hatte schon die Möglichkeit, zum Beispiel am Great Barrier Reef zu tauchen!
Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Natürlich wäre ich am liebsten an einem tropischen Strand mit Taucherbrille und vielleicht einem guten Hörbuch.
Bitte begrüßt Eva ganz herzlich bei Real Scientists DE!
Sunday, August 11, 2019
Die Suche nach Leben im All - Daniel Angerhausen ist jetzt bei Real Scientists DE!
Diese Woche freuen wir uns sehr, euch unseren neuen Kurator Dr. Daniel Angerhausen (@dan_anger) vorstellen! Daniel ist Astrophysiker und Astrobiologe Center for Space and Habitability der Universität Bern. Der ehemalige Postdoktorand der NASA ist Gründer und CEO des Start-ups 'Explainables' für Wissenschafts- und Technologiekommunikation, einem vielfältigen Team hochqualifizierter junger Kommunikatoren aus der ganzen Welt. Auf seiner Suche nach Planeten um andere Sterne flog Daniel bereits fünf Missionen mit dem NASA-Flugzeugteleskop SOFIA. Daniel ist außerdem Mentor und Mitglied des Wissenschaftskomitees des NASA Frontier Development Lab, einem Inkubator für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, der sich mit Herausforderungen in verschiedenen Bereichen der Weltraumwissenschaften befasst in Zusammenarbeit mit Branchenakteuren wie Google Cloud, Nvidia oder IBM.
Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
War schon immer gut in Mathe/Physik. Nach dem Dipl. Phys. einfach weitergemacht.
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Astrophysik, weil es aus der Physik der Bereich ist, in dem man am meisten Reisen kann und nicht nur im Keller im Labor, vor dem Computer sitzt oder an der Tafel steht.
Mein Thema kam aus einer verlorenen Wette, aber das ist ein laengere Geschichte.😀
Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Ich suche nach Leben im All. 😀
Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Weil wir versuchen eine der aeltesten Fragen der Menschheit zu beantworten.
Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
"Back home" bei meiner Familie in Deutschland. Einen Tag Blödsinn treiben mit meinem kleinen Neffen.
Im Stadion beim 1. FC Koeln.
Bitte begrüßt Daniel ganz herzlich bei Real Scientists DE!
Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
War schon immer gut in Mathe/Physik. Nach dem Dipl. Phys. einfach weitergemacht.
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Astrophysik, weil es aus der Physik der Bereich ist, in dem man am meisten Reisen kann und nicht nur im Keller im Labor, vor dem Computer sitzt oder an der Tafel steht.
Mein Thema kam aus einer verlorenen Wette, aber das ist ein laengere Geschichte.😀
Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Ich suche nach Leben im All. 😀
Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Weil wir versuchen eine der aeltesten Fragen der Menschheit zu beantworten.
Siehe oben: Explainables und NASA FDL
Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?"Back home" bei meiner Familie in Deutschland. Einen Tag Blödsinn treiben mit meinem kleinen Neffen.
Im Stadion beim 1. FC Koeln.
Bitte begrüßt Daniel ganz herzlich bei Real Scientists DE!
Sunday, August 4, 2019
Der grünen Daumen - Frank Hochholdinger is jetzt bei Real Scientists DE!
Diese Woche freuen wir uns sehr, euch unseren neuen Kurator Frank Hochholdinger (@HochholdingerF) vorstellen! Frank ist Pflanzengenetiker und seit 2010 Professor für funktionelle Genomik der Nutzpflanzen an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn. Sein Forschungsschwerpunkt ist die genetische Analyse der Wurzelentwicklung von Mais.
Frank hat vor seiner Zeit an der Uni Bonn an den Universitäten Freiburg, Tübingen und der Iowa State University geforscht.
Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Nach meinem Abschluss als Diplom-Biologe an der Universität Freiburg hat mir der Betreuer meiner Diplomarbeit eine Promotionsstelle in seiner Arbeitsgruppe angeboten. Während der Promotion habe ich dann eine Reihe von neuen Mutanten mit Defekten in der Wurzelentwicklung von Mais entdeckt. Da mein Doktorvater, Professor Feix, nach meiner Promotion in Pension ging, konnte ich alle meine Mutanten an die Iowa State University mitnehmen, wo ich sie im Rahmen eines DAAD Postdoc Stipendiums weiter untersuchen konnte. Von Iowa ging es dann mit den Mutanten als Nachwuchsgruppenleiter ans Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen der Universität Tübingen und von dort mit diesen und in der Zwischenzeit weiteren neuen Wurzelmutanten im Jahr 2010 auf eine Professur der Universität Bonn, die ich immer noch innehabe.
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Das war eigentlich eher Zufall. Ich wusste allerdings bereits nach dem ersten Semester meines Biologiestudiums an der Universität Freiburg, nachdem ich die Genetik Vorlesung von Rudi Hausmann gehört und dessen brillantes Skript gelesen sowie die spannende Übungsgruppe von Rainer Hertel besucht hatte, dass mich Genetik besonders interessiert. Nach diversen Praktika im Laufe des Studiums war mir dann auch klar, dass ich mich lieber mit Pflanzen als mit Tieren beschäftigen möchte. Ich habe mich dann für eine Diplomarbeit in der Arbeitsgruppe von Günter Feix am Institut für Biologie III der Uni Freiburg entschieden. In der Arbeitsgruppe war kurz zuvor eine Maismutante mit verminderter Standfestigkeit gefunden worden, die in der Wurzelbildung defekt war. Diese Mutante sollte ich genauer charakterisieren. Die Entscheidung für die AG Feix fiel damals weniger wegen des Forschungsthemas, sondern weil ich die Arbeitsgruppe besonders sympathisch fand. Wie oben beschrieben bin ich dann dort auch zur Promotion geblieben und habe während dieser Zeit nach neuen Wurzelmutanten gesucht. Nach Abschluss der Promotion konnte ich mein Forschungsthema inklusive der neuen Mutanten mitnehmen und weiter ausbauen. Im Prinzip beschäftige ich mich also seit meiner Diplomarbeit ununterbrochen mit den molekulargenetischen Prozessen der Wurzelentwicklung bei Mais. Die ungewöhnlich lange Affinität zu diesem Thema hängt sicherlich damit zusammen, dass wir die meisten unserer genetischen Ressourcen, also vor allem die Mutantensammlung, selbst entwickelt haben. Ein großer Vorteil für mich war in den Anfangsjahren, dass es nur wenig Interesse an der genetischen Analyse von Wurzeln in Nutzpflanzen gab und ich fast konkurrenzlos in einer Nische forschen konnte.
Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Das Forschungsinteresse meiner Arbeitsgruppe ist das Verständnis der genetischen Grundlagen der Wurzelentwicklung von Mais. Ausgangspunkt dieser Arbeiten sind spezifische Mutanten, die wir im Laufe der Zeit gefunden haben. Bei diesen Mutanten, die alle in nur einem Gen defekt sind, sind bestimmte Aspekte der Wurzelbildung gestört. Manche bilden z. B. keine Wurzelhaare, andere keine Seitenwurzeln oder keine sproßbürtigen Wurzeln. Da in diesen Mutanten nur ein Gen defekt ist, kann man mit bestimmten molekularen Methoden dieses Gen identifizieren und somit herausfinden, welches Gen an der Bildung bestimmter Wurzeln beteiligt ist. Anschließend charakterisieren wird diese Gene und untersuchen z.B. die Aktivität dieser Gene in bestimmten Geweben oder Zellen oder suchen andere Moleküle, mit denen die von diesen Genen hergestellten Proteine interagieren.
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt meiner Arbeitsgruppe ist die Analyse der frühen Ausprägung der Heterosis. Darunter versteht man die Überlegenheit von Pflanzen, die aus der Kreuzung unterschiedlicher homozygoter Eltern hervorgegangen sind. Dieses Phänomen ist besonders für die Maiszüchtung von großer Bedeutung.
Außerdem haben wir vor kurzem damit begonnen uns die Interaktionen von Wurzeln und der Rhizosphäre, also den die Wurzel direkt umgebenden Boden und seine Mikroorganismen, im komplexen Wurzelsystem von Mais genauer anzuschauen.
Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Wurzeln sind die Bergwerke der Pflanze. Fast alle mineralischen Nährstoffe, die für den Menschen essentiell sind und durch die Nahrung aufgenommen werden müssen (z. B. Calcium, Magnesium, Eisen) werden durch Pflanzenwurzeln aus dem Boden extrahiert. Trotz ihrer Bedeutung ist bislang im Vergleich zum grünen Teil der Pflanzen relativ wenig über die Bildung der Wurzeln in Nutzpflanzen und ihrer Interaktion mit der Umwelt bekannt.
Bis zum Jahr 2050 wird eine Steigerung der Weltbevölkerung auf 9-10 Mrd. Menschen erwartet, was bedeutet, dass die Nahrungsmittelproduktion unter erschwerten Bedingungen (Stichwort Klimawandel) um 50-70% gesteigert werden muss. Das wird nur möglich sein, wenn auch das Wurzelsystem der Pflanzen als Merkmal in künftige Züchtungsprogramme mit einbezogen wird.
Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Neben der Forschung spielt an der Universität die Lehre eine entscheidende Rolle in der Ausbildung der nächsten Generation von Wissenschaftlern. Als Professor bin ich außerdem in verschiedensten Gremien und Kommissionen zur Selbstverwaltung von Fakultät und Institut aktiv, ab Oktober zum Beispiel als Prodekan für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an unserer Fakultät.
Seit dem EuGH Urteil zur Genomeditierung habe ich mich an verschiedenen öffentlichen Diskussionen zu diesem Thema beteiligt.
Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Das ist kein richtiges Hobby, aber außerhalb der Arbeit interessieren mich vor allem historische, kunstgeschichtliche und archäologische Themen von der griechischen Antike bis zum Mittelalter und der frühen Neuzeit.
Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Bei Regenwetter kann z.B. ein Museumsbesuch dazugehören. Bei schönem Wetter eine Aktivität draußen. Deshalb enden meine Tweets diese Woche auch schon am Freitag, weil ich am Wochenende paddeln gehe.
Bitte begrüßt Frank ganz herzlich bei Real Scientists DE!
Frank hat vor seiner Zeit an der Uni Bonn an den Universitäten Freiburg, Tübingen und der Iowa State University geforscht.
Nach meinem Abschluss als Diplom-Biologe an der Universität Freiburg hat mir der Betreuer meiner Diplomarbeit eine Promotionsstelle in seiner Arbeitsgruppe angeboten. Während der Promotion habe ich dann eine Reihe von neuen Mutanten mit Defekten in der Wurzelentwicklung von Mais entdeckt. Da mein Doktorvater, Professor Feix, nach meiner Promotion in Pension ging, konnte ich alle meine Mutanten an die Iowa State University mitnehmen, wo ich sie im Rahmen eines DAAD Postdoc Stipendiums weiter untersuchen konnte. Von Iowa ging es dann mit den Mutanten als Nachwuchsgruppenleiter ans Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen der Universität Tübingen und von dort mit diesen und in der Zwischenzeit weiteren neuen Wurzelmutanten im Jahr 2010 auf eine Professur der Universität Bonn, die ich immer noch innehabe.
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Das war eigentlich eher Zufall. Ich wusste allerdings bereits nach dem ersten Semester meines Biologiestudiums an der Universität Freiburg, nachdem ich die Genetik Vorlesung von Rudi Hausmann gehört und dessen brillantes Skript gelesen sowie die spannende Übungsgruppe von Rainer Hertel besucht hatte, dass mich Genetik besonders interessiert. Nach diversen Praktika im Laufe des Studiums war mir dann auch klar, dass ich mich lieber mit Pflanzen als mit Tieren beschäftigen möchte. Ich habe mich dann für eine Diplomarbeit in der Arbeitsgruppe von Günter Feix am Institut für Biologie III der Uni Freiburg entschieden. In der Arbeitsgruppe war kurz zuvor eine Maismutante mit verminderter Standfestigkeit gefunden worden, die in der Wurzelbildung defekt war. Diese Mutante sollte ich genauer charakterisieren. Die Entscheidung für die AG Feix fiel damals weniger wegen des Forschungsthemas, sondern weil ich die Arbeitsgruppe besonders sympathisch fand. Wie oben beschrieben bin ich dann dort auch zur Promotion geblieben und habe während dieser Zeit nach neuen Wurzelmutanten gesucht. Nach Abschluss der Promotion konnte ich mein Forschungsthema inklusive der neuen Mutanten mitnehmen und weiter ausbauen. Im Prinzip beschäftige ich mich also seit meiner Diplomarbeit ununterbrochen mit den molekulargenetischen Prozessen der Wurzelentwicklung bei Mais. Die ungewöhnlich lange Affinität zu diesem Thema hängt sicherlich damit zusammen, dass wir die meisten unserer genetischen Ressourcen, also vor allem die Mutantensammlung, selbst entwickelt haben. Ein großer Vorteil für mich war in den Anfangsjahren, dass es nur wenig Interesse an der genetischen Analyse von Wurzeln in Nutzpflanzen gab und ich fast konkurrenzlos in einer Nische forschen konnte.
Das Forschungsinteresse meiner Arbeitsgruppe ist das Verständnis der genetischen Grundlagen der Wurzelentwicklung von Mais. Ausgangspunkt dieser Arbeiten sind spezifische Mutanten, die wir im Laufe der Zeit gefunden haben. Bei diesen Mutanten, die alle in nur einem Gen defekt sind, sind bestimmte Aspekte der Wurzelbildung gestört. Manche bilden z. B. keine Wurzelhaare, andere keine Seitenwurzeln oder keine sproßbürtigen Wurzeln. Da in diesen Mutanten nur ein Gen defekt ist, kann man mit bestimmten molekularen Methoden dieses Gen identifizieren und somit herausfinden, welches Gen an der Bildung bestimmter Wurzeln beteiligt ist. Anschließend charakterisieren wird diese Gene und untersuchen z.B. die Aktivität dieser Gene in bestimmten Geweben oder Zellen oder suchen andere Moleküle, mit denen die von diesen Genen hergestellten Proteine interagieren.
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt meiner Arbeitsgruppe ist die Analyse der frühen Ausprägung der Heterosis. Darunter versteht man die Überlegenheit von Pflanzen, die aus der Kreuzung unterschiedlicher homozygoter Eltern hervorgegangen sind. Dieses Phänomen ist besonders für die Maiszüchtung von großer Bedeutung.
Außerdem haben wir vor kurzem damit begonnen uns die Interaktionen von Wurzeln und der Rhizosphäre, also den die Wurzel direkt umgebenden Boden und seine Mikroorganismen, im komplexen Wurzelsystem von Mais genauer anzuschauen.
Wurzeln sind die Bergwerke der Pflanze. Fast alle mineralischen Nährstoffe, die für den Menschen essentiell sind und durch die Nahrung aufgenommen werden müssen (z. B. Calcium, Magnesium, Eisen) werden durch Pflanzenwurzeln aus dem Boden extrahiert. Trotz ihrer Bedeutung ist bislang im Vergleich zum grünen Teil der Pflanzen relativ wenig über die Bildung der Wurzeln in Nutzpflanzen und ihrer Interaktion mit der Umwelt bekannt.
Bis zum Jahr 2050 wird eine Steigerung der Weltbevölkerung auf 9-10 Mrd. Menschen erwartet, was bedeutet, dass die Nahrungsmittelproduktion unter erschwerten Bedingungen (Stichwort Klimawandel) um 50-70% gesteigert werden muss. Das wird nur möglich sein, wenn auch das Wurzelsystem der Pflanzen als Merkmal in künftige Züchtungsprogramme mit einbezogen wird.
Neben der Forschung spielt an der Universität die Lehre eine entscheidende Rolle in der Ausbildung der nächsten Generation von Wissenschaftlern. Als Professor bin ich außerdem in verschiedensten Gremien und Kommissionen zur Selbstverwaltung von Fakultät und Institut aktiv, ab Oktober zum Beispiel als Prodekan für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an unserer Fakultät.
Seit dem EuGH Urteil zur Genomeditierung habe ich mich an verschiedenen öffentlichen Diskussionen zu diesem Thema beteiligt.
Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Das ist kein richtiges Hobby, aber außerhalb der Arbeit interessieren mich vor allem historische, kunstgeschichtliche und archäologische Themen von der griechischen Antike bis zum Mittelalter und der frühen Neuzeit.
Bei Regenwetter kann z.B. ein Museumsbesuch dazugehören. Bei schönem Wetter eine Aktivität draußen. Deshalb enden meine Tweets diese Woche auch schon am Freitag, weil ich am Wochenende paddeln gehe.
Bitte begrüßt Frank ganz herzlich bei Real Scientists DE!
Sunday, July 28, 2019
Lernen mit David - David Lohner ist jetzt bei Real Scientists DE!
Diese Woche freuen wir uns sehr, euch unseren neuen Kurator David Lohner (@davidlohner) vorstellen! David produziert seit 2013 am Zentrum für Mediales Lernen (ZML) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) Lehr- und Lernvideos. Seit 2018 promoviert er im Bereich Hochschul- bzw. Mediendidaktik mit besonderem Schwerpunkt auf der Optimierung von videobasierten Online-Lernumgebungen. Dabei soll erschlossen werden, welche Kriterien „gute Onlinelehre“ ausmachen und sich für eine systematische Evaluation solcher Angebote eignen.
Auf seinem YouTube-Kanal und Blog dokumentiert und kommentiert er als „David der Doktorand“ die Entstehung seiner Dissertation. Dabei schildert er unter anderem den Alltag als Doktorand, mit welchen Themen er sich auseinandersetzt, welche Konferenzen er besucht oder welche wissenschaftlichen Artikel er liest.
Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Um ehrlich zu sein: eine Verkettung glücklicher Zufälle. Hauptsächlich, weil ich gefragt wurde, ob ich nicht promovieren wolle. Aber dazu gibt es natürlich eine Vorgeschichte:
Ursprünglich habe ich Geographie und Germanistik für das Lehramt an Gymnasien studiert. Als Student hatte ich ein paar Hiwi-Jobs, darunter einen am Zentrum für Mediales Lernen des Karlsruher Instituts für Technologie. Nachdem mein Studium zu Ende war und wir zu Hause als Familie bereits zu dritt waren, war es tatsächlich der einfachste Weg, dort als Mitarbeiter einzusteigen. Ein Glücksfall zur richten Zeit sozusagen. Dass der wissenschaftliche Leiter dieser Einrichtung später mal mein Doktorvater werden sollte, wusste ich damals noch nicht. Inzwischen habe ich zwei halbe Stellen am Karlsruher Institut für Technologie: eine am ZML, der zentralen E-Learning Einheit des KIT und eine weitere am Institut für Berufspädagogik und Allgemeine Pädagogik, wo ich promoviere.
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Die Entscheidung für mein Feld war dadurch im Grunde ausgemachte Sache: Lehren und Lernen, verknüpft mit den digitalen Medien. Dass diese Kombination interessant ist und in Zukunft eine zentrale Rolle spielen wird, habe ich eindrucksvoll durch mein One-Hit-Wonder auf YouTube demonstriert bekommen: ich habe ein gehaltenes Referat als Video hochgeladen und inzwischen hat das mehr als 500k Klicks. „Lernen mit Videos im Netz – das ist die Zukunft,“ dachte ich mir.
Ich habe lange danach gesucht, wie ich denn „mein Feld“ bezeichnen soll: Ich habe Lehramt studiert, bin also „von Haus aus“ weder ein lupenreiner Natur- oder Geisteswissenschaftler, noch reiner Pädagoge. Als Mitarbeiter an einem traditionellen Institut und einer E-Learning-Servicestelle habe ich je einen Fuß in Forschung und Lehre und einen im Bereich Beratung und Dienstleistung. Ich platziere mich also genau an der Schnittstelle: Ich befasse mich damit, wie wir im Hochschulkontext mit Medien lernen. Gibt es „Hochschul-Mediendidaktik“?
Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Genau in diesem Feld bin ich jetzt unterwegs: am ZML konzipieren und produzieren wir Lernmedien – hauptsächlich Videos und darauf aufbauende Onlinekurse und MOOCs. Das heißt, ich kenne den ganzen Prozess vom Drehbuchschreiben über das Filmen und die Videobearbeitung bis hin zum didaktischen Setting in der Kursumgebung im Web. Das wird nie langweilig, da wir für jedes Projekt mit anderen Fachwissenschaften zusammenarbeiten. Das Know-How zum Thema Videoproduktion teilen wir vom ZML auch regelmäßig in Tagesworkshops in verschiedenen Hochschuldidaktik-Programmen. Ansonsten beraten wir Dozierende am KIT zu allen Belangen rund um E-Learning.
Für meine Promotion am Institut für Berufspädagogik und Allgemeine Pädagogik durfte ich mir mein Thema selbst aussuchen. Da lag es nahe, sich mit Webvideos zum Lernen zu befassen. So kann ich meine beiden halben Stellen am KIT ganz wunderbar miteinander verheiraten – auch wenn es auf dem Stundenzettel dann des Öfteren zum Ehekrach kommt 😉 In meiner Dissertation will ich herausfinden, wie videobasierte Onlinekurse gestaltet sein müssen, damit sie funktionieren. Dabei plane ich eine Design-Based-Research-Studie, die ich entlang eines Kurses aufziehe, den wir in den vergangenen drei Jahren am ZML erstellt haben. Fast alle Videos aus diesem Kurs sind auch auf YouTube verfügbar.
Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
In der Hochschullandschaft kommt der Lehre und dem Lernen relativ wenig Aufmerksamkeit zu. Meiner Meinung nach sollte ihr Stellenwert viel höher sein, um dem der Forschung zumindest in etwa zu entsprechen. Denn ohne eine gute Lehre kann man keine guten Forscherinnen und Forscher ausbilden.
Ich will mit meiner Arbeit dazu beitragen, dass wir besser verstehen, wie Lernen heutzutage gestaltet werden kann. Dazu gehört, dass wir die digitalen Technologien nicht als Add-On oder Trend betrachten, sondern als so selbstverständlich wie das Buch oder die Tafel ansehen. Das betrifft sowohl die Lerner als auch diejenigen, die Inhalte (zum Lernen) bereitstellen. Der sinnvolle Einsatz dieser Technologien muss von vielen aber noch geübt werden. Gute Bildungsangebote sind gefragt, die von den neuen Möglichkeiten ernsthaft Gebrauch machen. Heute mehr denn je – und insbesondere solche im Internet, die frei und offen zugänglich sind.
Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Im letzten Jahr habe ich bei der Neuaufstellung des am KIT dezentral organisierten Konvents der Doktorandinnen und Doktoranden geholfen und bin seitdem der Vorsitz dieses Gremiums*. Salopp gesagt ist das so etwas wie eine Fachschaft für Promovierende unserer Fakultät. Wir werden zu Rate gezogen, wenn es um Änderungen an der Promotionsordnung geht, dürfen Stellungnahmen bei der Wahl von Ombudspersonen abgeben und stehen Promotionsinteressierten Rede und Antwort. Ich will in dieser Position bewirken, dass sich Promovierende untereinander austauschen, denn: ist das Format „Promotion“ überhaupt noch zeitgemäß? Man sitzt mehrere Jahre quasi alleine an seinem eigenen Mammut-Projekt. Überall sonst werden Teamwork, Zusammenarbeit und Kollaboration gefordert, nur bei seiner Doktorarbeit ist man auf sich gestellt. Ich glaube, es ist schon viel gewonnen, wenn man sich regelmäßig mit Personen austauschen kann, die in einer ähnlichen Situation stecken.
*Neuwahlen am 25.07. (ob ich wieder dabei bin, weiß ich erst dann)
Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Seit ich fünf bin, habe ich ein Schlagzeug und beinahe hätte ich Jazz-Schlagzeug studiert. Inzwischen bin ich aber froh, dass ich mir die Musik als reines Hobby erhalten habe. Nach einer sehr aktiven Zeit spiele ich inzwischen nur noch in einer Bigband, der Up To Date Bigband. Ihr könnt ja mal auf unserer Webseite vorbeischauen. Dort gibt’s auch ein paar verlinkte Videos.
Außerdem fotografiere ich ganz gerne; noch nicht sehr lange, aber immerhin. Meine besten Schnappschüsse teile ich über Flickr.
Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Gibt es denn als Wissenschaftler einen freien Tag? Mir fällt es jedenfalls sehr schwer, meinen Kopf abzuschalten oder wirklich frei zu bekommen. Am ehesten hilft da tatsächlich volles Programm: ein Tagesausflug mit Familie irgendwo draußen in der Natur. Kamera im Anschlag für ein paar nette Schnappschüsse der Kids oder schöne Aufnahmen von Landschaft, gutes Wetter (nicht zu warm!) und am Ende ein gutes Essen in Aussicht.
Ja, das klingt ziemlich ideal.
Bitte begrüßt David ganz herzlich bei Real Scientists DE!
Auf seinem YouTube-Kanal und Blog dokumentiert und kommentiert er als „David der Doktorand“ die Entstehung seiner Dissertation. Dabei schildert er unter anderem den Alltag als Doktorand, mit welchen Themen er sich auseinandersetzt, welche Konferenzen er besucht oder welche wissenschaftlichen Artikel er liest.
Um ehrlich zu sein: eine Verkettung glücklicher Zufälle. Hauptsächlich, weil ich gefragt wurde, ob ich nicht promovieren wolle. Aber dazu gibt es natürlich eine Vorgeschichte:
Ursprünglich habe ich Geographie und Germanistik für das Lehramt an Gymnasien studiert. Als Student hatte ich ein paar Hiwi-Jobs, darunter einen am Zentrum für Mediales Lernen des Karlsruher Instituts für Technologie. Nachdem mein Studium zu Ende war und wir zu Hause als Familie bereits zu dritt waren, war es tatsächlich der einfachste Weg, dort als Mitarbeiter einzusteigen. Ein Glücksfall zur richten Zeit sozusagen. Dass der wissenschaftliche Leiter dieser Einrichtung später mal mein Doktorvater werden sollte, wusste ich damals noch nicht. Inzwischen habe ich zwei halbe Stellen am Karlsruher Institut für Technologie: eine am ZML, der zentralen E-Learning Einheit des KIT und eine weitere am Institut für Berufspädagogik und Allgemeine Pädagogik, wo ich promoviere.
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| Foto: Patrick Langer, KIT |
Die Entscheidung für mein Feld war dadurch im Grunde ausgemachte Sache: Lehren und Lernen, verknüpft mit den digitalen Medien. Dass diese Kombination interessant ist und in Zukunft eine zentrale Rolle spielen wird, habe ich eindrucksvoll durch mein One-Hit-Wonder auf YouTube demonstriert bekommen: ich habe ein gehaltenes Referat als Video hochgeladen und inzwischen hat das mehr als 500k Klicks. „Lernen mit Videos im Netz – das ist die Zukunft,“ dachte ich mir.
Ich habe lange danach gesucht, wie ich denn „mein Feld“ bezeichnen soll: Ich habe Lehramt studiert, bin also „von Haus aus“ weder ein lupenreiner Natur- oder Geisteswissenschaftler, noch reiner Pädagoge. Als Mitarbeiter an einem traditionellen Institut und einer E-Learning-Servicestelle habe ich je einen Fuß in Forschung und Lehre und einen im Bereich Beratung und Dienstleistung. Ich platziere mich also genau an der Schnittstelle: Ich befasse mich damit, wie wir im Hochschulkontext mit Medien lernen. Gibt es „Hochschul-Mediendidaktik“?
Genau in diesem Feld bin ich jetzt unterwegs: am ZML konzipieren und produzieren wir Lernmedien – hauptsächlich Videos und darauf aufbauende Onlinekurse und MOOCs. Das heißt, ich kenne den ganzen Prozess vom Drehbuchschreiben über das Filmen und die Videobearbeitung bis hin zum didaktischen Setting in der Kursumgebung im Web. Das wird nie langweilig, da wir für jedes Projekt mit anderen Fachwissenschaften zusammenarbeiten. Das Know-How zum Thema Videoproduktion teilen wir vom ZML auch regelmäßig in Tagesworkshops in verschiedenen Hochschuldidaktik-Programmen. Ansonsten beraten wir Dozierende am KIT zu allen Belangen rund um E-Learning.
Für meine Promotion am Institut für Berufspädagogik und Allgemeine Pädagogik durfte ich mir mein Thema selbst aussuchen. Da lag es nahe, sich mit Webvideos zum Lernen zu befassen. So kann ich meine beiden halben Stellen am KIT ganz wunderbar miteinander verheiraten – auch wenn es auf dem Stundenzettel dann des Öfteren zum Ehekrach kommt 😉 In meiner Dissertation will ich herausfinden, wie videobasierte Onlinekurse gestaltet sein müssen, damit sie funktionieren. Dabei plane ich eine Design-Based-Research-Studie, die ich entlang eines Kurses aufziehe, den wir in den vergangenen drei Jahren am ZML erstellt haben. Fast alle Videos aus diesem Kurs sind auch auf YouTube verfügbar.
In der Hochschullandschaft kommt der Lehre und dem Lernen relativ wenig Aufmerksamkeit zu. Meiner Meinung nach sollte ihr Stellenwert viel höher sein, um dem der Forschung zumindest in etwa zu entsprechen. Denn ohne eine gute Lehre kann man keine guten Forscherinnen und Forscher ausbilden.
Ich will mit meiner Arbeit dazu beitragen, dass wir besser verstehen, wie Lernen heutzutage gestaltet werden kann. Dazu gehört, dass wir die digitalen Technologien nicht als Add-On oder Trend betrachten, sondern als so selbstverständlich wie das Buch oder die Tafel ansehen. Das betrifft sowohl die Lerner als auch diejenigen, die Inhalte (zum Lernen) bereitstellen. Der sinnvolle Einsatz dieser Technologien muss von vielen aber noch geübt werden. Gute Bildungsangebote sind gefragt, die von den neuen Möglichkeiten ernsthaft Gebrauch machen. Heute mehr denn je – und insbesondere solche im Internet, die frei und offen zugänglich sind.
Im letzten Jahr habe ich bei der Neuaufstellung des am KIT dezentral organisierten Konvents der Doktorandinnen und Doktoranden geholfen und bin seitdem der Vorsitz dieses Gremiums*. Salopp gesagt ist das so etwas wie eine Fachschaft für Promovierende unserer Fakultät. Wir werden zu Rate gezogen, wenn es um Änderungen an der Promotionsordnung geht, dürfen Stellungnahmen bei der Wahl von Ombudspersonen abgeben und stehen Promotionsinteressierten Rede und Antwort. Ich will in dieser Position bewirken, dass sich Promovierende untereinander austauschen, denn: ist das Format „Promotion“ überhaupt noch zeitgemäß? Man sitzt mehrere Jahre quasi alleine an seinem eigenen Mammut-Projekt. Überall sonst werden Teamwork, Zusammenarbeit und Kollaboration gefordert, nur bei seiner Doktorarbeit ist man auf sich gestellt. Ich glaube, es ist schon viel gewonnen, wenn man sich regelmäßig mit Personen austauschen kann, die in einer ähnlichen Situation stecken.
*Neuwahlen am 25.07. (ob ich wieder dabei bin, weiß ich erst dann)
Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Seit ich fünf bin, habe ich ein Schlagzeug und beinahe hätte ich Jazz-Schlagzeug studiert. Inzwischen bin ich aber froh, dass ich mir die Musik als reines Hobby erhalten habe. Nach einer sehr aktiven Zeit spiele ich inzwischen nur noch in einer Bigband, der Up To Date Bigband. Ihr könnt ja mal auf unserer Webseite vorbeischauen. Dort gibt’s auch ein paar verlinkte Videos.
Außerdem fotografiere ich ganz gerne; noch nicht sehr lange, aber immerhin. Meine besten Schnappschüsse teile ich über Flickr.
Gibt es denn als Wissenschaftler einen freien Tag? Mir fällt es jedenfalls sehr schwer, meinen Kopf abzuschalten oder wirklich frei zu bekommen. Am ehesten hilft da tatsächlich volles Programm: ein Tagesausflug mit Familie irgendwo draußen in der Natur. Kamera im Anschlag für ein paar nette Schnappschüsse der Kids oder schöne Aufnahmen von Landschaft, gutes Wetter (nicht zu warm!) und am Ende ein gutes Essen in Aussicht.
Ja, das klingt ziemlich ideal.
Bitte begrüßt David ganz herzlich bei Real Scientists DE!
Sunday, July 21, 2019
Gesunde Entscheidungen - Eva Krockow ist jetzt bei Real Scientists DE!
Mit großer Vorfreude möchten wir euch unsere neue Kuratorin Eva Krockow (@EM_Krockow) vorstellen! Eva ist Entscheidungsforscherin und Wissenschaftsbloggerin an der University of Leicester. Sie verlieβ Deutschland direkt nach dem Abitur, um ihre Grund- und Masterstudien in Psychologie and Internationalen Studien in England zu absolvieren. Anschlieβend nahm sie eine wissenschaftlichen „Auszeit“ von ca. vier Jahren, während der sie für verschiedene internationale Organisationen in Belgien, Westafrika und Deutschland arbeitete. Bald zog es sie jedoch zurück zur Uni: Mit finanzieller Unterstützung durch ein Stipendium der Friedrich Naumann Stiftung promovierte sie in Entscheidungspsychologie an der University of Leicester. Seit ihrem Abschluss betreibt Eva als Postdoc verschiedene Forschungsprojekte und ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Entscheidungsfindung im Gesundheitsbereich. Zum Beispiel untersucht sie, wie die Entscheidungen von Ärzten optimiert und die Kommunikation von Gesundheitsrisiken verbessert werden können. Neben ihren Forschungstätigkeiten ist Eva begeisterte Wissenschaftsbloggerin. Alle zwei Wochen veröffentlicht sie einen neuen (englischen) Artikel auf “Psychology Today”, in dem sie psychologische Themen mit direktem Bezug zu ihrer eigenen Forschung diskutiert. Im September 2019 wird Eva eine Stelle als Juniorprofessorin in Psychologie an der University of Leicester antreten. Sie freut sich schon sehr auf die neuen Herausforderungen!
Wie bist du in der Wissenschaft
gelandet?
Sehr unerwartet! Nach einigen spannenden Auslandspraktika, landete ich zuerst in einem frustrierenden Bürojob mit schwierigen Kollegen. Damals fehlten mir kreative und intellektuelle Herausforderungen und so kam es mir sehr gelegen, als ein ehemaliger Studienmentor wieder in Kontakt trat. Wir tauschten uns zu meiner Bachelorarbeit in Psychologie aus, und begannen die Ergebnisse für eine wissenschaftliche Veröffentlichung vorzubereiten. Das bedeutete eine Menge zusätzlicher Arbeit für mich, allerdings machten mir die wissenschaftlichen Überstunden nicht das Geringste aus! Als mir das bewusst wurde, kündigte ich nur wenige Wochen später meine gut bezahlte Vollzeitstelle und begann stattdessen eine (vorerst unvergütete) Promotion!
Sehr unerwartet! Nach einigen spannenden Auslandspraktika, landete ich zuerst in einem frustrierenden Bürojob mit schwierigen Kollegen. Damals fehlten mir kreative und intellektuelle Herausforderungen und so kam es mir sehr gelegen, als ein ehemaliger Studienmentor wieder in Kontakt trat. Wir tauschten uns zu meiner Bachelorarbeit in Psychologie aus, und begannen die Ergebnisse für eine wissenschaftliche Veröffentlichung vorzubereiten. Das bedeutete eine Menge zusätzlicher Arbeit für mich, allerdings machten mir die wissenschaftlichen Überstunden nicht das Geringste aus! Als mir das bewusst wurde, kündigte ich nur wenige Wochen später meine gut bezahlte Vollzeitstelle und begann stattdessen eine (vorerst unvergütete) Promotion!
Soll ich das blaue Hemd kaufen oder das grüne? Wo mache ich Urlaub diesen Sommer und wen nehme ich mit? Wäre es eine gute Idee zu heiraten? Und wann ist die beste Zeit fürs Kinderkriegen?
Unsere Welt steckt voller Entscheidungen und obwohl einige vergleichsweise belanglos erscheinen, haben viele das Potenzial, unser Leben für immer auf den Kopf zu stellen. Ich kann mir deshalb kaum ein spannenderes Thema vorstellen als die Erfoschung menschlicher Entscheidungen! Aktuell interessiere ich mich besonders für die Urteilskraft von Ärzten die oftmals über Leben und Tod entscheidet. Meine Forschung trägt dazu bei, systematische Denkfehler zu vermeiden (denn Ärzte sind auch nur Menschen!), medizinische Entscheidungen zu optimieren und Krankenhausprozesse zu Gunsten des Patienten zu verbessern.
Unsere Welt steckt voller Entscheidungen und obwohl einige vergleichsweise belanglos erscheinen, haben viele das Potenzial, unser Leben für immer auf den Kopf zu stellen. Ich kann mir deshalb kaum ein spannenderes Thema vorstellen als die Erfoschung menschlicher Entscheidungen! Aktuell interessiere ich mich besonders für die Urteilskraft von Ärzten die oftmals über Leben und Tod entscheidet. Meine Forschung trägt dazu bei, systematische Denkfehler zu vermeiden (denn Ärzte sind auch nur Menschen!), medizinische Entscheidungen zu optimieren und Krankenhausprozesse zu Gunsten des Patienten zu verbessern.
Erzähle uns etwas über deine
Arbeit!
Meine Arbeit wird niemals langweilig und bietet ständig neue Möglichkeiten zu reisen. Während der letzten paar Jahre war ich Teil eines international Forschungsteams, welches die Entscheidungen von Ärzten in Bezug auf Antibiotikaverschreibungen erforscht hat. Ich reiste zu unseren Partnerländern (Südafrika und Sri Lanka), besichtigte örtliche Krankenhäuser, und befragte Ärzte zu ihren täglichen Entscheidungsvorgängen.
Darüber hinaus nehme ich regelmäβig an internationalen Konferenzen teil, wo ich meine Forschungsergebnisse präsentiere und mich mit anderen Wissenschaftlern austausche. Erst kürzlich war ich bei einer Tagung in Arizona (USA) und habe meine Freizeit dazu genutzt, das berühmte Grand Canyon zu besuchen (siehe Foto!).
Warum sollte sich die
Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Die Forschung zur Verbesserung von Entscheidungen ist immer aktuell! Im Zeitalter fragwürdiger politischer Entscheidungen (Brexit...!) , gilt es jedoch mehr denn je, menschliches Urteilsvermögen zu verstehen und zu verbessern. Meine derzeitige Arbeit zur Nutzung von Antibiotika ist besonders relevant vor dem Hintergrund fortschreitender Antibiotika-Resistenz. Aufgrund dessen bin ich stets bemüht, meine Forschung an die Ӧffentlichkeit zu bringen. Ein tolles Medium hierfür ist das wissenschaftliche Online-Magazin „The Conversation“, wo ich bereits mehrere Artikel veröffentlicht habe (siehe z.B. https://theconversation.com/why-is-it-nice-to-be-nice-solving-darwins-puzzle-of-kindness-85055).
Die Forschung zur Verbesserung von Entscheidungen ist immer aktuell! Im Zeitalter fragwürdiger politischer Entscheidungen (Brexit...!) , gilt es jedoch mehr denn je, menschliches Urteilsvermögen zu verstehen und zu verbessern. Meine derzeitige Arbeit zur Nutzung von Antibiotika ist besonders relevant vor dem Hintergrund fortschreitender Antibiotika-Resistenz. Aufgrund dessen bin ich stets bemüht, meine Forschung an die Ӧffentlichkeit zu bringen. Ein tolles Medium hierfür ist das wissenschaftliche Online-Magazin „The Conversation“, wo ich bereits mehrere Artikel veröffentlicht habe (siehe z.B. https://theconversation.com/why-is-it-nice-to-be-nice-solving-darwins-puzzle-of-kindness-85055).
Hast du irgendwelche
interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Seit einem Jahr unterhalte ich einen regelmäβigen Wissenschaftsblog zum Thema Entscheidungsfindung. Mein Job als Bloggerin für das Psychologiemagazin „Psychology Today“ macht es mir möglich, über den „wissenschaftlichen Tellerrand“ zu schauen und mich mit Menschen verschiedener Hintergründe über meine Forschung auszutauschen. Meine Blogs haben bereits zu mehreren Radioauftritten und Zeitschrifteninterviews geführt, und diese Ӧffentlichsarbeit macht mir groβen Spaβ!
Seit einem Jahr unterhalte ich einen regelmäβigen Wissenschaftsblog zum Thema Entscheidungsfindung. Mein Job als Bloggerin für das Psychologiemagazin „Psychology Today“ macht es mir möglich, über den „wissenschaftlichen Tellerrand“ zu schauen und mich mit Menschen verschiedener Hintergründe über meine Forschung auszutauschen. Meine Blogs haben bereits zu mehreren Radioauftritten und Zeitschrifteninterviews geführt, und diese Ӧffentlichsarbeit macht mir groβen Spaβ!
Irgendwelche interessanten
Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich bin leidenschaftlicher Yoga-Fan und beginne jeden Tag mit einer halbstündigen Vinyasa-Sequenz. Die ganzheitliche Praxis, die sowohl Atemtechniken als auch anspruchsvolles Krafttraining beinhaltet, stellt für mich ein wichtiges Ventil dar. Klar macht es mir Spaβ, mit komplizierten „Brezel-Posen“ meine Gelengigkeit zu testen. Allerdings bedeutet Yoga sehr viel mehr für mich. Während meiner Übungen kann ich den Alltagsstress hinter mir lassen und meine Gedanken klären. Angesichts des anspruchsvollen Arbeitsalltags als Wissenschaftlerin habe ich das auch immer nötig!
Ich bin leidenschaftlicher Yoga-Fan und beginne jeden Tag mit einer halbstündigen Vinyasa-Sequenz. Die ganzheitliche Praxis, die sowohl Atemtechniken als auch anspruchsvolles Krafttraining beinhaltet, stellt für mich ein wichtiges Ventil dar. Klar macht es mir Spaβ, mit komplizierten „Brezel-Posen“ meine Gelengigkeit zu testen. Allerdings bedeutet Yoga sehr viel mehr für mich. Während meiner Übungen kann ich den Alltagsstress hinter mir lassen und meine Gedanken klären. Angesichts des anspruchsvollen Arbeitsalltags als Wissenschaftlerin habe ich das auch immer nötig!
Wie sieht dein idealer freier
Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Meinen idealen freien Tag verbringe ich im Urlaub mit meinem Mann. Wir brauchen immer Programm und sind deshalb selbst während der Ferien aktiv. Vor einiger Zeit haben wir z. B. die Galapagos-Inseln bereist, wo wir schnorchelnd, schwimmend und zu Fuβ die unglaubliche Artenvielfalt erkundet haben. Neben den Flamingos haben mir besonders die Riesenschildkröten gefallen!
Meinen idealen freien Tag verbringe ich im Urlaub mit meinem Mann. Wir brauchen immer Programm und sind deshalb selbst während der Ferien aktiv. Vor einiger Zeit haben wir z. B. die Galapagos-Inseln bereist, wo wir schnorchelnd, schwimmend und zu Fuβ die unglaubliche Artenvielfalt erkundet haben. Neben den Flamingos haben mir besonders die Riesenschildkröten gefallen!
Bitte begrüßt Eva ganz herzlich bei Real Scientists DE!
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