Sunday, November 19, 2023

Bleibt alles anders -- Real Scientists DE zieht um!

 Liebe Leute,


zuallererst müssen wir einen riesigen Dank aussprechen an die wundervolle Community, die Ihr in den letzten Jahren geschaffen habt. Als Real Scientists DE im Februar 2017 zum ersten Mal auf Sendung ging, als erster Spin-Off des ursprünglichen Real Scientists Projekts, hätten wir uns das heutige Publikum niemals träumen lassen.

Die Kurator:innen, die Follower:innen -- Ihr wart es, die diesen Account zu dem gemacht haben, was er heute ist: Ein riesiger Spielplatz für Wissenschaftsbegeisterte, auf dem jede Woche neue und spannende Einblicke in das Leben, die Arbeit und die Ergebnisse von Forschenden geteilt und diskutiert werden.

Aber nach knapp 7 durchgehend aktiven Jahren stehen wir jetzt vor der größten bisherigen Änderung des Accounts: Leider ist Twitter für uns als Plattform nicht mehr tragbar (es ist ja auch nicht mal mehr Twitter). Man kann viel über die Gründe diskutieren und auch sehr unterschiedlicher Meinung darüber sein. Aber letztlich stehen wir als Mods in der Pflicht, den Account auf der Plattform zu betreiben, die uns dafür am sinnvollsten erscheint. Und das ist leider nicht mehr Twitter.

Wir werden daher den Account hier stilllegen, aber bis aufs Weitere nicht löschen. So sollen die wertvollen und interessanten Posts und Diskussionen aus den letzten Jahren möglichst erhalten bleiben. Und da das Projekt auf keinen Fall aufhören soll, wird es stattdessen woanders weitergeführt werden: Ihr findet uns ab sofort auch auf Bluesky unter https://bsky.app/profile/realscide.bsky.social. Ab Januar 2024 werdet ihr dort die gleichen Inhalte finden, die ihr sonst von Twitter kennt.

Die Entscheidung zu Bluesky fiel uns ebenfalls nicht leicht. Die Plattform weist zum Teil dieselben Schwächen wie Twitter auf. Zudem ist sie (derzeit) invite-only, was unserem Kerngedanken der allgemeinen Zugänglichkeit widerspricht. Trotzdem haben wir den Eindruck und die Hoffnung, dass sich unsere bisherige Community dort am ehesten wieder zusammenfinden wird. Eine zukünftige Vereinfachung findet sich in einer kürzlichen Ankündigung des Bluesky-Teams: Bald sollen Bluesky-Feeds auch ohne eigenen Account lesbar sein. Ab dann könntet Ihr die Posts auf unserem Account also auch sehen, ohne Euch vorher selbst registrieren zu müssen (also so wie es bei Twitter früher auch der Fall war).

Aber natürlich hoffen wir auch, auf Eure Beiträge und Diskussionen, und für die braucht Ihr einen Account, und für den braucht Ihr einen Invite Code. Wir wollen daher tun, was wir können, um euch einen davon zu verschaffen. Bitte schickt uns eine E-Mail mit dem Betreff "Code Anfrage" an dasistsciencetwitter@gmail.com und wir werden euch mit einem Code antworten, sofern wir welche haben.

Wir haben zwar einen kleinen persönlichen Bestand, dieser wird aber schnell erschöpft sein. Daher haben wir auch eine Bitte an die Community: Solltet Ihr Bluesky Invite Codes übrig haben und sie dafür einsetzen wollen, einen möglichst großen Teil der Real Scientists DE Community von der einen Plattform auf die andere zu versetzen, dann schickt sie uns bitte an dieselbe Adresse mit dem Betreff "Code Spende". Wir, und die großartige Gemeinschaft, die wir zusammen gefunden haben, werden Euch dafür sehr dankbar sein.

Ganz kurz noch ein paar Anmerkungen und Regeln zu dieser Aktion:

- Codes gehen raus in der Reihenfolge, in der die Anfragen reinkommen

- Jede E-Mail Adresse erhält nur 1 Code von uns

- Der Text innerhalb der E-Mail wird bei Anfragen ignoriert; ihr müsst also keinen Text dazu setzen, es reicht der Text "Code Anfrage" im Betreff

- Wenn ihr uns Codes mit dem Betreff "Code Spende" schickt, könnt ihr so viele Codes in dieselbe Nachricht packen, wie ihr mögt

- Wir erwarten, dass es mehr Anfragen geben wird, als die Kombination aus unserem persönlichen Bestand und den gespendeten Codes befriedigen kann -- daher übernehmen wir selbstverständlich keine Garantie dafür, dass Ihr einen Code erhalten werdet

- Wir können euch allerdings garantieren, dass wir eure Codes sowie auch eure E-Mail Adressen für keinen anderen Zweck einsetzen werden als hier beschrieben

- Die Aktion ist zeitlich auf eine Woche begrenzt (also bis zum 26.11.). Das Ende hängt auch, aber nicht nur, davon ab, wie viele Codes wir als Spende erhalten werden.

Wir hoffen sehr, dass Ihr uns treu und gewogen bleibt. Und noch viel wichtiger: Dass Ihr, genauso wie wir, auch in Zukunft Fans der Wissenschaft bleiben werdet.

Nur das Beste und wir hoffen, wir sehen uns,

Eure Real Scientists DE Mods Jens, Sophie und Lena

Sunday, November 12, 2023

Wissenschaft und Comics: Wie man Komplexes einfach erklärt! Sophie G. Elschner ist jetzt bei Real Scientists DE!

 

Diese Woche freuen wir uns auf unsere Kuratorin Sophie G. Elschner (@SophieElschner), die zum Moderationsteam von Real Scientists DE gehört! Sophie hat an der Universität Konstanz studiert und dort ihre Doktorarbeit zum Thema experimentelle Ästhetik und Augenbewegungen am Lehrstuhl für Sozialpsychologie und Entscheidungswissenschaften geschrieben. Wenn ihr mehr darüber wissen, wollt, könnt ihr euch den ersten Blogbeitrag und die Themenzusammenfassung ihrer früheren Woche ansehen, denn Sophie war schon einmal Kuratorin bei uns. Nach ihrer Promotion arbeitete sie zwei Jahre lang als Postdoc am Fraunhofer Exzellenzcluster für Integrierte Energiesysteme in der Dimension Wissenschaftskommunikation, wo sie in der Wisskomm zur Energiewende geforscht hat. Nebenher ist Sophie schon einige Zeit in der praktischen Wissenschaftskommunikation und -illustration unterwegs. Neben ihrem Engagement für uns, ist Sophie öfters auf Social Media und in Podcasts als Gast zu sehen / zu hören. Ihr größtes Projekt ist jedoch der psychoSoph-Comic, von dem sie uns diese Woche berichten wird.

 

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?

Ich war schon als Kind wissenschaftsinteressiert, da ich immer sehr neugierig war und Spaß am Lernen und Entdecken hatte. Während des Studiums habe ich durch HiWi-Jobs dann in die Wissenschaft reinschnuppert können. Als sich nach meiner Masterarbeit die Gelegenheit bot an meinem Thema weiterzuarbeiten, habe ich die Chance ergriffen.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?

Die Doktorarbeit zur empirischen Ästhetik hat mich interessiert, weil ich in meiner Freizeit sehr viel Zeichne und generell kunstinteressiert bin. Den Postdoc in der Wissenschaftskommunikation hat sich angeboten, weil ich zu dem Zeitpunkt bereits begonnen hatte auch ein praktisches Wisskomm-Portfolio aufzubauen. Warum dann nicht auch beforschen? Viele Dinge, die ich in der Doktorarbeit gelernt habe, lassen sich auch auf das Thema anwenden anwenden.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!

Ich versuche gerade, viel über die praktische Wissenschaftskommunikation, -illustration und -journalismus dazuzulernen. Das bedeutet an Fortbildungen teilzunehmen (dieses Jahr habe ich z.B. gelernt, wie man Podcasts produziert). Aber auch viel zu Netzwerken und künstlerisch dazuzulernen. Der Comic bedeutet viel Planungsarbeit und eine Mischung aus Recherche, Schreiben, Zeichnen und Community-Management auf Social Media. Hierbei kann ich mich in viele Themen der Psychologie und Neurowissenschaft einarbeiten und Dinge lesen, für die ich mir während der Forschungsarbeit normalerweise weniger Zeit nehme. Es ist sehr abwechslungsreich. Nebenher illustriere ich aber auch die Fachartikel anderer Wissenschaftler*innen und kooperiere mit anderen Wissenschaftskommunikator*innen.

Motivation: Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?

Wer gerne mehr über Psychologie und Neurowissenschaft lernen möchte, ist bei mir an der richtigen Stelle. Ich suche für den Comic auch gern Themen aus, von denen man in anderen Kommunikationsformaten weniger hört oder die nicht unbedingt auf dem ersten Blick als Psychologiethemen erkennbar sind. Ich versuche dabei komplexe Zusammenhänge möglichst einfach und nachvollziehbar darzustellen, aber auch unterhaltsam zu machen. Wenn man also einen generellen und vielfältigen Überblick über die Psychologie bekommen möchte, lohnt es sich, den Comic einmal auszuchecken!

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich engagiere mich im Realsci_DE-Team als Moderatorin.
😊

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Natürlich das Zeichnen (Hier könnt ihr meinen Kunstblog ansehen). Ich stricke aber auch gern, mache viel Sport (Joggen und Fitness) und mag generell nerdige Sachen: Gerade hat mich Baldur’s Gate 3 in seinen Fangzähnen.
🤣

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Ein ruhiger Tag mit einem leckeren Frühstück und Kaffee, am besten als ausgiebigem Brunch in Gesellschaft von Freunden. Danach spontan ein Spaziergang, ein Videospiel oder vielleicht eine runde Balkongärtnern? Zum Ausklang ein nettes (selbstgekochtes) Abendessen.


Bitte begrüßt Sophie ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, October 29, 2023

Wie Wissenschaftlerinnen in den Medien repräsentiert sind! Anna-Sophie Barbutev ist jetzt bei Real Scientists DE!

 

Diese Woche freuen wir uns auf unsere Kuratorin Anna-Sophie Barbutev (@asbarbutev, Projekt: @bmbfwim)! Anna-Sophie Barbutev hat Kulturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Medienkultur (BA) sowie Critical & Creative Analysis (Soziologie/MA) studiert. An der Reportageschule in Reutlingen wurde sie zur Journalistin ausgebildet und hat als freie Journalistin für Medien wie die ZEIT und Social-Media-Journalistin für das Onlinemagazin Krautreporter gearbeitet. Seit einem Jahr arbeitet sie als akademische Mitarbeiterin im BMBF-Projekt „Wissenschaftlerinnen in die Medien“ (FH Potsdam, Leitung: Prof. Dr. Judith Ackermann).

 

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?

Seit der fünften Klasse wollte ich Journalistin werden. Über Umwege bin ich in der Wissenschaft gelandet. Als ich im Projektseminar meines Osteuropastudien-Masters in Hamburg saß, wollte ich unbedingt rausgehen und Geschichten schreiben, statt Hausarbeiten zu verfassen, die eh niemand liest. In meiner ersten Woche wurde ich dann an der Reportageschule in Reutlingen angenommen und durfte ein Jahr im Schwabenland mein journalistisches Handwerk erweitern. Über die Alb wandern, auf den Spuren der Swabian Madness und schreiben, schreiben, schreiben. Gemeinsam mit meiner Kollegin Noemi Harnickell wurden wir für unsere Reportage “Würden Sie diesen Mann entlassen?” dann sogar für den Deutschen Reporterpreis nominiert.

Meine Eltern und meine bulgarische Oma haben mir immer ans Herz gelegt, wie wichtig Bildung ist. Und rieten mir dazu, doch noch den Master zu machen. Einige Jahre später muss ich sagen: Ihr hattet Recht!

Bei meinem Master in Critical & Creative Analysis Master in London kam ich zum ersten Mal überhaupt mit dem Thema Promotion in Berührung. Für den ZEIT Campus-Promotionsratgeber sprach ich mit Leuten, die bei berühmten Doktormüttern und -vätern promovierten und machte außerdem eine Geschichte über das Wissen aus der Promotion. Meine Masterarbeit schrieb ich dann über prekäre Arbeitsbedingungen im Journalismus und die Frage, ob informelle Netzwerke für Journalistinnen die neue Gewerkschaft sind. An dieser empirischen Arbeit hatte ich viel Freude: “Warum gehst du nicht in die Forschung?”, fragte mich meine Betreuerin bei unserem letzten Gespräch. Ja, warum eigentlich nicht?

 

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?

Wissenschaftlerinnen sind in den Medien noch immer stark unterrepräsentiert. Das wollen wir durch unser Forschungs- und Anwendungsprojekt “Wissenschaftlerinnen in die Medien” ändern. Im ersten Jahr haben wir dafür die Grundlagenforschung durchgeführt. Auf der Basis dieser Erkenntnisse entwickeln wir gemeinsam mit Medienpartner*innen aus Print, TV und Radio neue Formate, um die Präsenz von Wissenschaftler*innen zu steigern. Im dritten Jahr erarbeiten wir dann ein Weiterbildungsformat für das Medienpräsenztraining von Wissenschaftlerinnen sowie eine Unterstützungsstruktur für Medienschaffende und Wissenschaftlerinnen. Durch diese Kombination bringen wir unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Praxis und dürfen gemeinsam mit unseren Kooperationspartner*innen Lösungsansätze entwickeln. 

 

Die Möglichkeit, meine Wissbegierde zu stillen, hält mich im Feld. Obwohl ich aktuell wenig zum Schreiben eigener journalistischer Texte komme, brenne ich natürlich weiterhin für den Journalismus. Journalismusforschung und die praktische Entwicklungsarbeit im Projekt bilden eine Brücke zwischen beiden Leidenschaften.

 

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!

Aktuell verbringe ich viel Zeit am UX-Lab unserer Hochschule, da ich eine Eyetracking-Studie mit Wissenschaftler*innen und Journalist*innen durchführe. Wir wollen herausfinden wie beide Berufsgruppen bei der Expert*innenrecherche vorgehen. 

 

Eyetracking bedeutet, dass die Blickbewegungen der Proband*innen erfasst werden. Sie erhalten zwei unterschiedliche Rechercheaufgaben, die sie dabei bearbeiten. Nach jeder Aufgabe stelle ich ihnen dazu Fragen und am Ende schauen wir uns das Material gemeinsam an. Die Arbeit an dieser Studie ist zwar fordernd, weil es einerseits schwierig war, überhaupt Teilnehmende zu gewinnen und die Erhebungstage eng getaktet sind.

 

Im Rahmen unseres Projekts bin ich für die Perspektive von Medienschaffenden zuständig und habe zum Beispiel eine Medienpräsenzanalyse durchgeführt, um das Geschlechterverhältnis in ausgewählten Print, TV- und Radioformaten zu erfassen. Außerdem habe ich an einer Interviewstudie zum Anfrageverhalten von Journalist*innen gearbeitet. 

 

Gemeinsam mit meiner Kollegin Anne-Kathrin Gerlieb und Prof. Dr. Judith Ackermann leite ich in den kommenden zwei Semestern außerdem das Reallabor “#WirsindWissenschaftler*innen - Wissenschaftskommunikation in den sozialen Medien.” Im Rahmen dieser Lehrveranstaltung vermitteln wir Studierenden die Grundlagen von Wissenschaftskommunikation und unterstützen sie bei der Durchführung und Kommunikation ihres eigenen Forschungsprojekts.

 

 

Motivation: Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?

“Forschung, Baby!” ist unser Motto. Wir erfassen das Problem nicht nur, sondern entwickeln auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse auch Lösungsansätze.


Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?

Seit drei Jahren arbeite ich im Bereich Wissenschaftskommunikation für die Digital Humanities Juniorprofessur der Universität Jena. Diesen Blick in einen anderen Forschungsbereich und die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Kolleg*innen finde ich unglaublich spannend. 

 

 

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?

Ich liebe es zu reisen, habe mich sehr in Skandinavien verliebt und lerne gerade Schwedisch.

Mein Credo ist: Immer neugierig bleiben. Ich liebe es, neue Skills zu erlernen. Demnächst zum Beispiel bei einem Goldschmiedekurs.

 

 

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forschende sind ja auch nur Menschen)?

Ausschlafen. Aktuell kommt der Schlaf etwas zu kurz. Morgenspaziergang an der Alster, selbstgemachte Pancakes frühstücken und dann entweder raus in die Natur, um den Waldboden unter den Füßen zu spüren oder in die Hamburger Innenstadt, um ein cooles Kulturevent zu besuchen.



Bitte begrüßt Anna ganz herzlich bei Real Scientists DE!