Diese Woche dürfen wir unsere neuen Kurator Adam Scharpf (@ascharpf.bsky.social) auf dem Kanal begrüßen! Adam Scharpf ist Associate Professor für Vergleichende Politikwissenschaft an der Universität Kopenhagen. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit der „dunklen Seite“ politischer Macht und untersucht, wie Autokratien und Diktaturen funktionieren, Loyalität sichern, und Einfluss über ihre Grenzen hinaus entfalten. Dabei nutzt er quantitative Daten und statistische Methoden, um Einblicke in die oft undurchsichtigen Strukturen autoritärer Regime zu gewinnen. Sein besonderes Interesse gilt der Frage, warum Autokratien weltweit (wieder) auf dem Vormarsch sind und wie Demokratien sich in einer autokratischen Welt behaupten können.
Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Mich hat schon immer interessiert herauszufinden, warum Dinge so sind, wie sie sind – und was dahintersteckt. Mein Studium an der Universität Konstanz hat mir früh gezeigt, dass die Wissenschaft genau das bietet. Allerdings hat es etwas länger gedauert, bis mir klar wurde, dass ich ihr mein Berufsleben widmen möchte.
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Ich interessiere mich besonders für die „dunkle Seite“ politischer Macht. Autokratien und Diktaturen sind dafür Paradebeispiele. Was diese Regime zusammenhält, stabilisiert und letztlich auch kollabieren lässt, finde ich unglaublich spannend.
Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Ich erforsche politische Regime und wie sie Loyalität und Gefolgschaft erzeugen – sowohl im Inland als auch im Ausland. Ein wesentlicher Teil meiner Arbeit konzentriert sich auf das Innenleben von Autokratien und Diktaturen.
Dafür nutze ich quantitative Daten, die ich mit statistischen Verfahren analysiere. Das ist nicht ganz einfach, denn autoritäre Regime haben wenig Interesse daran, erforscht zu werden. Sie leben von Intransparenz und Geheimhaltung.
Mein Ziel ist es, mithilfe von Daten möglichst tief in die Strukturen und Prozesse dieser oft undurchsichtigen Regime vorzudringen und allgemeingültige Muster ihres Funktionierens sichtbar zu machen.
Motivation: Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Heute leben nahezu zwei Drittel der Weltbevölkerung unter autoritären Regimen – und der Trend zeigt nach oben. Gleichzeitig stehen Demokratien weltweit zunehmend unter Druck. Vor gut zehn Jahren sah die Lage noch deutlich anders aus.
Die zentrale Frage lautet daher: Warum sind Autokratien wieder auf dem Vormarsch? Welche Strategien und Instrumente nutzen Autokraten und Diktatoren, um ihre Macht zu sichern und auszubauen? Und wie können wir Demokratien vor autokratischen Angriffen schützen?
Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Nein – meine Arbeit als Professor füllt mich wirklich sehr gut aus.
Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich mache regelmäßig Sport als Ausgleich zu meiner geistigen Arbeit. Das hilft mir beim Abschalten.
Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forschende sind ja auch nur Menschen)?
Auch an freien Tagen lässt mich die Wissenschaft nur selten ganz los. Ideal ist für mich eine Kombination aus Zeit mit meiner Familie und der Möglichkeit, frei von Stress, Druck und dem täglichen Klein-Klein über interessante Fragen nachzudenken und zu lesen.
Bitte begrüßt Adam ganz herzlich bei Real Scientists DE!
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