Sunday, January 2, 2022

Von der Kernresonanzspektroskopie zum Softwareengineering - Sasha Göbbels ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns sehr, euch einen alten Bekannten vorstellen zu dürfen! Sasha Volker Göbbels (@sasha_goebbels) hat uns 2017 in frühen Real-Scientists-DE-Tagen schon einmal beehrt.
Da das schon ein eine Weile her ist, hat er unseren Fragebogen noch einmal aktualisiert:

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Seit ich ein Teenager bin, war ich von Chemie fasziniert. Ich bekam Chemiebaukästen geschenkt, habe die Experimentierbücher von Römpp und Raaf durchgearbeitet und ich besaß ein komplettes Kellerlabor in unserem Haus.
Jede Woche fuhr mein Vater mit mir nach Aachen zum Orgelunterricht. Danach folgte meist ein Abstecher ins Laborbedarfsgeschäft. Dort kennt man mich heute noch, nach so vielen Jahren, mit Namen ;)
Manche Chemikalien bekam ich bei unserem Dorfapotheker. Der ist heute einer meiner persönlichen Freunde. Ich stand mit 16 im Giftbuch, weil ich 2.5 Gramm Sublimat (Quecksilberchlorid) für die Zubereitung einer Färbelösung benötigte.
Dann war es irgendwie folgerichtig, in Aachen Chemie zu studieren. Bis zur Diplomzeit das übliche "Naßchemiestudium" und in der Diplomarbeit Theoretische Chemie. Weil sich mit der Zeit die Arbeit mit Computern und deren Programmierung zu einem zweiten Hobby ausgeweitet hatten. Zur Promotion habe ich dann noch mal den Lehrstuhl gewechselt, was zu gewissen politischen Verstimmungen innerhalb des Professorenkollegiums geführt hat. 

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Ich habe eine Vorlesung meines späteren Diplombetreuers über die Theorie der Kernresonanzspektroskopie (NMR) gehört. Wir waren lediglich zu zweit. Irgendwann hab ich den Professor dann nach einer Vorlesung gefragt, ob ich mit ihm über eine Diplomarbeit reden könnte und er bot mir eine Arbeit zu diesem Thema an. Das war genau das, was ich machen wollte.
Leider hat mich dann nach der Promotion nichts mehr in der Wissenschaft halten können, weil einfach kein Geld zur Verfügung stand. Und bei einem Chemieunternehmen wollte ich nicht arbeiten. Also habe ich mein zweites Standbein zum Beruf gemacht.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Zur Promotion: Ich habe im meiner Promotion untersucht, wie man mittels Kernresonanz das Strömen von Flüssigkeiten in porösen Medien untersuchen kann. Eine spezielle Anwendung davon ist die Einstellung des Arbeitsdrucks von Dialysemodulen. Das wurde früher mit radioaktiven Tracern gemacht. Nun kann man das, zumindest theoretisch, mit Kernresonanzspektroskopie machen.
Zu meiner aktuellen Arbeit: Ich arbeite als eine Art "Unicorn" für ein mittelständisches Softwareunternehmen. Da nehme ich verschiedene Tätigkeiten wahr. Von (Senior) Softwareentwickler, Tech Lead (eine Art technischer Projektleiter), Softwarearchitekt und Engineering Manager im Allgemeinen.

Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Ich habe ganz allgemein gesehen einen Werdegang, den wahrscheinlich relativ viele Menschen mit oder nach einem wissenschaftlichen Studium genommen haben oder nehmen werden. Ich habe den klassischen Wissenschaftsbereich verlassen und bin in der Industrie (in meinem Fall IT) gelandet. Unter anderen über diesen Übergang würde ich gern sprechen und warum das Studium keine verlorene Zeit war.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ich habe einige private/persönliche Blog Projekte, die gerade in der Entwicklung sind, deshalb kann ich dazu noch nicht so viel sagen. Aber zusätzlich bin ich Konferenzspeaker. Oder besser gesagt: ich liebe es, Vorträge auf Konferenzen zu halten.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Zu viele, um sie alle aufzuzählen! Ich beschäftige mich mit Modetheorie (ja, das gibt es wirklich), Digital Humanities (also dem Bereich, wo IT und Soziologie/Psychologie etc. zusammen spielen) und ich koche und backe gern. Ob ich das gut mache sollten andere beurteilen :) Außerdem höre ich gerne Podcasts. Mein Podcatcher listet gerade 143 abonnierte Podcasts, die ich aber nicht alle Regelmäßig höre 🙈

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Ich schlafe relativ lange, wobei ich am frühen Morgen meist kurz raus muss, um eine bestimmte Katze vor dem sicheren Hungertod zu bewahren. Ich lese relativ viel, ich koche oft und am Wochenende bin ich meist bei meinen Schwiegereltern zu Abendessen eingeladen. Da freue ich mich als Katzenmensch jedes mal drauf, weil ich dann mit dem Schwiegerhund eine Runde drehe. Der freut sich auch. Ob das am Spaziergang liegt oder daran, dass ich immer ein "Leckerli" mitbringe, möchte ich nicht beurteilen :)

Bitte begrüßt Sasha ganz herzlich bei Real Scientists DE!

1 comment:

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