Sunday, November 10, 2024

Antibiotikaresistenz in der Tiermedizin - Christina Hölzel ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns auf unsere neue Kuratorin Christina Susanne Hölzel! Christina (@christinahoelzel.bsky.social) studierte von 1995 bis 2001 Veterinärmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Anschließend forschte sie von 2002 bis 2013 am Lehrstuhl für Tierhygiene der Technischen Universität München und habilitierte sich dort im Jahr 2015, dem Fachmentorat gehörte unter anderem Lothar Wieler an. Von 2013 bis 2017 war sie an der Ludwig-Maximilians-Universität München als Privatdozentin und Leiterin der mikrobiologischen Abteilung am Lehrstuhl für Hygiene und Technologie der Milch tätig.
Seit 2017 ist Hölzel Professorin für Tiergesundheit und Tierhygiene an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.




Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Zunächst mal sehr zufällig. In der Tiermedizin promoviert man „sowieso“, wenn nichts dagegenspricht. Ich stand also nach dem dritten Staatsexamen im Schlachthof am Fließband und holte mit dem Eislöffel Hirngewebe aus einem toten Rind, als mich ein Kommilitone auf eine Promotionsmöglichkeit ansprach: Weiterbildungsmöglichkeit (Fachtierarzt) für Mikrobiologie, spannendes Thema, freundliche Arbeitsgruppe, reguläre Stelle (50%). Ich hatte ein konkurrierendes Stipendienangebot aus Hannover, aber in Bayern einen Vater, der rund um die Uhr auf Pflege angewiesen war. Dann brach sich meine Mutter die Schulter, und mir wurde klar, dass ich gebraucht werde. So blieb ich in Bayern – und nur deshalb auch in der Wissenschaft. Mein Chef, Johann Bauer, war mir einerseits ein großes Vorbild, besonders beindruckten mich sein hoher Anspruch an sich selbst und seine ausgeprägte Integrität. Andererseits hatte er eine Arbeitsgruppe geschaffen, in der man primär kooperierte, nicht konkurrierte. Bis heute prägt das meine Zielvorstellung von Arbeit in der Wissenschaft.

Erzähle uns was über deine Arbeit!
Ich arbeite in der Mikrobiologie, mein Forschungsschwerpunkt ist Antibiotikaresistenz. Schon mein Großcousin ist Mikrobiologe an der LMU, es gab also ein Rollenmodell. Klassische Mikrobiologie, wie man sie im Studium lernt(e), hat außerdem etwas von einem „Who‘s-done-it“-Krimi – das fand ich spannend. Nicht zuletzt wollte ich immer eine Tätigkeit mit gesellschaftlicher Relevanz ausüben, und da kam mir Forschung zu Antibiotikaresistenz relevanter vor als Kleintiermedizin. Zudem arbeite ich gern interdisziplinär, deshalb fühlte ich mich an einer Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät von Anfang an wohl.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Welche? Dem Gefühl nach habe ich viele Jobs zugleich. Lehre, Lehrkoordination, Gremienarbeit – ich bin Diversitätsbeauftragte meiner Fakultät und engagiere mich auch in der Gleichstellungsarbeit, außerdem in Grundsatz- und Hochschulrechtsfragen –, Betreuung, Begutachtung, Mentoring, Hochschulpolitik – und in Lichtmomenten auch Forschung. Meistens fällt „forschen“ mit „betreuen“ zusammen – ich stehe nur noch sehr selten selbst im Labor. Betreuen macht mir deshalb am meisten Spaß, es verbindet lauter Dinge, die ich sehr gerne tue: Forschungsfragen (mit)konzipieren, den Forschungsfortschritt sortieren und Puzzlesteine zusammenfügen, zwischenmenschliche Interaktion, an Sprache feilen, sich einsetzen für andere – mal aktiver, mal „nur“ fördernd begleitend.

Motivation: Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Auf der sachinhaltlichen Ebene ist das einfach zu erklären, denn sie tut es ohnehin: Menschen haben Angst vor antibiotikaresistenten Keimen, Menschen sorgen sich um das Wohlergehen von Tieren, Menschen möchten gesunde Lebensmittel essen, ohne von Brechdurchfall heimgesucht zu werden. Auf der hochschulpolitischen Ebene ist es viel schwieriger, denn Menschen außerhalb der Wissenschaft interessieren sich wenig für Wissenschaftspolitik. Dabei bildet „die Wissenschaft“ in Deutschland – mindestens an den Hochschulen, in der Einheit von Forschung und Lehre – den Großteil unserer zukünftigen Fachkräfte aus, kann Fake-News fundiert begegnen und komplexe Probleme angehen und prägt in alledem ganz wesentlich unser gesellschaftliches Zusammenleben. Nicht zuletzt auch über die Erfahrungen, die wir unseren Studierenden mitgeben: Geschlagene Kinder werden manchmal schlagende Eltern, und Studierende, die einem machtmissbräuchlichen Umfeld ausgesetzt sind, können leicht zu Vorgesetzten werden, die selbst ihre Macht missbrauchen.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Das leitet sich oben schon ein: Ich engagiere mich in mehreren Organisationen, die Hochschulstrukturen zum Besseren verändern wollen: Im Netzwerk Gute Arbeit in der Wissenschaft (NgAWiss), im Netzwerk gegen Machtmissbrauch in der Wissenschaft (MaWi) und insbesondere im kürzlich gegründeten professoralen Netzwerk Nachhaltige Wissenschaft (NNW), zu dessen Sprecher*innen ich gehöre, und in dem wir uns für grundlegende Reformen im Wissenschaftssystem einsetzen. 

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
In meiner Bluesky-Bio steht „Vokalmusik“, einfacher können wir es „Singen“ nennen, zeit meines Lebens und in unterschiedlichsten Konstellationen. Angefangen vom Kinderchor kam ich über den örtlichen Kirchenchor, in den mich meine Oma mitnahm, zu einer Gospelgruppe, geleitet von Wolfgang Hingerl (unerreicht musikalische Menschen, mit denen ich 25 Jahre teilte und die vor allem meine Kindheit und Jugend sehr erhellten!). Früh folgten dann diverse Oratorienchöre (mein Herzenschor: der Paul-Gerhardt-Chor München unter der Leitung von Ilse Krüger), a-capella-Ensembles, Quartette und Frauenchöre. Außerdem mag ich besonders, was mit Natur, Ausdauer und stetiger Fortbewegung zu tun hat: Streckenwandern, Langstreckenreiten. 

Wie sieht dein idealer freier Tag aus? (Forschende sind ja auch nur Menschen)
Ich gehe mit einem nahen Freund in die Berge.

Bitte begrüßt Christina ganz herzlich auf dem Kanal!


Sunday, November 3, 2024

Was Trash TV mit dem Mittelalter zu tun hat - Juliane Bienert ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns auf unsere neue Kuratorin

Juliane Bienert! Juliane (@julianebienert.de) ist Literaturwissenschaftlerin, promoviert seit 2021 in der Germanistischen Mediävistik und arbeitet freiberuflich im Bereich Wissenschaftskommunikation. Außerdem ist sie Host des Podcasts „Sachgrundaktivismus“, in dem sie Themen rund ums Promovieren und das deutsche Wissenschaftssystem allein und mit Gäst*innen aus Forschung, Lehre und WissKomm diskutiert.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Angefangen hat alles damit, dass ich mich für eine Stelle als Wissenschaftliche Hilfskraft beworben habe. Mich hat interessiert, wie vor allem Lehre hinter den Kulissen funktioniert und ich hatte das Gefühl, dass ich mehr über mein Fach wissen möchte als mein eigentliches Studium mir bieten kann. Über eine Promotion habe ich an diesem Punkt nur vage nachgedacht, aber mit den ersten Forschungsseminaren und Tagungen hat sich immer mehr das Gefühl in mir breit gemacht, dass ich meinen Platz gefunden habe. In der Gemeinschaft der Forschenden habe ich mich sehr wohl und vor allem verstanden gefühlt, die Arbeit mit Studierenden war für mich schon als Hilfskraft sehr bereichernd und als es auf das Ende des Masters zuging, war es gar keine Frage mehr, OB ich promoviere, sondern nur, wann es losgeht.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Die Mediävistik und ich hatten einen schwierigen Start. Die Ruhr-Uni Bochum wirbt damit, dass man dort „das ganze Fach“ Germanistik studieren kann und obwohl ich vor meinem Studium noch nicht wusste, was das heißt, war mir klar, dass ich alle Aspekte dieses Faches kennenlernen möchte. Im Grundkurs habe ich mich dann wiederum für diesen anfänglichen Enthusiasmus verflucht, denn die mittelhochdeutsche Grammatik zu lernen, war für mich eine große Herausforderung. Ich kann mit Stolz behaupten, die Schlechteste im Kurs gewesen zu sein und jedes Mal, wenn es ans Vorlesen ging, habe ich versucht, mich möglichst klein zu machen. Dass ich die Klausur bestanden habe, war für mich wie ein Wunder. Der Wendepunkt kam mit meinem ersten Lektüreseminar in der Mediävistik. Ich habe verstanden, dass Mediävistik nicht nur aus Übersetzen besteht und dass ich dieser „fremden Sprache“ doch viel mehr abgewinnen kann, als ich gedacht habe. Die Aventiuren von Artus und seiner Tafelrunde haben mich sofort begeistert, weshalb sie auch zentraler Bestandteil meiner Dissertation sind. 

Erzähle uns was über deine Arbeit! 
Seit 2021 promoviere ich in der Germanistischen Mediävistik – das heißt, ich beschäftige mich mit der Literatur und Kultur des deutschsprachigen Mittelalters (ca. 500-1500 n. Chr., wobei ich mich meist im Hochmittelalter um 1200 bewege). Die beiden Säulen meiner Forschung sind verbindliche Sprechakte (Versprechen/Eid/Schwur etc.) und Geschlechterrollen. Ich stelle die Frage, inwiefern verbindliche Sprechakte innerhalb von Figurendialogen das Potenzial besitzen, bestehende Geschlechterrollen aufzubrechen, zu verändern oder ganz neu zu konstruieren.

Motivation: Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Die Mediävistik gilt gemeinhin als Fach, das 2024 kaum noch Relevanz besitzt. Wenn ich auf Familienfeiern von meiner Promotion erzähle, dann wissen die wenigsten Personen damit etwas anzufangen. Ich mache ihnen keinen Vorwurf, denn wenn ich beispielsweise an meine Schulzeit zurückdenke (studiert haben in meiner Familie nur wenige), dann kommt das Mittelalter weder im Geschichts- und schon gar nicht im Deutschunterricht vor. Das ist aus meiner Sicht sehr schade, denn im Studium habe ich verstanden, dass die vermeintlich „düstere“ Epoche erstens gar nicht so „düster“ gewesen ist, wie es uns von zahlreichen Dokus suggeriert wird und viele der Ideen und gesellschaftlichen Konzepte des Mittelalters bis heute weiterbestehen. Wenn Ed Sheeran, Bruno Mars oder Adel Tawil über die Liebe singen oder in Romance Romanen bedenklich gewalttätige Männer ihre On-Off-Beziehungen mit Geschenken zu kitten versuchen, dann würden die Dichter des Mittelalters nur gelangweilt mit den Augen rollen. Auch Trash TV Formate wie „Die Bachelorette“ oder „Germanys Next Topmodel“ haben mehr mit dem Mittelalter zu tun, als wir glauben. Mehr erzähle ich euch gerne in meiner Woche hier. 

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Neben meinem Podcast „Sachgrundaktivismus“, den ich seit Januar 2024 betreibe, arbeite ich seit Juli freiberuflich. Hauptbestandteil meiner Arbeit ist die Bewerbungsberatung, das heißt, ich begleite Absolvent*innen und Promovierende (vorwiegend aus den Geisteswissenschaften) von der Stellensuche bis zum Bewerbungsgespräch. Ich helfe ihnen dabei, die versteckten Botschaften aus den Anzeigentexten herauszufiltern, das Verhandeln zu meistern und ihnen auch bei der Entscheidung für oder gegen eine akademische Laufbahn zur Seite zu stehen.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Neben meinem Podcast „Sachgrundaktivismus“, den ich seit Januar 2024 betreibe, arbeite ich seit Juli freiberuflich. Hauptbestandteil meiner Arbeit ist die Bewerbungsberatung, das heißt, ich begleite Absolvent*innen und Promovierende (vorwiegend aus den Geisteswissenschaften) von der Stellensuche bis zum Bewerbungsgespräch. Ich helfe ihnen dabei, die versteckten Botschaften aus den Anzeigentexten herauszufiltern, das Verhandeln zu meistern und ihnen auch bei der Entscheidung für oder gegen eine akademische Laufbahn zur Seite zu stehen.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Im Oktober habe ich offiziell das Laufen wieder begonnen. Nach einer längeren Krankheitsphase trainiere ich nun für einen Halbmarathon – mein vordergründiges Ziel ist aber, gesund zu bleiben und Spaß dabei zu haben. Ein toller Nebeneffekt: ich bekomme den Kopf frei und komme gerade in den dunkleren Monaten an etwas Serotonin.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus? (Forschende sind ja auch nur Menschen)
Momentan habe ich tatsächlich auf dem Papier mehr „freie Tage“, als man auf Basis meiner verschiedenen Tätigkeiten vielleicht denken würde. Das heißt aber leider nicht, dass sich die vielen To Dos und ja, auch die Sorgen und der Stress damit verdrängen lassen. Ein idealer freier Tag ist also einer, den ich bestenfalls nicht alleine verbringe, sondern mit Freund*innen oder Familie, damit ich nicht über das nachdenke, was alles noch erledigt werden muss oder sollte. Was wir dann tun, ist relativ egal: vom Spazierengehen übers Filmeschauen bis zum Minigolfspielen ist mir alles sehr recht.

Bitte begrüßt Juliane ganz herzlich auf dem Kanal!


Sunday, October 27, 2024

Game Studies - Rudolf Thomas Inderst ist jetzt bei Real Scientist DE!

Diese Woche freuen wir uns auf unseren neuen Kurator Rudolf Thomas Inderst! Rudolf (@gamestudies.bsky.social) ist Professor für Game Design an der IU Internationale Hochschule mit den Arbeitsschwerpunkten Digital Game Studies, Digitalspieljournalismus sowie Politische Ideengeschichte. Er leitet das Ressort Digitale Spiele beim TITEL kulturmagazin, gibt den wöchentlichen Newsletter DiGRA D-A-CH Game Studies Watchlist heraus und ist Gründer wie Host der internationalen Podcasts Game Studies des New Book Networks.








Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Durch die Unterstützung meiner Familie und Freund:innen, der grundsätzlichen Interessensweckung durch exzellente Lehrer:innen und Hochschullehrer:innen sowie reichlich eigener Disziplin, intrinsischer Motivation, SciFi-und-Phantastik-Genre- wie Technologiefaszination und ... der üblichen (auch systemisch begründeten) kreativ-akademischen Selbstausbeutung. 

Erzähle uns was über deine Arbeit!
Ich habe mich für die Digitalspielforschung - trotz der "herausfordernden" Karriereaussichten im universitären Umfeld - entschieden, weil sie ein faszinierendes Fenster in die modernen Erzählweisen, Medien und die Art und Weise bietet, wie Gesellschaften sich selbst und ihre Ideale und "Selbstverständlichkeiten" in virtuellen Räumen abbilden wie verhandeln. Digitale Spiele verbinden künstlerische, handwerkliche, narrative und audiovisuelle-haptische Aspekte in einzigartiger Weise und bieten eine (Achtung - Reizworte!) "interaktiv-immersive" Plattform, die Kulturen und Werte sowohl widerspiegelt als auch aktiv gestaltet - oder in Frage stellt. Was mich in diesem Feld hält, ist das Potenzial, zu untersuchen, ob und wie Spiele Empathie fördern, Identitäten formen und komplexe Themen wie Moral, Politik und Geschichte vermitteln können – oft auf eine (vermeintlich) viel zugänglichere Weise als klassische Medienformen. Außerdem reizt es mich, die noch relativ jungen und sich rasant entwickelnden Forschungsansätze der Digital Game Studies mitgestalten zu können und dabei neue Fragen über Technologie, Gemeinschaft und Medienwahrnehmung, zusammen mit interessierten, motivierten und fachlich-exzellenten Kolleg:innen, zu stellen.

Motivation: Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Ich bewege mich - nicht untypisch in unserem akademischen Berufsfeld vermutlich - im Dreieck von Lehre, Forschung und Wissenschaftskommunikation. Die Spielforscher:innen, die ich kenne sind zumeist Überzeugungstäter (was Segen und Fluch, in etwa für die Work-Life-Balance, bedeutet). Digitalspielkultur bewegt mich aber nicht nur an der Hochschule, sondern auch als Publizist und ebenso im Privaten, was ein (bewusstes) Abschalten oft erschwert. Daher ist für mich der Co-op-Mode in ludischen wie nicht-ludischen sowie privat-beruflichen Kontexten King. 
 
Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Die Spielforschung aus der Perspektive der Kulturgeschichte und politischen Ideengeschichte eröffnet ein tieferes Verständnis für die Rolle von Spielen als Spiegel und Mitgestalter gesellschaftlicher Werte, Normen und Ideologien. Spiele sind längst mehr als bloßer Zeitvertreib; sie reflektieren und beeinflussen Vorstellungen von Identität, Macht und sozialem Zusammenleben. Ein kulturgeschichtlich und ideengeschichtlich fundierter Blick auf digitale Spiele deckt auf, wie historische und politische Konzepte – etwa über Zugehörigkeit, Konflikt oder die Beziehung von Individuum und Gesellschaft – im Spiel neu interpretiert und in interaktiven Szenarien erlebbar gemacht werden. Die Öffentlichkeit kann durch diese Forschung besser nachvollziehen, wie Spiele soziale Debatten aufnehmen und in symbolischer Form abbilden wie weiterverhandeln, was es ermöglicht, deren Bedeutung für die zeitgenössische Kultur und die politische Bildung neu zu bewerten und in gesellschaftlichen Diskursen mitzudenken.

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
2013 übernahm ich zusätzlich die Ressortleitung Games beim Schweizer Kulturjournal Nahaufnahmen. Zuvor hatte ich dieselbe Position drei Jahre beim Titel kulturmagazin inne. Mitte 2024 ging es dorthin wieder zurück in derselben Position. Zudem bin ich Gründer und Moderator des Podcasts Game Studies im internationalen Podcast-Netzwerk New Books Network und darf eine unregelmäßige Digitalspielkultur-Radioshow namens Replay Value auf Lora München moderieren.

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Nach langen Stunden am Schreibtisch trainiere ich als Übungsleiter Ju Jutsu auf der klassisch rot-grünen Matte. Dabei liegt mein Fokus auf praktischer Gewaltmanagement und -handhabung. Und man sollte unbedingt @hoerspieler auf tiktok folgen - super sympathischer Bre!

Wie sieht dein idealer freier Tag aus?(Forschende sind ja auch nur Menschen)
Auf diese Trickfrage falle ich doch nicht herein! Pah! "Freier Tag!" ...Nun ... wenn überhaupt ... durch Kopenhagen schlendernd, in New England an der Küste Apfelkuchen essend, in Wien Drei-???-Hörspiele hören und den liebsten Menschen in meinem Leben sagen, wie gern ich sie habe und wie wertvoll sie sind. Am Abend erhalte ich noch eine Textnachricht, dass am nächsten Tag ein gemeinsames Doppelalbum (Stieber Twins, Umse, Aphroe und Method Man) und ein Sequel von La Horde (2009) oder Baldur's Gate: Dark Alliance III erscheint, während Tilda Swinton als "der" nächste Bond angekündigt wird und überall die Digital-Game-Studies-Institute wie -Professuren und Stellen für akademische (Ober-)Räte aus dem Boden ballern. 

Bitte begrüßt Rudolf ganz herzlich auf dem Kanal!


Sunday, October 20, 2024

Erinnerungskultur erforschen - Christine Gundermann ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns auf unsere neue Kuratorin Christine Gundermann! Christine (@cgpublichistory.bsky.social) studierte Geschichte, Ethik und Philosophie an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg und der Erasmus-Universiteit Rotterdam. Sie hat ihre Dissertation zu deutsch-niederländischen Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg verfasst und wurde 2014 an der Freien Universität Berlin promoviert. Dort hat sie auch mitgewirkt an der Implementierung des ersten Masterstudiengangs für Public History. Seit 2014 ist sie an der Universität zu Köln tätig, zunächst als Juniorprofessorin, seit 2022 als ordentliche Professorin für Public History und leitet dort den Master Public History. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der historischen Comicforschung, zeitgeschichtlichen westeuropäischen Erinnerungskulturen und digitaler Public History.




Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Ich habe eigentlich auf Lehramt (Geschichte/Ethik) am Gymnasium studiert. Nach dem 1. Staatsexamen hat mich ein Professor angesprochen, ob ich nicht über eine Promotion nachdenken möchte. Als Studierende der ersten Generation war das für mich damals ein sehr großer Schritt. Ich habe mich mit einem Exposé auf die Stelle einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin an der Freien Universität Berlin beworben und habe diese bekommen. Während meiner Jahre dort haben wir unter Paul Nolte von der FU Berlin und in Kooperation mit dem Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF, Martin Sabrow) den ersten Masterstudiengang für Public History entwickelt, den ich dann koordiniert habe und auch teileweise schon mitunterrichten konnte. Meinen eigentlichen Weg in die Wissenschaft hat dann die ausgeschriebene Junior-Professur für Public History in Köln geebnet, die tatsächlich direkt zum Abschluss meiner Dissertation als Option erschien. Mit der Professur habe ich mich gegen eine (immer noch optionale) Lehramtskarriere entschieden und für den Aufbau dieser neuen Teildisziplin der Geschichte.

Erzähle uns was über deine Arbeit!
Meine Arbeit besteht aus (mind.) vier Teilen: der akademischen Lehre (im aktuellen Wintersemester sind das 6 Lehrveranstaltungen), der universitären Verwaltung (dazu gehören Gremien, die wir benötigen, das Institut selbstbestimmt zu verwalten, aber eben auch durchaus zeitintensive Prozesse wie Berufungskommissionen), ein klein wenig Forschungszeit (zum Schreiben komme ich immer zu wenig) und der aktiven Netzwerkarbeit. Public History auch (und ich denke insbesondere) als Forschungsdisziplin lebt davon, überepochal und auch transdisziplinär arbeiten zu können. Dafür braucht es viel Kommunikation und Testräume innerhalb unserer wissenschaftlichen Communities und gerade weil wir hier ein ganz neues Wissenschaftsfeld aufbauen, nimmt das in den ersten Jahren meiner Professur sehr viel Zeit und Raum ein. Mehr dazu berichte ich dann natürlich während der Woche.

Motivation: Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Geschichte ist überall. Sie ist immer präsent. Und wie diese Geschichte von wem mit welchen Mitteln und zu welchem Zweck kommuniziert wird, ist gesellschaftlich höchst relevant – denn das bestimmt, wie z.B. aktuelle Kriege und Krisen wahrgenommen werden und welche Deutungen dominant/populär in der Gesellschaft verankert sind oder werden können. Unsere Forschung soll (als gesellschaftlicher Beitrag) letztlich dazu die Menschen in die Lage versetzen, sich reflektiert mit diesen Kommunikationsangeboten auseinanderzusetzen. Damit kann sie auch populistische Geschichtsnarrative offen legen und helfen zu verstehen, warum z.B. manche Formen von Geschichte sich so gut verkaufen. 

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Mein wichtigstes externes Amt ist aktuell das der Vorsitzenden der AG Angewandte Geschichte I Public History im VHD (der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands). Das ist der nationale Verband, für alle, die sich als Public Historians wahrnehmen und wir freuen uns immer über Interesse und Engagement! Meine Aufgabe ist es hier gemeinsam mit einem Steuerungskomitee Ideen aus dem Verband aufzunehmen und umzusetzen – das kann in Form von Workshops und Konferenzen geschehen, als dauerhaftes Netzwerk, das z.B. die universitären Lehrstandorte vernetzt oder aber z.B. ethische Fragen im Verband diskutiert. 
Darüber hinaus berate ich in wissenschaftlichen Beiräten die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik in Bonn, die NS-Dokumentation IP Vogelsang und habe auch bei der Errichtung der kritischen Ausstellung in der Garnisonkirche Potsdam mitberaten. Bis vor wenigen Wochen war ich zudem im Vorstand der KGD, der Konferenz für Geschichtsdidaktik tätig. Im internationalen Dachverband der Public History, der IFPH (International Federation for Public History) bin ich ebenfalls in einigen Gremien tätig. 

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Für Hobbies bleibt leider gerade nur sehr wenig Zeit. Ich laufe/jogge sehr gerne als körperlichen Ausgleich für die langen Schreibtischstunden. Und in langen und späten Pendelstunden im Zug greife ich mittlerweile immer mal zu Stricknadeln und einem Hörbuch.

Wie sieht dein idealer freier Tag aus? (Forschende sind ja auch nur Menschen)
Freie Tage sind eigentlich Familientage. Als Pendlerin – und das kennen sicherlich viele, die das auch betrifft – zerreißt man sich ja doch immer wieder zwischen Arbeit und Familie. Deswegen sind freie Stunden eigentlich erst einmal immer für die Familie und vor allem für unsere beiden Kinder reserviert: So auch die Wochenenden: die teilen sich meist zwischen den zwei Hobbies unserer Kinder (Leichtathletik/ Chor). Und wenn wir dann mal tatsächlich Zeit haben, sind wir sehr gerne mit Freunden in der Natur (das Elbsandsteingebirge, Erzgebirge und die Lausitz laden immer auch für kleine Touren ein) und dann ist da noch unsere Familie und Freunde in anderen Bundesländern, die auch gerne besucht werden. 

Bitte begrüßt Christine ganz herzlich auf dem Kanal!


Sunday, October 13, 2024

Alltägliches Sprechen zwischen "Standard" und Dialekt! Timo Schürmann ist jetzt bei Real Scientists DE!

 

Timo Schürmann im Café

Diese Woche freuen wir uns auf unseren Kurator Timo Schürmann (@timoschuer.bsky.social)! Timo ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Dr. Helmut Spiekermann an der Universität Münster und wissenschaftlicher Referent bei der Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe. Seine Forschungsschwerpunkte sind Variationslinguistik, Dialektologie, interaktionale Linguistik und kognitive Linguistik. Er interessiert sich besonders dafür, wie wir in Gesprächen regionale Formen verwenden und welche Ordnung dahintersteckt. Bei seiner Tätigkeit bei der Kommission für Mundart- und Namenforschung betreuet er mit seiner Kollegin vom Landschaftsverband Rheinland die PALAVA-App, mit der sie versuchen mehr über die regionale Umgangssprache in Nordrhein-Westfalen zu erfahren.

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Ich bin über den klassischen Weg in der Wissenschaft gelandet. Ich war studentische Hilfskraft bei meinem jetzigen Chef. 2018 wurde dann eine Mitarbeiterstelle frei und ich habe mich beworben und die Stelle bekommen. Vorher habe ich immer davon geträumt, mich Wissenschaftler nennen zu können und meinen Alltag damit zu bestreiten, meiner Neugier nachzugehen. Das ist bis heute so. Anfang diesen Jahres kam dann eine Stelle bei der oben genannten außeruniversitären Forschungsstelle dazu, bei der neben Forschung auch das "Zurückspielen" in die Gesellschaft eine größere Rolle spielt.

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Wie sehr viele in meinem Umfeld habe ich eigentlich Germanistik studiert, weil ich Literatur mochte und viel über Literatur sprechen wollte. Im Laufe meines Studiums habe ich dann gemerkt, dass mir die empirische Arbeit mit Sprachdaten viel Freude bereitet und ich habe mich mehr auf die Sprachwissenschaft gestürzt. Durch meine Herkunft aus dem Norden Deutschlands kam ich dann recht bald beim Lehrstuhl für Niederdeutsch unter und hatte dann die Möglichkeit die Sprache meiner Heimatregion näher zu betrachten.

Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Zum einen arbeite und promoviere ich an der Uni Münster. Dort zählt neben Mitarbeit bei der Selbstorganisation der Universität (wie es immer so schön heißt) die Lehre und damit v.a. die Ausbildung künftiger Lehrer*innen zu meinen Aufgaben. In meiner Forschung beschäftige ich mich vor allem damit wie wir in unserem alltäglichen Sprechen zwischen "Standard" und Dialekt variieren, welche grammatischen Organisationsprinzipien dahinterstecken und welche Funktion dies erfüllt. Bei meiner Stelle bei der Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens betreue ich aktuell hauptsächlich die PALAVA-App. Mithilfe dieser App versuchen wir, mehr über die regionale Umgangssprache in NRW zu lernen. Diese Stelle beinhaltet neben Forschung immer auch einen großen Anteil von Kommunikation dieser Forschung. Bei beiden Stellen arbeite ich viel daran Daten und die Analyse von Daten mithilfe von Web-Anwendungen niedrigschwellig zugänglich zu machen.

Motivation: Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?

Die Regionalität von Sprache ist immer nah an der Identität von Menschen und neben vielen positiven Emotionen auch immer mit vielen Mythen und manchmal mit Stereotypen behaftet. Diese näher zu beleuchten, ist nicht nur spannend, sondern kann auch helfen Stigmatisierungen abzubauen.

 

Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
/

 

Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Neben der Arbeit lese ich, koche gern und treibe Sport (v.a. laufen). Inwiefern die nun interessant ist, weiß ich auch nicht.

 

Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forschende sind ja auch nur Menschen)?

Ausgeschlafen auf dem Balkon Frühstücken und dann den Tag mit Lesen oder kleinen Projekten in der Wohnung verbringen (wie ich sagen würde: Tüdeln) und abends mit meiner Partnerin gemeinsam kochen und lecker essen.


Bitte begrüßt Timo ganz herzlich bei Real Scientists DE!

Sunday, October 6, 2024

Wie die Berufsidentität von Landwirten deren Entscheidungen beeinflusst! Moritz Fritschle ist jetzt bei Real Scientists DE!

Diese Woche freuen wir uns auf unseren Kurator Moritz Fritschle (@moritzfritschle.bsky.social)! Moritz hat an der Philipps Universität Marburg Economics studiert. Seit Oktober 2021 ist er an der Universität Osnabrück als Research Assistant angestellt. Als Teil der AG Umweltökonomie arbeitet er dort an seiner Promotion. Von Januar bis Mai 2023 war er als Guest Researcher am James Hutton Institut in Dundee (Schottland). Das Hauptthema seiner Forschung ist, wie die Berufsidentität von Landwirten ihre Entscheidungen beeinflusst.

 

Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?

Ich habe während meines Studiums in Volkswirtschaftslehre an der Philipps-Universität Marburg als Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Umweltökonomie gearbeitet und dort an Forschungsprojekten mitarbeiten dürfen. Auch meine Masterarbeit habe ich im Bereich Umwelt und Verhaltensökonomik geschrieben und dabei versucht herauszufinden, ob es ideological biases unter U.S. amerikanischen Bürgern hinsichtlich des Anstiegs des Meeresspiegels gibt. Die Forschungsarbeit hat mir in der Arbeitsgruppe und auch während meiner Masterarbeit sehr viel Spaß gemacht. Das hat dazu geführt, dass ich gern weiter in der Wissenschaft tätig sein wollte. Die Arbeitsgruppe Umweltökonomie an der Universität Osnabrück war dann der Ort wo ich meine PhD Reise gestartet habe.

 

Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?

Mein Interesse galt während dem Master der Umwelt- sowie Verhaltens- & Experimentalökonomie. Gleichzeitig war die ausgeschriebene PhD Stelle, auf die ich mich beworben hatte im Bereich Agrarökonomie mit dem Ziel mit Hilfe von experimentalökonomischer Methoden, die Präferenzen von Landwirten und Landwirtinnen für die Umsetzung von nachhaltigen Landbaumaßnahmen zu untersuchen. Das hat alles super zusammengepasst, und so bin ich mit Start meiner Promotion in die Agrarökonomie gerutscht. Kleiner Fun-Fact am Rande: Mein Opa ist gelernter Landwirt und ich tausche mich noch immer gerne mit Ihm über das Thema aus. Das Thema Landwirtschaft ist also auch für mich eine emotionale Angelegenheit. Zwar werde ich nie ein Landwirt sein, doch fühle ich mich seitdem ich mit dem PhD angefangen habe noch ein bisschen stärker mit meinem Opa verbunden, weil wir ein gemeinsames Thema haben, über das wir immer und immer wieder diskutieren und reden können. Außerdem glaube ich, dass er mir mit seinen Einblicken dahin wie Landwirtschaft früher funktioniert hat, helfen kann, mich besser in das Thema hineinzuversetzen.


Erzähle uns etwas über deine Arbeit!

Meine Arbeit als Doktorand der sich mit dem Verhalten von Landwirten beschäftigt, ist sehr abwechslungsreich. Ein verhaltensökonomisches Experiment besteht aus super vielen Schritten, die man nacheinander abarbeiten muss. Gestartet wird mit der Literaturarbeit, um die theoretische Grundlagen zu legen und die ersten Hypothesen vorzubereiten. Möchte man seine Forschungsfrage mittels eines Online-Experiments testen, dann muss vorher der Fragebogen erstellt werden, dieser muss programmiert werden. Gleichzeitig müssen wir, wenn wir mit menschlichen Probanden arbeiten, einen Ethik Antrag vorbereiten und einreichen. Wenn wir mit Landwirten arbeiten, kann man auch mal im Vorfeld zu den Landwirten und Landwirtinnen auf den Hof fahren und den Fragebogen mit diesen im Interview durchsprechen. Dabei lernt man auch nochmal viel über den Alltag auf den Höfen. Manchmal reichen auch Interviews nicht aus und wir müssen eine Focus Gruppe organisieren. Letztes Jahr, war ich z.B. in England und habe mich mit 10 Landwirten zu einem Gruppengespräch getroffen, um herauszufinden, ob mein Fragebogen auch wirklich verständlich ist und ob meine Fragestellungen auch mit den realen Problemen, die Landwirte tagtäglich bewältigen müssen, übereinstimmen.

 

Motivation: Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?

Meine Arbeit ist für viele Menschen in ihrem Alltag nicht direkt sichtbar. Warum sollte man sich dafür interessieren, ob Landwirt*innen an einem freiwilligen Programm teilnehmen, wo diese Geld bekommen, dass sie verschiedene Habitate miteinander verbinden, oder dass sie Carbon Farming betreiben? Die Landwirtschaft in Europa steht vor vielen Herausforderungen. Das Mitwirken von Landwirten und Landwirtinnen im Kampf gegen den Klimawandel oder die Biodiversitätskrise ist essentiell, wenn diese effektiv angegangen werden sollen. Gleichzeitig sind Strategien zum Umwelt und Klimaschutz kostenintensiv, während Landwirte und Landwirtinnen unter Kostendruck stehen und dem tagtäglichen Produktionsrisiko durch Klima und Wetter ausgesetzt sind. Damit der Agrarsektor also effektiv nachhaltige Umweltmaßnahmen einsetzten kann, benötigt dieser Unterstützung aus der Politik. Oft in Form von finanzieller Unterstützung. Meine Arbeit kann in Zukunft hoffentlich dazu beitragen, dass Landwirte gerne an Förderprogrammen teilnehmen, welche sie bei der Implementierung von nachhaltigen Landbaumaßnahmen unterstützen. Davon können dann nicht nur die Landwirte und Landwirtinnen profitieren, sondern auch wir alle auf lokaler (z.B. Boden- und on-Ground Biodiversität), regionaler (z.B. Wasserqualität) und globaler (z.B. Klima) Ebene.


Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?

Ich bin Teil des Öko-Progressives Netzwerk e.V. (@oekoprog.bsky.social).


Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?

Ich laufe für mein Leben gern. Am liebsten laufe ich Trails. Dieses Jahr bin ich auch meinen ersten Marathon gelaufen. In Zukunft sollen noch ein paar folgen. Ansonsten gerne auch mal eine Runde Rennrad oder Wandern. Hauptsache draußen sein!


Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forschende sind ja auch nur Menschen)?

Am liebsten verbringe ich meinen idealen freien Tag mit lieben Menschen beim Sport an der frischen Luft. Eine ausgedehnte Laufrunde, eine lange Radfahrt, oder eine schöne Wanderung durch den Teutoburger Wald oder auf einem anderen Wanderweg.

 

Bitte begrüßt Moritz ganz herzlich bei Real Scientists DE!