Sunday, December 26, 2021
Krebs verstehen helfen - Marisa Kurz ist jetzt bei Real Scientists DE!
Wie bist du in der Wissenschaft gelandet? Ich habe direkt nach dem Abitur angefangen Biochemie zu studieren, weil ich verstehen wollte, was die Welt im Inneren zusammenhält - so steht es tatsächlich in meiner Abi-Zeitung aus dem Jahr 2007.
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Im Biochemiestudium war Tumorbiologie mein Lieblingsfach. Im Philosophiestudium habe ich mich in Richtung Medizinethik spezialisiert. Onkologie ist für mich die Kombination meiner Interessen: Molekularbiologie und Ethik.
Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Das letzte Jahr habe ich als Medizinstudentin im Praktischen Jahr in der Klinik verbracht (u. a. auf einer COVID-19-Station), die Wochenenden im Labor für meine Doktorarbeit oder vor meinem Laptop, wenn ich Texte geschrieben habe. Sobald ich als Assistenzärztin loslege, werde ich auf Station Krebspatienten betreuen.
Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Statistisch gesehen erkrankt fast jeder zweite von uns im Laufe seines Lebens an Krebs. Krebs betrifft uns also alle. Jeder sollte Krebs verstehen können und deshalb möchte ich leicht verständlich darüber aufklären.
Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Wie auf meinen Fotos unschwer zu erkennen ist, habe ich einen ziemlich tollen Hund. Bevor ich ihn adoptiert habe, musste er sich als Straßenhund in Sarajevo durchschlagen.
Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Ein Tag, an dem ich wirklich nichts zu tun habe, und auch kein schlechtes Gewissen habe, wenn ich nichts Produktives tue. Und dann: mit Freunden und Hund ins Grüne, spazieren gehen und Biergarten.
Bitte begrüßt Marisa ganz herzlich bei Real Scientists DE!
Sunday, December 12, 2021
Zurechtfinden im Alltag - Laura-Isabelle Klatt ist jetzt bei Real Scientists DE!
Mit großer Vorfreude möchten wir euch unsere neue Kuratorin Laura-Isabelle Klatt (@LoraKlatt) vorstellen! Laura hat in Bochum und Freiburg Psychologie studiert. Als echtes Ruhrpottkind zog es sie dann zurück ins Ruhrgebiet, ans Leibniz Institut für Arbeitsforschung in Dortmund. Dort promovierte sie im Jahr 2020 und ist aktuell weiterhin als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Ergonomie beschäftigt. Mit „klassischer Ergonomie“ hat ihre Arbeit jedoch recht wenig zu tun. In ihrer Forschung nutzt sie vor allem das EEG, eine Methode, die mithilfe von auf der Kopfhaut platzierten Elektroden die elektrische Aktivität unserer Gehirnzellen erfasst. Mithilfe des EEGs untersucht sie welche Prozesse im Gehirn dazu beitragen, dass wir uns in komplexen Umgebungen auf einzelne relevante Informationen fokussieren können, wie das visuelle und das auditive System dabei zusammenarbeiten, und wie wir solche Informationen aus verschiedenen Sinneskanälen im Arbeitsgedächtnis abspeichern.
Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Ich habe sowohl einen Bachelor als auch einen Master in Psychologie gemacht. Während des Studiums wurde die Promotion bzw. eine Laufbahn in der Wissenschaft meistens nicht groß beworben. Die meisten meiner Kommilito:innen wollten Psychotherapeut:innen werden. Während meines Masters an der Uni Freiburg habe ich dann als wissenschaftliche Hilfskraft in einem größeren Forschungsprojekt gearbeitet, in dem es darum ging, die Wirksamkeit von Online-Therapie-Programme für verschiedene Patientengruppen zu untersuchen. In dem Projekt habe ich dann auch meine Masterarbeit geschrieben und zum ersten Mal gemerkt, wie viel Spaß Forschung eigentlich macht. Und so kam dann irgendwie eins und zum anderen und ich habe mich nach Promotionsstellen umgeschaut.
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Im Bachelor an der Ruhr Uni Bochum hatte ich den Schwerpunkt Kognitive Neurowissenschaften gewählt. Im zweiten Semester hatten wir dort ein Seminar mit dem Titel „Mal- und Bastelkurs“. In dem Kurs haben wir pro Seminareinheit eine bestimmte Hirnregion kennengelernt und diese zunächst mit Knete selbst „nachgebaut“ und dann z.B. echte Stücke dieser Hirnregion unterm Mikroskop angeschaut. Auch ein ganzes, präpariertes Gehirn durfte ich als Teil dieses Seminars in den Händen halten. Ich sage euch, es war magisch. Ich glaube, in diesem Moment wurde der Grundstein für meine Faszination und Begeisterung für das Gehirn gelegt!
Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Meine Forschung ist an der Schnittstelle von Kognitionspsychologie und Neurowissenschaft einzuordnen. In meiner Promotion habe ich mich damit beschäftigt, welche Prozesse im Gehirn dazu beitragen, dass wir in komplexen Hörumgebungen fokussiert zuhören können. Zukünftig möchte ich mir noch stärker die Interaktion von Hören und Sehen beim Selektieren und Abspeichern von Informationen im Arbeitsgedächtnis anschauen – denn in unserer natürlichen Wahrnehmung spielen natürlich beide Sinneskanäle eine Rolle. Insbesondere was das Speichern von Informationen im Arbeitsgedächtnis angeht, ist die Forschung bisher sehr zentriert auf visuelle Verarbeitungsprozesse.
Motivation: warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Unser Gehirn ist die Schaltzentrale, in der alle Informationen zusammenfließen, in der Denken, Fühlen und Handeln koordiniert werden. Es ist unfassbar faszinierend sich einmal zu gegenwärtigen, dass bei den alltäglichsten Dingen, die wir scheinbar mühelos tun, unser Gehirn auf Hochtouren arbeitet und unzählige Prozesse in Millisekunden-Schnelle ablaufen: Sitzen wir beispielsweise in einem gut gefüllten Restaurant und hören unserem Gegenüber aufmerksam zu, muss unser Gehirn zunächst die auf uns einprasselnden Geräusche in einzelne Schallquellen zerlegen (die Hintergrundmusik, das Gebrabbel der Gespräche anderer Gäste und die Stimme meines Gegenübers). Erst dann können wir uns auf die relevante Geräuschquelle fokussieren, während wir die Störgeräusche ausblenden. Um dem Gespräch zu folgen und zu verstehen, was gesagt wird, spielt auch unser Arbeitsgedächtnis eine wichtige Rolle: dort muss das Gehörte erstmal zwischengespeichert werden, bis ich es als zusammenhängendes Ganzes interpretieren kann. Denn akustische Information ist im Gegensatz zu den Dingen, die wir sehen und anfassen können, sehr kurzlebig. Man kann das gehörte Wort nicht noch einmal „ansehen“, wenn man es überhört hat.
Wir wissen immer noch relativ wenig darüber, wie unser Gehirn all diese Aufgaben tatsächlich koordiniert.
Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Neben meiner Forschung habe ich zwei Herzensprojekte, in denen ich ehrenamtlich mich engagiere: Ich selbst war in meiner Schulzeit für ein Jahr als Austauschschülerin in den USA. Seitdem bin ich ehrenamtlich für Experiment eV tätig, meine damalige Austauschorganisation. Ich führe zum Beispiel Interviews mit Bewerber:innen für einen Schüleraustausch, vertrete den Verein auf Messen oder Infoveranstaltungen oder betreue in meiner Region Gastfamilien, die eine:n Austauschschüler:in aufnehmen. Mein zweites Herzensprojekt ist die ehrenamtliche Arbeit beim ambulanten Kinder- und Jugend-Hospizdienst der Malteser in Dortmund. Dort begleite ich Familien, in denen ein Familienmitglied eine lebensbedrohende Erkrankung hat. Ich schenke den Familien primär Zeit und ein offenes Ohr.
Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Seit ich während meines Schüleraustausches in den USA für 10 Monate am Fuße der Wasatch Mountains leben durfte, habe ich das Wandern für mich entdeckt! Auch wenn es im Ruhrgebiet keine vergleichbaren Berge gibt, gibt es hier viele schöne Strecken zu erkunden. Wenn nicht gerade eine Corona-Welle wütet, spiele ich außerdem Badminton im Verein. Als Corona-konformen Sport-Ersatz, treffe ich mich aktuell regelmäßig mit Kolleginnen und Freundinnen zu einer Online Tabata Gruppe. Da mich das als sehr viel sportlicher erscheinen lässt, als ich mich fühle: ich koche auch sehr gerne und probiere mich in der Küche aus. Aktuell experimentiere ich sehr viel mit selbstgemachten Brotaufstrichen. In ein gutes Buch verliere ich mich auch gerne immer mal wieder: Auf meiner Weihnachtswunschliste steht „Natrium Chlorid“ von Jussi Adler Olsen.
Ob das nun wirklich interessante Hobbies sind, überlasse ich mal den Leser:innen.
Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Mein idealer Tag beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück! Auf einer Wanderung - natürlich inklusive umfangreichem Lunch-Paket - verbringe ich Zeit mit Freunden Zeit in der Natur, am liebsten ohne Handy und altmodisch mit Karte. Abends entspanne ich in der Badewanne und höre dann eins meiner allerliebsten Harry-Potter Hörbücher zum Einschlafen.
Bitte begrüßt Laura ganz herzlich bei Real Scientists DE!
Sunday, December 5, 2021
Ein Herz fürs Herz - Ariane Pessentheiner ist jetzt bei Real Scientists DE!
Mit großer Vorfreude möchten wir euch unsere neue Kuratorin Ariane Pessentheiner (@artsci_arp) vorstellen! Die Biochemikerin Ariane Pessentheiner beschäftigt sich aus ganz verschiedenen Perspektiven mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Seit über 12 Jahren ist sie in der Forschung tätig und widmet sich nun hauptberuflich der Wissenschaftskommunikation. Mit ihrem Projekt “HerzSache” möchte sie mit viel Kreativität besonders junge Menschen auf Herzkrankheiten aufmerksam machen.
Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Angefangen hat es mit einer guten Bio-Lehrerin, die die erste Neugier in mir geweckt hat herauszufinden wie biologische Prozesse im Körper ablaufen. Da war ich 12 und wollte ab dem Zeitpunkt eigentlich immer Bio studieren. Einen kurzen Abstecher hab ich dann doch noch vor dem Studium gemacht und die Aufnahmeprüfung zur Physiotherapie-Ausbildung versucht, aber nachdem ich da nicht genommen wurde, zog es mich dann nach Graz zum Biologiestudium. Nach den ersten drei Semestern bin ich dann in der Biochemie gelandet und seit meiner Masterarbeit mit dem Thema Stoffwechselerkrankungen verbandelt (österreichisch für „verbunden“ 😉). Danach gab’s viele Ups and Downs (wie wohl bei jedem), die mich jedoch zu der Wissenschaftlerin und Wissenschaftskommunikatorin gemacht haben, die ich jetzt bin.
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Bis vor einem halben Jahr war ich die typische Laborwissenschaftlerin. Mein Fachgebiet sind wie gesagt Stoffwechselerkrankungen zu denen Fettleibigkeit, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören. Als Grundlagenforscherin habe ich immer versucht experimentell gewisse „Warums“ zu beantworten, was für mich auch den Reiz der Forschung ausmacht. Warum passiert in unserem Körper bzw. unseren Zellen etwas Bestimmtes? Irgendwann war es mir aber nicht mehr genug, nur in der Grundlagenforschung zur Bekämpfung dieser Krankheiten beizutragen. Unter anderem war das ein Grund warum ich dann zur Wissenschaftskommunikation gekommen bin. Wissenschaft zu kommunizieren verbindet sowohl meine kreativen Fähigkeiten, als auch meine wissenschaftliche Neugier. Es ist also die perfekte Kombination. Zur Zeit bin ich in der glücklichen Situation, dass ich ein Projekt leite (und dafür natürlich auch bezahlt werde), das sich zu 100% mit WissKomm beschäftigt.
Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Mein letztes Forschungsprojekt hab ich größtenteils in den USA, genau genommen in San Diego, durchgeführt. Es handelte davon Zucker, die in der menschlichen Muttermilch vorhanden sind, auf ihre entzündungshemmende Wirkung zu untersuchen. Ich habe das jedoch nicht im Zusammenhang mit Babys gemacht, sondern getestet ob man bestimmte Zuckermoleküle für die Bekämpfung von chronischen Entzündungserkrankungen, zu denen auch Atherosklerose gehört, bei Erwachsenen einsetzen kann. Atherosklerose ist die krankhafte Ablagerung von Cholesterin, Kalzium und Immunzellen in unseren Arterien, die im schlimmsten Fall zum Verschluss der Gefäße und dadurch zu Herzinfarkt und Schlaganfällen führen können.
Motivation: warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Diese Frage führt mich zur Erklärung, was ich gerade im Augenblick mache. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind leider nach wie vor die tödlichsten Erkrankungen weltweit. Durch meine Forschung war ich mit Risikofaktoren für diese Erkrankungen ständig konfrontiert und trotzdem hab ich über Herz-Kreislauf-Erkrankungen in meinem Umfeld und bei mir selbst wenig nachgedacht. So geht es vielen, besonders auch jungen Leuten, dass sich ihrer Risikofaktoren gar nicht bewusst sind oder diese ignorieren. Deshalb versuche ich mit meinem Wissenschaftskommunikationsprojekt „HerzSache – Unser Herz soll uns am Herzen liegen“ genau dieses Bewusstsein zu stärken und das auf sehr kreative und zugängliche Weise. Mehr dazu findet ihr auf www.herzaehlungen.at
Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
In meiner „Freizeit“ male ich zur Zeit Wissenschaftscomics. Eines davon „Marko, der Makrophage“ erhielt auch eine Förderung und wird derzeit gemeinsam mit einem Illustrator umgesetzt. Mein erstes, selbst gezeichnetes Comic wird auch demnächst fertig. Nur so als Teaser – wer schon immer mal eine sexy Fettzelle sehen wollte kommt hier auf seine Kosten 😉.
Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Eigentlich alles was mit kreativem Gestalten zusammenhängt, dabei variieren die Projekte immer sehr (von Häkeln bis Töpfern ist alles dabei).
Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Aufwachen, eine halbe Stunde länger im Bett verbringen um langsam aufzuwachen und zu schauen, was so auf Social Media abgeht, dann Pancakes gemeinsam mit meinem Mann machen. Danach raus in die Natur für eine Wanderung mit Freunden und anschließend noch zur Einkehr in eine gemütliche Buschenschank (eine Art Gasthaus) und mit einem Glas Wein und einer Bretteljause die Beine ausstrecken.
Bitte begrüßt Ariane ganz herzlich bei Real Scientists DE!
Sunday, November 28, 2021
Stress im Krankenwagen und im Gehirn - Anne Gärtner ist jetzt bei Real Scientists DE!
Mit großer Vorfreude möchten wir euch unsere neue Kuratorin Anne Gärtner (@gaertner_anne) vorstellen! Anne hat an der TU Dresden Psychologie studiert und dort die Freude an der
Wissenschaft entdeckt. In ihrer Prpmotion, ebenfalls an der TU Dresden, untersuchte sie,
inwiefern sich Menschen darin unterscheiden, wie sie mit ihren Gefühlen
umgehen, was dabei im Gehirn passiert und wie z.B.
Rettungsdienstmitarbeiter:innen in teilweise stressigen und
traumatischen Situationen ihre Emotionen regulieren. Aktuell ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl
Differentielle und Persönlichkeitspsychologie der TU Dresden wo sie sich weiterhin mit der Frage beschäftigt, wie sich Menschen in ihrem emotionalen Erleben
unterscheiden und welche Ursachen das hat. Außerdem engagiert sie sich für Open Science und reproduzierbare Wissenschaft.
Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Motivation: warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Ausschlafen, gemütlich frühstücken, im Wald spazieren oder durch die Sächsische Schweiz wandern, und Freunde/Familie sehen oder abends eine Serie schauen.
Bitte begrüßt Anne ganz herzlich bei Real Scientists DE!
Sunday, November 21, 2021
Die kleine Welt ganz groß - Anna Schueth ist jetzt bei Real Scientists DE!
Mit großer Vorfreude möchten wir euch unsere neue Kuratorin Anna Schueth (@SchuethAnna) vorstellen! Im zarten Alter von sieben Jahren hat Anna die Faszination für Mikroskopie gepackt und nicht mehr losgelassen. Ihr weg brachte sie bis zur Co-Entwicklung eines Prototypen für light-sheet-Mikroskopie, mit dem dickere Proben als bisher in 3D untersucht werden können. Aktuell arbeitet sie als Postdoc am Department of Cognitive Neuroscience an der Universität Maastricht. Auf ihrer Webseite annaschueth.com widmet sich Anna zusätzlich dem Thema mentale Gesundheit und Stigma in der Wissenschaft.
Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Nach dem Biostudium habe ich mich für Doktorandenstellen beworben und bin seit 2008 in der Forschung.
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Mikroskopie ist meine große Leidenschaft schon seit der Kindheit und nach dem Studium arbeite ich seit 2008 in Forschungsprojekten rund um die Mikroskopie.
Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Ich arbeite als Post-doc an der Uni Maastricht und mache zur Zeit mein VENI Projekt (finanziert von der niederländischen Forschungsgesellschaft NWO). Ich arbeite mit optisch geklärten menschlichen Gehirn- und Prostatakrebsproben und Biopsien, zusammen mit mehreren Partnern aus Industrie (Mikroskopentwicklung, Software), Klinik (Pathologie) und Wissenschaft (Demenz, Alzheimer, Data Science, Anatomie, Neurowissenschaft).
Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Ich finde #OpenScience und #OpenAccess sehr wichtig und würde mir wünschen, wenn es weniger von dieser “Ellbogenmentalität” geben würde. Sharing is caring 😊.
Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Außerhalb der Forschung mache ich noch: 1) STEM Coaching und Mentoring mit @cybermentor seit 2009, um Schülerinnen für diese Fächer zu begeistern und ihnen zu helfen. 2) Ich setze mich für die Entstigmatisierung von mentaler Gesundheit an meiner Uni und darüber hinaus ein, einmal mit meinem Blog annaschueth.com und mit der neuen Gruppe #FlourishMaastricht. Auf meinem Blog teile ich seit Februar 2021 Geschichten von mir und anderen über mentale Gesundheit in der Wissenschaft und verschiedene Sigmata. Mittlerweile habe ich damit über 6 Millionen Seitenbesuche und erreiche weltweit Leute und erhalte täglich Nachrichten. Die Gruppe Flourish Maastricht habe ich gegründet zusammen mit meinem Arbeitskollegen und Freunden Dr. Tiffany Leung, MD und Dr. Mark Kawakami. Wir möchten das Stigma rund um mentale Gesundheit und Erkrankungen in der Wissenschaft reduzieren, aufklären und Hilfe leisten für Studenten und Mitarbeiter der Uni und des Uniklinikums. Am 22.11. haben wir unser 1. Meeting und ich werde darüber berichten. 3) Ich bin Mitglied des Data Science Podcasts Uni Maastricht @DSMINSETS und das macht total viel Spaß. Ich tweete auch regelmäßig über unsere Gäste, Themen und "behind the scenes" Fotos. 4)Wahrscheinlich vergesse ich gerade die Hälfte. 😊 Tweete aber eigentlich über alles was ich so mache.
Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Ich laufe sehr gern (joggen) und möchte immer nochmal einen Marathon schaffen. Bis jetzt hat es nur bis 35km gereicht und die letzten km fehlen mir noch. Mein Blog ist mein Hobby und ich höre sehr gern Podcasts. Außerdem engagiere ich mich für die non-profit Organisation “Dragonfly Mental Health”.
Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Ich habe 2 kleine Kinder (Lily 2, Ben 7) und die halten mich ganz schön auf Trab. Falls ich mal Zeit für mich habe höre ich gern Hörbücher, gehe joggen oder mache Yoga.
Bitte begrüßt Anna ganz herzlich bei Real Scientists DE!
Sunday, November 14, 2021
Transparente und vertrauenswürdige Forschung - Rima-Maria Rahal und das German Reproducibility Network sind jetzt bei Real Scientists DE!
Aber nun zur Sache: Das German Reproducibility Network (GRN) ist ein dezentral organisiertes, fächerübergreifendes Konsortium und strebt an, die Vertrauenswürdigkeit und Transparenz wissenschaftlicher Forschung in Deutschland zu erhöhen. Dabei konzentriert sich das Netzwerk auf folgende Aktivitäten:
- Die Unterstützung von Forscher:innen bei der eigenen Weiterbildung in Open-Science-Praktiken und bei der Gründung lokaler Open-Science-Communities.
- Die Verknüpfung lokaler oder themenspezifischer Reproducibility-Initiativen zu einem nationalen Netzwerk und die Förderung ihrer Vernetzung.
- Die Beratung von Institutionen bei der Verankerung von Open-Science-Praktiken in ihrer Arbeit.
- Die Vertretung der Open-Science-Community gegenüber den Stakeholdern in der weiteren Wissenschaftslandschaft.
Das GRN ist verankert in einem wachsenden Netzwerk ähnlicher Initiativen in Großbritannien, der Schweiz, Australien und der Slowakei. Es ist offen für neue Mitglieder und bietet verschiedene Möglichkeiten zur Beteiligung.
Wie bist du in der Wissenschaft gelandet?
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
Ich setze mich für offene Wissenschaft (Open Science). Dabei geht es mir darum, dass wissenschaftliche Prozesse transparent gemacht werden, man also wissen kann: Wie ist in Studie XY die Erkenntnis YZ entstanden, und was kann man daraus schlussfolgern?
Mir ist natürlich klar, dass nicht aus jeder einzelnen wissenschaftlichen Untersuchung zwangsläufig gesicherte Erkenntnisse über den Zustand der Welt erlangt werden können. Aber mich interessiert, wie wir als Forschende so arbeiten können, dass wir belastbarere Studien durchführen und damit hoffen können, robustere Erkenntnisse zu erlangen und diese auch fair und transparent kommunizieren. Und umgekehrt: wie wir problematische oder wenig belastbare, sowie intransparente Methoden vermeiden können.
Deswegen engagiere ich mich im GRN. Dort ist es unsere Mission, über Disziplinen hinweg die Transparenz und Zuverlässigkeit wissenschaftlicher Forschung zu fördern. Mit anderen Worten: Wir setzen uns für offene Wissenschaft (Open Science) ein.
Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Das GRN ist noch gar nicht so alt – uns gibt es erst seit Anfang 2020. Aber es läuft schon richtig prima: es sind schon über 20 Grassroots Initiativen, die sich in Deutschland für offene Wissenschaft einsetzen, mit dabei. Eine wichtige Aufgabe für uns ist, diese Initiativen zu vernetzen.
Außerdem wollen wir Forschende dabei unterstützen, ihre Arbeit offener und robuster zu gestalten, zum Beispiel indem sie Experimente genau dokumentieren oder Manuskripte öffentlich verfügbar machen. Deswegen halte ich immer wieder Vorträge zum Thema und gebe auch Workshops dazu.
Außerdem wollen wir uns dafür einsetzen, dass es grundlegende Veränderungen in der Wissenschaftspraxis gibt, hin zu transparenteren und robusteren Arbeitsweisen. Das kann aber in meinen Augen nur klappen, wenn nicht nur einzelne Gruppen von Forschenden sich dafür einsetzen. Deswegen wollen wir den Dialog zwischen Forschenden, Institutionen, Verlagen und Fördern anstoßen, um wirklich etwas zu bewegen.
Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Ein Großteil der wissenschaftlichen Arbeit in Deutschland wird aus öffentlichen Mitteln gefördert. Da ist es klar: die Öffentlichkeit kann und soll etwas darüber wissen, wie mit diese Mitteln geforscht werden kann, wie damit geforscht wird und wo sich die Wissenschaft hinentwickeln könnte.
Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Im Moment organisiere ich den German Reproducibility Day mit (16.11., ab 13 Uhr)! Dabei wollen wir eine Diskussion dazu anstoßen, wie die deutsche Forschungslandschaft es schaffen kann, transparentere und zuverlässigere wissenschaftliche Arbeit zu unterstützen. Falls das für euch spannend klingt, könnt ihr euch hier anmelden, mit dazu kommen und direkt mitdiskutieren: https://reproducibilitynetwork.de/germanreproday/
Sunday, November 7, 2021
Evolutionär - Marina Wirth ist jetzt bei Real Scientists DE!
Diese Woche freuen wir uns sehr, euch unsere neue Kuratorin Marina Wirth (@Marina_Wirth) vorstellen zu dürfen! Marina ist eine original Küsten-Deern – an der Nordsee geboren und fürs Studium an die Ostsee gezogen. In ihrem Studium der Biologie in Kiel hat sie sich auf Evolution und Biodiversität spezialisiert. Dafür hat sie in ihrer Bachelorarbeit an Spinnenseide geforscht und im Master Populationen von Seeigeln in Nord- und Ostsee untersucht. Seit 2017 ist sie in Berlin, arbeitet in der Wissenschaftskommunikation und hat seit diesem Jahr sogar einen eigenen YouTube-Kanal.
Ich bin schon immer wissbegierig und immer neugierig gewesen, wie „Dinge“ funktionieren. Von meinem Motorroller, den ich als Teenager mehrfach auseinandergebaut habe, zu meiner letzten Überlegung, was wohl die psychologischen und soziologischen Mechanismen sind, wie aus Werbung neue Schönheitsideale entstehen können (recherchiere hier noch, was die Forschung sagt) – mich hat immer interessiert wieso und wie unsere Welt funktioniert. Als ich im Biounterricht in der Oberstufe das erste Mal etwas über DNA und über Stoffwechselprozesse gelernt habe, war ich „hooked“ mit der Wissenschaft, die erforscht, wie Leben funktioniert. Von da an wollte ich etwas mit Bio machen. Ich habe zunächst eine Berufsausbildung zur Biologische Technischen Assistentin gemacht und dann in einem Forschungslabor in Kiel gearbeitet. Allerdings bin ich schnell zu dem Punkt gekommen, dass ich gern selbstständiger arbeiten möchte und kann. Also habe ich beschlossen noch Biologie zu studieren und dort hat mich vor allem die Evolutionsbiologie fasziniert.
Warum hast du dich für dein aktuelles Feld entschieden, und/oder was hält dich dort?
„Nichts in der Biologie macht Sinn außer im Licht der Evolution!“ – Theodosius Dobzhansky
Vor allem biologische Strukturen, ihre Funktionen und die Mechanismen, nach denen sie sich entwickeln haben mich seit meiner ersten Vorlesung faszinierend. Dass ich während des Studiums als studentische Hilfskraft im Zoologischen Museum in Kiel gearbeitet habe, hat sein Übriges getan. Wie kann man von leuchtenden Tintenfischen, von Seepferdchen mit Tarnkappen und Teleskopaugen von Springspinnen nicht vollkommen geflasht sein? ☺
Tatsächlich arbeite ich aber ja derzeit nicht in der Wissenschaft, sondern mache Wissenschaftskommunikation. Dazu bin ich gekommen, weil ich nach meinem Master Zeit sinnvoll überbrücken wollte, da die Antwort zu meinen Bewerbungen auf Promotionsstipendien in Irland noch ausstand. Ich hatte bereits einige Erfahrung in der Wissenschaftskommunikation durch meine Arbeit im Museum gesammelt, dachte ich könnte das etwas vertiefen und so habe ich ein Praktikum in der Onlineredaktion bei Wissenschaft im Dialog begonnen. Das führte dann über ein Volontariat, dann zur Stelle der Projektmanagerin für den Webvideo-Wettbewerb Fast Forward Science, der Webvideos über Wissenschaft und Forschung auszeichnet und das Educational Escape Game „Bio Economy Now!“.
Zu meiner Liebe zur Wissenschaft wurde kam somit meine Leidenschaft für Wissenschaftskommunikation und besonders für Webvideos.
Erzähle uns etwas über deine Arbeit!
Seit Mitte diesen Jahres arbeite ich daran meinen eigenen YouTube-Kanal Evolutionary aufzubauen und als „One-Woman“-Betrieb mache ich alles selbst. Ich überlege mir Themen, recherchiere, schreibe Videoskripte, drehe Videos und schneide diese. Dazu kommt die Pflege der Social-Media-Kanäle. Außerdem lerne ich nebenbei ein bisschen über Grafik Design und Animation, um meine Videos aufzupeppen. ☺
Vor allem aber verbringe ich gerade viel Zeit mit der Stellensuche – denn ich möchte gerne wieder zurück in die Wissenschaft und noch promovieren. Leider hat das damals nach dem Master nicht geklappt, aber ich habe das nicht aufgegeben. Mir ist klar, dass der Weg zurück sicherlich etwas schwierig ist, einfach weil ich jetzt eine Weile raus bin und sich neue Methoden etabliert haben, die ich dann vielleicht neu erlernen muss. Gleichzeitig habe ich durch die Zeit außerhalb der Wissenschaft meine Perspektiven erweitert und ein Skillset entwickelt von dem ich überzeugt bin, dass es meine Forschung und mein wissenschaftliches Arbeiten nur bereichern können.
Mein Ziel für die nächsten drei Jahre ist es als Doktorandin zu forschen und nebenbei Wissenschaftsvideos zu machen.
Warum sollte sich die Öffentlichkeit für deine Forschung/Arbeit interessieren?
Naja – die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig Wissenschaft ist und wie wichtig es ist diese zu kommunizieren. Um die wichtigen politischen und gesellschaftlichen Fragen zu beantworten oder auch konstruktiv kritisch hinterfragen zu können müssen wir alle ein Grundverständnis davon haben, wie Wissenschaft und Forschung funktionieren. Dafür ist es wichtig nicht nur Ergebnisse zu kommunizieren, sondern auch, wie diese entstanden sind, und zwar so, dass es für alle zugänglich ist.
Wissenschaft betrifft uns alle – von Medikamenten über Smartphones zu Sneakers, die aus Fasern bestehen, die nach dem Vorbild von Spinnenseide hergestellt wurden. Und was viele vergessen: Unser Wissen von heute ist die Forschung von gestern.
Hast du irgendwelche interessanten externen/zusätzlichen Aufgaben/Tätigkeiten?
Seit diesem Jahr bin ich im Netzwerk von Arbeiterkind.de. Das ist ein Netzwerk für Menschen aus nicht-akademischen Haushalten, die Schüler*innen aus nicht akademischen Haushalten auf ihrem Weg ins und durchs Studium mit Rat und Tat unterstützen. Dabei gibt es ein breites Angebot, von Infoveranstaltungen zur Studienfinanzierung, Schulbesuche, um interessierte Schüler*innen zu ermutigen bis hin zum Austausch über die größeren Hürden und kleineren Stolpersteine, die einem als Arbeiterkind auf der akademischen Laufbahn begegnen. Und mittlerweile gibt es auch ein Promotionsnetzwerk. Im Dezember habe ich meinen ersten Schulbesuch und freue mich schon sehr darauf.
Irgendwelche interessanten Hobbies, von denen du uns erzählen möchtest?
Nähen, Rock’n’Roll-Tanzen und Motorradfahren. ☺ Außerdem bin ich gerade auf der Suche nach einem coolen Chor in Berlin.
Wie sieht dein idealer freier Tag aus (Forscher sind ja auch nur Menschen)?
Puh – das kommt ganz auf meine Stimmung an. ☺ Meinen letzten perfekten freien Tag habe ich mit meinen „Homies“, meinen allerliebsten Herzensmenschen, im Hochseilgarten verbracht. Wir kennen uns aus dem Studium und wie das so ist, wohnen wir nun sehr verstreut, was die gemeinsame Zeit umso wertvoller macht. Schön sind auch Gaming-Brunches – dazu kommen Freunde vormittags zum Frühstück, das bis spät in die Nacht gehen kann und nebenbei spielen wir Brettspiele. Manchmal freue ich mich aber auch einfach über „Quality-Me-Time“, die ich dann nur mit meiner Nähmaschine und meinen Lieblingsfolgen Doctor Who teile. ☺
So oder so fängt mein perfekter Tag ganz entspannt, mit einer heißen Tasse zimtversetzten Kaffee und einem fantastisch duftenden Croissant vom französischen Café gegenüber an.
Bitte begrüßt Marina ganz herzlich bei Real Scientists DE!



